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Archiv (11315)

»Was bleibt, sind eine Wurstsemmel und ein Bier«

\"RobertDer niederösterreichische Landesinnungsmeister Bau, Robert Jägersberger, spricht im Interview über die Gründe eines sinkenden Bauproduktionswertes, seine Hoffnung auf eine Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung und die Verantwortung der öffentlichen Hand für eine lokale Wertschöpfung.

Von Bernd Affenzeller

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Schnell und dauerhaft

\"MassiveIn den letzten Jahren wurde das Eigenheim aufgrund unsicherer Wirtschaftsverhältnisse und Pensionsfrage zum Traum für viele. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase rückte es in greifbare Nähe: Baugeld war selten so günstig, die Angebotspalette der Fertighausfirmen selten so breit.

Von Alexander Glück

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Videobrille: Ein 28-Zoll-Screen für Handys

Verbunden mit einem Handy, einem tragbaren DVD-Player oder einer Digital-Kamera projiziert das Teleglass die Bilder direkt in das Auge des Users. Dadurch wird ein virtueller Bildschirm geschaffen, der einem realen 28-Zoll-Schirm entspricht, der aus einem Abstand von rund zwei Metern betrachtet wird.

Das System verfügt über einen Schalter, mit dem die Kunden das bevorzugte Auge wählen können, mit dem sie die Videos anschauen. Die Video-Brille projiziert die Bilder entweder in das linke oder das rechte Auge - der Nutzer kann mit dem einen Auge Filme oder Fernsehen anschauen, Textmeldungen lesen oder Bilder betrachten, während das zweite Auge frei bleibt für andere Sinneseindrücke.

Die Londoner Times lobte das Produkt als \"ultimatives Gadget für alle, die gelangweilt in einer Schlange stehen oder zur Arbeit pendeln.\" Laut einem Testbericht der Zeitung sind die durch Teleglass projizierten Bilder überraschend klar und das Auge müsse sich nicht über Gebühr anstrengen, um die Bilder über eine längere Zeit lang anzuschauen.

Teleglass wiegt nur fünf Gramm und wird einfach auf eine normale Brille aufgesetzt. Eingebaut in das System ist ein winziges Display von 0,24 Zoll Diagonale, das vom US-Produzenten Kopin stammt und neben einer hohen Auflösung mit einem äußerst geringen Energieverbrauch aufwarten soll. Der Preis für das Komplett-System wurde vorläufig nicht bekannt gegeben.

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Neue Werbung

Ein neues Online-Marketing-Tool nutzt für die Anwerbung neuer Kunden die wirksamste Form der Werbung: die Mundpropaganda. Der Webservice \"Friendshop\" des Wiener Softwareentwicklers Bernhard Morawetz ermöglicht allerlei nette Dinge für kontaktfreudige, junge Zielgruppen. Kunden, die an Belohnungssystemen à la Tupperware-Partys partizipieren wollen, können als \"Scouts\" an den Umsätzen angeworbener Kunden variabel mitverdienen.

Doch sei Friendshop auf keinen Fall Pyramidenspiel, sagt Morawetz (der übrigens auch daran Schuld ist, das bei einigen Online-Medien interaktive Stadtpläne Wiens zu finden sind). Scouts würden lediglich von den Einkäufen direkt angeworbener Kunden profitieren. Ein Abcashen über mehrere Generationen hinweg (das ohnehin nur für die wenigsten jemals funktioniert) wird bewusst ausgeklammert. Trotzdem ist damit das Marketingziel dieser Vertriebslösung erreicht: Für den Anbieter respektive Friendshop-Betreiber sind dann höhere Umsätze durch die Kundenbindung und durch - Eigeninitiative der Kundschaft scheinbar automatische - Kundenvermehrung fast schon garantiert.

