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Einmal Weltall und zurück

von Judith Högerl

Der Technologietransfer Weltraum-Erde findet statt und die Nutznießer sind in den meisten Fällen die Automobilindustrie und das Gesundheitswesen.

Die Austrian Aerospace GmbH rüstet weltweit Satelliten mit Elektronik beziehungsweise Mechanik und Thermoisolationen aus. In den Produktionshallen im niederösterreichischen Berndorf werden jährlich rund 100.000 m² Thermoisolation verarbeitet. Bei der Verarbeitung derartiger Mengen gewinnt das zur Weltraumtechnik Saab Ericsson Space zählende Unternehmen Erkenntnisse, von denen auch wir auf der Erde profitieren. \"Vor allem auf dem Gebiet der Tieftemperaturanwendungen in den Bereichen Medizintechnik und Automobiltechnik werden Isolationen benötigt, die ähnliche Anforderungen wie in der Weltraumtechnik zu erfüllen haben\", erläutert Dr. Max Kowatsch, Geschäftsführer der Austrian Aerospace und weiter: \"Während in der Medizintechnik supraleitende Magnete in Magnetresonanz-Diagnosegeräten thermisch isoliert werden, gibt es in der Automobiltechnik vielversprechende Anwendungen bei Autos, die tiefgekühlten, flüssigen Wasserstoff als Treibstoff verwenden.\"

Satelliten sind auf ihrer Reise durch den Weltraum extremen Temperaturschwankungen von mehreren 100 ° C ausgesetzt. Die sensiblen Systeme an Bord benötigen allerdings einen wesentlich kleineren Temperaturbereich von einigen 10 ° C, um einwandfrei zu funktionieren. Die Satelliten werden deshalb mit einer aus bis zu dreißig Lagen metallbedampfter Kunststofffolie aufgebauten maßgeschneiderten Isoliermatte umhüllt.

Antrieb mit Flüssigwasserstoff
Temperaturen von -253 ° C müssen auch die von Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG & Co KG entwickelten Wasserstofftanks aushalten. Die Abteilung Raumfahrt besteht seit 1989 und entwickelte sich in der Zwischenzeit zu einem etablierten Mitglied der Europäischen Raumfahrtindustrie. In Graz werden Subsysteme unterschiedlicher Projekte der ESA (European Space Agency) sowohl designt als auch hergestellt. Ein Produkt, auf das Managing Direktor Dr. Werner Gryksa besonders stolz ist, ist der erwähnte Cryogenic Tank für Automobile, die mit Flüssigwasserstoff betrieben werden. Magna machte sich hier den Technologietransfer aus der Raumfahrt zu Nutze. \"Der Tank entstand mit Hilfe des Wissens, das Magna bei der Entwicklung und Produktion der Cryogenic Versorgunsgleitungen für das Ariane 5 Programm erlangte, wie beispielsweise die hohe Materialbeanspruchung oder die Handhabung von Flüssigwasserstoff\", sagt Gryksa.

Einen Technologietransfer im großen Stil forciert seit Jahren die ESA mit dem \"Technology-Transfer-Program\". Das Programm besteht aus zwei Komponenten, erklärt Fritz Gampe, Senior Technology Transfer Program Officer der ESA: \"Wir betreiben einerseits den Technologie-Transfer im ursprünglichen Sinn und bieten andererseits Jungunternehmern, die eine bestimmte Raumfahrttechnologie selbst zur Marktreife führen wollen, Hilfestellungen - sowohl finanzielle als auch planerische.\"

Kostspieliger Transfer
Das Programm wurde 1991 ins Leben gerufen und gibt das Ziel vor, dass jährlich etwa zwanzig erfolgreiche Transfers abgewickelt werden. So ein Transfer ist aber kein Schnäppchen. \"Die ‚empfangende Seite‘ muss zum Transfer mindestens 40.000 Euro an Eigenmittel beisteuern. Im zweiten Halbjahr 2004 waren das aber immerhin acht Millionen Euro aus allen möglichen Geldquellen plus drei Millionen Euro rein privates Kapital für cirka zehn Transfers\", so Fritz Gampe über die Projektdimensionen.

Technologien und Materialien aus der Raumfahrt werden die irdischen Lebensräume der Menschen revolutionieren, ist Gampe überzeugt und \"Was im Weltraum funktioniert, das funktioniert auch auf der Erde\" lautet sein Credo. Der Weltraum bietet aber nicht nur der Automobil- und Medizintechnik eine Perspektive, sondern auch dem Wohnungsbau - seien es hoch effiziente flexible Solarzellen oder feuerfeste Materialien zum Schutz des Hauses. Ein Projekt des Technology-Transfer-Program rückt dabei in den Vordergrund: das Space House. Es ist kugelförmig, eine der stabilsten Formen die es gibt, und steht auf Stelzen. Die Stelzen isolieren das Space House nicht nur von Erdbeben bis zur Stufe 7, sondern auch vor überschwemmungen von drei Metern Höhe. Die Bewohner im Inneren sind komplett von der Außenwelt abgeschottet, das allerdings nicht wie erwartet mittels meterdicker Stahl- und Betonwände, nein, zum Einsatz sollen ultraleichte Plastikverbundstoffe mit Kohlefasern kommen. Dieses Material schützt auch Satelliten im Weltall vor äußeren Einflüssen.

Die ESA und Fritz Gampe wollen uns das Leben im Space House schmackhaft machen und stimmen die Bauweise der Häuser auf ländertypische Anforderungen ab. Für den Einsatz in österreich betont Gampe die Vorzüge wie die temporäre Installation eines solchen Hauses: \"Das Space House könnte als kleinere Einheit in ökologisch empfindlichen aber minimal-touristisch erschlossenen Gegenden aufgebaut werden. Die Häuser könnten dabei ausschließlich nachhaltige Technologien wie Photovoltaik oder Wasserrecycling verwenden.\" Der Visionär spricht auch davon, Massen-Touristischen Rückbau auf ein ökologisch verträgliches Maß zu ermöglichen, ohne dabei die Einkommen der direkt Betroffenen zu schmälern.

