Bereits kurz nach der Wahl kolportierte der Flurfunk des Finanzministeriums, dass der seit rund einem Jahr verwaiste zweite Geschäftsführerposten des Bundesrechenzentrums (BRZ) mit einer Frau besetzt werden wird. Jetzt ist es offiziell: Christine Billinger, derzeit noch stellvertretende Kabinettchefin von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, wird ab Anfang nächsten Jahres die Agenden einer kaufmännischen Geschäftsführerin übernehmen. Die FPö schoss sich postwendend auf KHG ein und ortete einen »Postenschacher der übelsten Sorte«, da Billinger mit dem Cousin der Exfreundin Grassers verheiratet sei, der wiederum im Oktober zum Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur bestellt worden ist. Abseits von uninteressantem Beziehungskram hat die Nominierung auch andere Facetten. »Billinger ist höchst qualifiziert. Alles ist auf Punkt und Beistrich korrekt abgelaufen«, sagt Manfred Lepuschitz, Pressesprecher des Finanzministeriums. Sie habe sich »natürlich« für den Job beworben, aber auch eine »Nachnominierung sei möglich«. Vor rund einem Jahr gab es im BRZ eine Ausschreibung für die Besetzung der Geschäftsführerposten. Das Verfahren endete mit der Kür von Roland Jabkowski, der zweite Geschäftsführerposten - obwohl ausgeschrieben - blieb unbesetzt. Die FPö stellt nun die Frage, warum Christine Billinger, so sie sich im vergangenen Jahr beworben habe, nicht schon damals zum Zug gekommen sei, und will Fehler im Ausschreibungsverfahren festmachen. Dass eine Dame in die Führungsriege einzieht, ist in österreich leider immer noch viel zu selten und daher höchst begrüßenswert. Bei Frauenanliegen konnte das BRZ übrigens erst im Oktober punkten. Für seine vorbildliche Lehrmädchenförderung bekam der IT-Dienstleister des Bundes vom Verein »Sprungbrett für Mädchen« die »Amazone« verliehen. Die von der Frauenstadträtin Sonja Wehsely überreichte Skulptur wechselt jährlich ihre Farbe ist laut Mitteilung auf BRZ-Webseite heuer »senfgelb«.