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IT-Falle Basel II

Dass die Bestimmungen von Basel II unausweichlich im Kommen sind, ist kein Geheimnis mehr. Die neuen Ratingmechanismen der Banken werden ab 2007 offiziell zu greifen beginnen, in Wirklichkeit läuft die Vorbereitung bei den Kreditinstituten intern schon seit Jahren. Für die Unternehmen tickt die Basel-II-Uhr also unerbittlich, trotzdem sieht es mit dem Bewusstsein fallweise düster aus. »Vor allem KMU haben noch immer deutliche Informationsdefizite«, stellt beispielsweise Wirtschaftskammerexperte Erich Kühnelt fest. Das könnte sich schnell ändern. Der Kreditsektor hängt die Finanzierungslatte deutlich höher, spätestens dadurch bedingte Liquiditätslücken dürften den Umdenkprozess beschleunigen. Bei den Informationen rund um Basel II gibt es einige Konstanten: Um bei der Hausbank eine Kreditlinie loszueisen, zu behalten oder die Konditionen zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlechtern, muss man seinen Betreuer vor allem von »harten« Faktoren überzeugen. Killerargumente sind eine ausgefeilte Finanzplanung, Bilanzkennzahlen oder bestechende Eigenkapitalquoten. »Der Gedanke des Shareholder-Value zwingt die Institute halt zur Risikominierung und Ertragsmaximierung«, sagt Kammer-Mann Kühnelt. Noch sind die harten Faktoren die Kristallisationspunkte dieser Entwicklung. Ob die Banken auch weiche Faktoren nützen werden, um ihre Risiken weiter zu minimieren und die Eintrittshürden der Kreditvergabe zu erhöhen, ist noch nicht ganz ausgemacht. Der Baseler Ausschuss hat als weiteres Kriterium das operationale Risiko definiert (siehe Kasten). Darunter werden beispielsweise Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Feuersbrünste, Terroranschläge, Gebäudesanierungen wegen Umweltauflagen, Beschlagnahmen durch die Regierung, Regulierungsrisiken und menschliches Versagen subsumiert, um nur einige Beispiele zu nennen. Als kleine Kostenbombe für den Durchschnittsbetrieb könnte sich jedoch der Risikofaktor »interne Prozesse und Systeme« - vulgo Unternehmens-EDV - erweisen. Die Einschätzungen über die zukünftigen Konsequenzen fallen je nach Sichtweise höchst unterschiedlich aus. »Solche Fragen sind im Zusammenhang mit Ratinggesprächen schon ein paar Mal aufgetaucht«, konzediert Kammer-Mann Kühnelt. Der Kreditsektor hätte freilich weder das Know-how noch die Kapazitäten, sich dieser Fragen selbst anzunehmen. Was dieser aber auch gar nicht will, folgt man anderen Aussagen. »Es ist den Banken unangenehm, die Kunden auf IT-Risiken hinzuweisen«, sagt Hannes Lubich, Ex-Banker und heute Security-Spezialist der Schweizer Tochter von Computer Associates. Auch in der Emmentalerrepublik seien die Banken zum Schluss gekommen, dass externe Revisionen herangezogen werden müssen, weil intern noch einiges »handgestrickt« läuft. »Dabei sind die Schweizer noch weiter als ihre deutschen Kollegen«, wie Lubich meint. Bereits ab 2006 müssen die Banken selbst baselfit sein. Dabei herrscht selbst bei den Deutschen in Sachen IT & Basel schon einiges an Bewegung. »Die Nachfrage nach zertifizierten IT-Revisionen zieht bereits deutlich an«, beobachtet Günther Siebenbrunner, Boss der ACP IT Finanzierung und berichtet dabei aus erster Hand. Das österreichische Systemhaus ACP ist auch in Deutschland mit einer Tochter vertreten. »Hier sind auch schon Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater angehalten, die Bilanz auch aus der Sicht der IT-Betriebssicherheit zu testieren«, so Siebenbrunner.
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Software für die Massen

Der Fuhrpark und das Zeitpersonal sind geleast, das Büro gemietet, die Buchhaltung und das Controlling durch den externen Steuerberater ersetzt. Was bei »echten« Werten und harter Ware längst gängig ist, muss sich bei Software - dem virtuellsten Gut schlechthin - erst auf breiter Front durchsetzen. Vor allem im KMU-Bereich haben Mietsoftware, Application Service Providing (ASP) oder Lifecycle-Management den klassischen Lizenzkauf noch nicht abgelöst - und ihren Marktzenit noch vor sich. Ein Umdenken zeichnet sich jedoch bereits ab. »Das Mieten von Software wird auch in österreich immer beliebter«, diagnostiziert Thomas Lutz, Unternehmenssprecher des Marktleaders Microsoft.
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Wie ein Handwerksbetrieb