Für Spanien beispielsweise empfiehlt Gampe eine Solar-Vision, da es in Spanien kaum Solararchitektur gebe: \"Mit den Space-House-Solarzellen garantieren wir eine völlig autonome Energieversorgung des jeweiligen Hauses.\" An das Aussehen der Zukunfts-Häuser werden wir uns erst noch gewöhnen müssen. Ebenso an den Preis: eine erste Preisindiktion deutet auf die Machbarkeit eines Verkaufspreises von 3.000 Euro je Quadratmeter hin, allerdings \"mit zumindest einer autonomen Energieversorgung mittels Solarenergie und Erdwärmespeicher in neunzig Metern Tiefe”, wie Gampe betont und weiter: \"In Deutschland soll es in nächster Zeit mit dem Haus wirklich losgehen.\"

Gefragt sind neben Industrie und Medizin auch Kleidungsdesigner, Textilhersteller und Bekleidungsanbieter, die Technologien aus der Raum- und Luftfahrt auf terrestrische Anwendungen übertragen könnten. Hochentwickelte technische Textilien, die unter anderem im Auto- und Flugzeugbau in Verwendung sind, werden zum Beispiel zu Schutz-, Sport- und Freizeitbekleidung verarbeitet. Schwer entflammbar, hitzebeständig, schnittfest, wasserabweisend, antibakteriell oder elektronisch leitfähig, das sind die Eigenschaften der High-Tech-Gewebe. Feuerfeste Materialien sind aber auch im Wohnungsbau gefragt. Weltraumlabore und Forschungsstationen müssen feuerfeste Vorgaben erfüllen und bestehen daher aus feuerfesten Materialien, die auf Phenolsäure basieren. Diese Baustoffe können genauso Häuser auf der Erde schützen.

Die Profiteure
Die Weltraumforschung entwickelt innovative Materialkombinationen und neuartige Verfahren und findet in Zuge dessen auch Wege, diese neuen Techniken für zunächst nicht vorhergesehene Anwendungen im täglichen Leben umzusetzen oder zu adaptieren. Als Spin-Off-Beispiel der Kölner MST Aerospace GmbH kann hier ein Haltungsmonitor genannt werden, der mittels Ultraschalldistanzmessung die Körperhaltung und Bewegung der Wirbelsäule kontinuierlich erfasst. Ausgangspunkt für diese Entwicklung war die Tatsache, dass, obwohl die Wirbelsäue gerade in der Schwerelosigkeit am geringsten belastet wird, zwei Drittel aller Astronauten über Rückenprobleme klagen, so die MST Aerospace.

Die mit Hilfe des Ultraschallmessgerätes gewonnenen Daten seien wichtig, um typische Bewegungsmuster und Haltungen zu erkennen und langfristigen Schäden vorzubeugen. Laut MST Aerospace reicht das Anwendungsspektrum des Gerätes von Sport, Orthopädie und Physiotherapie bis zur ergonomischen Arbeitsplatz- und Sitzplatzgestaltung. Beispielsweise können sich Auto und Autositz so dem Körper des Menschen anpassen, dass es zu keiner erhöhten Belastung der Wirbelsäule und Haltemuskulatur kommt.

Die Technologietransfers führen zu verbesserten Diagnose- und Behandlungsmethoden und bringen Komfort im Alltag. Den beteiligten Industriepartnern erschließen sich durch die Transfers nicht unerhebliche Umsatz- und Kosteneinsparpotenziale.

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Projekte in Licht geschwindigkeit

Glasfaser ist derzeit ein Begriff, der in der Wahrnehmung der öffentlichkeit ähnlich zu verglühen droht, wie es schon einigen Termini zu Dot-com-Zeiten ergangen ist. Datenleitungen über superschnelle Glasfasern sind überall dort gern gesehen, wo Kunden und Investoren das Blaue vom Himmel versprochen wird. Freilich nicht in böser Absicht, denn eines ist gewiss: das Bandbreitenpotenzial einer Fiber-Optics-Leitung geht fast schon ins Mystische. Beschränkungen gibt es lediglich im Multiplexing-Verfahren, um aus einer einzigen Wellenlänge, die zur Datenübertragung nötig ist, Hunderte zu machen. Zwar fahren einige wenige Vorreiter unter den Internetprovidern bereits erste Erfolge mit bescheidenen Nutzerzahlen ein (Analysten schätzen die Gesamtkundenzahl von Fiber-to-the-Home (FTTH)-Kunden in österreich auf derzeit 15.000 - zusammengesetzt aus Kunden der Telekom Austria in Arnoldstein, Infotech in Ried im Innkreis sowie Wienstrom in der Hauptstadt). Doch zehnmal mehr Infrastrukturunternehmen wollen diese Avancen heute noch als Marketinggag abtun. \"Ich kenne keine Technologie, die derzeit Gigabit- oder auch nur 100-Megabit-Leitungen benötigen würde“, kommt Thomas Mann, Geschäftsführer Cybertown, das Kopfschütteln, wenn es um Glasfaserlösungen im Residential-Bereich geht. Dass die Stadt Wien nun als Infrastrukturprovider mit einem eigenen FTTH-Projekt auftritt, ist für Mann noch einigermaßen verständlich. \"Wir brauchen diese Vorreiter“, weiß er. Zudem könne man davon ausgehen, dass sich allgemein der Bandbreitenbedarf in den nächsten fünf bis zehn Jahren gehörig verändern wird. Doch eine Tatsache ist für den IKT-Experten nicht erklärbar: \"Jedes Kupferkabel könnte heute Gigabit-Kapazitäten bis in die Wohnung ermöglichen. Warum setzt man auf teure, umständliche Glasfasern?“

Träume und Visionen. In den Ballungsgebieten ist \"Fiber bis zur Wohnung“ zwar im Kommen, bemerkt auch Robert Grischany, Reichle & De-Massari-Manager und Proponent der Branchenvereinigung \"Verein Intelligentes Wohnen“, doch sei die Installation solcher Netze nicht wirtschaftlich und werde daher vom Endanwender nicht akzeptiert. \"Der Schwenk auf Lichtwellenleitungen wird zwar von Herstellern wie uns herbeigesehnt, wir sehen aber im \"Homewiring\" oder Residential-Bereich künftig eher neue Fasern, die viel robuster sind“, gibt Grischany unumwunden zu. \"Polymer Optical Fiber“ (POF) etwa sei wesentlich leichter zu installieren und \"besser konfektionierbar als Kupfer und LWL zusammen“. Für den Netzwerkexperten bleibt die Vision von \"Fiber-to-the-home“, \"-to-the-desk“ oder gar \"-to-the-bed“ weiter Traum eines Nischenmarktes. Zwar würden bei optimal geplanten Bauprojekten die Leitungsdistanzen zwischen den Netzknoten (Serverräume, Splitter) bekannt sein und vorkonfektionierte Kabel auf der Baustelle nur mehr eingezogen und angesteckt werden müssen, doch Status quo ist diese Situation nicht. \"Bislang musste aus Zeitgründen oft noch werden der Bauzeit vor Endreinigung mit dem Spleißen begonnen werden.“ Das Problem: Spleißgeräte reagieren unangenehm auf Staub und Kälte. Meist ist dann mehrmalige Spleißung zur Erzielung optimaler Ergebnisse nötig. Freilich gibt es heute bereits Werkzeuge, die hier ansetzen: Der Hersteller Dätwyler etwa bietet mit einem Kabelaufteiler samt Schnellverschluss nun die Möglichkeit zu Glasfaserinstallationen ohne Spezialwerkzeug.

