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Huhn oder Ei

Gibt es Identitätsmanagement aufgrund des natürlichen und notwendigen, wenn nicht sogar geschäftskritischen Bedürfnisses nach Sicherheit oder schafft das Vorhandensein von Identitäten überhaupt erst dieses Bedürfnis? Was war zuerst da? Bedingen sich die beiden Themen oder sind es gleichwertige Bereiche mit einer gewissen Schnittmenge?

Wenn von IT-Sicherheit die Rede ist, sind oftmals die klassischen Bemühungen gemeint, etwas Schützenswertes, seien es nun Daten, Dinge oder Menschen, vor dem Zugriff Dritter zu bewahren. Meist wird zu diesem Zwecke eine Mauer, neudeutsch Firewall, gebaut, mit mehr oder weniger großem Erfolg, wie die Statistiken der Virenangriffe belegen. Aber: In den seltensten Fällen ist es ein Schutz um seiner selbst willen - meist will man das geschützte Gut auch weiter verwenden, vorzeigen oder ähnliches. Wobei “man\" in diesem Fall die Personenzahl beschreibt, die das auch tatsächlich darf. Es muss also in dieser Mauer irgendwo eine Tür geben, die sich mit Passwörtern, den modernen “Sesam-öffne-Dich\"-Lösungen, aufschließen lässt. Und damit wären wir schon bei Identitätsmanagement. Denn genau darum geht es: Den richtigen Personen zur richtigen Zeit den Zugriff auf die richtigen Systeme, Ressourcen und Daten zu ermöglichen.

Dabei ist Identitätsmanagement noch weit mehr als die Tür in der Mauer. Es geht nicht nur um Sicherheitsaspekte, sondern auch darum, Kosten und Komplexität zu reduzieren, Compliance-Richtlinien einzuhalten und vieles mehr: um Management und Verwaltung von Systemen und die Automatisierung von Prozessen, beispielsweise für die überwachung und Protokollierung von Events. Abgesehen davon, dass die Verwaltung von Identitäten oder der Wunsch danach schon uralt ist, befinden wir uns nach der IT-Zeitrechnung derzeit in der dritten Generation von Identitätsmanagement. Die erste Generation stand ganz im Zeichen einer einfachen Zugangskontrolle zu Systemen und Ressourcen. Die zweite Generation konzentrierte sich auf Sicherheits-Tokens und Single-Sign-On für Rechenzentren, auf das Management von Verzeichnisdiensten sowie auf Metaverzeichnisdienste für die Daten-Synchronisation. In der aktuellen, dritten Generation, geht es vorwiegend um Rollen und Rechte sowie um Genehmigungsprozesse und deren Dokumentation - also um das Management von Prozessen und gleichzeitig auch wieder um die Lösung von Sicherheitsherausforderungen durch definierte Rollen und Rechte. Jeder kann gemäß seiner Rolle auf Unterlagen und Systeme zugreifen. Die nicht zu unterschätzenden Gefahren, die den Unternehmen von Seiten der eigenen Mitarbeiter drohen, werden damit minimiert.

Die Nachfrage nach IT-Sicherheit entstand traditionell aus dem Bedürfnis heraus, die internen Daten vor Zugriff bzw. Angriffen von außen zu schützen - zu diesem Zweck wurden Virenschutz und Firewalls entwickelt. Hinter einer Firewall fühlte man sich in der Vergangenheit sicher vor Angriffen. Das hat sich mit der öffnung der Systeme für Telearbeiter sowie für externe Nutzer drastisch geändert. Aber das ist nicht die einzige Gefahr. Ein Großteil der Angriffe geht von eigenen Mitarbeiten aus. Identitätsmanagement entwickelte sich aus der Anforderung heraus, die Nutzer interner Systeme effizient zu verwalten. Durch die Flexibilisierung der IT erkennt man heute, dass Identitätsmanagement einige der neuen Sicherheits-Herausforderungen lösen kann, unter anderem Compliance-Anforderungen. Den Sesam-öffne-Dich-Schlüssel braucht man trotzdem noch, aber zusätzlich wird nun genau darauf geachtet, wer eine Kopie von was zu welchem Zweck erhält.

Unabhängig davon, ob nun das Huhn oder das Ei, also Identitätsmanagment oder IT-Sicherheit zuerst da waren: IT-Sicherheit ist eine der großen Herausforderungen der heutigen Zeit und Identitätsmanagement ein essentieller Teil der Lösung.

Gibt es Identitätsmanagement aufgrund des natürlichen und notwendigen, wenn nicht sogar geschäftskritischen Bedürfnisses nach Sicherheit oder schafft das Vorhandensein von Identitäten überhaupt erst dieses Bedürfnis? Was war zuerst da? Bedingen sich die beiden Themen oder sind es gleichwertige Bereiche mit einer gewissen Schnittmenge?

Wenn von IT-Sicherheit die Rede ist, sind oftmals die klassischen Bemühungen gemeint, etwas Schützenswertes, seien es nun Daten, Dinge oder Menschen, vor dem Zugriff Dritter zu bewahren. Meist wird zu diesem Zwecke eine Mauer, neudeutsch Firewall, gebaut, mit mehr oder weniger großem Erfolg, wie die Statistiken der Virenangriffe belegen. Aber: In den seltensten Fällen ist es ein Schutz um seiner selbst willen - meist will man das geschützte Gut auch weiter verwenden, vorzeigen oder ähnliches. Wobei “man\" in diesem Fall die Personenzahl beschreibt, die das auch tatsächlich darf. Es muss also in dieser Mauer irgendwo eine Tür geben, die sich mit Passwörtern, den modernen “Sesam-öffne-Dich\"-Lösungen, aufschließen lässt. Und damit wären wir schon bei Identitätsmanagement. Denn genau darum geht es: Den richtigen Personen zur richtigen Zeit den Zugriff auf die richtigen Systeme, Ressourcen und Daten zu ermöglichen.

Dabei ist Identitätsmanagement noch weit mehr als die Tür in der Mauer. Es geht nicht nur um Sicherheitsaspekte, sondern auch darum, Kosten und Komplexität zu reduzieren, Compliance-Richtlinien einzuhalten und vieles mehr: um Management und Verwaltung von Systemen und die Automatisierung von Prozessen, beispielsweise für die überwachung und Protokollierung von Events. Abgesehen davon, dass die Verwaltung von Identitäten oder der Wunsch danach schon uralt ist, befinden wir uns nach der IT-Zeitrechnung derzeit in der dritten Generation von Identitätsmanagement. Die erste Generation stand ganz im Zeichen einer einfachen Zugangskontrolle zu Systemen und Ressourcen. Die zweite Generation konzentrierte sich auf Sicherheits-Tokens und Single-Sign-On für Rechenzentren, auf das Management von Verzeichnisdiensten sowie auf Metaverzeichnisdienste für die Daten-Synchronisation. In der aktuellen, dritten Generation, geht es vorwiegend um Rollen und Rechte sowie um Genehmigungsprozesse und deren Dokumentation - also um das Management von Prozessen und gleichzeitig auch wieder um die Lösung von Sicherheitsherausforderungen durch definierte Rollen und Rechte. Jeder kann gemäß seiner Rolle auf Unterlagen und Systeme zugreifen. Die nicht zu unterschätzenden Gefahren, die den Unternehmen von Seiten der eigenen Mitarbeiter drohen, werden damit minimiert.

Die Nachfrage nach IT-Sicherheit entstand traditionell aus dem Bedürfnis heraus, die internen Daten vor Zugriff bzw. Angriffen von außen zu schützen - zu diesem Zweck wurden Virenschutz und Firewalls entwickelt. Hinter einer Firewall fühlte man sich in der Vergangenheit sicher vor Angriffen. Das hat sich mit der öffnung der Systeme für Telearbeiter sowie für externe Nutzer drastisch geändert. Aber das ist nicht die einzige Gefahr. Ein Großteil der Angriffe geht von eigenen Mitarbeiten aus. Identitätsmanagement entwickelte sich aus der Anforderung heraus, die Nutzer interner Systeme effizient zu verwalten. Durch die Flexibilisierung der IT erkennt man heute, dass Identitätsmanagement einige der neuen Sicherheits-Herausforderungen lösen kann, unter anderem Compliance-Anforderungen. Den Sesam-öffne-Dich-Schlüssel braucht man trotzdem noch, aber zusätzlich wird nun genau darauf geachtet, wer eine Kopie von was zu welchem Zweck erhält.

Unabhängig davon, ob nun das Huhn oder das Ei, also Identitätsmanagment oder IT-Sicherheit zuerst da waren: IT-Sicherheit ist eine der großen Herausforderungen der heutigen Zeit und Identitätsmanagement ein essentieller Teil der Lösung.

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»Müssen das Auto unter Kontrolle bringen«

Report: Sie gelten als großer Kritiker der aktuellen Verkehrspolitik. Was läuft Ihrer Ansicht nach falsch?
Hermann Knoflacher: Das ganze System der Verkehrsplanung basiert auf Annahmen. Das beginnt schon bei der idealen Breite einer Fahrspur. Wissenschaftliche Erkenntnisse fließen kaum ein. Es handelt sich um eine Zunft, die sehr stark ideologisch geprägt ist. Die Politiker schaffen Probleme, die sie vorgeben zu lösen. Es ist, wie wenn jemand öl ins Feuer gießt, um es zu löschen. ähnlich klug ist es, einen Stau mit zusätzlichen Fahrstreifen zu behandeln.

Jetzt ist es aber so, dass die Autos vorhanden sind. Und diese Autos brauchen eine Infrastruktur, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Es kommt darauf an, wo diese Punkte sind. Wenn Punkt A mein Wohnzimmer ist, Punkt B mein Badezimmer und dazwischen liegen fünf Kilometer, dann brauche ich ein Hochgeschwindigkeitssystem in meiner Wohnung. Das ist absurd, aber genau das passiert im modernen Städtebau. Was in den eigenen vier Wänden als undenkbar gilt, wird in der Verkehrspolitik als Fortschritt verkauft. Statt zum Greißler ums Eck fährt man ins Shoppingcenter am Stadtrand, die Sozialkontakte finden nicht mehr im Umfeld des eigenen Zuhauses statt und der Urlaub wird am anderen Ende der Welt verbracht. Das kostet eine Menge Geld, macht die Menschen aber nicht zwangsläufig glücklicher.

