Menu
A+ A A-
Redaktion_Report

Redaktion_Report

Website URL:

Neue Axima-ära

Mit dem Verkauf an den französischen Großkonzern Suez wandelt Sulzer Infra österreich seinen Namen in Axima Gebäudetechnik um. Die Marke Axima ist nicht neu, sie wurde vom Suez-Tochterkonzern Fabricom vor zehn Jahren in Belgien eingeführt und ist mittlerweile in Europa zu einem Begriff für Heizung, Klima und Lüftungstechnik geworden. "Wir wollen unsere Stärke am Dienstleistungssektor weiter ausbauen", erklärt Karl Lauber die Neuausrichtung der ehemaligen Sulza Infra.

Zum einen sollen langfristige Partnerschaften mit den Kunden forciert werden, die Ausfallsicherheit der Anlagen gewährleisten. Andererseits will man sich künftig mit Contracting-Modellen am Markt positionieren. Der Dienstleistungsbereich soll vor allem den zu erwartenden Rückgängen am stagnierenden Neubausektor vorbeugen. Damit hofft man den Umsatz von 90 Millionen Euro weiterhin halten zu können.

Liberté, nicht für alle

Als gebildeter Mensch glaubt man ja nicht an Klischees. Beispielsweise an die Vorstellung, alle Französinnen seien klein und temperamentvoll. Und dann das: Francoise-Hélène Jourda ist klein und temperamentvoll. Die Architektin aus Lyon hat, wie man in Frankreich sagt, Ésprit. Schwer vorstellbar, dass die Studenten am Institut für Raumgestaltung der Technischen Universität Wien in ihren Vorlesungen einschlafen. Anfang Februar waren es zwei Jahre, dass Francoise-Hélène Jourda als Professorin an die TU kam. Die 45-jährige Architektin, die einen nach dem Abgang des Schweizers Justus Dahinden jahrelang verwaisten Lehrstuhl übernommen hatte, beging diesen Jahrestag mit einer Präsentation des Instituts im Lichtforum Wien. Zu sehen waren: Studentenprojekte zum Thema Raum, graue Kartonmodelle, die eher an Skulpturen als an Architektur erinnerten, eine CD, die über die Aktivitäten des Instituts informiert, weiters eine neu gestaltete, trendige und super-coole Homepage sowie eine vorerst nur institutsintern nutzbare Architekturdatenbank.

Zeit für Volksgaragen

Die Zeit sei jetzt reif, meint der Wiener Architekt Wolfram Schindler. Parkplätze sind rar, Abstellflächen in konventionellen Parkhäusern kosten bis zu 300.000 Schilling in der Errichtung und unterliegen überdies zahlreichen Bauvorschriften. "In Anbetracht dessen war der Gedanke eines konzentrierten Abstellvolumens unter möglichst geringem Bauflächenbedarf naheliegend", so Schindler über sein bereits vor Jahren entwickeltes "Multiparksystem", das weniger als 100.000 Schilling pro Stellplatz kosten soll und mit geringen Flächenbedarf auskommt: Rund 26 Meter Durchmesser hat der Ring aus Stahlstützen, auf dem ebenfalls kreisförmige Parkgeschoße mit 63 Metern Durchmesser liegen. Das unterste Geschoß hängt auf 4,50 Meter Höhe und lässt damit Platz für den Verkehr. Damit könne sein Parkdecksystem auf ungenutzten Kreisverkehrsflächen, Parkplätzen und anderen bebauten Gebieten aufgestellt werden, meint Architekt Schindler.

Damit Brandabschnitte oder mechanische Lüftungen nicht unnötige Kosten verursachen, hat er die Konstruktion als offenes Deck konzipiert. Die gesamte Konstruktion soll aus Stahlfertigteilen bestehen, die Fahrbahnen sind aus Trapezblech mit Bitumenschicht. Eine fünfgeschoßige Anlage, die Platz für 580 Pkw bietet, könne in 14 Tagen zusammengebaut werden und würde nicht mehr als 50 Millionen Schilling kosten, ist Schindler überzeugt. Bislang hat die Stadt Wien ablehnend auf seine Erfindung reagiert, aufgrund der zunehmenden Verkehrsdichte hofft Schindler nun auf mehr Akzeptanz.

Elementare Einfachheit

"Einer der unwiderstehlichsten Aspekte der Arbeiten von Herzog und de Meuron ist ihre Fähigkeit, Erstaunen zu wecken!" So enthusiastisch äußerte sich ein Jurymitglied über die Träger des diesjährigen Pritzker-Preises für Architektur.

Die beiden Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron erhalten die höchste Auszeichnung, die für Architektur vergeben wird, nicht nur für die im Vorjahr eröffnete Tate Gallery in London. Dieses Projekt ist das bislang letzte in einer Reihe von Bauten, die ihre Fähigkeit demonstrieren, "die Tradition der Moderne zu elementarer Einfachheit weiterzuentwickeln", wie die amerikanische Architekturkritikerin Ada Louise Huxtable schreibt.

Die Architektur von Herzog & de Meuron ist unaufdringlich, ohne langweilig zu sein. Licht spielt bei ihren minimalistischen Entwürfen eine wichtige Rolle, Grundformen prägen die Architektur. Ihr Museum in München beispielsweise ist ein fluoreszierender Quader aus Milchglas. Auch ihre Häuser für die Siedlung Pilotengasse in Wien sind unprätentiös und schlicht.

Bei der Tate Gallery, einem ehemaligen Dampfkraftwerk an der Themse, setzen die beiden aufgesetzten Geschosse aus Glas einen Kontrapunkt zur Monumentalität des Backsteinbaus. Zur Preisverleihung meinen die Architekten: "Wir freuen uns, sind aber erst am Anfang. Unsere Strukturen lassen uns auch für die Zukunft Spielraum, um immer Neues auszuprobieren."

Subscribe to this RSS feed