Verpackungsproblem. Nicht überall, wo Glas draufsteht, ist auch Glas drinnen. So macht es derzeit kaum Sinn, Glasfaser direkt ins Wohn- oder Arbeitszimmer in Wohnungen respektive bis auf die Schreibtische in den Büros zu ziehen. Ohne entsprechender Netzwerkkarte mit FO-Eingang am PC oder glasfaserkompatiblem Telefon werden die letzten Meter zum Endkunden weiterhin Kupferdomäne bleiben. Auch am Leberberg, Wienstroms erste Spielwiese für das richtungsweisende Breitbandprojekt \"blizznet“, wurden zwar Single-Mode-Fasern zum Kunden gelegt, die in ihrer Kapazität jedem Carrier-Backbone genügen würden. Für die übergabe in den Haushalt war dann aber wieder die Umwandlung in die Kupferwelt nötig. \"Cat5- oder Cat6-Kupferkabel wären ebenso tauglich, künftig Bandbreiten bis in Gigabit-Bereiche zu ermöglichen“, plädiert Thomas Mann für vernünftigere Kostenrechnungen bei Neuverkabelungen. Zumal eine Kupferleitung heute jeder Hauselektriker verlegen könne. \"Das Verlegen eines FO-Kabels ist dagegen Feinmechanik. Diese Werkzeuge bekommt man nicht im Baumarkt.“

Durchaus Sinn machen Glasfaserleitungen aber bei Unternehmen im Enterprisebereich. In der Backboneverbindung einzelner Stockwerke eines Hochhauses etwa. Dort können die Lichtwellenleiter aus Performancegründen und wegen ihrer potenziell besseren Stör- und Abhörsicherheit punkten. Cybertown installierte in mehreren Großprojekten wie der Wienerberg City oder der wohnbaulichen überplattung der Wiener Südosttangente \"Monte Laa“ für mehrere tausend Wohneinheiten Kupferverbindungen, die auf Gebäudeebene in ein Glasfasernetz münden. Ebenso berichtet Mann von einem Spezialprojekt, bei dem unbedingt LWL verlegt werden muss: Im \"Wienerwaldtunnel“, einem Eisenbahntunnel, der für Wildschweine und öBB-Züge den Stadtrand von Wien direkt mit dem Tullnerfeld verbinden wird, sind die Tunnelbohrmaschinen mittels Glasfasertechnologie vernetzt. \"Tief im Berg hängt dann ein IP-Telefon an der Leitung“, erzählt Mann. Nur Glasfaser sei derart gegen elektromagnetische Einflüsse gefeit.

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»Die Unternehmen verstehen«

Zwei gute und eine schlechte Nachricht lassen sich derzeit mit dem deutschen Softwarekonzern SAP verbinden. SAP-Chef Henning Kagermann betonte anlässlich der Kundenmesse »Sapphire 2006« auf dem Pariser Expogelände Porte de Versailles neuerlich, dass der weltgrößte Hersteller von Enterprise-Resource-Software (ERP) nicht zum Verkauf stehe. »Wir sind ein unabhängiges, starkes Unternehmen. Unsere Kunden und Eigentümer wollen uns auch in den nächsten Jahren in dieser Rolle sehen«, heißt es im Jahr zwei nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit Microsoft. Die zweite gute Nachricht vermelden die Deutschen auf Kundenseite: Endlich sind die Vorstände in den Unternehmen nicht nur über die IT-Landschaft in den Firmen informiert - sie sehen diese auch als Eckpfeiler für weiteres Wachstum. Im Erfolgsrezept für die nächsten drei bis fünf Jahre sei der simple Wettlauf um die Produkte am Ausklingen, nun steht allerorts »innovating business« an oberster Stelle. Die Abbildung der Unternehmensprozesse in der IT soll die Systeme flexibilisieren und so die Unternehmen agiler und wendiger gestalten. Kagermann möchte die alten Zeiten, als gut neunzig Prozent der IT-Budgets rein in das Funktionieren bestehender Landschaften gesteckt wurden, abgeschlossen wissen. Fehlten bislang für wahre Innovationen in der IT (und damit gleichbedeutend im Business selbst, so der neue Rang, der der IT verliehen wird) Zeit und Geld, wird nun eine allumfassende Softwareumgebung Datenbanken, ERP-Flüsse und Front-end-Werkzeuge in den Unternehmen verbinden. Die schlechte Nachricht: Bis dahin wird noch so manches Jahr ins Land ziehen.

Mit dem Marktstart von »mySAP ERP 2005«, SAPs ERP-Version modularer, serviceorientierter Architektur (SOA), werden nun noch analytischere Anwendungen zur Entscheidungsunterstützung in den Unternehmen geboten. Die Lösung für die Betriebssteuerung setzt auf die Netweaver-Plattform auf und soll helfen, den mySAP-Zielmarkt zu erweitern. Für Produkt- und Technologievorstand Shai Agassi verlässt Netweaver nun die Technologieecke und wird zur Business-Process-Plattform. »Wir sind damit in der Lage, unsere Kunden mit unserem Applikationsökosystem zu verbinden«, sagt Agassi. über 400 Applikationen sind bereits an Bord des Netweaver-Kreuzers, verschiedenste Industrieplattformen würden damit unterstützt werden. Am Ende des Tages soll aber vor allem eins ermöglicht werden: eine einfache Oberfläche für den Nutzer, ein Front-end, das den intuitiven Zugriff auf Daten und Analysen ermöglicht. Die ERP-Software als »Business Enabler« soll dann jenen Trend einleiten, der heute bereits von der Wirtschaft fix prognostiziert wird. Demnach wird sich ab 2010 der Fokus auf Produktion und Dienstleistungen in vielen Branchen massiv verändern: Bauträger werden keine Gebäude mehr produzieren, sondern gute Nachbarschaften. Werkzeughersteller verkaufen keine Bohrmaschinen mehr, sondern Bohrlöcher. Sprengunternehmen liefern kein Dynamit, sondern Felsbrocken. Der Trend: die Abkehr von Out-of-the-box-Produkten, hin zu Service und Lösungsfindung. Vielerorts müsste die Umgebung dafür aber erst geschaffen werden, mit der Unternehmen dann innovativ den Markt beliefern können, gibt SAP-Chef Henning Kagermann vor. Die Vertikalintegration von IT-Systemen sei hier eine sprichwörtliche Sackgasse, denn: »An dieser Stelle dreht sich alles um Partnerschaften«, setzt der SAP-Professor neuerlich auf das viel zitierte »ökosystem«, um Komplettlösungen für Unternehmen zu ermöglichen. Dazu wird in wenigen Jahren ein Transfer von »managing the enterprise« zu »managing the ecosystem« stattfinden, betonten die SAP-Granden in Paris.Der Information-Worker von morgen ist dabei der Anwender in einer solchen Architektur. Er kann mithilfe seiner Softwarewerkzeuge wesentlich schneller und effizienter auch im Alleingang Entscheidungen fällen. Die Grundidee: Stupide Arbeitsvorgänge, wie etwa das Austragen von Excel-Schlachten, werden mit den ERP-Tools automatisiert und durchgehend vernetzt. Was dem neuen Schreibtischkrieger dann bleibt, sind jene intelligenten Vorgänge, die die Blechlandschaft nicht beherrscht.

