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Im Test: Sony RDR-HX710

In Zeiten des weltweiten DVD-Booms muten alte VHS-Kassetten und Videorekorder doch sehr antiquiert an. Das lästige Vor- und Zurückspulen ist für Technikverliebte und Early-Adopters ähnlich anachronistisch wie ein Telefon mit Wählscheibe oder eine Langspielplatte - schon irgendwie charmant, aber nicht wirklich dem Zeitgeist entsprechend. Wer von seinem alten VHS-Gerät endgültig genug hat, überlegt sich den Umstieg auf einen DVD-Recorder, am besten mit eingebauter Festplatte. Größtes Problem: Die Geräte sind - noch - sehr teuer. Dafür bieten sie aber eine Menge an Komfort und technischen Features.

Installation und Bedienung
Die RDR-HX-Reihe von Sony gibt es in zwei Ausführung. Den HX710 mit einer 160 GB-Festplatte und den HX910 mit 250 GB Festplattenspeicher.
Ist das Gerät einmal von der ihn schützenden Kartonverpackung befreit, geht es ans Aufstellen und Anschließen. Das erweist dank der übersichtlichen Beschreibung als relativ einfach. Schwierig wird es nur, wenn bereits mehrere Geräte angeschlossen sind. Verfügt man beispielsweise auch über ein Dolby-Surround-System und eine Set-Top-Box, bietet die Anleitung leider keine Hilfestellung. Hier hilft nur Versuch und Irrtum. Das kann etwas dauern, bis alle Geräte so verbunden sind, dass sie in alle Richtungen kombinierbar sind und auch die Bild- und Tonqualität passt. Sind alle Kabeln dort, wo sie hingehören, ist die erste und eigentlich auch einzige Hürde genommen. Sobald das Gerät eingeschaltet ist, kann man die Bedienungsanleitung getrost zur Seite legen, denn zumindest die Grundfunktionen sind dank wirklich gelungener Menüführung intuitiv zu bedienen. Aufnehmen, Schneiden, Kapitelmarken setzen, Indexbild auswählen oder überspielen auf DVD hat man schon nach wenigen Minuten fest im Griff. Etwas komplizierter wird es dann bei den vielen Zusatzfunktionen. Hier lohnt sich doch wieder der Blick in die Bedienungsanleitung. Oder wissen Sie, was unter \"Intelligent Scene Chaptering\" zu verstehen ist? Eben.

Intelligent Scene Chaptering und Visual Search
Mit \"Intelligent Scene Chaptering\" und \"Visual Search\" hat Sony eine Algorithmus-Technologie entwickelt, die das Auffinden von Szenen in selbst aufgenommenen Programmen erleichtert. Dabei wird am Beginn jeder neuen Szene automatisch eine Kapitel-Markierung gesetzt. über die Funktion \"Visual Chapter Search\" werden die Kapitelanfänge im Menü als Thumbnails angezeigt und stehen sofort nach der Aufnahme zur schnellen Auswahl bereit. über eine weitere Funktion namens \"Scene Chapter Edit\" kann der User nicht benötigte Vorschaubilder einfach löschen und so eine Kapitelübersicht nach Wunsch zusammenstellen. Ein weiteres interessantes Feature ist \"Fast Playback mit Sound\". Alle Aufnahmen auf der Festplatte kann man auch im Schnelldurchlauf mit Ton (1,5-fache Geschwindigkeit) durchforsten. Für eine 60-Minuten-Aufnahme benötigt man so nur 40 Minuten - und das bei durchaus gut verständlicher und - für schlichtere Gemüter - sehr erheiternder Tonqualität.