Ist es nicht illusorisch, in einer Großstadt sämtliche Punkte B in unmittelbarer Nähe zu haben?
Es kommt auf die richtige Dosierung an. Schon Paracelsus hat gesagt, dass alles Gift ist, es kommt nur auf die Dosis an. Die Dosis, die heute verabreicht wird, ist absolut tödlich. Außerdem gibt es ja ein öffentliches Verkehrssystem.

Ist das öffentliche Verkehrssystem in Wien ausreichend, um den Individualverkehr einzudämmen?
Das öffentliche Verkehrsnetz in Wien funktioniert ganz gut. In den inneren Bezirken ist man heute mit dem Auto schneller unterwegs als vor 30 Jahren, weil weniger fahren - ganz einfach dadurch, dass wir Parkplätze weggenommen haben. Dem öffentlichen Verkehr wurde klarer Vorrang eingeräumt, ebenso dem Radverkehr und den Fußgängerzonen. Damit haben wir heute deutlich mehr Mobilität in der Stadt.

Wo sehen Sie dann die Wurzel des übels?
Die Wurzel ist das fehlende Verständnis der Leute, die sich mit dem Problem beschäftigen. Dass in der Verkehrspolitik einiges falsch läuft, kann man ja sehen. Denken Sie an die sterbenden Innenstädte oder den Abzug der Bevölkerung aus den Städten. In den fünfziger und sechziger Jahren sind die Dörfer zerfallen, auch das ging Hand in Hand mit der Mobilität. Viele Fehler, die in der Vergangenheit passiert sind, passieren heute auch noch.

Welche Fehler sind das?
Zum Beispiel die Wiener Außenring-Schnellstraße. Diese Schaffung von überkapazitäten hat genau den gegenteiligen Effekt. Damit lassen sich die Leute in einem Stau einfangen, der sie ja selber sind. Diese Falle ist dadurch entstanden, dass zu viele Verkehrsflächen angeboten werden. Ein mehr an Straßen bedeutet immer auch ein Mehr an Staus. Dort, wo wenig Verkehrsflächen angeboten werden, gibt es auch keine Staus. Wir haben rund 70 Prozent überkapazitäten. Das heißt, wir könnten rund die Hälfte der Straßen abreißen.

Die Politik wählt den umgekehrten Weg. Bis 2010 sollen elf Milliarden in den Ausbau der Schienen- und Straßeninfrastruktur investiert werden ...
Das ist überhaupt ein Wahnsinn. Nehmen Sie nur den Koralmtunnel als Beispiel. Der verfügt über ein Gesamtpotenzial von 1000 bis 1200 Fahrten täglich. Wir würden aber 41.000 Fahrten täglich brauchen, um die Investitionen wirtschaftlich vertreten zu können. Außerdem wird österreich bei Fertigstellung des Tunnels längst umfahren sein. Hier ist die Verkehrspolitik eindeutig von der Tunnelbauindustrie beherrscht.

Welche Investitionen würden Ihrer Ansicht nach Sinn machen?
Der Schienenausbau muss in die Fläche gehen. Eine Konzentration auf die Hauptstrecken ist zu wenig, auch die Nebenstrecken müssen ausgebaut werden. Die Intervalle der Zugverbindungen müssen auch in entlegenen Gegenden deutlich verbessert werden. Zudem muss der Bus als Zubringer und nicht als Konkurrenz betrachtet werden. Parallel dazu muss die Parkraumbewirtschaftung verstärkt werden und auch die Raumordnung muss einem neuen Verkehrskonzept folgen. Es darf nicht sein, dass sich immer mehr Gewerbebetriebe abseits der Schiene ansiedeln. In erster Linie geht es aber darum, das Auto unter Kontrolle zu bringen. Es geht um eine Angebotsverknappung. Solange Straßen gebaut werden, werden die Leute darauf fahren. Je mehr Straßen es gibt, desto mehr Verkehr gibt es.

Wo kann man den Hebel noch ansetzen?
Ansetzen muss man dort, wo es am besten wirkt. Das ist bei den Parkplätzen. Jeder, der vor seiner Haustüre einen Parkplatz hat, wird von der öffentlichen Hand mit 300 bis 400 Euro pro Monat subventioniert. Wenn man diese Subventionen streicht, ist das Problem sofort gelöst. Gleichzeitig muss man den Leuten aber Parkmöglichkeiten am Stadtrand oder in Garagen anbieten. Die logische Folge wäre eine Hinwendung zum öffentlichen Verkehr und eine Rückkehr der Wirtschaft in die Innenstädte. Was wir jetzt sehen ist ja eine enorme Wettbewerbsverzerrung. Während die Einkaufszentren am Stadtrand Gratisparkplätze zur Verfügung stellen, haben die Innenstadtgeschäfte mit Parkgebühren zu kämpfen.

Sie verfolgen sehr visionäre Ansätze. Glauben Sie tatsächlich, dass sich diese Konzepte in naher Zukunft verwirklichen lassen?
Jetzt reden Sie wie ein Politiker. Als ich das Radwegekonzept für Wien entworfen habe, hat es ähnliche Reaktionen gegeben. Wenn Sie jetzt durch Wien gehen, werden Sie sehen, es funktioniert. Auch mein Vorschlag, die Gehsteige vorzuziehen, damit die Leute leichter in die öffis einsteigen können, wurde mit Entsetzen aufgenommen: »Man kann doch den Autos keine Fahrspur wegnehmen.« Das war im Jahr 1975, heute ist es Realität.

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass Ihre Ideen auf viel Widerstand treffen.
Das ist nicht unbedingt schlecht. Dann weiß man, dass man vorne ist, denn nur an der Spitze gibt es Gegenwind. Mein Vorteil ist, dass ich nur Ideen äußere, die wissenschaftlich abgesichert sind. Ich kann es mir gar nicht leisten, Ideen zu haben, die auf ideologischen überlegungen oder persönlichen Befindlichkeiten basieren. Bei meinen Kritikern ist das anders. Deren Argumente und Ideen sind sehr oft ideologisch motiviert.

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Die Sieger in Vorarlberg

Die besten E-Business- und E-Government-Projekte in Vorarlberg stehen fest. Staatssekretärin Heidrun Silhavy verlieh am 12. September im Rahmen einer Abendgala im Lustenauer Competence Center Rheintal die Auszeichnung \"ebiz egovernment award 2007“ für die schlagkräftigsten und innovativsten Branchenlösungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Platz eins im Ländle ging an das Amt der Landeshauptstadt Bregenz für die Lösung \"Duale Zustellung Vorarlberg (DZV)“, das in Partnerschaft mit hpc dual und Gemeindeinformatik Vorarlberg umgesetzt wurde. In dem Pilotprojekt können Vorschreibungen der Behörde auf Wunsch elektronisch versendet und vom Empfänger wie eine E-Mail weltweit rund um die Uhr online abgerufen werden. \"Besonders der Bereich E-Government bietet bereits vielfältige neue Möglichkeiten - sowohl für die Bürger als auch für die Wirtschaft“, betonte Heidrun Silhavy, Staatssekretärin für Regionalpolitik und Verwaltungsreform. \"Die Sieger haben gezeigt, dass Innovation und unternehmerischer Geist in allen Bereichen in Vorarlberg zuhause sind.“

Lukas Fetz, IT-Leiter der Stadt Bregenz, sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung der unermüdlichen und engagierten Arbeit aller Beteiligten am Projekt der dualen Zustellung in Vorarlberg. In diesem Projekt läuft erstmals ein typischer Arbeitsprozess im Alltag einer Gemeinde voll elektronisch ab. Der gesamte Workflow von der Vorschreibung über die Zustellung und Zahlung durch die Bürger bis zur Verbuchung läuft medienbruchfrei, voll elektronisch ab. \"Dies ist die Zukunft im Büroalltag und der künftige Kommunikationsweg mit den Bürgern\", bestätigt Ulrich Lenz, Geschäftsführer der Vorarlberger Gemeindeinformatik GmbH. \"Wir sind nun dabei, die Geschäftsprozezze in den Vorarlberger Gemeinden durchzustrukturieren und damit für die übernahme zur elektronischen Arbeit vorzubereiten. Weitere Anwendungen werden in diesem Sinne realisiert werden\", so Lenz.

Den zweiten Platz belegte das Vorarlberger Unternehmen Telesis, das ein GPS-basiertes Informationssystem für Wanderer im Montafon gemeinsam mit internationalen Partnern aufgebaut hat. Rang drei ging an Bodensee-Vorarlberg Tourismus für eine \"Dynamic Packaging“-Lösung für Buchungen und Angebote auf der Website der Bregenzer Festspiele.

Schon zum dritten Mal lobt der Report Verlag mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes den \"ebiz egovernment award“ aus. Der Award richtet sich an Unternehmen in allen Bundesländern, die erkannt haben, mit Hilfe von IT und Web-Lösungen ihr \"Business“ effizient und gewinnbringend fördern zu können. Die drei Vorarlberger Sieger steigen in die Bundesausscheidung auf und treten damit gegen die besten Lösungen aus allen Bundesländern in der Endausscheidung am 16. Oktober in Wien an.

Die Siegerprojekte im überblick:

1. Platz
Amt der Landeshauptstadt Bregenz
Projekt: \"Duale Zustellung Vorarlberg (DZV)“
Um in Zukunft schneller, effizienter und direkter mit ihren Bürgern kommunizieren zu können, wurde durch die Stadt Bregenz in Kooperation mit der Gemeindeinformatik Vorarlberg und der hpc dual im April 2007 das Pilotprojekt \"Duale Zustellung“ mit Unterstützung der Vorarlberger Landesregierung realisiert. Seitdem können Vorschreibungen auf Wunsch elektronisch versendet und vom Empfänger wie eine E-Mail weltweit rund um die Uhr online abgerufen werden. Das Prinzip ist so einfach wie bestechend: Jedes Dokument wird an einen zentralen Zustellserver übergeben. Dieser prüft, welche Empfänger sich zur elektronischen Zustellung angemeldet haben und versendet das Dokument bei positivem Resultat elektronisch. Andernfalls wird das Dokument automatisch über die Druckstraße des Landes Vorarlberg ausgedruckt, kuvertiert und per Post zugestellt.