Das Beste aus zwei Welten. Die eingeschlagene Richtung von SAP, die Produktivität des Geschäfts mit der Performance des Einzelnen zu verknüpfen, wird nun auch mit zwei handfesten, neuen Produkten dargestellt. Wenn auch die Fusion nicht zustande gekommen ist, Brücken lassen sich zwischen Walldorf und Redmond allemal bauen. Um den Usern der Microsoft-Outlook-Welt ein bequem zugängliches Tor ins SAP-Universum zu öffnen, präsentierte Agassi den ersten Prototypen einer neuen Benutzeroberfläche, die den unterschiedlichen Arbeitsweisen von Mitarbeitern Rechnung tragen soll. Ziel von »Duet« ist es, Geschäftsprozesse und Geschäftsdaten aus mySAP ERP mit Microsoft Office zu verbinden und so eine nahtlos integrierte Arbeitsumgebung zu schaffen. Eigene Registerfelder in den Kontaktdaten zu Geschäftspartnern etwa ermöglichen dann, Analysen und Entscheidungen direkt aus Outlook heraus zu treffen - auch grafisch aufbereitet.Schnittstelle Nummer zwei, »Projekt Muse«, ist für die Nutzung in SAP selbst vorgesehen. Hier gilt es, die Bedienung der SAP-Software zu vereinfachen und gleichzeitig Geschäftsprozesse einer größeren Anwendergruppe mit unterschiedlichen Anforderungen zugänglich zu machen - inklusive Einbindung mobiler Gerätschaften. SAP plant, Muse Stück für Stück zusammen mit Erweiterungen für mySAP ERP 2005 sukzessive allen Kunden von »mySAP Business Suite«-Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Duet ist bereits mit Ende Juni in österreich zu bekommen. Dort hat SAP ja kürzlich zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert. »Den Dialog mit unseren Kunden und Partnern wollen wir weiter ausbauen und so unsere Erfolgsgeschichte auch die nächsten zwanzig Jahre fortschreiben«, meint österreichchef Wolfgang Schuckert.

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Abseits der WM

Willkommen, liebe Zuseherinnen und Zuseher, bei diesem spannenden halb-offiziellen Spiel, das etwas abseits der großen Weltmeisterschaft heute hier vor Ihren Augen ausgetragen werden wird, es ist ein großer Moment, wenn hier heute im Bierwirt’n-Stadion in Hinterprembichlbrunn unter Ausschluss der öffentlichkeit die Mannschaften des Ministeriums für Bürokratie-Abbau-Angelegenheiten BAA und die »SC Big Players«, ein Best-Of der heimischen Industrie- und Bauwirtschaft, hier auf dem Grün in Hinterprembichlbrunn gegeneinander antreten werden. Das Spiel selbst ist ja sozusagen schon ein erfolgreiches Projekt des jungen Ministeriums, das ja bekannterweise zur Entschlackung und Vereinfachung der bürokratischen Abläufe gegründet wurde, das erste Projekt, das langwierige und mühsame demokratische Prozesse hautnah erlebbar abkürzen und vereinfachen soll. Heute geht’s um viel, um Teile des Flächenwidmungsplanes für Ost- und Südregionen, um einige lukrative Beschaffungsverträge sowie ein langjähriges, unbefristetes Tunnelprojekt mit doppelter Verlängerungsoption, man sieht also, dass die Nervosität auf beiden Seiten groß ist, weil große Summen auf dem Spiel stehen. In unrühmlicher Erinnerung ist noch das letzte große internationale Match zur Militärmaterialbeschaffung, wo ja haushoch gegen die Anbieter verloren wurde, und frisch in Erinnerung die erst kürzlich bekannt gewordene, lange verheimlichte desaströse Niederlage in der zweiten Liga, wo riesige Summen an karibische Player verspielt wurden, wie ja erst unlängst bekannt wurde. Schon laufen die Mannschaften aufs Spielfeld, und es fällt sofort der Altersunterschied auf, da bekanntlich aufseiten des BAA die Spieler nur durch Beförderung oder Frühpension aus dem Team gewechselt werden können, aber auch aufseiten der Big Players zeigen sich vor allem in der Verteidigung etliche graue Eminenzen aus dem Vorstand. Und los geht’s - und sofort stoßen die Stürmer der Big Players vor, hinein in die hier anscheinend aufklaffende Gesetzeslücke im Strafraum! Zumindest hier scheint aber das angeblich in der Rekordzeit von nur 10,7 Minuten konzipierte und durchgebrachte Gesetz - ein neuer internationaler Rekord - zumindest vorerst zu halten, denn der Schiedsrichter vom Verfassungsgerichtshof lässt die Fahne unten, aber naja, er hat ja in solchen Fällen ohnedies nur symbolische Funktion. Aber zu ungestüm war der Angriff, souverän abgeblockt mit einer Kombination aus doppelter Formularrückweisung und Fristeneinwand, man sieht sofort, dass das Team des Ministeriums die Technik perfekt beherrscht und den Gegner stur ins Leere rennen lässt. Das kostet Zeit, das kostet Nerven, und im Nervenkrieg ist das Ministerium traditionell stärker. Hier im Stadion herrscht trotz der üblichen Verschwiegenheitsklauseln gegenüber der öffentlichkeit übrigens beste Stimmung, die Ränge sind einerseits voll mit Ministeriumsbeamten auf Sonderurlaub , und auf der anderen Seite ist der Fansektor der Big Players brechend voll mit Praktikanten und Anwälten, die hoffen, dass im Freudentaumel eines möglichen Sieges auch für Sie ein bisschen was abfällt. Aber schauen Sie, was passiert - es ist unglaublich, mit welcher Lässigkeit da die Sturmspitze des Ministeriums einfach zum feindlichen Tor durchschlendert, während sich die Abwehr der Big Players da in einer Fehleinschätzung der Zuständigkeiten nur um den zweiten Wirtschafts-Abrufposten kümmert! Wie Sie ja wissen, ist in der Strategie des Ministeriums für Bürokratie-Abbau-Angelegenheiten dieser strategische Mittelfeldspieler besonders wichtig, der eigentlich für Spieler auf der Durchreise von der Politik in die Wirtschaft und umgekehrt reserviert ist. Und - uuuuh - ein schöner Schuss, völlig klar durchgezogen, die Verteidigung der Big Players sieht alt aus, aber - an die Latte! Auf den Spielern des Ministeriums lastet natürlich gerade nach den vorher bereits erwähnten Schlappen enormer Druck, obwohl etwa die Hälfte pragmatisiert ist, und das sieht man auch. Die Big Players kontern! Ein wunderbarer Lauf nach vorn, die PR-Spitze stürmt, ein Pass zum Consulting - uuh, der Tritt ging ins Leere, tja, in der Theorie hätte das klappen müssen -, aber weiter zur Anwaltsspitze in dieser Dreierkette - und abgeblockt! Die Verteidigung des Ministeriums für Bürokratie-Abbau-Angelegenheiten steht perfekt, man sieht kaum eine Bewegung, so unerschütterlich verteidigen sie ihr Revier, aber kein Wunder, einige der Beamten hier haben in den letzten Jahren ja schon in verschiedenen Ministerien Erfahrung sammeln können und haben bewiesen, dass sie Steher- oder Sitzerqualitäten haben. Weiter geht’s, es ist ein Gestocher im Mittelfeld, das BAA versucht die Umweltverträglichkeitsprüfung-Doppelpass-Strategie - und einer der Verteidiger des BAA geht zu Boden! Sofort laufen die Erste-Hilfe-Consulter und Anwälte mit einer Bahre aufs Feld, man sieht in der Zeitlupe ganz deutlich die unerlaubte Aktion des Angreifers, ganz klar - private Spende und Urlaubsreise, keine Schwalbe! Der Schiedsrichter zückt die Gelbe Karte - und die Rote - einer der Stürmer der Big Players muss raus! Das bedeutet den Golden Handshake, der Trainer am Spielfeldrand flucht - das wird teuer, mit dem Auffliegen dieser klassischen Spieltaktik hat keiner gerechnet. Und das war’s auch schon mit der ersten Halbzeit, es wird abgepfiffen und ich sehe schon die Anwaltsteams beider Mannschaften in den Bürokabinen verschwinden, meine Damen und Herren, da werden jetzt einige Zeit die Köpfe rauchen, wir melden uns wie immer, sobald man sich auf ein Ergebnis der ersten Halbzeit geeinigt hat. Bis dahin: einen schönen Sommer, ein gesegnetes Weihnachtsfest und auf Wiedersehen 2007, wenn wir uns hoffentlich bei der zweite Halbzeit dieser brennend spannenden Partie wieder hier sehen werden.
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Auf den Spuren von Dornröschen