Pause Live TV
Ein besonders nützliches Feature vor allem für Personen mit einer nervösen Blase ist die \"Pause Live TV\"-Funktion. Holt man das aktuelle TV-Programm über den Tuner des HDD/DVD-Recorders auf den Bildschirm, kann man mit einem Druck auf die Pause-Taste der Fernbedienung das TV-Bild einfrieren. Danach genügt ein Druck auf die Play-Taste und die Sendung läuft dort weiter, wo man sie unterbrochen hat. Der User kann im \"fehlenden\" Programmteil auch mit der Suchfunktion vor- und zurückfahren, um Szenen noch einmal zu betrachten. Und er kann jederzeit zum Live-Programm zurückkehren und die laufende Sendung zu Ende ansehen.

Bild- und Tonqualität
Der HX710 bietet dem User die Möglichkiet, Sendungen in Format High Quality + aufzunehmen, das eine noch bessere Bildqualität als das DVD-Video-Format bieten soll. Das ist allerdings relativ schwer zu überprüfen, da die Qualität des Fernsehsignals in den meisten Fällen nicht an das DVD-Niveau herankommt. Auch in Sachen Rauschreduktion gibt es einige Neuerungen. Neben dem \"D-Matrix Noise Reduction System\" für eine bessere Bildqualität verfügt der HX710 noch über \"Block Noise Reduction\" zur Reduktion von Kompressionsfehlern. \"Frame Noise Reduction\" und \"Mosquito Noise Reduction\" sorgen dafür, dass Bildfehler zusätzlich minimiert werden.
Zur Aufnahme können neben DVD±R und DVD±RW auch Double Layer DVDs (DL DVDs) des Formats DVD+R verwendet werden.

Fazit
Eines steht fest: Festplattenrecorder machen definitiv Sinn und der HX710 von Sony kann als äußerst gelungener Vertreter seiner Art betrachtet werden. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen DVD-Recordern ist enorm - von alten Videorecordern gar nicht zu reden. Erst kann man Sendungen auf Festplatte aufzeichnen und ansehen, um zu entscheiden, ob sich eine langfristige Archivierung auf DVD lohnt. Damit spart man eine Menge DVDs. Darüber hinaus ist es auch kein Problem, wenn gerade keine leere DVD vorhanden ist, denn dafür hat man ja die Festplatte. Das größte Manko ist der - noch - relativ hohe Preis. Erhältlich ist der HX710 um rund 700 Euro, sein größerer Bruder HX910 schlägt mit 900 Euro zu Buche. Man kann aber davon ausgehen, dass sich auch in diesem Bereich die Preisspirale weiter nach unten drehen wird.

Plus/Minus:
+ zahlreiche Features
+ intuitive Menüführung
+ sehr gute Bild- und Tonqualität
- Preis

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Ins Netz gegangen

Im Internet auf Shoppingtour zu gehen - das ist für viele von uns heute schon selbstverständlich. Es gibt kaum etwas, das man nicht über das Web kaufen kann. Zahlreiche Vorteile, wie zum Beispiel keine Parkplatzprobleme, keine Warteschlange, Einkaufen ohne Ladenschluss - rund um die Uhr, lassen das Online-Shopping immer beliebter werden. Dennoch gibt es gerade in punkto Sicherheit ein paar Dinge, die man wissen sollte, um sich zu schützen. Denn das Internet ist kein rechtfreier Raum. So gelten EU-weit besondere Kundenschutzvorschriften für den elektronischen Geschäftsverkehr (E-Commerce).

Verträge im Netz
Kaufverträge können rechtsgültig auch über das Internet - per Mausklick oder E-Mail - abgeschlossen werden. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) muss der Unternehmer dabei so auf der Homepage platzieren, dass klar wird, dass sie Vertragsinhalt werden sollen. Alle Vertragsbestimmungen inklusive AGB müssen speicher- oder reproduzierbar zur Verfügung gestellt sein. Bei einer Bestellung ist das Unternehmen verpflichtet, eine schriftliche Bestätigung (auch per E-Mail möglich) über den wesentlichen Inhalt des Geschäfts und ein allfälliges Rücktrittsrecht zukommen zu lassen. Weiters besteht die Verpflichtung, Waren grundsätzlich innerhalb von 30 Tagen zu liefern, sofern nicht ausdrücklich anderes vereinbart wurde oder der Bestellung nicht entsprochen werden kann.