Die Jury:
\"Die Zukunft von E-Government liegt in der elektronischen Zustellung“
\"Das Projekt ist ein Vorreiter auf diesem Sektor“
\"Maximaler Effekt der Lösung in allen Lebensbereichen“
\"Effizienzsteigerung der Behörden kommt Bürgern und Unternehmen zu Gute“

2. Platz
Telesis Entwicklungs- und Management GmbH
Projekt: \"LOCCATA“
Moderne Kommunikationstechniken für Wanderer im Montafon: Mit dem LOCCATA Projekt nutzt das Montafon erstmalig in Europa Satellitentechnik, um Gäste ausführlich über die Kulturlandschaft und lokalen Besonderheiten in Bild, Text und Ton zu informieren. Die Information erhält der Anwender ortsbezogen über einen Organizer oder sein Mobiltelefon, wenn er sich an einem interessanten Aussichtspunkt oder vor einer Sehenswürdigkeit befindet. Die pilothaften Entwicklungen werden von Montafon Tourismus als strategisches Instrument in der Gästewerbung verwendet. Mit diesem Produkt soll das spielerische Erleben und Lernen angesprochen und vor allem auch jugendliche Gäste für die Region Montafon interessiert werden.

Die Jury:
\"innovativ und zukunftsorientiert“
\"Erste Proponenten einer wachsenden Branche satellitenbasierter Services“
\"junges Team bereits mit Europaerfahrung durch überregionale Partnerschaften“

3. Platz
Bodensee-Vorarlberg Tourismus
Projekt: \"Festspiele nach Maß“ - Dynamic Packaging
Unter dem Titel “Festspiele nach Maß” können sich seit 2007 Besucher der Bregenzer Festspiele ihre Reise an den Bodensee im Internet unter www.bregenzerfestspiele.com nach Wunsch zusammenstellen. Das neue Online-Service macht es möglich Hotel, Festspieltickets und individuelle Programmbausteine flexibel, übersichtlich und in Echtzeit vom Computer aus zu buchen. Das Resultat ist eine deutliche Steigerung der Verkaufszahlen im Bereich der Pauschalangebote rund um die Bregenzer Festspiele.

Die Jury:
\"Beispielhaft kundenorientiertes Vorgehen“
\"Interaktion im E-Tourismus - einfach super“
\"Plattformen Internet für Kundenansprache und Vertrieb optimal genutzt“

Weitere Informationen zu allen nominierten Projekten in Kürze hier.

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Enigma, X-Rays & Co

Enigma, die Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg, ist zum Synonym für moderne Kryptografie geworden. Lange Zeit galt die von der deutschen Wehrmacht im Nachrichtenverkehr eingesetzte Maschine als unknackbar. Die Buchstaben wurden mithilfe von drei Walzen in Chiffren umgewandelt. Die gefunkten Chiffren wurden vom Empfänger aufgenommen und mit einer Enigma gleicher Bauart wieder in Buchstaben übersetzt. Der dazu benötigte Code wurde täglich geändert. Selbst wenn die Kriegsgegner eine Enigma erbeutet hätten, wäre sie ohne die zugehörigen Codes weitgehend wertlos, dachten die Deutschen. Dass es den Alliierten dennoch gelang, in das deutsche Nachrichtensystem einzudringen, ist einem jungen englischen Wissenschafter zu verdanken. Keinem Spion, der aus der Kälte kam, keinem Geheim­agenten im Dienste ihrer Majestät, sondern dem Mathematiker Alan Mathison Turing - einem Grundlagenforscher. Turing wurde bei Kriegsausbruch 1939 für den legendären Bletchley Park verpflichtet, ein geheimes Entschlüsselungszentrum 70 Kilometer nordwestlich von London.
In Bletchley Park versammelten sich Wissenschafter aus den verschiedensten Disziplinen - Historiker, Mathematiker und Sprachwissenschafter, selbst auf das logische Denken genialer Schachspieler wollte die britische Regierung nicht verzichtet. Mit der Praxis, der angewandten Forschung hatten sie nicht viel am Hut, ihr Metier war der Erkenntnisgewinn. Sie alle hatten eine Aufgabe: die deutsche Enigma zu knacken. Um der astronomisch hohen Anzahl von Verschlüsselungsmöglichkeiten Herr zu werden, mussten die Mitarbeiter in Bletchley Park völlig neue Wege beschreiten. Mithilfe seiner Kenntnisse über die mathematischen Grundlagenforschung entwickelte Turing die so genannten »Bombes«. Diese schrankgroßen, elektromechanischen Geräte bestanden aus einer Reihe miteinander gekoppelten Walzen einer erbeuteten Enigma, die die zahlreichen unterschiedlichen Positionen der Walzen rasch durchspielen konnte. Damit legte Turing wichtige Grundlagen für die Entwicklung moderner Computer. Für den Einbruch in den Nachrichtenverkehr der deutschen Kommandoebene wurde ab 1942 der Großrechner »Colossus« entwickelt. Der Vorläufer der heutigen Computer ermöglichte die Entschlüsselung deutscher Fernschreiben innerhalb von nur wenigen Stunden. Dieser Erfolg war für den weiteren Kriegsverlauf zumindest mitentscheidend. Stärke und Standorte deutscher Verbände waren nun ebenso bekannt wie der Verlauf von Nachschublinien. Ohne die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung wäre dieser Erfolg undenkbar gewesen.
ähnliche Beispiele lassen sich für beinahe allen Bereiche des Lebens finden - etwa in der Medizin. Die Entdeckung der Röntgenstrahlen und ihre medizinische Verwendung ist ebenso Ergebnis der Grundlagenforschung wie das Penicillin. Auch die biologische Grundlagenforschung bringt Erkenntnisse über bestimmte Struktur- oder Organisationsprinzipien, die erst viel später ihren Weg in eine technische Umsetzbarkeit finden. Als die ersten Wissenschafter versuchten, die Haut des Hais mit ihren winzig kleinen, schuppenartigen Zähnchen zu verstehen und künstlich herzustellen, hatten sie keine konkrete Verwendung im Sinn. Es ging nur um die Erkenntnis. Erst Jahre später sind die ersten Schwimmstars mit einem Anzug aus künstlicher Haihaut zu Wettbewerben angetreten, um die hydrodynamischen Eigenschaften für sich zu nutzen. Heute werden die Außenwände ganzer Schiffe mit diesem künstlichen Belag überzogen. Nicht aus hydrodynamischen Gründen, sondern um das Schiff vor ungewollten Besiedlern zu schützen.

Theorie versus Praxis
Trotz dieser Erfolge hat es die Grundlagenforschung in der heutigen Zeit nicht leicht. Der Verwertungswahn, der in Industrie, Politik und Wissenschaft immer mehr um sich greift, stellt den reinen Erkenntnisgewinn ins Abseits. Wenn die unmittelbare wirtschaftliche Verwertbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnis an oberster Stelle steht, hat die Grundlagenforschung einen schweren Stand. Das gilt nicht nur für die ökonomisch schwer vermittelbaren Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften, auch der Erkenntnisgewinn in der Naturwissenschaft fristet zunehmend ein Schattendasein.
»Grundlagenforschung ist die Suche nach neuen Erkenntnissen, unabhängig davon, ob und wie das daraus abgeleitete neue Wissen praktisch verwertet werden kann«, so die offizielle Definition, die bei potenziellen Geldgebern für Unruhe sorgt. Warum Geld in etwas investieren, wenn nichts dabei rauskommt? Diese Einstellung mag ökonomisch nachvollziehbar sein, sie ist aber auch äußerst kurzsichtig. Denn es waren immer die Grundlagenforscher, die mit Neugierde, Mut und Ausdauer eine Idee verfolgten und dabei zu neuen Erkenntnissen über Gesellschaft, Erde und Kosmos kamen - und dafür nicht selten angefeindet wurden. Dabei haben viele dieser anfangs als unnütz betrachteten Erkenntnisse unser Leben von Grund auf verändert. Als die dänische Krone dem Astronomen Tycho Brahe im 16. Jahrhundert enorme Ressourcen für ein astronomisches Observatorium zur Verfügung stellte, konnte keiner mit den enormen Auswirkungen auf die Gesellschaft rechnen. Brahes Messungen der Sternpositionen eröffneten in den Händen von Johannes Kepler nicht nur die Tür zur modernen Astronomie und Kosmologie, sondern auch zur Mechanik eines Galileo Galilei und Isaac Newton. Eine äußerst praktische Wissenschaft, ohne die die Gesellschaft von heute nicht denkbar wäre.
Während die angewandte Forschung zielgerichtet nach Problemlösungen sucht, wird der Grundlagenforscher von der Neugierde getrieben, der Neugierde, Unbekanntes zu entdecken und Zusammenhänge zu verstehen. Nicht selten kommt auch der Zufall zu Hilfe, wie etwa bei der Entdeckung der Röntgenstrahlen, der Elektrizität und des Penicillins. Entscheidend ist, dass diese Zufälle richtig erkannt und gedeutet werden. In der Fachsprache nennt man dieses Erkennen und Deuten »Serendipity« - die unerwartete und überraschende Beobachtung, die den Weg zu völlig neuen Erkenntnissen ebnet. So entwickelte sich aus Luigi Galvanis zufälliger Beobachtung der zuckenden Froschschenkel durch intensive Ursachenforschung unser Wissen über den elektrischen Strom. Diese Art von Forschung zu ermöglichen, ist Aufgabe der Politik. »Es ist die Pflicht der öffentlichen Hand, die Grundlagenforschung mit Kapital auszustatten«, sagt auch Peter Kowalski, Sektionschef im Wissenschaftsministerium. Denn auch wenn die Grundlagenforschung nicht immer direkt erfahrbar sei, steckt sie doch überall drinnen.