Die Autoindustrie hat seit dem Fall des eisernen Vorhangs in Centrope, der Europa Region Mitte, viel Geld investiert. Rund zehn Milliarden Euro sind in neue Produktionskapazitäten geflossen. Schuld daran war neben den deutlich niedrigeren Lohnkosten vor allem auch die Höhe der Förderungen, die oftmals bis zu 50 Prozent der Investitionen ausmachten. Ab 2008 sollen jährlich 3,2 Millionen Fahrzeuge in der Region produziert werden. Nur 20 Prozent des Fahrzeuges werden vom Hersteller selbst produziert, Fahrzeugteile im Wert von 20 Milliarden entfallen auf die Zuliefererindustrie. Das einstige El Dorado der Automobilindustrie hat aber auch seine Schattenseite. Die Logistikkosten sind enorm. Die VW-Niederlassung in Bratislava verschlingt 350 Prozent der Logistikkosten von westeuropäischen Niederlassungen. Es ist also nahe liegend, dass die OEMs verstärkt nach Zulieferbetriebe in unmittelbarer Nähe suchen. \"Diesen Trend hat man in österreich verschlafen“, sagt Daniel Palm, Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe für Produktionsmanagement und Logistik in Wien, in seiner Keynote im Rahmen eines Branchentreffs unter dem Motto \"Hi(gh) Business im High Tea“. Derzeit partizipiere österreich am osteuropäischen Boom hauptsächlich durch die Mautgebühren, damit auch die Zulieferindustrie teilhaben kann, brauche es intelligente Lösungen. Denn schließlich sind ja nicht nur Zulieferbetriebe von den OEMs abhängig, der Kreis schließt sich auch in umgekehrter Richtung. So lässt sich etwa auch der enorme Erfolg von Toyota erklären. Toyota ist unter anderem auch deswegen zur profitabelsten Marke aufgestiegen, weil man sich rechtzeitig, also bevor man in neue Märkte gegangen ist, um ein funktionierendes Zuliefernetzwerk gekümmert. Davon profitieren die Japaner heute noch. Um die Versäumnisse der Vergangenheit wett zu machen, fordert Palm eine verstärkte Ansiedelung von Betrieben und gezielte Investitionen in die Infrastruktur, etwa eine Brücke über die March.