Umtausch und Rückgaberecht
Gerade bei Online-Bestellungen kann es zu einer Reihe von Irrtümern und Fehlern kommen: Die gelieferte Ware entspricht nicht den Vorstellungen des Bestellers oder der ursprünglichen Beschreibung im Internet. Es könnten die falschen Waren ausgewählt worden sein oder Softwarefehler könnten aus einem Stück hundert gemacht haben.

Bei allen Online-Shops innerhalb der Europäischen Union haben Sie das Recht, die Waren mindestens 7 Tage lang zu prüfen und zurückzugeben (Samstage, Sonntage und Feiertage zählen nicht). Eine schriftliche Kündigung des Kaufvertrages, ohne Angabe von Gründen, reicht. Die Frist beginnt mit übergabe der Ware. Wenn keine Bestätigung über den Vertragsinhalt und das Rücktrittsrecht verschickt wurde, verlängert sich die Frist auf 3 Monate. Informieren Sie sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Shopbetreibers über die Details. Das Rückgaberecht gilt jedoch nicht für alle Artikel (z.B. Musik-CDs, DVDs etc.).

Das Rücktrittsrecht darf nicht mit Umtausch oder Reklamation (Gewährleistung) verwechselt werden. Bei Umtausch handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Händlers, hier wird ein Produkt gegen ein anderes getauscht. Bei einer Reklamation handelt es sich um rechtlich begründete Ansprüche aus dem Vertrag, etwa weil die Ware nicht den vertraglichen Vereinbarungen entspricht oder Mängel enthält.

Drucken Sie sich zu Ihrer Sicherheit die fertige Bestellung aus und heben Sie diese für alle Fälle auf! Ein guter Online-Shop informiert Sie per E-Mail über den aktuellen Status der Bestellung und teilt Ihnen mit, wann Sie mit dem Eingang der Ware rechnen können. Bei manchen Anbietern gibt es auch die Möglichkeit, den Bestellstatus in Echtzeit abzurufen, indem man sich per Kenn- und Passwort in \"Mein Konto\" anmeldet.

Zahlungskonditionen
Mittlerweile kursieren eine Fülle von Bezahlformen im Internet. Grundsätzlich lassen sich drei Gruppen unterscheiden, die klassischen Bezahlformen, Kreditkartenzahlungen und New-Payment-Formen.
Als klassische Bezahlformen sind Nachnahme, Zahlung mittels Erlagschein, Vorausüberweisung und Bankeinzug anzusehen. Abgeraten wird von Shops die ausschliesslich gegen Vorauskasse liefern. Sehr oft verstecken sich dahinter betrügerische Geschäftsmodelle, wo zwar kassiert wird, aber niemals geliefert wird.
Die zweite große Gruppe sind Kreditkarten. Knapp 60% der Shops bieten Kreditkartenzahlung an, doch sollte man darauf achten, dass der Online-Shop mit zeitgemäßen Verschlüsselungstechniken arbeitet.
Die Newpayment-Gruppe umfasst unterschiedlichste Bezahltechniken, wie paysafe, paybox oder paypal. Prepaid-Karten für den Internet-Einkauf funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Telefonwertkarten. Sie rubbeln zunächst einen PIN-Code auf einer Wertkarte frei. über die Internetseite des Kartenanbieters können Sie dann mit dem PIN auf Ihr Guthaben zugreifen. Als zusätzliche Sicherheit schützen Sie den Code noch mit einem persönlichen Passwort.

Einkaufen im Ausland
Einige Produkte sind im Ausland billiger als hierzulande und dank Internet gibt es keine virtuellen Grenzen, so dass Sie weltweit einkaufen können. Doch nationale Grenzen sind nicht ohne Bedeutung. So kann es etwa sein, dass Sie für im Ausland erworbene Produkte Einfuhrzölle entrichten müssen. Manche Händler mit Sitz im Ausland schließen für Lieferungen nach Deutschland ein Umtauschrecht aus. Als goldene Regel gilt hier: Lieber mehr Zeit in das Lesen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen investieren, als sich danach über missglückte Geschäfte ärgern!