Tipp: Abenteuer Forschung:
Die neue Dauerausstellung \"Abenteuer Forschung“ im technischen Museum ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Wissenschaftsfonds FWF. Für den FWF ist es nach der \"Erlebniswelt Forschung“, in deren Rahmen Wittgenstein-Preisträger die Bevölkerung über ihre Arbeit informierten und der Konferenz \"Science Impact“ der dritte Schritt, die Grundlagenforschung transparent zu machen. Ziel der Ausstellung ist es, die öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Auf 140 Quadratmetern will die Ausstellung zeigen, wie Grundlagenforschung \"passiert“. Wie aus der Beobachtung von Naturphänomenen oder auch aus reiner Neugierde oder als Antwort auf eine konkrete Problemstellung Ergebnisse entstehen, die immer wieder innovative Meilensteine in verschiedenen Wissensbereichen setzen. Die Kernzielgruppen sind Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und Schulen.

Technisches Museum
Mariahilfer Straße 212
1140 Wien

öffnungszeiten:
Mo - Fr: 9 - 18 Uhr
Sa, So & Feiertage: 10 - 18 Uhr

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Blick nach vorne

»So wie es ist, soll es bleiben«, unterstrich Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer als Eigentümervertreter die Bedeutung und Positionierung des Bundesrechenzentrums (BRZ) anlässlich seines zehnjährigen Bestehens. Die Fortschritte im E-Government haben österreich zum Vorzeigeland gemacht. Dennoch gibt es noch einiges zu tun, bekennt BRZ-Geschäftsführer Roland Jabkowski.

(+) plus: Der Marktanalyst IDC hat kürzlich sein Jahresranking der größten IT-Dienstleister österreichs herausgebracht. Das BRZ hat darin einige Plätze gutgemacht und belegt nun die dritte Position. Was sind die Ursachen für den überraschenden Sprung nach vorne?
Roland Jabkowski: Was Sie hier sehen, ist das Ergebnis einer jahrelangen, steten Entwicklung. Die Bundesrechenzentrums GmbH hat »Rechenzentrum« wohl im Namen und wir verfügen entsprechend über eines der größten Rechenzentren in österreich. Das BRZ ist aber auch IT-Service-Provider: Zwei Drittel unserer Mannschaft, das sind gut 700 Mitarbeiter, sind in System­entwicklung und Systemintegration tätig. Unsere ambitionierte Geschäftstätigkeit hat uns nach Siemens und Raiffeisen Informatik an die dritte Stelle gebracht - noch vor IBM und anderen prominenten Namen am IT-Markt. Es sind wohl unsere Gene, die sich hier bezahlt machen. Auf der einen Seite ist das BRZ Drehscheibe für die österreichische IT-Wirtschaft, auf der anderen Seite sind wir durch unseren Eigentümer, die Republik österreich, stark in der Verwaltung verankert. Und nebenbei gesagt: Die Nummer eins und zwei im Ranking beschäftigen sich ja nicht nur mit Projekten in der Verwaltung, sondern servicieren auch andere Bereiche.

Ich sehe zwei Faktoren für den Erfolg des BRZ: Zum einen hat das Thema Sicherheit für alle unsere Mitarbeiter geschäftskritischen Wert. Mit einem umfassenden Regularium, eigenen Security-Verantwortlichen und einem Informationssicherheits-Managementsystem bieten wir überdurchschnittlich hohe Sicherheitsqualität am Markt. Weiters unterliegen unsere 1.120 Mitarbeiter kraft dem BRZ-Gesetz der Amtsverschwiegenheit, obwohl darunter lediglich fünf Beamte sind. Die Bürger können also darauf vertrauen, dass alles Menschenmögliche für die Sicherheit ihrer Daten getan wird. Der zweite Aspekt unseres Erfolgs ist mir ein besonderes persönliches Anliegen: das BRZ zu einem der serviceorientiertesten IT-Unternehmen österreichs zu wandeln. Mein Motto hier: Dienstleis­tung kommt von Dienen und Leisten. Für Letzteres gibt es eindrucksvolle Beweise - dies traut man uns zweifelsfrei zu. Nun wollen wir auch das Verhalten aller Mitarbeiter und die Kultur des ganzen Unternehmens zum Nutzen für den Kunden formen. Ich bin an dieser Stelle ein sehr ungeduldiger Mensch, weiß aber um die Kraft, die ein solch­ ambitioniertes Ziel erfordert. Das BRZ ist in den letzten Jahren von 500 auf über 1.100 Mitarbeiter gewachsen und birgt in seiner guten Mischung von jungen und älteren, erfahrenen Mitarbeitern ein hohes Leistungspotenzial. Nehmen Sie nur Applikationen her, die wir betreuen: FinanzOnline mit 1,3 Millionen Anwendern, help.gv.at mit monatlich 330.000 Besuchern.

(+) plus: Es gab in der Vergangenheit Diskussionen über die Positionierung zwischen Bund und Wirtschaft, die mit dem Bekenntnis beendet wurden, das BRZ als Serviceerbringer für die Verwaltung zu belassen. Wie viel IT-Wirtschaft steckt im BRZ?
Jabkowski: Die Positionierung ist klar: Das BRZ ist der IKT-Dienstleister für die österreichische Bundesverwaltung. Noch haben wir bei 60 Prozent Marktanteil aber genügend Wettbewerb mit anderen Unternehmen, gegen die wir uns auch verteidigen müssen. Das BRZ ist schließlich ein nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen gegründetes und geführtes Unternehmen - dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Als Quereinsteiger aus der Industrie verfüge ich über 20 Jahre IT-Erfahrung.

Wir messen uns mit dem Mitbewerb auch laufend anhand von Best-Practice-Beispielen und Benchmarks in der Preisgestaltung im Rechenzentrumsbereich und der Projektberatung. 70 Prozent des Umsatzes des BRZ, jährlich mehr als 150 Mio. Euro, gehen übrigens an die IT-Wirtschaft, davon 20 Mio. an kleine und mittlere Betriebe, die für uns viele spezialisierte IT-Dienstleistungen erbringen. Wir werden uns auch weiterhin auf den österreichischen Kernmarkt konzentrieren: die Optimierung der Prozesse in der Verwaltung, kombiniert mit IKT-Unterstützung.

Informationstechnologie und Telekommunikation wachsen zunehmend zusammen. Diese Verschmelzung der Technologien wird für den Anwender etwa dann sichtbar, wenn das Abspielen von Zeugenaussagen für Gerichtsverfahren über das Netzwerk ermöglicht wird oder die Mitarbeiter des Finanz- und des Verkehrsministeriums oder auch im eigenen Haus mit der Telefonanlage über das IP-Netzwerk telefonieren. Das BRZ kann dabei in Gesamtlösungen als Full-Service-Provider auftreten.

(+) plus: Was sind Ihre Zielsetzungen für die nahe Zukunft?
Jabkowski: Es gibt drei strategische Ziele für die Zukunft. Ziel Nummer eins ist der konsequente Ausbau des Marktanteils. Dies­ soll zum Nutzen der österreichischen Bundesverwaltung und IT-Wirtschaft geschehen. Die Verwaltung könnte mit einem höheren Marktanteil des BRZ und folglich weiteren Konsolidierungen in der IT und den Geschäftsprozessen wesentlich mehr Geld einsparen. Dies steht auch nicht im Widerspruch zu dem Erfolg der anderen Marktteilnehmer, sondern würde als Stärkung der IT-Branche insgesamt dienen. Das zweite Ziel ist diesem Weg angelehnt: Wir wollen Generalunternehmer für IKT-Anwendungen der österreichischen Bundesverwaltung sein, um die Servicequalität zu erhöhen und Kosten senken zu können. Und drittens soll das BRZ die Umsetzung einheitlicher organisatorischer und technischer Strategien vorantreiben. Vielfalt und Differenzierung sind zwar schöne Dinge, aber sie kosten. Eine Vereinheitlichung in den Systemen bedeutet aber keineswegs, dass jedes Ressort in der Verwaltung gleich aussehen muss. Die Ressorts sind schließlich autonom und treten nach außen unabhängig auf. Die IT dahinter kann aber, ohne Kulturunterschiede zu berühren, vereinheitlicht werden. Es gibt ja auch am KFZ-Markt verschiedenste Modelle, die sich aber in ihrer zugrundeliegenden Plattform gleichen. Gerade im E-Government sind dieses Zusammenspiel und Interoperabilität zwischen Anwendungen gefordert. Der Weg zum One-Stop-Government, das für den Bürger eine einzige Anlaufstelle für verschiedenste Aufgaben bieten wird, kann nur so beschritten werden. Unterschiedlichste Systeme wären dabei in Wartung zu aufwendig und teuer. Bundeskanzleramt und IKT Board haben aber gezeigt, dass sie als Normgeber die nötigen Standards vorgeben können. Wir müssen diesen klaren Richtlinien dann nur noch folgen und sie umsetzen. Standards im E-Government ermöglichen den flächendeckenden Aufbau und die Umsetzung von hochspezialisierten Skills.

(+) plus: Nun ist der Bund sicherlich kein herkömmlicher Kunde für das BRZ, immerhin ist das Finanzministerium gleichzeitig auch Eigentümer. Wie sehen Sie die Arbeit mit der Verwaltung?
Jabkowski: So etwas wie einen herkömmlichen Kunden gibt es ohnehin nicht. Jeder Kunde ist einzigartig. Wir vergleichen die Bundesverwaltung mit einem Konzern - die alten Stereotypen gibt es hier schon lange nicht mehr. Heute haben wir es mit schnellen, effizienten Strukturen zu tun - mit geringster Einflussnahme des Eigentümers. Ich bin in meiner Funktion als Geschäftsführer des BRZ weitgehend entscheidungsfrei. In so einem Rahmen für dieses Haus arbeiten zu können, macht sehr viel Spaß.

(+) plus: In einem föderalistisch verwalteten Land wie österreich und politisch unterschiedlich vergebenen Ressorts scheint die Vereinheitlichung der Verwaltung aber doch schwierig.
Jabkowski: Keineswegs. Wir haben bereits die Standards für ressortübergreifende Systeme, wie den elektronischen Akt, SAP-Lösungen für den Bund, ein leistungsfähiges Corporate Network Austria oder eine einheitliche Frontend-Lösung für den Bürger wie help.gv.at. Doch leistet sich der Bund heute noch eine dreistellige Anzahl an Webauftritten oder mehrere Rechenzentren. Wie jedes großes Unternehmen aber sollte auch bei der Verwaltung ein Shared-Service-Center im IT-Bereich für Kosteneinsparungen sorgen können. Es wird zwar immer verschiedene politische Zielvorgaben geben, ich bin aber überzeugt, dass eine Harmonisierung im IKT-Bereich möglich ist.