Kaum Unterstützung
Die drastische Einschätzung einer schlaftrunkenen österreichischen Zulieferindustrie können die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion jedoch nicht teilen. Johannes Elsner, CFO von Eybl International, bezweifelt, dass österreich den Boom verschlafen hat. \"Wir haben Niederlassungen in Ungarn, Slowakei und Rumänien. Dennoch kommen 75 Prozent unseres Umsatzes aus Deutschland.“ Friedrich Huemer, CEO der Polytec Group Group, stellt offen die Frage, wie österreich am Boom im Osten profitieren soll, warum jemand in österreich anstelle der Slowakei oder Ungarn produzieren lassen soll. \"Es gab und gibt immer noch den Produktionskostenvorteil im Osten. Für österreich ist es schwierig am Boom zu partizipieren, denn zusätzlich zu den höheren Lohnkosten fallen trotz der räumlichen Nähe natürlich auch Logistikkosten an“, sagt Huemer, dem es - wirtschaftlich nachvollziehbar aber politisch völlig unkorrekt - lieber wäre, wenn \"es den Osten nicht geben würde“. Auch Peter Kuen, Cluster-Manager des Automotive Cluster Vienna Region, wehrt sich gegen das Pauschalurteil, die österreichische Zulieferindustrie hätte den Boom im Osten verschlafen. \"Die Vienna Region hat eine sehr internationale Ausrichtung. Unsere Kooperationen, Netzwerke und Cluster haben internationale Vorbildwirkung, das zeigt das rege Interesse an unserer Organisation aus Ländern wie Spanien und Frankreich.“ Dennoch bleibe festzuhalten, dass es in der lohnintensiven Produktion keinen Sinn macht, in österreich zu investieren.
Friedrich Huemer ist der festen überzeugung, dass die österreichischen Firmen gut daran getan haben, am Beginn des Booms im Osten nicht zu expandieren. \"Firmen, die auf Grund des Booms im Osten in österreich expandiert hätten, würden jetzt mit Sicherheit nicht gut dastehen.“ Investitionen und Expansionen würden nur dann Sinn machen, wenn es um Innovationen geht.
Es gibt in österreich viele kleine Player, die sich sehr erfolgreich in Nischen platziert haben. österreich kann nur über einschlägiges Know-how punkten. Es geht darum, die im Land vorhandenen Stärken zu stärken, wie Knut Consemüller, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologienetwicklung, immer wieder betont. Dass österreich über Stärken verfügt, die der Autoindustrie zu Gute kommen können, darüber herrscht am Podium Einigkeit. Neben der hohen Qualität der Ausbildung und der großteils gut ausgebauten Infrastruktur wird vor allem die Innovationskraft des Landes genannt. Auf die Frage, warum österreichische Firmen innovativer sein sollen als tschechische oder ungarische, strapaziert Huemer die Geschichte. \" Die Innovationskraft in österreich ist historisch gewachsen. Industriezweige wie die Textilindustrie sind schon relativ früh aus österreich abgewandert. Die Unternehmen mussten sich nach anderen Bereichen umsehen. Viele sind in Branchen gelandet, wo die Innovationskraft eine große Rolle spielt, etwa in der Automobilindustrie.“ Im Osten hingegen fehle diese Tradition noch.
Für die heimischen Unternehmen muss es also darum gehen, auf die Innovationskraft zu setzen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Sie müssen den OEMs geben, was die OEMs brauchen, um die Kunden zu begeistern. Ziel muss es sein, die Autoindustrie zu zwingen, sich den Standort österreich zu leisten, weil die Qualität der Arbeit die höheren Kosten kompensieren kann. Dabei kommt österreich zu Gute, dass viele Unternehmen bewusst in Deutschland oder österreich produzieren lassen wollen, weil es sich um ein Gütesiegel handelt. Vor allem dann, wenn Emotionen im Spiel sind. Porsche lässt natürlich in Deutschland fertigen, weil Porsche auch vom Qualitätssiegel \"Made in Germany“ lebt. Ein mühsam über Jahre aufgebauter Brand muss in erster Linie erhalten bleiben. Lohn- und Produktionskosten spielen da eine untergeordnete Rolle, denn potenzielle Kunden würden mit unverhohlener Skepsis reagieren, wenn der neue 911er plötzlich \"Made in Romania“ wäre.
Auch im Bereich der Arbeitskräfte hat österreich einen deutlichen Vorteil gegenüber osteuropäischen Ländern. Das liegt zum einen an der - noch - besseren Ausbildung, zum anderen an den zum Teil rücksichtslos durchgeführten Abwerbungsversuchen zwischen den einzelnen Betrieben. Kaum ist ein Mitarbeiter fertig ausgebildet, schon kommt die Konkurrenz und schnappt ihn weg. Das ist in österreich anders. Der Pool an arbeitslosem Branchenpersonal ist groß. Abwerbungen sind nicht nötig. Auch die Wechselbereitschaft vieler Arbeitnehmer ist eher gering, die Sicherheit des eigenen Jobs geht vor.

Die Chancen für die heimischen Zulieferbetriebe sind intakt, denn für die nächsten zehn Jahre ist mit weiteren Auslagerungen seitens der OEMs zu rechnen. \"Die Autobauer haben mit Outsourcing viel Geld verdient“, erklärt Polytec-Chef Huemer. An einen gegenläufigen Trend glaubt er nicht: \"Insourcing werde ich nicht mehr erleben.“

Historischer Bonus
Wenn Unternehmen den Schritt in den Osten wagen, entpuppt sich der Weg für viele als steinig. \"Wir sind seit zehn Jahren in Ungarn“, sagt Eybl-Finanzchef Elsner, \"aber erst seit fünf Jahren erfolgreich.“ Wichtig sei vor allem der Auftritt eines Unternehmens in der öffentlichkeit. Hier kommt heimischen Unternehmen die Geschichte zu gute. Zum einen die noch aus Zeiten der Monarchie stammenden traditionell guten Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn und zum anderen die relative Untätigkeit österreichischer Industrieller unmittelbar nach dem Fall des eisernen Vorhangs. \"Viele Unternehmen westeuropäischer Nationen, die als erster vom Osten profitiert haben, haben diese Länder regelrecht abgezockt. So etwas bleibt im Bewusstsein der Bevölkerung haften. Für Unternehmen aus Ländern wie Frankreich oder Italien ist es daher sehr schwierig, im Osten Fuß zu fassen“, weiß Elsner zu berichten.

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Donner, Wetter, Blitz

Die Labors der Datenretter sind trotz der Urlaubsstimmung derzeit voll ausgelastet: Die überhitzung elektronischer Komponenten in schlecht durchlüfteten Serverräumen und Badezimmern sowie Festplattenausfälle durch hohe Temperaturen sind die Ursachen für den zunehmenden Datenverlust im Hochsommer. \"In den letzten Wochen steigerte sich erneut die Zahl der Anfragen zur Datenrettung\", bestätigt man bei Kroll Ontrack. \"Die noch anstehenden Sommergewitter werden mit Blitzeinschlag und Kellerüberflutungen dazu beitragen, dass weitere Datenträger beschädigt werden.\" Der Data-Recoverye-Eperte warnt vor extremen Wetterbedingungen in den Sommermonaten, die zu Datenverlusten führen können. Anwender müssten während dieser Zeit dem Schutz ihrer Daten besondere Aufmerksamkeit schenken, \"können aber dennoch davon ausgehen, dass im Ernstfall die Chance auf Wiederherstellung der Daten sehr hoch ist\". Wenigstens etwas.

\"In den Sommermonaten steigern die hohen Temperaturen auf dreifache Weise die Gefahr eines Datenverlustes: überhitzung der Komponenten, überflutung sowie Stromausfall bei Blitzeinschlägen, so dass die Sommerzeit eine Hochzeit für unsere Datenrettungsexperten ist\", rechnet Kroll Ontrack-Chef Peter Böhret. Dabei könnten sich die Anwender mit einfachen Maßnahmen auf die Sommerperiode vorbereiten und Probleme durch wetterbedingte Datenverluste vermeiden. \"Zudem gilt es, nicht in Panik zu verfallen\", beschwichtigt der Experte. Auch im Sommer bestehe in den Datenrettungslaboren eine hohe Wahrscheinlichkeit, die Daten vollständig wieder herzustellen.