Online-Auktionen
Diese neuen Möglichkeiten sind zwar komfortabel und vielfältig, bergen aber eine ganze Reihe von Sicherheitsrisiken in sich. Immer wieder gibt es betrügerische Vorgangsweisen, wie auch die jüngsten Vorfälle um gehackte eBay-Passwörter beweisen. Da die Vertragspartner meistens Private sind, kann die Gewährleistung ausgeschlossen werden. Das bedeutet, dass Sie bei einem Mangel keine Möglichkeit haben, den Verkäufer zu einer Behebung, zum Austausch oder zur Rücknahme der Ware zu zwingen. Oft ist nicht einmal die Identität dieser Person nachvollziehbar.
Außerdem wird oft Vorauskasse geleistet, die Ware oder Dienstleistung kommt in manchen Fällen jedoch nie, nicht im entsprechenden Ausmaß oder der entsprechenden Qualität an. Die sicherste Methode ist der Kauf per Nachnahme. Kontrollieren Sie dabei vor der Zahlung die erhaltene Ware.

Technische Grundlagen
Bei der elektronischen Abwicklung von Geschäften ist die Frage nach der Sicherheit für Sie als Kunde entscheidend: Wie stellen die Betreiber des Online-Shops sicher, dass Ihre vertraulichen Daten nicht von Betrügern mitgelesen und missbraucht werden? Das Sicherheitsniveau einer Seite lässt sich danach beurteilen, ob Verschlüsselungstechniken eingesetzt werden. Dazu zählt insbesondere das Verfahren SSL . Diese Technik gewährleistet mit Hilfe von kryptographischen Verfahren, dass Daten während der übertragung nicht gelesen oder manipuliert werden. Außerdem kann man mit Hilfe von SSL erkennen, ob eine damit gesicherte Internetseite gefälscht ist. SSL wird von allen gängigen Browsern unterstützt. Ob SSL gerade zum Einsatz kommt, können Sie leicht dadurch erkennen, dass an das \"http\" in der Internetadresse plötzlich ein \"s\" angeschlossen wird. Eine solche \"https\"-Internetadresse wird von Ihrem Browser dann automatisch überprüft. Falls der Anbieter sich nicht mit einem gültigen Zertifikat als echter Besitzer der Adresse ausweisen kann, erhalten Sie eine Warnmeldung.

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Social Software

Auf der Suche nach der Konvergenz in den Unternehmensnetzwerken stoßen die Experten nun auf die soziale Seite des Internets. Lange als Medium für pickelige, bleichgesichtige Brillenträger verschmäht, steigert sich das Netz der Netze zu einem Paradigma für eine neue Gesellschaft und Arbeitswelt. Nach Jahren der einsamen Internetathleten scheint die Menschheit die Datennetze mehr und mehr zur menschlichen Kommunikation zu benutzen. Miteinander statt nebeneinander lautet die Devise: »Social Software« unterstreicht diesen Trend zur Gemeinsamkeit. Was Social Software ist? Es sind Softwaresysteme, die Interaktion und Zusammenarbeit unterstützen. Den Systemen ist gemein, dass sie Aufbau und Pflege sozialer Netzwerke und von Communitys unterstützen und weitgehend mittels Selbstorganisation funktionieren. Social Software ist keineswegs neu: Vorläufer des Konzeptes sind beispielsweise Groupware und herkömmliche Kommunikationsmittel wie E-Mail.

