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Tiefroter Highway

\"Geradezu pervers“ sei die von der Asfinag präsentierte Bilanz 2005, unkte der SPö-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter in einer Aussendung und bezeichnet die Autobahn- und Schnellstraßenfinanzierungsgesellschaft als \"Schuldenmaschine der Republik“. Tatsächlich sind die Verbindlichkeiten des Konzerns seit 2004 von 9,02 Milliarden Euro auf knapp 10,4 Milliarden im vergangenen Jahr angewachsen, 2006 soll der Schuldenstand auf 10,77 Milliarden anwachsen. \"Die Verbindlichkeiten steigen mit den Investitionen an, das ist nicht nur mit Eigenkapital finanzierbar“, so Asfinag-Vorstand Christian Trattner zur Tatsache, dass allein die Zinsensaufwendungen von 320 Millionen Euro im Jahr 2004 auf über 400 Millionen im vergangenen Jahr angewachsen sind. Im Baubereich lagen diese Investitionen bei rund 971 Millionen, davon 656 Millionen für den Neubau und 288 Millionen für Erhaltung. Heuer kündigt die Asfinag Bauinvestitionen von 1,25 Milliarden an, darunter eine dritte Spur für die Flughafenautobahn A4 oder den Ausbau von sechs Tunneln mit einer zweiten Röhre als Teil von Verkehrssicherheitsmaßnahmen.

Die Aufwendungen der Asfinag wurden im vergangenen Jahr von 1,56 auf 1,32 Milliarden Euro reduziert, die Erträge stiegen 2005 von 1,9 auf rund 2,1 Milliarden. Die sprunghafte Steigerung des Geschäftsergebnisses (EGT) von 53 auf 355 Millionen Euro erklärt Trattner mit der Auflösung der Rücklagen, die im Jahr 2004 für die von der EU erzwungenen Rückzahlungen der Brenner-Mauten gebildet worden waren und nach dem Vergleich nicht in voller Höhe benötigt wurden. Für 2006 wird wieder mit einem EGT von 195 Millionen gerechnet. Dass die Erlöse aus dem Liegenschaftsmanagement von 28 auf 48 Millionen gestiegen sind, sei nicht auf eine Steigerung der Verkaufsaktivitäten zurückzuführen, so Trattner. \"Nicht zuständig“ sei der Vorstand für die Frage, ob eine kilometer- und zeitabhängige Pkw-Maut, wie sie die Bauwirtschaft fordert, der Asfinag zusätzliche Einnahmen bescheren könnte. \"Wir geben nur den Eigentümern Ratschläge“, gibt sich Trattner zu den von der Baustoffindustrie errechneten Einnahmen von einer bis zu 5,7 Milliarden Euro bedeckt. Eines kann er und sein Vorstandskollege Franz Lückler den geplagten Autofahrern jedenfalls versprechen: \"Im nächsten Jahr wird es keine Erhöhung des Vignettenpreises geben!“ Damit hat die Asfinag im vergangenen Jahr 303 Millionen lukriert.

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