Also empfiehlt Böhret folgende Maßnahmen vor den extremen Wetterbedingungen im Sommer:

  1. Hohe Temperaturen können zu einem ernsthaften Problem werden, da eine überhitzung Fehlfunktionen von Festplatten zur Folge haben kann. Der Hitzestau führt zum Beispiel häufig zu einer internen Materialausdehnung im Laufwerk und betrifft entscheidende Bauteile. Die Lager haben nun mehr Spiel und die Schreib- und Leseköpfe schweben ungleichmäßiger über die Oberflächen der Festplatten. Die korrekte Justierung geht verloren, vorgesehene Toleranzen beim Abfahren der Datenspuren werden überschritten. So kommt es schneller zu Schreib- und Lesefehlern oder Headcrashs. Computer sollten in einer kühlen und trockenen Umgebung betrieben werden, um eine überhitzung zu vermeiden. Fazit: Notebook nicht im Auto liegen lassen. Sie erinnern sich noch an die geschmolzene Lieblingsplatte Ihres bemitleidenswerten Nachbarn im Sommer `81?

  2. Werden große Server eingesetzt, sollten diese durch eine Klimaanlage angemessen gekühlt werden. Höhere Prozessortaktraten führen zu einer erhöhten Leistungsaufnahme und erfordern folglich eine höhere Kühlleistung. Dies gilt insbesondere für die Sommermonate. Wenn Sie ein Rechenzentrum zu Hause betreiben, empfiehlt es sich nun zusätzliche Kühlelemente aufzustellen.

  3. Elektrische Entladungen während eines Gewitters sind in den Sommermonaten eines der Hauptprobleme. Ein überspannungsschutz zwischen Computer und Steckdose verhindert, dass schädliche Stromstöße und überspannungen Systeme beschädigen können. Den Blitzableiter am Haus- und Zeltdach sollten sie ohnehin haben.

  4. Ein USV-System (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) versorgt während eines Netzstromausfalls die angeschlossenen Computer mit Batteriestrom. USV-Systeme können darüber hinaus eigenständig sichere System-Shutdowns durchführen. Denn unvorhersehbare Ausfälle der Hardware durch Stromversorgungsprobleme führen zu Datenverlusten. Auch hier gilt wie so oft: Kleine Kinder haben an der Tastatur und unter dem Schreibtisch nichts zu suchen.

  5. Schutzsysteme müssen regelmäßig überprüft werden. Zumindest einmal jährlich sollten alle Stromschutzsysteme inspiziert und auf ihre korrekte Funktion hin überprüft werden. Viele hochwertige Systeme verfügen über eine Statusanzeige, die Auskunft darüber gibt, ob Ihre Systeme angemessen geschützt sind. Lasttests werden am besten von einem Experten durchgeführt. Dieser hilft vor unbeabsichtigten Zerstörungen.

  6. In keinem Fall sollten beschädigte Festplatten oder Server zerlegt oder gereinigt werden. Eine unprofessionelle Handhabung erschwert die Datenrettung immens und führt zum Verlust wertvoller Informationen. Besonders gilt dies für Festplatten, die auf eBay ersteigert worden sind und geheime, unglaublich wichtige Informationen beherbergen.

  7. Medien, die durch Wasser beschädigt wurden, dürfen auf keinen Fall durch öffnung oder Erwärmung - zum Beispiel durch einen Fön - getrocknet werden sondern sollten möglichst in ein feuchtes Tuch eingewickelt an ein Datenrettungsunternehmen geschickt werden. Tipp: Fällt Ihnen ihre Festplatte in die Badewanne, schmeißen Sie am besten gleich ein Handtuch nach.

  8. In keinem Fall dürfen defekte Geräte erneut eingeschaltet werden. (Sie sind ja ohnehin defekt, was wollen Sie damit noch?)

  9. In geschäftskritischen Situationen muss in jedem Fall ein professioneller Anbieter von Services für die Datenrettung kontaktiert werden, bevor Neukonfigurationen, -installationen oder -formatierungen durchgeführt werden. Hier empfiehlt Kroll Ontrack Kroll Ontrack.
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Grenzkontrolle in Kroatien

Das Kroatische Innenministerium und die Europäische Union haben SBS beauftragt, den ersten Abschnitt eines nationalen Systems zur Grenzsicherung zu errichten. Dadurch will der kroatische Grenzschutz die Kontrolle von Reisenden, Pässen, Fahrzeugen und Fahrzeugpapieren verbessern, kann Reisende zügiger abfertigen und gesuchte Personen oder Fahrzeuge identifizieren. \"Mit diesem Projekt gehört Kroatien zu den ersten Ländern in Europa, in denen die neuen biometrischen EU-Pässe ausgelesen werden können. Kroatien lebt damit einen deutlichen Trend vor: Biometrie-Lösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Anwendungsbereiche reichen vom Zugang zu Gebäuden, PCs und Laptops über den Einsatz bei Reisepässen und Führerscheinen bis hin zum Gebrauch im Gesundheitswesen“, erklärt Siemens-Vorstand Franz Geiger.

Abgleich mit zentraler Datenbank. SBS integriert in die IT-Lösung neben Standard-IT, wie etwa Servern, auch Kameras zum Lesen von Fahrzeug-Kennzeichen und zur Erkennung des Fahrzeugtyps sowie Fingerabdruck-Leser. Das automatische Erfassen von Fahrzeug-Kennzeichen per Videokamera erleichtert die Identifikation gestohlener Fahrzeuge. Grenzbeamte gleichen Reisende und deren Dokumente künftig mit einer zentralen Datenbank ab, in der biometrische Merkmale und Passbilder sowie die Gültigkeit von Visa hinterlegt sind. Zusätzlich werden nationale und Interpol-Suchlisten geprüft. Die Lösung wird unter anderem eingesetzt am Grenzübergang Bajakovo und am Flughafen Zagreb.

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Positive überforderung

Die Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Technologien in den Bereichen IT, Telekommunikation und Haushaltselektronik führt zu einer überforderung der Anwender. Nichtsdestotrotz befürwortet eine klare Mehrheit die laufende Technologieentwicklung als positiv. Zu diesem Schluss kommt eine im Auftrag der Ecker \" Partner öffentlichkeitsarbeit und Lobbying GmbH von Marketagent.com im April 2006 durchgeführte Umfrage unter 1000 webaktiven österreicherinnen und österreichern zwischen 14 und 59 Jahren.

Interessantes Ergebnis am Rande: Bei PCs bzw. Notebooks sowie Handys werden lediglich knapp mehr als die Hälfte der Funktionen tatsächlich genutzt. Und: Für ein Viertel der Befragten ist der Nutzen neuer Technologien bei der Bewerbung nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Dass das rasche Voranschreiten der Technologie zu einer überforderung der Anwender führt, bestätigen 79 Prozent der Befragten. Vor allem bei Hardware (29 Prozent), Software (26 Prozent) und Mobilfunk (24 Prozent) orten die User \"große überforderung“. In diesen Bereichen wird die Innovationsgeschwindigkeit als \"zu schnell“ erachtet (Handy und Hardware je 68 Prozent, Software knapp 63 Prozent). Nichtsdestotrotz finden knapp 72 Prozent die laufende Technologieentwicklung positiv, nur knapp acht Prozent negativ. Der Nutzen von Errungenschaften wie UMTS, Digitalfotografie, Digital-TV, Voice over IP, Navigationssystemen u.ä. wird vor allem in Arbeitserleichterung, Mobilität, Spaß und besserer Kommunikation gesehen.