(+) plus: Wo sehen Sie die nächsten Schritte im Bereich E-Government?
Jabkowski: österreich ist den Abdeckungsgrad betreffend bereits Europameis­ter im E-Government. Die Nutzung freilich muss noch schneller, besser und kostengüns­tiger für den Endkunden werden. Wenn etwa bei der Onlineabwicklung von Verwaltungsprozessen real Geld gespart werden kann, sollte dies doch auch an die Nutzer weitergegeben werden. In Bereichen wie dem elektronischen Rechtsverkehr ist die Zusammenarbeit und die Informationspolitik bereits revolutioniert worden. Weiters könnte in Zukunft eine zentrale Rufnummer als eine ideale Ergänzung für Bürger ohne Internetanschluss bei allen Lebensfragen Service leisten. Im Onlinebereich geht die Entwicklung in Richtung vorausgefüllter Formulare, die im Sinne eines E-Government-Services den Bürgern wiederholende Einträge vorwegnehmen. Elektronische Berater auf den Plattformen wiederum könnten dem User einfache und sinnvolle Vorschläge zum jeweilig gefragten Thema machen. Besonders spannend finde ich die Entwicklung im E-Voting. Wir sind gerade dabei, eine Referenzarchitektur für ein fertiges Konzept für die Stimmabgabe bei Wahlen übers Internet zu schaffen. Das BRZ würde sich als ausführende Stelle von E-Voting-Projekten außerordentlich eignen, da das Thema Sicherheit hier natürlich besondere Sensibilität verdient. Als Trust-Center für die E-Card und Rechenzentrum für die Daten zum österreichischen Reisepass wissen wir, wie man mit Datensicherheit umgeht. Weiters sehe ich das BRZ auch im Gesundheitswesen als hervorragenden Anbieter für IT-Lösungen. Das BRZ könnte kraft seines zehnjährigen Erfolgs, bei allen Erfahrungen, die gemacht wurden, hier ebenfalls ein interessanter Know-how-Träger sein.

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Der ORF und die Zeichen der Zeit

Der ORF kommt auch weiterhin nicht zur Ruhe. Nach den personellen und inhaltlichen Differenzen der letzten Wochen, hagelt es nun auch von Seiten des Verbands der Internet Service Provider österreichs (ISPA) Kritik. Den Unmut entfacht hat die Ankündigung der beiden Bewerber für die Generaldirektion des ORF, Monika Lindner und Wolfgang Lorenz, die Online-Direktion des ORF ersatzlos zu streichen.
\"Der ORF hat viel Geld, Steuergeld, zur Verfügung\", sagt ISPA-Generalsekretär Kurt Einzinger, \"damit trägt er aber auch einiges an Verantwortung.\" Es dürfe nicht sein, dass in Zeiten, in denen Themen wie Konvergenz und IPTV immer wichtiger werden, das wichtigste Medium des Landes in die entgegengesetzte Richtung steuert. Damit würde die ohnehin schon ins Hintertreffen geratene Internetentwicklung des Landes weiter gefährdet. Und ISPA-Präsident Georg Chytil ergänzt, dass \"vielmehr die neuen Medien in der operativen Struktur des Leitmediums ORF fest verankert und personell aufgestockt werden müssen, um den Herauforderungen der Zukunft adäquat begegnen zu können\".

Einzinger ist überzeugt, dass die geplante Streichung sachlich nicht zu begründen ist. Es werde von den beiden Bewerbern auch gar nicht versucht. Sie stehe vielmehr inWiderspruch zu den ebenfalls in den Bewerbungen geplanten Erweiterungen derOnline-Aktivitäten. \"Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hierSachthemen auf dem Altar der Personaldebatte geopfert werden,“ so Einzinger. Das habe sich der ORF nicht verdient.

Ob die ISPA den direkten Kontakt zu den beiden Bewerbern suchen wird, ist derzeit noch offen. Vorsorglich wurden aber bereits die Stiftungsräte und der Staatssekretär für Medien, Franz Morak, schriftlich kontaktiert und aufgefordert, \"alles in ihrem Tätigkeitsbereich Mögliche zu tun, dass es auch in der nächsten Generaldirektionsperiode eine Online-Direktion des ORF geben wird\".

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Totlachen

Von Heinz Van Saanen

Die Zahl Sieben war immer schon für Zahlenmystik gut, manchmal lassen sich damit auch historische Entwicklungen einfangen. 1907 wurde Erich Mielke geboren. 1937 verteidigte er als Spanienkämpfer die Freiheit gegen das Franco-Regime. 1947 retteten ihn die SED-Genossen vor einem Mordprozess. 1957 findet er schließlich seine Lebensaufgabe als DDR-Minister für Staatssicherheit. Am 7. November tritt er im Revolutionsjahr 1989 zurück. Als »Stasi-Mielke« war der aufrechte KP-Recke aber schon lang davor eine Legende. Als Schnüffel-Dinosaurier schrieb er Geschichte: Seine Spione verplombten Kopierer, von Schreibmaschinen wurden typografische Profile erstellt, von Staatsfeinden Geruchsproben archiviert. Alles überwachungsmaßnahmen im noblen Dienst der DDR-Staatssicherheit. Im aufgeklärten Westen wurde der gute Erich dafür jahrzehntelang mit Hass, Spott und Häme überschüttet. Und 2007 tritt die EU in seine Fußstapfen. Mit technischen Mitteln, von denen »Stasi-Mielke« nicht einmal geträumt hätte. Am 15. September soll EU-weit die Richtlinie 2006/24/EG umgesetzt sein (siehe Kasten).

Das trockene Kürzel steht für eine umfassende Vorratsdatenspeicherung im gesamten Kommunikationsbereich. Aufgezeichnet wird beispielsweise, wer mit wem wann telefoniert, wer wem wann ein E-Mail schickt, wer sich wann welche Daten im Internet ansieht oder auch herunterlädt. Bei Handy-Kunden wird auch noch der Standort zum Zeitpunkt des Gespräches archiviert. »Stasi-Miel­ke« hätte bei solchen Aussichten wohl feuchte Augen bekommen. Dabei ist die jetzt geltende Richtlinie bereits ein abgeschwächter Kompromiss. Im ersten Furor nach den Terroranschlägen 2005 in London präsentierte der EU-Rat Vorschläge, die direkt aus einem stalinistischen Politbüro stammen könnten - und vom EU-Parlament dankenswerterweise abgelehnt wurden. Aber schon der letztendlich gefundene Kompromiss ist europaweit umstritten. Beim EU-Gerichtshof sind Verfahren anhängig. Datenschützer, Bürgerrechtler und Grüne proben sowieso den Aufstand. Eher neu ist, dass die Ablehnungsfront quer durch alle Schichten der sogenannten gesellschaftlichen Repräsentanten geht.

Breite Ablehnung. Grüne oder Bürgerrechtler könnte man noch als Berufsquerulanten abstempeln. Aber Anwaltsvereinigungen, ärzte, Journalisten und die Telko-Branche? Selbst die Wirtschaftskammer gibt sich kritisch. Hans-Jürgen Pollirer, Bundesspartenobmann der IT-ler und Consulter, beurteilt Forderungen nach einer Fristverlängerung der Datenspeicherung beispielsweise als »wirtschaftsfeindlich«, die positive Entwicklung des Telko-Sektors dürfe durch solche Maßnahmen nicht gefährdet werden. Auch die Telekombranche selbst ist nicht gerade angetan. Nicht nur, dass sie quasi im Auftrag des Staates ihre Kunden präventiv bespitzeln soll, auch die Frage, wie hoch die Kosten sind und wer sie überhaupt tragen soll, ist ungeklärt. Der Entwurf für eine EU-konforme Novelle des Telekomgesetzes liegt zwar seit April dieses Jahres am Tisch, wirklich Klarheit bringt er nicht. »Der Entwurf ist zu wenig bestimmt, um auch nur annähernd eine Kostenabschätzung abzugeben«, äußert sich Telekom-Mann Alexander Kleedorfer. Die Telekom Austria-Group hat auch gleich zwei kritische Stellungnahmen zum laufenden Begutachtungsprozess abgegeben. Der Festnetzbereich wie auch die Mobilkom deponierten ihre Vorbehalte im Infrastrukturministerium. Aber das sind nur zwei Stellungnahmen von insgesamt rund 100 - eine Zahl, die fast rekordverdächtig ist.

Was der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) dem zuständigen Infrastrukturminister Werner Faymann mitgeteilt hat, ist im Detail bekannt. Nach einer kurzen Einleitung mit dem Hinweis, dass der VAT natürlich eine sinnvolle Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus unterstützt, geht der Verband auf sieben Seiten in die Vollen. So sei beispielsweise ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis im Auge zu behalten, das die Relation zwischen der Belastung der Unternehmen und dem erzielbaren Nutzen für die Allgemeinheit wahre. In diesem Zusammenhang wird nicht nur an die wirtschaftliche, sondern auch die technische Machbarkeit erinnert. Was der VAT in wohlgesetzten Worten formuliert, klingt unter der Hand schon ein bisschen anders. »Die Sinnhaftigkeit ist schwer zu verdauen«, redet sich ein Telko-Mann den Frust von der Seele.Die technische Umsetzung wird den Providern sowieso noch zu schaffen machen. Da derzeit nicht wirklich klar ist, wie die Gesetzesnovelle aussehen wird, lassen sich präventive Lösungen oder Schnittstellen nur schwer realisieren. Generell muss die EU-Regelung am 15. September umgesetzt sein. österreich zählt zu den Ländern, denen Brüssel eine verlängerte Galgenfrist bis zum Frühjahr nächsten Jahres eingeräumt hat, dennoch drängt die Zeit.

