Wertewandel in der Wirtschaft
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Die Krise hat auch bei den Führungsstrategien der Unternehmer Spuren hinterlassen. Galten bislang betriebswirtschaftliche Parameter als Kriterium für den Erfolg, sind nunmehr permanente Selbstreflexion, Lernbereitschaft und Interesse an Veränderungen gefragt. Zu diesem Ergebnis kommt die »Leadership 2020« der Karmasin Motivforschung im Auftrag des Fachverbandes Unternehmensberatung und IT (UBIT) der Wirtschaftskammer. Blinde Euphorie und fast naiver Optimismus sind einer neuen Wachsamkeit gewichen.
»Materielles Wachstum ist nicht alles«, sagt UBIT-Obmann Alfred Harl. Verantwortungsvolles und flexibles Wirtschaften sei jetzt notwendig. Unternehmer von morgen müssten partnerschaftlichen Umgang im Betrieb, aber auch in Allianzen mit anderen Unternehmen pflegen. Die Zusammenarbeit über Kulturen, Alters- und Geschlechtergrenzen hinweg sollte selbstverständlich werden, meint Harl. Für die IT-Branche wünscht sich Harl einen Anstieg des Frauenanteils auf 50 Prozent, derzeit liegt er bei nur zehn Prozent. Die Wirtschaftskammer Wien unterstützt mit einem Bündel an Maßnahmen Unternehmen bei der Neupositionierung.
Im Auftrag der card complete Service Bank AG, mit den Marken Visa und MasterCard Österreichs größter Kreditkartenanbieter, untersuchte das Zukunftsinstitut Österreich aktuelle Trends für das bargeldlose Zahlen. »Früher wurde Konsum mit Emotion verknüpft. Jetzt ist Nachhaltigkeit das vorrangige Thema, die Menschen denken mehr über ihr Konsumverhalten nach«, sagt Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstitutes. Die Bereiche Individualisierung, Digitalisierung, Mobilität und Umweltbewusstsein werden künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen.
Postenkarussell im Lufthansa-Konzern: Mit Jahresende zieht sich Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber in den AUA-Aufsichtsrat zurück. Die dadurch ausgelöste Chefsessel-Rotation trifft nun auch die AUA. Anfang Dezember wurde überraschend Thierry Antinori, bisher bei der Lufthansa Bereichsvorstand für das Passage-Geschäft und Vertrieb, als neuer AUA-Chef bestellt.
Als ob der neue Bahnboss Christian Kern nicht schon genug zu tun hätte: Jetzt wird auch noch der Kauf der ungarischen MAV Cargo zum Wirtschaftskrimi. Über Hintergründe und Zukunft des Deals, graue Eminenzen und die unklare Abgrenzung zwischen »den Guten« und »den Bösen«.
Wärme-, Feuchtigkeits-, Schall- und Brandschutz sind ausschlaggebende Faktoren für die Gebäudenutzung. Damit stellt sich bei vielen Bauprojekten die Frage: Leichtbau oder Massivbau.
Das Factoring-Geschäft in Österreich kommt wieder in Schwung. Nach einem Jahr der Konsolidierung wird für heuer wieder mit hohen Zuwachsraten gerechnet. Der Verkauf offener Forderungen an eine Bank ist nun auch für kleinere Unternehmen eine Option.
Die Bundeshauptstadt, seit jeher Anziehungspunkt für Zuwanderer aller Ethnien und Nationalitäten, hat ein Messinstrument für die demografische Veränderung in der Wiener Bevölkerung entwickelt. Der Integrations- und Diversitätsmonitor soll das Potenzial von Migranten sichtbar machen und diesen bessere aufsteigschancen eröffnen.
Trotz des Wirtschaftseinbruchs ist die Zahlungsmoral der österreichischen Unternehmen weiter vorbildlich, wie eine Umfrage des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) unter rund 2.000 Klein- und Mittelunternehmen belegt. Firmenkunden begleichen ihre Rechnungen im Schnitt nach 32 Tagen. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich auf Platz drei, nur die Finnen und Norweger sind noch disziplinierter. Wer Privatkunden hat, kann sich glücklich schätzen: Sie zahlen ihre Rechnungen durchschnittlich bereits nach 18 Tagen – um zwei Tage früher als 2009.
Unter den heimischen Klein- und Mittelbetrieben herrscht Aufbruchsstimmung. War man die letzten beiden Jahre vorwiegend mit Krisenmanagement beschäftigt, denken viele Unternehmen nun erstmals wieder an Investitionen und neue Projekte. Die finanziellen Mittel dafür sind jedoch meist knapp – umso gefragter sind Förderungen und die Unterstützung der Banken.
Sie sind steinreich. Und sie wollen Gutes tun.
Mit Kühlkompressoren und sozialem Engagement konnte ein Kühlmittelspezialist aus Fürstenfeld in einem internationalen Test überzeugen. Unter 800 Unternehmen aus sechs Länder ging die ACC Austria, ein steirischer Kühlkompressenhersteller, bei einem internationalen Benchmark-Test als »Hidden Champion 2010« hervor.
Der strikte Sparkurs macht sich bezahlt: Die dem US-Fonds Cerberus gehörende Bawag PSK konnte im ersten Halbjahr 2010 ihr Ergebnis deutlich verbessern. Der Konzernüberschuss stieg auf 96,8 Millionen Euro, nach 13,3 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Bank-Chef Byron Haynes führt die positive Entwicklung vor allem auf die erhöhte Profitabilität des Kundengeschäftes zurück.
Der IT-Dienstleister und Netzbetreiber Colt hat sein Portfolio um ein Bündel an Mehrwertdiensten für die Geschäftswelt erweitert. Ethernet-Anbindungen mit garantierten Qualitätslevels, Security- und Speicherlösungen sowie Büroanwendungen über die Datenleitung – all das soll Unternehmen helfen, flexibler und schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. Zuletzt hat der britische Netzbetreiber die Reichweite seines Netzwerkes auf Zentral- und Osteuropa ausgedehnt, um der wachsenden Kundennachfrage in den Finanz-, Geschäfts-, und Produktionszentren der Region nachzukommen. Insgesamt sind 23 Städte in der Region an das Colt-Netz angebunden.
Bereits zum 15. Mal wird am 7. Oktober der Staatspreis »Unternehmensqualität« vergeben – eine Auszeichnung für exzellente Leistungen, nachhaltiges Engagement und konsequente Weiterentwicklung von Unternehmen.