Eine \"dualistische, teilweise sogar ambivalente Sichtweise der heimischen Konsumenten“ ortet in diesem Zusammenhang Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl: \"Auf der einen Seite bewerten rund 72 Prozent den technologischen Fortschritt alles in allem positiv, auf der anderen Seite orten acht von zehn Personen eine teilweise überforderung der Nutzer, die mit zunehmendem Alter ansteigt. Lediglich sechs Prozent können den praktischen Nutzen neuer Entwicklungen auf den ersten Blick uneingeschränkt erkennen.“ Für Axel Zuschmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ecker \" Partner, bedeutet dies einen klaren Kommunikationsauftrag: \"Für die Menschen sind die technologischen Möglichkeiten in IT \" Telekom ein spannendes Thema, aber sie orten ganz klare Barrieren beim Zugang. Das betrifft auch und vor allem ältere Menschen, wie uns das Altersgefälle in vielen Bereichen der Umfrage zeigt. Hier haben Hersteller, Handel und Medien die Verantwortung und die Chance, Nutzen und Handhabung von Technologien und Endgeräten noch direkter und verständlicher darzustellen, damit Akzeptanz, Nutzung und Nachfrage steigen.“

\"Fast immer“ auf den ersten Blick ersichtlich ist der Nutzen neuer Technologien bei deren Bewerbung bzw. Beschreibung für rund sechs Prozent, \"meistens ersichtlich“ für knapp 44 Prozent der Befragten, selten bis nie ersichtlich ist er für ein Viertel. Eine gewisse Skepsis zeigen die österreicherinnen und österreicher auch gegenüber den Versprechungen der Hersteller (\"Verbesserung durch neue Technologien“) - lediglich knapp 47 Prozent der Befragten vertrauen den entsprechenden Ankündigungen.

Gut informiert über die Entwicklungen am Elektro(nik)sektor zeigen sich fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent). 60 Prozent informieren sich über neue Entwicklungen im Internet, jeweils knapp 40 Prozent durch Prospekte und Flugblätter bzw. bei Freunden und Verwandten/Bekannten. Zeitschriften bzw. Magazine nutzen 36 Prozent als Informationsquelle, direkt im Geschäft informieren sich lediglich ein Viertel der Befragten.

Befragt nach der aktiven Nutzung der letzten Neuanschaffungen, schneiden TV-Geräte am besten ab: Hier werden durchschnittlich 69 Prozent der Funktionen genutzt. Bei PCs bzw. Notebooks sind es knapp 57 Prozent, bei Handys 53 Prozent. Im Bereich Software werden nicht einmal die Hälfte der Funktionen genutzt (46 Prozent), ebenso bei Digitalfotografie/-video (44 Prozent). Die Gründe dafür: Man braucht nicht mehr Funktionen (58 Prozent), die meisten neuen Funktionen sind nur Spielerei (54 Prozent), sie sind zu wenig bekannt (34 Prozent), die Bedienung ist zu kompliziert (24 Prozent). ändern ließe sich dieser Umstand laut Umfrage mit verständlichen Bedienungsanleitungen (49 Prozent der Befragten), einer einfacheren Sprache (44 Prozent), intuitiver Bedienbarkeit bzw. besserer Usability (38 Prozent). Mehr Berichterstattung über neue Technologien in den Medien wünscht sich die Hälfte der Befragten (49 Prozent).

\"Sehr gut“ werden neue Technologien laut Befragten durch Fachmagazine (41,3 Prozent) dargestellt, gefolgt von Internet (27 Prozent) sowie Zeitschriften und Hersteller (je elf Prozent). Bei den Verkäufern trifft diese Aussage nur zu acht Prozent zu. Und gerade in Zeitungen und Zeitschriften wünschen sich 24 Prozent eine allgemein verständlichere Sprache bei der Berichterstattung über neue Technologien.

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Mittelstand im Aufschwung

Der konjunkturelle Aufschwung hat österreichs KMU erreicht. 50,9 Prozent der Unternehmen geben ihrer aktuellen Geschäftslage gute Noten - das entspricht einem Anstieg von 9,9 Prozentpunkten im Jahresverlauf. Mit mangelhaft und ungenügend urteilen nur noch 7,7 Prozent der Unternehmen. Im Frühjahr 2005 waren es noch 12,8 Prozent. Gestiegene Umsätze erwirtschafteten 30,3 Prozent der Befragten (Vorjahr: 24,9 Prozent). Weniger Umsatz hatten 24,8 Prozent (Vorjahr: 33,5 Prozent).

Gute Ertragserwartungen und Personalaufstockungen. Auch die Aussichten auf die kommenden sechs Monate sind von Zuversicht geprägt: So erwarten 33,1 Prozent der KMU mehr Gewinn im Gegensatz zu 24,8 Prozent im letzten Frühjahr. Ertragseinbußen befürchtet nur noch jedes fünfte Unternehmen (19,7 Prozent) - im Frühjahr 2005 waren es noch 26,6 Prozent. Auch der mittelständische Arbeitsmarkt profitiert: 22,9 Prozent der KMU wollen im nächsten halben Jahr neue Mitarbeiter einstellen (Vorjahr: 15,2 Prozent) und nur noch 11,6 Prozent streben an, ihre Personaldecke zu verkleinern (Vorjahr: 18,3 Prozent).

Die Investitionsbereitschaft der KMU stieg im Jahresverlauf um 4,7 Prozentpunkte auf 56,6 Prozent an. Zugelegt haben erfreulicherweise insbesondere die Erweiterungsinvestitionen - 47,5 Prozent (Vorjahr: 44,4 Prozent) wollen sie im nächsten halben Jahr vornehmen.

Finanzierung hält nicht Schritt. Allein die finanzielle Lage lässt weiter zu wünschen übrig: Zwar stieg die Zahl der Unternehmen, die im vergangenen Jahr keine Forderungsverluste erlitten haben, um fast das Doppelte von 9,5 auf 18,1 Prozent an. In den ersten vier Monaten haben aber auch die Unternehmensinsolvenzen zugenommen - und zwar um 2,5 Prozent auf 2.383 Fälle (Jänner bis April 2005: 2.324). Und auch die Eigenkapitalsituation im Mittelstand hat sich verschlechtert: Waren im vergangenen Frühjahr noch 30,5 Prozent der Unternehmen ausreichend mit Eigenkapital von mehr als 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme versorgt, sind es aktuell nur noch 27,7 Prozent. Unterkapitalisiert (weniger als zehn Prozent Eigenkapital) sind 32,8 Prozent der Befragten. Im Vorjahr waren es nur 27,1 Prozent.

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