Bauzeitplanung mit BIM

Foto: Auch der Bauzeitplan für die Autobahnmeisterei Bruck an der Leitha wurde mit BIM erstellt. Damit werden Fehler visuell sichtbar und der Ablauf kann deutlich optimiert werden. Foto: Auch der Bauzeitplan für die Autobahnmeisterei Bruck an der Leitha wurde mit BIM erstellt. Damit werden Fehler visuell sichtbar und der Ablauf kann deutlich optimiert werden.

Das BIM-Pilotprojekt Autobahnmeisterei Bruck an der Leitha nimmt Gestalt an. Dass man weiterhin innerhalb des Zeit- und Kostenrahmens ist, liegt auch an der ausführlichen und detaillierten Bauzeitplanung, die durch BIM zwar komplexer, aber auch deutlich genauer und weniger fehleranfällig wird.

Erst kürzlich hat die Asfinag angekündigt, ab sofort sämtliche Neubauprojekte im Hochbau als BIM-Projekte auszuschreiben. Wesentliche Entscheidungsgrundlage sind u.a. die positiven Erfahrungen, die man gemeinsam mit Generalunternehmer Leyrer+Graf seit letztem Sommer beim BIM-Pilotprojekt Autobahnmeisterei Bruck an der Leitha sammelt. »BIM bringt eine neue Dimension der Transparenz in die Projekte. Durch die dreidimensionale Darstellung werden Konfliktpunkte frühzeitig erkannt und abgearbeitet werden«, erklärt Asfinag-Projektleiterin Sabine Hruschka. Allerdings erfordert die Modellierung auch eine höhere Planungstiefe. Vieles, was bisher auf der Baustelle entschieden wurde, muss zur Erstellung des Gebäudemodells vorab definiert werden. »Das erleichtert in Folge aber die Umsetzung und vermindert Probleme während der Errichtung«, ist Hruschka überzeugt.

Visuelle Bauablaufsimulation

Ein zentraler Aspekt von BIM ist die Integration des Zeitfaktors in das dreidimensionale Modell.  Die Möglichkeit, die virtuellen Bauteile mit Zeiten zu hinterlegen, führt zu einem besseren Verständnis der Abläufe und vereinfacht in Folge auch die Dokumentation. Davon profitiert auch Bauleiter Georg Köck. »Mein Job ist es, ein Projekt zuerst im Kopf zu bauen und so die einzelnen Bauschritte festzulegen. Das passiert jetzt mit Unterstützung des Computers. Und der ist noch eine Spur genauer«, erklärt Köck schmunzelnd. In Bruck an der Leitha wurde der Bauzeitplan über Navisworks mit dem Revit BIM-Modell verknüpft.

Das erste sichtbare Ergebnis ist eine Bauablaufsimulation, ein Film, der die Entstehung des Bauwerks zeigt. »Damit kann man Fehler in der Bauzeitplanung oder Probleme bei der Abwicklung durch die gegenseitige Behinderung von Ausführenden oder ungenügende Zugänglichkeit frühzeitig erkennen und den Bauablauf optimieren«, erklärt Köck. Dabei wird jeder Bauteil mit einem Errichtungsdatum versehen. Das erleichtert die Fortschrittskontrolle und in weiterer Folge die Abrechnung der Bauleistungen. »Sowohl Leistungs- als auch Abrechnungszeiträume werden vom Generalunternehmer im Modell festgehalten. Das hilft den Ausführenden ebenso wie der örtlichen Bauaufsicht und uns als Auftraggeber, hier vergleichsweise einfach den Überblick zu behalten«, erklärt Hruschka.

Eine besondere Herausforderung bei der Bauzeitplanung mit BIM ist die hohe Genauigkeit, mit der gearbeitet werden muss. »Für die Verknüpfung braucht es ein hohes Maß an Detailliertheit und eine sehr klare Struktur in der Gliederung und Benennung«, erklärt Köck. Trivialer wird eine Bauzeitplanung mit BIM nicht. Im Gegenteil: Laut Köck braucht es sogar deutlich mehr Know-how, um einen Bauzeitplan mit BIM zu erstellen. »Der daraus resultierende Mehrwert ist aber enorm.«

Geringere Fehleranfälligkeit

Als größten Vorteil der Bauzeitplanung mit BIM sieht Köck die Möglichkeit, dass man sämtliche Informationen, die man zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt, einfach und schnell abfragen kann. »Durch die Verknüpfung mit dem Modell kann man die zeitliche Abfolge ebenso erfragen wie spezifische Informationen zu einem bestimmten Bauteil«, erklärt Köck. Fehler in der Bauzeitplanung werden auch in Zukunft passieren, auch Abweichungen werden weiterhin passieren. »Wenn es eine Woche regnet, habe ich mit oder ohne BIM ein Problem«, sagt Köck. Die Fehler sollen aber auf jeden Fall weniger werden. »Die Fehleranfälligkeit wird durch die visuellen Darstellungsmöglichkeiten deutlich reduziert«, ist Köck überzeugt. Auch beim Auftraggeber Asfinag ist man vom großen Potenzial der Bauzeitplanung mit BIM überzeugt. »Aufbauend auf einem ausführungsreifen BIM-Modell wird die Integration der Dimension Zeit wesentlich zu einer Verbesserung der Termintreue bei den Projekten der Asfinag als auch in der Baubranche allgemein führen«, so Hruschka.

Lesen Sie im 5. Teil der Serie :zum BIM-Pilotprojekt ABM Bruck an der Leitha in Ausgabe 6 des Bau & Immobilien Report alles zum Thema »Abrechnung mit BIM«.

back to top