Neue Logbücher. Neuere Ausprägungen sind etwa Weblogs, die - oft missverstanden als Online-Tagebücher - als Erweiterung der Medienlandschaft ganz spezielle Lesergruppen mit Neuigkeiten oder Persönlichem des Autors aufwarten (siehe Kasten). Ein Weblog ist ein Personal-Knowledge-System, das etwa den Freunden und Bekannten die eigene Sicht der Dinge im Weltgeschehen näher bringt. Untermalt könnte dies mit Bildern werden, die von einem Foto-Handy auf die Website geladen werden. Ein weiterer Aspekt des »Blogging« im Unternehmensbereich ist die Unterstützung der Corporate-Leadership. Oft haben in größeren Unternehmen die eigenen Mitarbeiter kaum Bezug zur Firmenleitung. Die Unternehmensführung in größeren Unternehmen steht damit permanent vor der Aufgabe, genügend auch nach innen zu kommunizieren. »Dies kann nicht mehr auf die Firmenzeitung reduziert werden, die einmal im Monat verteilt wird«, warnt Dieter Rappold, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Knallgrau New Media Solutions. Unternehmen sollten sich Rappold zufolge intensiv mit Weblogs auseinandersetzen. Bislang gäbe es kein »ernstzunehmendes« Beispiel für den Einsatz von Weblogs in der Unternehmenskommunikation in österreich. Dies wird sich aber in Kürze ändern: Rappold bastelt an einer Weblog-Lösung für niemand Geringeren als die österreichischen Bundesbahnen. Jemand aus dem öBB-Management des Beschaffungsbereichs hat die Chancen, die sich mit der unkonventionellen Art der Informationsverbreitung bieten, erkannt. In einer ersten Phase wird nun der Abteilung der Zugang zur Blogger-Szene ermöglicht. Weiteres soll bei Bedarf initialisiert werden. Besonders die Integration des öBB-weiten Single-Sign-On-Konzepts stellt sich als Herausforderung für die kleine Knallgrau-Truppe dar. Rappold hofft, mit dem Projekt konzernweite Signalwirkung erreichen zu können. Prinzipiell stieße die Idee des »Knowledge-Workers auf Tool-Ebene« allerorts auf Begeisterung.

Für Claudia Pöpperl, Managerin bei dem M-Commerce-Spezialisten Qpass und zuständig für Business Development & Strategic Marketing, sind die Geschichten rund um Social Software lediglich eine »Welle, die wieder aufgegriffen wurde«. Sind Communitys im Web und Blog-Seiten schon vor vier, fünf Jahren »einfach passiert«, wird heute über sie groß geschrieben. Internetplattformen würden seit jeher versuchen, »Underground-Strömungen« und Sub-Communitys aufzubauen, berichtet die gelernte Kommunikationswissenschafterin. Diesen müssten dann nur noch die richtigen Ausdruckswerkzeuge zur Verfügung gestellt werden. Pöpperl nennt die Webplattform uboot.com, die als konzertierte Ansprache für Jugendliche aufgestellt ist. über Suchwerkzeuge könnten die User dort Gleichgesinnte finden respektive »Communities of Interest« ansteuern. Natürlich haben auch Unternehmen wie Qpass die Zeichen der Zeit längst erkannt. Das US-Unternehmen bietet User-Spielplätze solcher Art bereits als Komponente in seinen Systemplattformen an. Auch wenn Pöpperl zurzeit dem Geschäft mit den mobilen Handybenutzern verhaftet scheint - Potenzial für Internetplattformen sieht sie auch für ihre Branche. »Zunehmend mehr Endgeräte sind fähig, nicht nur verschiedene Medienformen darzustellen, als auch ins Netz zu laden«, beobachtet Pöpperl. Dies sei auch eine enorme Herausforderung für die Plattformbetreiber: Die Inhalte der Communitys müssten prinzipiell in einem permanenten Content-Filtering auf etwa jugendgefährdende Inhalte durchforstet werden. »Aus dieser Angst heraus, haftbar für strafbare Inhalte gemacht werden zu können, sind noch viele Anbieter zögerlich«, weiß die Expertin. Scansysteme, die automatisiert die guten von den bösen Beiträgen trennen, kennt Pöpperl bislang nicht. Wie schon vor Jahren müssen auch heute noch in einem ständigen Wettlauf mit der Zeit verwerfliche Inhalte manuell aussortiert werden.