Die Flut von negativen Stellungnahmen macht es unwahrscheinlich, dass die Novelle im Schnellgang durchgepeitscht wird. Dazu kommt der zunehmende Druck durch die öffentlichkeit. Das ORF-Radio ist beispielsweise über seinen Schatten gesprungen und präsentierte den Hörern das abstrakte Thema in einem Feature. Selbst im tagesaktuellen »Mittagsjournal« waren bereits vereinzelt Sätze zu »Data Retention« und der staatlichen überwachungswut zu hören. Der Datenschützer Hans Zeger von der Arge Daten ist mit Podiumsdiskussionen und Interviews sowieso im Dauereinsatz. Dass eine Gesetzesnovelle auf einem Kunstevent wie der Ars Electronica zerpflückt wird, ist jedoch bemerkenswert. Anfang September beschäftigte sich in Linz die Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter in einem Workshop mit dem Verschwinden der Privatheit. »Goodbye Privacy« lautete das knackige Motto. Fast unnötig zu sagen, dass die RichterInnen den EU-Vorgaben wenig abgewinnen können. »Bislang war ein Grundrechtseingriff die Ausnahme. Jetzt wird er ohne Verdacht zur Regel«, sagte Susanne Reindl-Krauskopf. Die Staaten würden mit dem Ruf nach »totaler Sicherheit« ein im letzten Jahrhundert begrabenes Selbstverständnis aufleben lassen, meinte die Wiener Strafrechtsexpertin. Klaus Steinmaurer, Leiter der Rechtsabteilung von T-Mobile, erinnerte an das Missbrauchspotenzial: »Die sichersten Daten sind immer noch die gelöschten.« Auch welche ungeheuren Datenhalden sich in Zukunft auftürmen werden, lässt eine Zahl erahnen, die Steinmaurer genannt hat. Alleine in Wien speichert T-Mobile nach derzeit gültiger Rechtslage bereits fast 800 Millionen Datensätze im Monat. Derzeit, wohlgemerkt.

Musterknaben und Skeptiker. Weitere Bedenken gibt es im Dutzend. Die Auskunftsverpflichtung der Provider gegenüber Behörden und vor allem der Rechtsgrund dafür sind schwammig, überhaupt unklar ist, welche hoheitlichen Verpflichtungen man den Providern aufbürden kann. Neben der Kostenfrage liegt der Teufel auch im Detail. Wer wird beispielsweise für allfällige Schadenersatzansprüche aus ungerechtfertigter Bespitzelung geradestehen? Selbst dass sich die einflussreiche Lobby der US-Medienindustrie ein Hintertürchen schaffen könnte, um die Kundschaft zu bespitzeln und notfalls auch zu verfolgen, ist nicht gänzlich absurd. Das sind Bedenken, die nicht linke Spinner, sondern der VAT in seiner offiziellen Stellungnahme anklingen lässt. Dass es bei der Novelle hakt, ist auch Werner Faymann klar. Der Infrastrukturminister will für die EU nicht den »Musterknaben« spielen, notfalls lässt er es bei einer verzögerten Umsetzung auf ein Vertragsverletzungsverfahren ankommen. Im Gegensatz zu Faymann ist Minis­ter Günther Platter einer der wenigen Fans von Maßnahmen, die sogar weit über die Data Retention hinausgehen. »Ich lasse die Möglichkeit zur Online-Untersuchung der Computer von Terrorverdächtigen prüfen«, sagt der Innenminister und outet sich so als Fan des »Bundestrojaners«. Und ist damit ganz auf Linie mit seinem konservativen deutschen Ministerkollegen Wolfgang Schäuble. Dass Schäubles Ansichten zwischen Todesstrafe, Generalverdacht und präventiven Strafmaßnahmen zur Verhinderung noch nicht begangener Verbrechen pendeln, ficht Platter nicht an. Auch nicht, dass Schäubles höchst kontroversielle äußerungen Deutschland seit Monaten in Atem halten und Reaktionen auslösen, die überwiegend zwischen Entsetzen und Sprachlosigkeit pendeln.

Ganz wie sein Pendant setzt der österreicher auf mirakulöse Prävention. »Es geht nicht nur darum, Verbrechen aufzuklären, sondern auch von vornherein zu verhindern«, sagte Platter erst Anfang September auf einem Innenministertreffen in Weimar. Wie es um das IT-Verständnis der deutschen Spitzenpolitiker bestellt ist, wurde übrigens kürzlich in der deutschen Variante von »Confetti-TiVi« geoutet. Kinderredakteure befragten Zypries & Co zu einfachen IT-Themen wie E-Mail - und diese blamierten sich bis auf die Knochen. Selbst dem Spiegel war das Spott und Häme wert. So erklärt sich vielleicht auch, warum die deutsche Jus­tizministerin Brigitte Zypries erst kürzlich einen »Hackerparagraphen« in Kraft gesetzt hat, der quasi den Einsatz von Sicherheitstools verbietet. Selbst ein kollektiver Aufschrei der IT-Branche konnte den legistischen Unfug nicht verhindern. Wie Terroristen via Datenspeicherung oder Bundestrojaner gefangen werden sollen, bleibt sowieso unklar. Selbst beim dümms­ten Terroristen oder Mafia-Paten dürfte mittlerweile angekommen sein, wie man solche Maßnahmen mit simplen Mitteln aushebelt. Die Hardcore-Sicherheitsfans haben freilich immer noch eine Chance: Vielleicht lachen sich die bösen Buben ja tot.

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Die Sieger im Burgenland

Die besten E-Business- und E-Government-Projekte im Burgenland stehen fest. Staatssekretärin Heidrun Silhavy verlieh gemeinsam mit Nationalratsabgeordneter Katharina Pfeffer am 18. September im Rahmen einer Abendgala im Schloss Esterházy die Auszeichnung \"ebiz egovernment award 2007“ für die schlagkräftigsten und innovativsten Branchenlösungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Platz eins im Burgenland ging an das Amt der burgenländischen Landesregierung LAD-EDV für die Umsetzungen und Optimierungen im Rahmen des elektronischen Aktes (ELAK). Bei Förderstellen des Landes wurde der Verfahrensablauf - von der Antragstellung, über den Genehmigungsweg bis zur Anweisung der Förderung - durchgängig elektronisch unterstützt. Die Verfahrensabwicklung konnte so auf ein Drittel der ursprünglich benötigten Zeit abgekürzt werden.

Nationalratsabgeordnete Katharina Pfeffer überbrachte die Grüße und Glückwünsche Landeshauptmanns Hans Niessl und betonte die Bedeutung des Faktors IKT für die regionale Wirtschaft und Verwaltung. \"Die nominierten und prämierten Unternehmen sind auch eine Auszeichnung, dass die hier angesiedelten Betriebe erfolgreich und innovativ in unserem Land arbeiten.\" Heidrun Silhavy, Staatssekretärin für Regionalpolitik und Verwaltungsreform, sprach von der Chance für die Verwaltung, mithilfe von E-Government jedem Bürger und jeder Gemeinde gleichermaßen Zugang zu Angebot und Information der verschiedensten behördlichen Anlaufstellen bieten zu können.

Platz zwei ging an den IT-Spezialisten goingsoft für ein Netzwerkprojekt für das pannonische Feriendorf Vila Vita. Dort wurden neben einem Seminarinformationssystem alle Informationen für Gäste des Hauses und ein allumfassendes Clips-on-Demand System integriert. Den dritten Preis hat das Bildungsnetzwerk Burgenland mit seinem Partner Allegris Software verliehen bekommen. Im Projekt \"WEB-AS - digitale Schulverwaltung und Lernmanagement\" wurde mit Hilfe einer webbasierenden Lösung die landesweite Schuladministration mit Content-Management-System und Kommunikationslösungen auf neue Beine gestellt. Ein Verwaltungssystem für 300 Pflichtschulen, 2.000 Lehrer und 20.000 Schüler.

Schon zum dritten Mal lobt der Report Verlag mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes den \"ebiz egovernment award“ aus. Der Award richtet sich an Unternehmen in allen Bundesländern, die erkannt haben, mit Hilfe von IT und Web-Lösungen ihr \"Business“ effizient und gewinnbringend fördern zu können. Die drei Sieger steigen in die Bundesausscheidung auf und treten damit gegen die besten Lösungen aus allen Bundesländern in der Endausscheidung am 16. Oktober in Wien an.

Katharina Pfeffer weiß um eine \"mehrfach hohe Bedeutung\", solcher Veranstaltungen und Auszeichnungen. \"Sie sind Motivation und Ansporn für jedes Unternehmen und die öffentlichkeit hat die Möglichkeit, sich kompetent über neue Entwicklungen und Trends zu informieren.\"

Die Siegerprojekte im überblick:

1. Platz
Amt der burgenländischen Landesregierung LAD-EDV
Projekt: Reorganisation der Förderungsabwicklung und Einführung ELAK bei Arbeitnehmerförderung, Wohnbauförderung und Sportförderung
Jährlich sind seitens des Amtes der Burgenländischen Landesregierung tausende Förderungsansuchen in unterschiedlichen Fachbereichen zu bewältigen. Um den steigenden Anforderungen entsprechen zu können, wurde die Entwicklung einer modernen E-Government-Lösung beschlossen und umgesetzt, die den gesamten Verfahrensablauf - von der Antragstellung, über den Genehmigungsweg bis zur Anweisung der Förderung - durchgängig elektronisch unterstützt. Eine Besonderheit dabei ist die vollständige Einbindung der politischen Entscheidungsträger (Landeshauptmann, Landeshauptmannstellvertreter und Landesräte). Nach elektronischer Freigabe durch den zuständigen politischen Entscheidungsträger werden automatisch die jeweils erforderlichen Prozesse (Genehmigung, Kreditbestätigung und Vidierung) ausgelöst. Trotz ständigen Anstiegs von Förderungsansuchen, ermöglicht der Einsatz dieses neuen Aktenverwaltungssystems, dass alle Burgenländerinnen und Burgenländer noch schneller zu ihren bewilligten Förderungen kommen.