Der Internetprovider yc net:works zeichnet sich nicht nur durch seine eigentümliche Schreibweise aus. Die Mannschaft um die Gründer und Geschäftsführer Martin Fluch, Markus Acs und Wolf Wiedermann ist gerade mal 25 Mitarbeiter groß - ein kleiner Fisch im Vergleich zu den großen Playern in der Internet-Service-Provider-Szene. Doch winkt Wolf Wiedermann bei Vergleichen mit den millionenschweren Erfolgsstorys des Mitbewerbs ab. »Unsere Kunden haben ihren eigenen Businessberater als Ansprechpartner«, versucht er den Erfolg des mittelständischen Providers zu erklären. Den Servicegedanken will sich ycn bei seinen Standorten Eisenstadt und Baden ganz groß an die Wände geschrieben haben. »Die Kunden sind zufrieden, wenn Sie von unserem Callcenter zurückgerufen werden«, übt sich Wiedermann im Understatement.

Dass die Bekenntnis zur Kundennähe nur aufgrund der geringen Unternehmensgröße möglich ist, bestreitet Wiedermann gar nicht. Sorgen bereitet ihm die Konkurrenz aber keine. »Uns macht das Geschäft noch Spaß und wir müssen an niemanden berichten«, sagen die Eigentümer, die das Unternehmen zu gleichen Teilen besitzen. Von einer schmalen Basis aus lässt es sich auch gut wachsen. Im letzten Jahr konnte der Umsatz gleich mal um 25 Prozent gesteigert werden. 2005 ist ähnliches geplant - wenn auch nicht ganz in diesem Ausmaß. Immerhin: mit seinen 5000 ADSL-Kunden, rund 1000 davon sind dezidiert Unternehmen, schreibt ycn Nettogewinne. Auch im Produktbereich beschreiten die ycn-ler scheinbar keinen großartigen Weg. Entbündelt wird aus Prinzip nicht, DSL-Leitungen werden per Wholesaleangebot von der Telekom Austria zugekauft. Man sei nicht Telco, Carrier oder Content-Provider, sondern schlicht und einfach ISP. Einen vollen Bauchladen mit sich zu tragen, mache nur für die ganz großen Provider Sinn, die flächendeckend operieren. »Wir machen Dinge, an denen wir verdienen«, sagt Wiedermann. »Wir wollen nicht nur wachsen, um zu sehen, was passiert, sondern brauchen substanzielle Gewinne, um auch organisatorisch gesund zu bleiben. Wir sind wie ein Handwerksbetrieb«, spielt Wiedermann auf manchen Mitbewerber an, der so rasant in die Höhe schießt, dass zeitweise die Unternehmensorganisation auf der Strecke bleibt.

Doch als reiner Reseller will Wiedermann nicht gesehen werden. Da man bei Infrastrukturpartnern quer durch den Gemüsegarten einkauft, können Leitungen in ganz österreich angeboten werden. Die Ostöstereicher haben trotz Businesskonzentration rund um Wien und dem Burgenland Kunden bis in die Hotelierszene am Arlberg. \"Mundpropaganda“ nennt Wiedermann die beste Werbung für die flexiblen Services bei ycn. Diese sind mitunter teuer als vergleichbare Produkte beim Mitwerb. Doch wissen die Kunden, dass ein guter Service gut 10 oder 100 Euro im Monat mehr wert ist. Und auch der kleine Fisch hat einen veritablen Bauchladen. Da gibt es etwa einen MPLS-Backbone, der allerlei flexible Dienste ermöglicht. Oder DSL-Leitungen, die je nach Bedarf kostengünstig filettiert werden. Mit der TA ist man auf Carrierebene zusammengeschaltet. Bei Tele2UTA wird auf ATM-Ebene eingekauft, die IP-Dienste serviciert Wiedermann für seine Kunden dann selbst. Und zur Zeit wird ein VoIP-Angebot evaluiert.

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