Neue Lexika. Für Thomas Strasser, Geschäftsführer des Linzer Softwarehauses Silbergrau, ist das Social-Software-Modell eines Wiki (siehe Kasten) ebenfalls nichts Neues. Ein Wiki ist eine verfügbare Seitensammlung (in der Regel mittels HMTL verlinkt), die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden kann. Seit 2001 beschäftigt sich der Oberösterreicher mit Content-Management-Modellen wie diesem. Silbergrau fokussiert sich auf Websites und Webdesign - doch das hört Strasser nicht so gerne. »Wir haben uns auf Portalanwendungen und Anwendungsintegration spezialisiert«, spielt der bekennende Open-Source-Fan in einer höheren Liga. Das interne Supportsystem bei Silbergrau läuft auf Wiki-Basis: Mitarbeiter können eigenständig Texte eingeben und durch geschickte themenrelevante Verknüpfungen einen Kontext zu bereits bestehenden Inhalten herstellen. Es sei »nicht viel dabei«, so Strasser, den Informationspool eines Unternehmens auf einem Wiki aufzubauen. Doch warnt der Silbergrau-Geschäftsführer bei aller Liebe zur Technik vor Mängeln in der Benutzerfreundlichkeit der Systeme. »Was in einem nichttechnischen Umfeld sauer aufstößt, ist das strikte Verlinken nach WikiWiki-Words«, weiß Strasser. Aus Usability-Gründen kreierten die Linzer kurzerhand ihr eigene Social-Software: Die übliche Verknüpfung nach einzelnen Schlagworten wurde umgangen, die Inhalte auf eine breitere Basis gestellt. Die Indizierung erfolgt nun auch nach Autoren und diffizileren Kriterien wie dem Content-Standort und der Art der Textdarstellung. Dieser neue Level der Beschlagwortung eröffnet frische Möglichkeiten: etwa das Verknüpfen von Texten in verschiedenen Sprachen - etwas, das in klassisch aufgebauten Wikis in der Regel ausgeklammert wird. Weiters ist ein solches System fähig, dem Anwender selbst Links zu verwandten Seiten vorzuschlagen. Verknüpft wird dann nur noch thematisch. Technokratisch angeführte Schlagworte à la WikiWiki-Words verschwinden in den Hintergrund.

Bei Unternehmen wie Silbergrau gehört es beinahe zum guten Ton, sich technisch vor dem Kunden im Understatement zu üben. Da werden komplexe Portale in Projekten einfach »Netzwerk« getauft - diese Vokabel verstehen heutzutage schließlich die meisten. Für den Oberösterreichischen Fußballverband wurde mit der Content-Management-Technologie »blueContent«, die sich bereits im internen Support-Wiki bewährt hat, die ballverrückte Lokalszene elektronisch abgebildet. Das Netzwerkprojekt reicht von der Verwaltung der Spiele, Spieler und Ergebnisse bis zur Erfassung der Spielberichte direkt am Spielfeld mit Laptop und Handy. Dabei findet der Erfindungsreichtum kaum Grenzen: Mit der entwickelten Software ist es nun auch möglich, live von den Spielen zu berichten. The name of the game: »BallCasting«. über die BallCasts können die Ereignisse als Weblogs oder normale HTML-Seiten angezeigt werden.

Neue Hierarchien. Grundlegend haben Social-Software-Systeme wie Weblogs und Wikis eines gemeinsam: Sie stellen die traditionelle Arbeitsweise, sich mindestens dreizehnmal durch ein Filesystem klicken zu müssen, um eine Datei zu finden, auf den Kopf. »Diese Art, wie Daten gesammelt und weitergegeben werden, ist Vergangenheit«, prophezeit Rappold. Die Workforce darf sich schon einmal darauf einstellen, sich künftig in weniger hierarchisch aufgestellten Ordnersystemen zu bewegen. