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Redaktion_Report

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Autonomiegegner

An österreichs Hochschulen brodelt es. Nicht nur Studenten, auch Universitätsassistenten sind von der Einführung der Studiengebühren betroffen. Sie arbeiten über Dienstverträge an einem Institut und zugleich an ihrer Dissertation. Die Folge: Von ihrem Einkommen - rund 12.000 Schilling netto pro Monat - müssen sie nun 5000 Schilling pro Semester wieder abliefern.

Ein Dilemma, das einige Assistenten an der Technischen Universität Wien zu einer Klage gegen die Republik animiert. "Rechtlich ist die Sache unsicher, moralisch will ich mich nicht dazu äußern", meint dazu Erasmus Langer, Vorstand des Instituts für Mikroelektronik der TU Wien und Vorsitzender des Universitätslehrerverbands, einer privaten Interessensvertretung von Professoren und Assistenten. Es müsse sich erst jemand finden, der als Folge einer Zahlungsverweigerung nicht zu einer Prüfung antreten könne, dann kann sein Verein aktiv werden. "Das kann aber nur aus eigener Initiative geschehen", zeigt Langer die rechtlich notwendige Distanz.

Das ist aber nicht der einzige Grund für Unmut an den Unis. "Die meisten sind durch die so genannte Ausgliederung total demotiviert, die Stimmung ist sehr gedrückt", so Langer über die geplante Universitätsreform. Langer sieht die als Etikettenschwindel. Man würde die Unis ausgliedern, ihnen aber keine Grundlagen, die Gebäude beispielsweise, zur Verfügung stellen. "Das verkauft man dann als Autonomie. Ohne die Gebäude kann man aber nicht wirklich autonom sein", so Langer. Die Tendenz, die Unis rein marktwirtschaftlich ausrichten zu wollen, sieht er skeptisch: "Um gewisse Dinge muss sich der Staat kümmern, sonst ist das das Ende der Forschung!"

Himmelb(l)auer Chef

Wolfdieter Dreibholz ist neuer Büroleiter im Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au. Der Grazer Architekt, der im Vorstand der Architekturstiftung österreich sitzt, war vor seinem Wechsel nach Wien in der Grazer Architektur Consult, dem gemeinsamen Büro von Günther Domenig, Hermann Eisenköck und Herfried Peyker tätig.

Der ehemalige Vorstand der für Gemeindehochbauten zuständigen Abteilung der steirischen Landesbaudirektion ist außerdem noch bis Jahresende Vorstandsmitglied des Grazer Hauses der Architektur.

Souvenir de France

Vor vier Jahren waren sie bestimmt stolz, die Besitzer der brandneuen Wohnungen in Wien-Floridsdorf: Geplant vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel, errichtete der Bauträger SEG eine Wohnhausanlage in der Leopoldauerstraße, deren Holzfassaden und Tonnendächer in bordaux-rot ebenso für Aufsehen sorgten wie die individuellen Gärten und die großzügigen, zweigeschoßigen Verglasungen der Maisonettewohnungen.

Und genau die machen seither Probleme: Die Wärmedämmung lässt zu wünschen übrig, es zieht in den Luxuswohnungen. Doch das ist nicht alles. An der Innenseite der Glastüren bildet sich Kondenswasser, das im Winter friert. Dass die Baukostenabrechnung auch noch immer auf sich warten lässt, spielt da schon keine Rolle mehr.

Die Eigentümer, die für ihre Wohnungen 36.000 Schilling pro Quadratmeter gezahlt haben, werden den Stararchitekten sicher in guter Erinnerung behalten. Den Bauträger haben sie auf 25 Millionen Schilling Schadensersatz geklagt, dort zeigt man sich verhandlungs- und reparaturwillig.

Frau Vorsitzende

Kammerfunktionär zu werden, liegt nicht jedem. "Freunde fragen mich, warum ich mir so etwas überhaupt antue", so die Wiener Architektin Silja Tillner über die Reaktionen auf die Nachricht, dass sie zur neuen Vize-Vorsitzenden der Architekten in der österreichischen Ingenieurkammer gewählt wurde. Doch mit einem ein Ziel vor Augen lassen sich die Mühen des Funktionärsdaseins leichter überstehen. Die 41-jährige Tillner jedenfalls hat sich einiges vorgenommen: "Nach dem Amsterdamer Vertrag muss im Arbeitsleben eine Frauenquote von 25 Prozent erreicht werden. Das wäre doch ein schönes Ziel", so die Architektin zu der ihrer Meinung nach immer noch unbefriedigenden Zahl von Frauen ihres Berufsstandes, die an öffentliche Aufträge herankommen oder in Wettbewerbsjurys sitzen. Der seit Mai 1999 gültige EU-Vertrag sieht die Möglichkeit nationaler Maßnahmen zur Bevorzugung von Frauen vor.

Für Bundeskammerpräsident Peter Scheifinger geht es weniger um Quoten als darum, strukturell daran zu arbeiten, dass Frauen selbstverständlich in allen Bereichen vertreten sind. In der männerdominierten Funktionärs-, Politik- und Beamtenszene könne ein höherer Frauenanteil nur positiv sein: "Frauen sorgen für eine Klimaveränderung, für eine bessere Gesprächskultur", zeigt sich Scheifinger als Feminist. Außerdem sei es erfreulich, dass sich mit Silja Tillner eine Vertreterin der jüngeren Generation in die Kammer einbringt. Ein solches Signal sei dringend notwendig. "Das ist ein Aufruf, dass andere das auch tun", so der streitbare Präsident.

Wie lange sie den ehrenamtlichen Job in der Kammer machen wird, weiß Tillner noch nicht so genau. "Jetzt einmal bis zur nächsten Wahl im Mai", dann werde man weiter sehen.

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