Menu
A+ A A-
Redaktion_Report

Redaktion_Report

Website URL:

Wiener Winter Wonderland

Bis 2012 soll in Wien-Donaustadt ein Winter- und Erlebnispark der Superlative entstehen, inklusive Schneehalle, großem Wellness- und Gastronomiebereich sowie einem Design-Hotel mit 150 Zimmern. Kostenpunkt: 100 Millionen Euro.

"Unglaublich vielschichtig"

Er hat Manager als Kunden, Techniker und ärzte. Und zielt neuerdings auch auf den Einsatz in der Verwaltung. "IT-Mitarbeiter von Kommunen und Behörden haben oft einen schweren Stand“, weiß Daniel Holzinger, österreichleiter des Web-Collaboration-Anbieters Netviewer. Auch wenn in österreich die Distanzen nicht immer exorbitant groß sind, liegen zu betreuende Einrichtungen oft relativ weit voneinander entfernt, Fahrzeit- und Kosten mindern die Effizienz im Servicebereich. "Anfragen werden in der Regel zusammengelegt, bleiben zu lange liegen, akute Hilfe ist oft nicht möglich“, hat Holzinger selbst in einem Turnschuhnetzwerk begonnen, das bestückt mit Firewalls den Fernzugriff auf PCs nur aufwendig zuließ. Seit gut neun Monaten werkt Holzinger nun am Ausbau des hiesigen Kundenstocks bei Netviewer. Version fünf der Web-Collaboration-Lösungen "one2one“ und "one2meet“ soll das Geschäft weiter stärken. Meetings via Internet können damit noch benutzerfreundlicher abgehalten werden.

Neue Videofähigkeiten von one2meet etwa ermöglichen realitätsnahe Onlinebesprechungen. Außerdem können dank Voice-over-IP Telefonkosten eingespart werden. Schwerpunkt bleibt dabei stets die webbasierte Architektur. Dadurch sind Programminstallationen bei den Clients nicht notwendig. Holzinger denkt mehr denn je an die neue Zielgruppe Government. "Mit visueller Echtzeitkommunikation können Kommunen und Behörden Arbeitsprozesse bei Support, im Bürgerservice und in der Fernwartung erheblich vereinfachen und beschleunigen.“

Der deutsche Hersteller konnte im Jahr 2007 einen erheblichen Kundenanstieg beim alpenländischen Nachbarn verzeichnen: Die Zahl der Kunden in österreich wuchs um über 60 Prozent auf nun 360 Unternehmen. Zudem schafften die Spezialisten heuer, die Jury des Multimedia und E-Business Staatspreis in der Kategorie "e-commerce und Kundenbindung“ zu überzeugen.

Tor in neue Märkte. Künftig will man von österreich aus auch expandieren. "Gerade Wien stellt dabei ein ganz wesentliches Tor zu den osteuropäischen Märkten dar, die wir als Early Mover bestmöglich bedienen wollen“, heißt es bei den Deutschen. Nebenbei gilt es, die saturierten Märkte weiter zu erobern. Zwei Branchen, die Softwareanbieter und die Finanzdienstleister, könnten noch die Netviewer-Tools für den eigenen Service am Kunden entdecken. Holzingers Argument: "Bei den großen Produktportfolios und erklärungsbedürftigen Angeboten wird auch der Onlinesupport zunehmend wichtig. Auch die Endkunden verfügen über immer weniger Zeit.“ Supportprobleme in der Software sowie Telebankingfragen bei den Finanzportalen könnten mit den webbasierten Konferenzwerkzeugen so einfach wie nie gelöst werden. Und intern in Unternehmen sei der Bedarf ohnehin "unglaublich vielschichtig“. Dies beginnt, klassisch, in der Zusammenarbeit bei Projekten, bei der Abstimmung von Unternehmensdaten im Controlling, der gemeinsamen Arbeit im Marketing, bis hin zu international abgehaltenen Votings mit den Töchtern in übersee. "Die Nachfrage und der Bedarf an visueller Echtzeitkommunikation über das Internet wachsen stetig. Für das Jahr 2008 erwarten eine Umsatzverdoppelung. Wir haben ein tolles Produkt - das ist der Grund, warum wir in österreich so enorm expandieren“, folgert Holzinger.

Der Marathonmann

Wenn der grüne Wiener Klubobmann Christoph Chorherr Lobeshymnen über einen Immobilienmanager singt, bedeutet das: Er meint es ehrlich, oder er will ihn nicht vergrämen. Im Falle von Thomas Jakoubek dürfte beides zutreffen. Der Vorstand der Wiener Entwicklungsgesellschaft Donauraum (WED) wird von Architekten, Politikern und Kollegen aus der Branche als kompetent, clever und effizient geschildert. Der Verdacht, dass viele, die baulich etwas bewegen wollen in der Bundeshauptstadt, seine guten Kontakte zur Regierungspartei SPö suchen, ist jedoch auch nicht von der Hand zu weisen: Schließlich ist der 43-jährige gelernte Raumplaner seit drei Jahren für die Entstehung der Donaucity verantwortlich, nebenbei noch Geschäftsführer des dort angesiedelten Tech Gate Vienna sowie vor allem weisungsberechtigter Geschäftsführer der Wiener Stadtentwicklungsholding und in dieser Funktion zu hundert Prozent der Stadt Wien verpflichtet.

Angeheuert wurde Jakoubek von der damaligen Wiener Finanzstadträtin Brigitte Ederer als Vertreterin der Wiener Holding, die, neben österreichischen Banken und Versicherungen sowie der japanischen Nomuragruppe, noch 18 Prozent an der WED hält.

"Natürlich braucht man gute Kontakte, wenn man etwas bewegen will", so Jakoubek, der sich gerne im Hintergrund hält, über seine Du-Beziehung zur ehemals einflussreichen Stadtpolitikerin. Bewegen will er einiges, und schnell muss es gehen. Als Marathonläufer mit New York- und Berlinerfahrung besitzt Jakoubek Eigenschaften, die ihm auch als Manager zugute kommen: Ausdauer, Zähigkeit und einen spürbaren Widerwillen gegen häufige Besprechungen, die ein Projekt in die Länge ziehen.

Mit der Stadtentwicklungsholding ist Thomas Jakoubek auch bei der Entstehung des neuen Stadtteils rund um die ehemaligen Schlachthofgründe am Erdberger Mais dabei. Die Max City mit 135.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche ist sein erster Streich, drei weitere Projekte für Büros und Labors sind gerade in der Entwicklung. Für die ehemalige Rinderhalle, die er auch im Visier hat, interessiert sich wiederum Christoph Chorherr: "Ich will dort gemeinsam mit der SPö ein Zentrum für neue Medien machen", zeigt der grüne Technologiefreak Schnittpunkte mit Jakoubek auf.

"Bauen allein war mir zu wenig", schildert Jakoubek seine Motivation, vom Bauingenieurstudium zur Raumplanung zu wechseln und außerdem noch Wirtschaftswissenschaften anzustudieren. Einige Jahre internationale Praxis bei einem österreichischen Baukonzern haben den Marathonmann nach eigenen Angaben gelehrt, worum es im Baugeschäft geht: "Der Knackpunkt ist die Projektoptimierung."

Subscribe to this RSS feed