Grund für soziales Netzwerken

Kommunikation 2.0. Auch für Firmen sind soziale Netzwerke wichtig.Facebook, Twitter und Xing – Social Networks sind nicht nur eine schrille Modeerscheinung, ­sondern auch für Unternehmen die Kommunikationsform der Zukunft.

Über die Möglichkeiten von Unternehmen im neuen Netzgefüge wird bereits eifrig diskutiert. Welche Businessmodelle der bekannten und unzähligen weniger bekannten Webservices nun aufgehen werden, ist mehr als ungewiss. Nur wenige Glücksritter haben bereits erfolgreiche Services am Markt etablieren können. Fest steht aber, dass nun die Mauern in der Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden niedergerissen werden. »Unternehmen, die offen kommunizieren und das Feedback Ihrer Kunden suchen, nehmen wesentliche Wettbewerbsvorteile war«, schreibt Georg Chytil, Geschäftsführer des Netzausrüsters next layer, in seinem Weblog. »Web 2.0 ist für uns normalsterbliche Unternehmer aber mehr eine Kulturfrage als ein Businessmodell«, so Chytil weiter. Doch auch er meint: Kultur müsse man als Unternehmen einfach haben.

Vorreiter wie die Raiffeisenbank Lustenau haben den neuen Kundenzugang bereits für sich entdeckt. Raiffeisen-Blogger Andreas Liebhart kennt natürlich die Angst vor Bewertungen oder Reklamationen, die auf diesen Plattformen öffentlich gepostet werden können. »Was aber kann einem Unternehmen Besseres passieren, als Kunden zu haben, die auf Missstände hinweisen und konstruktive Kritik einbringen?«, meint Liebhart. »Das zeigt doch deutlich, dass das Unternehmen seinen Kunden nicht egal ist. Solche Kunden kann sich jede Firma nur wünschen.«

Markus Gabriel, Geschäftsführer der schweizerischen Marketingagentur Angelink, hat einige schlagkräftige Argumente für ein Engagement von Unternehmen in sozialen Netzwerken wie Facebook und auch Twitter oder Xing. Wir bringen einen Auszug aus seinem Leitfaden.

Acht gute Gründe, warum sich Unternehmen in Social-Networking-Plattformen engagieren sollten:

1. Gebot: Sei präsent!
Facebook ist nach Google die mittlerweile zweitgrößte Website der Welt. Jeder dritte Einstieg von Handy, Notebook oder PC ins Internet landet auf der gigantischen Social-Networking-Plattform. Das Webportal ist auch für Unternehmen zu bedeutend, um es zu ignorieren. Und auch verwandte Business-Networking-Plattformen wie Linked­In und Xing wachsen unaufhörlich. Wer morgen noch am Wirtschaftsleben teilhaben möchte, sorgt dort schnell für Präsenz.

2. Gebot: Binde deine Kunden!

Wer über einen eigenen Auftritt im Social-Networking verfügt, darf sich bei einer stets gepflegten Kommunikation auch über Fans freuen. Bei Facebook bilden diese eine aktive Nutzergemeinde, die sich von einem ernst gemeinten Auftritt gerne überzeugen lässt. Wie heißt es so schön: Bestehende Kunden sind die wertvollsten Kunden und meist zufrieden.

3. Gebot: Binde deine Mitarbeiter und Partner!
Auch Mitarbeiter und Partner können ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen über die Vernetzung auf Facebook, Twitter und Co bezeugen. Das schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Loyalität – der Beweis für ein stabiles Geschäft.

4. Gebot: Kommunikation
Wer heute glaubt, er kann sich hinter statischen Visitenkarten im Netz verstecken, ist auf dem Holzweg. Ein ehernes Gesetz des Web 2.0 besagt: Alles, worüber gesprochen werden kann, wird besprochen. Warum also nicht selbst die Zügel in die Hand nehmen und die Themen vorgeben? Wer Fragen schnell und gut beantwortet, kann Gerüchten den Wind aus den Segeln nehmen.

5. Gebot: Nutze jede Marketing­möglichkeit
Ob nun bei Facebook mit einer großen Fangemeinde oder als eifriger Forenteilnehmer bei Xing – das Geld wächst nicht auf den Bäumen und preiswerte Marketingaktionen sind immer willkommen. Bringen Sie sich und Ihren Firmenauftritt ins Gespräch. Die Social-Networking-Aktivitäten bringen den Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Lieferanten die kontaktfreudige und menschliche Seite Ihres Unternehmens näher.

6. Gebot: Spare, wo du kannst
Anders als beim kompletten Aufbau eines Webauftritts fallen relativ geringe Kosten bei einer Präsenz bei Facebook an. Ab einer gewissen Anzahl von Fans kann ein Unternehmen die webadresse www.facebook.com/firmenname selbst definieren. Die Nutzung von Facebook ist für Firmen gratis. Und nebenbei wird Ihre eigentliche Website von Updates und Artikelpflege entlastet.

7. Gebot: Generiere Nutzerströme

Alleine durch die gute Indizierung von Facebook-Seiten durch Google und andere Suchmaschinen kann ein Facebookauftritt Internet-Traffic auf sich ziehen und über Verlinkungen auf die eigentliche Corporate Site lenken.

8. Gebot: Lerne dein Gegenüber kennen
Dank der sozialen Netzwerkportale bildet die an sich anonyme Kundenmasse plötzlich ein interessiertes und mitunter leidenschaftliches Gegenüber. Netzaktive User sind oft eine meinungsbildende Speerspitze der Konsumgesellschaft. Wer ihnen zuhört, kann vieles besser machen. Auswertungsmöglichkeiten zu Beiträgen und Besucherverhalten lassen Kundenströme austesten. Das ist effizienter als jede Straßenbefragung oder Telefonaktion.


Der Platzhirsch
>> Facebook ist eine Website zur Bildung und Unterhaltung sozialer Netzwerke und gehört dem gleichnamigen Unternehmen mit Sitz in Palo Alto, USA. Im Dezember 2009 hatte die Plattform über 350 Millionen Nutzer weltweit. Sie begann als Netzwerkportal für Studenten und ist mittlerweile offen für jeden Nutzer – bis hin zu Unternehmen wie der Raiffeisenbank Lustenau.
Links: www.facebook.com, de-de.facebook.com/raibalustenau

Xing

>> Die in Deutschland gegründete Business-Plattform Xing hieß vormals openBC und lässt ihre Nutzer vorrangig geschäftliche Kontakte zu anderen Personen verwalten. Für bestimmte Funktionen muss eine geringe Gebühr gezahlt werden. Trotzdem zählt Xing bis dato zu einer der wichtigsten Plattformen vor allem in der Technologie- und Marketingwirtschaft. Kernfunktion ist die Darstellung der eigenen Kontakte und weitere Kontaktverzweigungen.
Link: www.xing.com

Twitter

>> Twitter ist ein soziales Netzwerk für die Verbreitung von Kurznachrichten und verlinkten Hinweisen. Angemeldete Benutzer können Nachrichten mit maximal 140 Zeichen Länge eingeben und anderen Benutzern senden. Die Beiträge auf Twitter werden als »Tweets« bezeichnet, die Gefolgschaft der Nachrichtenempfänger »Follower«.
Link: http://twitter.com
Last modified onFreitag, 26 Februar 2010 15:55
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