Die Jury:
\"Verfahren gesamtheitlich elektronisch abgebildet“
\"Reduktion der Verfahrensdauer auf ein Drittel“
\"Leitprojekt für Verwaltung“

2. Platz
goingsoft GmbH
Projekt: Vila Vita Pannonia - Internet und Infotainment hautnah am Puls der Natur
Das pannonische Feriendorf Vila Vita verfügt über das fortschrittlichste und zukunftsweisende Informations- und Unterhaltungsprogramm. Nunmehr sind neben einem minutengenauen Seminarinformationssystem alle Informationen für Gäste des Hauses über das hoteleigene Angebot, den Angeboten der Region und ein allumfassendes Clips-on-Demand System integriert. Einerseits wurde die bestehende Verkabelung des Hauses für den plug&play-fähigen High-Speed-Internetzugang verwendet - und keine neuen Kabel verlegt - andererseits dies ohne Störung des laufenden Betriebs installiert. Das Projekt Vila Vita war die Geburtsstunde von \"infotainment professional“ - mitunter eines der Produkte, welches den IT-Spezialisten goingsoft zum technologischen Branchenführer macht.

Die Jury:
\"Mehrwert für Endkunden und Betreiber“
\"Revolutioniert Medium Fernsehen“
\"Vorzeigelösung für Vernetzung und Multimedia in der Touristik“

3. Platz
Bildungsnetzwerk Burgenland
Projekt: WEB-AS - digitale Schulverwaltung und Lernmanagement
Das Bildungsnetzwerk Burgenland hat sich zum Ziel gesetzt, durch Einsatz eines modernen IT-Systems die Schuladministration zu vereinfachen, ein Content Management System aufzubauen und Communication Services zur Verfügung zu stellen. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist dabei die Analyse der administrativen Erfordernisse und deren Optimierung auf die fachlich pädagogischen Requirements und auf die Spezifika des burgenländischen Pflichtschulbereiches. Es werden dabei die vorhandenen pädagogischen Ressourcen ebenso wie die bisherigen Erfahrungen aus dem Verwaltungsbereich optimal genutzt - ein Verwaltungssystem für 300 Pflichtschulen, ca. 2.000 Lehrer und 20.000 Schüler. \"webAS“ ist österreichweit das einzige webbasierte Schulverwaltungsprogramm, das flächendeckend in einem Bundesland in allen VS, HS, PTS und ASO im praktischen Einsatz ist. Im Burgenland sind sämtliche Schulen, Lehrer- und Schülerstammdaten im \"webAS“ vollständig erfasst. Dadurch entfallen für die Schulleitungen beispielsweise die Meldungen an die Landesstatistik der Landesregierung, die die geforderten Daten kumuliert und anonymisiert exportieren kann.

Die Jury:
\"Neue Qualität und Effizienz in der Schuladministration“
\"webbasiert und userfreundlich“
\"allumfassend und abgerundet in ganz Burgenland“

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Wieder dabei

Kaspersky Lab präsentiert auf der wichtigsten IT-Messe österreichs, der ITnT in Wien, seine gesamte Palette an Unternehmensprodukten. Im Fokus stehen neben den im Herbst gestarteten Kaspersky Hosted Security Services die zentral administrierbare Version von Kaspersky Anti-Virus Mobile sowie die Unternehmensversion Kaspersky Anti-Virus für Windows Server Enterprise Edition. Zusammen mit den Partnern a.sys und MSB Mikrocomputer stellt Kaspersky Lab am Stand B0238 in Halle B aus.

\"Unser erklärtes Ziel ist es, im Unternehmensmarkt in österreich unter die Top-3-Anbieter vorzurücken. Die ITnT als wichtigste B2B-Messe in österreich ist für uns daher von großer Bedeutung\", erklärt Axel Diekmann, Geschäftsführer der Kaspersky Labs GmbH. \"Um dieses Ziel zu erreichen, präsentieren wir in diesem Jahr eine umfassende Palette an Produkten und Services, die jedem Unternehmen eine maßgeschneiderte Lösung ermöglichen.\"

Dazu gehören auch die Kaspersky Hosted Security Services, mit denen Kaspersky Lab Sicherheit als Dienstleistung anbietet. Der Unternehmens-Traffic wird über hochverfügbare Rechenzentren von Kaspersky Lab umgeleitet und gereinigt an den Kunden weitergeschickt. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen bietet dieser Service enormes Einsparpotenzial.


GMC Software Technology präsentiert sich in diesem Jahr mit ihren Lösungen für Output Management und Kundenkommunikation in elektronischer und gedruckter Form auf dem Schweizer Gemeinschaftstand, Halle B, Stand B0324.

Zielgruppenorientierte und personalisierte Kundenkommunikation, schnellste Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen, effizienteres Akquise- und Kundenbindungsmanagement stehen für GMC im Mittelpunkt. Es werden dazu Beispiele gezeigt der einzigartigen, konsistenten und benutzerfreundlichen Plattform - PrintNet, die weltweit von Finanz-, Versicherungs- und Telecomunternehmen und vielen weiteren Branchen zur Gestaltung und automatisierten Produktion von Dokumenten, Bankauszügen, Rechnungen und Policen bis hin zu prozessgeführter Geschäftskorrespondenz eingesetzt wird. DocuMatrix, ein österreichischer Softwareentwickler und Dienstleister, der den GMC PrintNet Suite hierzulande vertreibt, wird zusammen mit GMC auf ITnT präsent sein, wo er neben GMC Lösungen sein Software- und Beratungsangebot vorstellen wird.


mobil data präsentiert sich das erste Mal auf der ITnT 2008 und informiert die Besucher direkt am \"Mobility\" Stand A0608. mobil-data hat sich die Reduktion der Komplexität und die Optimierung der Geschäftsprozesse seiner Kunden, durch mobile Lösungen, zum Ziel gesetzt. Die Vereinfachung von Arbeitsabläufen, jederzeitige Verfügbarkeit der Informationen und der Faktor Mensch stehen bei den Lösungen im Vordergrund. Die selbstentwickelte Heartbeat-Technologie, eine mobile Plattform für alle mobilen Unternehmensapplikationen, gewährleistet einen zuverlässigen mobilen Informationsaustausch auf höchstem technischen Niveau.
Der heimische IT-Dienstleister mii präsentiert auf der ITnT 2008 einen Einblick in die spannendsten IT-Themen des Jahres: Von innovativen Portal- und CRM-Lösungen, über neue Unified Communications-Möglichkeiten oder virtuelle Meeting-Szenarien bis hin zu Search Solutions (Informationen auf Knopfdruck) und neue Intelligent Integrated Multimedia Ansätze. mii bietet dazu nicht nur einen ersten Eindruck zu diesen Technologien, sondern auch vielfältige Tools und umfangreiche Beratung rund um den Einsatz dieser Lösungen im Unternehmen. Der mii AG Stand findet sich am Microsoft österreich Stand auf der ITnT, Halle A, Stand A0716.

\"Als innovativer IT-Dienstleister ist es unser Anspruch, sowohl neueste Technologien und ihre Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen, als auch etablierte Lösungen und Produkte zu präsentieren. Damit können wir den Besuchern unseres Standes einen umfassenden Eindruck zu den wichtigsten IT-Themen des Jahres 2008 vermitteln und auch gleich zeigen, in welchen Szenarien sie gewinnbringend eingesetzt werden können“, erklärt mii-Head of Sales Wolfgang Kuzel.


ERP-Interessierte finden proALPHA in Halle A, Stand 0514. Schwerpunkt des diesjährigen Messeauftritts sind neben der Präsentation der ERP-Komplettlösung die Möglichkeiten der Prozessautomation durch Workflows sowie die Integration mit der Zeitwirtschaftslösung tisoware. Unter dem Motto \"Auf das Zusammenspiel kommt es an“ erfahren die Besucher, wie man Informationsflüsse intelligent und ohne Schnittstellen zwischen den Abteilungen von der Konstruktion über die Angebotskalkulation und Arbeitsvorbereitung bis zur Qualitätssicherung und dem Versand organisiert. \"Unsere Erfahrung aus zahlreichen Kundensituationen zeigt, dass gerade im Mittelstand die Möglichkeiten der Prozessautomatisierung mithilfe von Workflows bei weitem noch nicht ausgeschöpft werden“, sagt Mag. Helmuth Rath, Geschäftsführer der proALPHA Software Austria GesmbH. \"Wir haben das Thema daher bewusst in den Vordergrund unseres Messeauftritts gestellt, um dieses Defizit aktiv zu adressieren.“
Im Mittelpunkt des Messeauftritts von Konica Minolta stehen Lösungen - neben Hardware vor allem auch im Softwarebereich: Gemeinsam ist dabei das Ziel der Effizienzsteigerung in Unternehmen mit gedruckten und elektronischen Dokumenten. Im Hardwarebereich durch optimiertes Druck- und Kopierkostencontrolling, im Softwarebereich durch Dokumentenworkflow und eine offene Lösungsarchitektur. Integrierten Lösungen sind dank Open API kaum noch Grenzen gesetzt. Diese auf XML-Technologie basierende offene Entwicklungsschnittstelle ermöglicht es Entwicklern Server-basierte Anwendungen zu erstellen, die auf Konica Minolta bizhub Multifunktionsgeräte zugreifen. Damit eröffnen sich Unternehmen vielfältige Möglichkeiten. Durch die Verbindung zu den Unternehmensservern lässt sich beispielsweise auf das Dokumentenmanagement direkt vom Display des Multifunktionsgeräts zugreifen.

\"Mit diesen innovativen Lösungen unterstützen wir Unternehmen bei der Effizienzsteigerung“, sagt Johannes Bischof, Geschäftsführer von Konica Minolta Business Solutions Austria. Als erster Hersteller von Druck- und Kopiersystemen unterstützt Konica Minolta Windows Vista mit dem Dateiformat XPS (XML Paper Specification). Bei XPS handelt es sich um ein neues elektronisches Dateiformat mit festem Layout, mit dem Dokumentformatierungen beibehalten werden und die Freigabe von Dateien ermöglicht wird. Damit wird es dem Benutzer einfach möglich, Layout und Farbe präzise vom Original auf das gedruckte Dokument zu übertragen. Auf der ITnT zeigt Konica Minolta aktuelle bizhub-Geräte, die XPS unterstützen.

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IT aus der grünen Steckdose

Report: Herr Pruschak, in der Branche üben sich die Hersteller und Dienstleister momentan im Schulterschluss und setzen auf »Green IT«. Man möchte dem steigenden Energieverbrauch Herr werden. Wie sieht das grüne Mascherl der IT wirklich aus?
Wilfried Pruschak: Die derzeit medial vielbeachtete Welle der Green IT wird den herrschenden Klimawandel nicht radikal beeinflussen können. Aus zweierlei Hinsicht: Zum einen ist die Betrachtung des Energieverbrauchs der Hardware zwar lobenswert, doch bleiben Kosteneinsparungen bei einzelnen Geräten wie PC oder Bildschirm unter der Wahrnehmungsgrenze des Verbrauchers. Ein Bewusstsein für das Problem des steigenden Stromverbrauchs ist zweifelsfrei notwendig, es wird aber nicht dezentral entstehen können. Betreiben Sie dagegen 10.000 bis 20.000 Rechner, sieht die Sache ganz anders aus. Bei Rechenzentrumsbetreibern ist der ständige Energieverbrauch bereits ein fixer Teil der Gesamtkosten im Lebenszyklus einer IT-Lösung. Bei einer Stromrechnung von jährlich zwei Millionen Euro Höhe sieht das Einsparungspotenzial bereits völlig anders aus. Aus Umweltschutzgründen aber gibt es etwas weitaus Schlimmeres als die Energieaufnahme der Geräte: den Elektronikschrott, der nicht wiederverarbeitet wird. Hier könnten Pfandverfahren ähnlich wie in der Getränkeindustrie für ein größeres Bewusstsein bei den Nutzern sorgen. Für Unternehmen bedeutet dies die Notwendigkeit eines Umweltmanagementsystems. Regelwerke wie ISO 14000 beschreiben schon seit Jahren den richtigen Umgang und die fach- und umweltgerechteEnt­sorgung von Elektronikteilen und Geräten. In der Diskussion rund um Green IT eröffnen sich aber auch neue Wege: Eine große Hebelwirkung in der Reduktion der Energiekosten wird die wachsende Zentralisierung der Informationstechnologie haben. Es gibt nun nicht nur ökonomische, sondern auch gesellschaftlich gestützte Argumente für IT aus der Steckdose. Denn IT-Services aus einer Hand, vom Spezialisten, erhöhen den Auslastungsgrad bei Geräten. Ein normaler Rechner zuhause wird mit vielleicht 20 bis 30 Prozent Auslastung betrieben - denken Sie an die vielen Stehzeiten oder Anwendungen wie etwa ein Textverarbeitungsprogramm, die nur einen Bruchteil der Prozessorkraft oder des Speichers benötigen. Diese Rechnerleistung könnte nun auch auf einem Fleck gebündelt, optimiert und je nach Bedarf angeboten werden. Und nebenher auch für neue Geschäftsmodelle in der IT sorgen.

Report:: Die Modelle, Ressourcen von Tausenden Rechnern in einem Netzwerk zu bündeln, wurden aber bereits für gescheitert erklärt. Die Verwaltung geografisch verteilter Rechnerkapazitäten hatte sich als zu ineffizient erwiesen.
Pruschak: Verteilte Ressourcen werden stets teurer als zentrale Leistungserbringer wie ein Rechenzentrum sein. Aus diesem Grund wäre für mich das Modell IT aus der Steckdose auch ein klarer Kandidat für einen IT-Dienstleister und Rechenzentrumsbetreiber wie Raiffeisen Informatik. ähnlich wie in der E-Wirtschaft könnte dann auch mit IT-Ressourcen und Rechenleistung gehandelt werden. Das Konsumentenverhalten bei der Energieaufnahme und Nutzung der Computer ist ebenso einschätzbar wie voraussagbare Verbrauchsspitzen in den Stromnetzen. Auch die Energieversorger haben gelernt, effizient und optimiert zu agieren: Kraftwerke laufen in der Regel nicht unter Volllast, in Spitzenzeiten kaufen die Versorger für den erhöhten Energiebedarf im Inland einfach aus dem Ausland ein. Ein global auftretendes Ressourcennetzwerk könnte auch in der IT seine Servicekraft verteilt und flexibel an die Unternehmen oder sogar den Endkunden bringen.

Report: Wie werden solche Services künftig angeboten? Wie sieht Ihre Vision der IT-Steckdose aus?
Pruschak: Der Trend zu zentralen Services in der IT ist bereits mit der Verbreitung von Breitbandanschlüssen und webbasierter Anwendungen zu beobachten. Ich denke, dass wir uns in naher Zukunft nicht mehr mit unzähligen Installation und Lizenzen auf jedem einzelnen Rechner herumschlagen müssen, sondern Büroanwendungen und andere Werkzeuge flexibel im Netz nutzen werden. Wenn der Rechner des Nutzers dann nicht mehr Unmengen an Leistung für Anwendungen benötigt, die ohnehin nur zu einem Bruchteil ausgereizt werden, kommen reale Skaleneffekte zum Tragen. Die wichtigste Software wird der Internetbrowser sein, meinetwegen Google. über diesen kann der User dann jegliche Funktionen nutzen, für die früher stets ein 40-kg-Rucksack vonnöten war. Office-Anwendungen oder auch Bildbearbeitungsprogramme laufen dabei im Hintergrund zentral in einem Rechenzentrum und sind für alle Nutzer flexibel über die Browseroberfläche am Client nutzbar. Der IT-Dienstleister übernimmt die Verwaltung dieser Rechenleistung und aller Anwendungen.Ein Großteil der Computernutzer wäre glücklich, die Instandhaltung der zunehmend komplexeren Geräte nicht mehr selbst unternehmen zu müssen. Der Dienstleister als Spezialist schafft den Umgang mit Ressourcen wesentlich effizienter, der User selbst kann sich wieder auf die Funktionalitäten seiner Werkzeuge konzentrieren. Stellen Sie sich doch einmal folgende Frage: Wollen Sie zuhause einen PC betreiben oder wollen Sie vielmehr dessen Funktionen nutzen? Die Auslagerung der Infrastruktur wird auch im Residential-Bereich ein Riesenthema werden und eine ähnliche Entwicklung beschreiben, wie es IT-Outsourcing für die Unternehmen vor Jahren getan hat. Das Wachstum der Zahl der IT-Bestandteile in den Haushalten - heute benötigt der durchschnittliche PC-User auch Antivirensoftware, eine Firewall, ein Funkmodul für das Drahtlosnetzwerk und vielleicht sogar noch eine externe Speicherplatte - führt regelrecht zu einem Heim-Rechenzentrum. Eine solche, nur wenig konsolidierbare Struktur ist komplex und extrem ineffizient. Schätzungen zufolge benötigen Anwendungen am PC-Desktop gerade einmal acht Prozent der aufgewendeten Energie und Leistung. 92 Prozent gehen ungenutzt verloren.Raiffeisen Informatik könnte der Rechenzentrums- und Infrastrukturprovider für derartige Vertriebskanäle sein. Den Vertrieb selbst werden wir aber im Endkundengeschäft nie machen - dafür sind andere Unternehmen wie etwa Internetprovider besser aufgestellt. Mit unseren Rechenzentren und dem Leitungsnetzwerk können wir alle technischen Komponenten bereitstellen, ein Partner würde dann den flächendeckenden Vertrieb und das Marketing übernehmen.

Report: Mittelfristig gesehen?
Pruschak: Im Gegenteil - solche Modelle sind bereits sehr aktuell. So hatten wir vor kurzem eine Anfrage eines Medienunternehmens, Ressourcen und Infrastruktur für eine Videoplattform - ähnlich YouTube - in österreich bereitzustellen. Wir sprechen hier von Anforderungen von 100, vielleicht 1.000 Terabyte Speicherplatz, die hier benötigt werden. Dazu ist natürlich ein erfahrener IT-Dienstleister mit Rechenzentrum wichtig. In der Tradition unseres Geschäftsauftritts gibt es aber auch bereits bestehende Anwendungen, die wir den Unternehmen und letztlich Endkunden anbieten. Mit unserer Beteiligung am E-Rechnungsanbieter Electronic Bill Presentment und Payment, EBPP, ist Raiffeisen Informatik bereits in die richtige Richtung gestartet. Mit den EBPP-Services können Unternehmen per E-Mail oder auf einer Internetplattform einfach Rechnungsempfänger mit elektronischen Rechnungen versorgen - samt elektronischer Signatur und all den Kostenvorteilen, die ein Wegfall der klassischen Briefpost bringt. Jeder in der Branche ist bezüglich der Entwicklung dieses Themas zuversichtlich. Wir setzen weiter voll auf dieses Momentum.

Report: Sie sprechen die elektronische Signatur an, die zwar bislang ungeahnte Möglichkeiten an Effizienzsteigerung und Einsparungen bringt, dennoch von vielen weitgehend unbeachtet geblieben ist. Ist dies typisch für die neuen Angebote im Netz, auch was E-Government betrifft?
Pruschak: Teilweise ja. österreich hat in der Vergangenheit aber stets bewiesen, IT und E-Business gewinnbringend für sich nutzen zu können. Nicht umsonst sind die heimischen Angebote des E-Government allerorts an vorderster Stelle im Europavergleich zu finden. Was die neuen Möglichkeiten in der Verwaltung aber insgesamt vielleicht weiter vorantreiben könnte, wäre etwa ein Bonus-Malus-System für Bürger und Unternehmen im Umgang mit den Mechanismen in der öffentlichen Verwaltung. E-Government ist zweifelsfrei schon längst zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Allerdings ist es vor allem die Verwaltung selbst, die mit der elektronischen Abwicklung ihrer Prozesse Kosten einspart. Außerhalb, in großen wie kleinen Unternehmen und bei den Bürgern, wird oft aber der Weg des geringsten Widerstands gesucht. Die neuen Services und Möglichkeiten werden nur dann genutzt, wenn es unumgänglich scheint. Dies ist eigentlich sehr menschlich: Veränderungen werden oft mit Argwohn betrachtet. Doch müsste der Wert solcher Veränderungen zu effizienteren Prozessen allen darstellbar sein können - in positivem wie auch negativem Sinne. Hier sind einerseits positive Anreize gefordert, die den Nutzern den neuen elektronischen Weg attraktiv gestalten. Anderseits könnte ein Malus-System für Anreize sorgen, alte, gewohnte Kommunikations- und Dokumentenwege ad acta zu legen. Haben die Nutzer dann genügend Erfahrung mit E-Government, der elektronischen Signatur und anderen Services gemacht, werden sie auch alle Vorteile erkannt haben und dabei bleiben wollen.

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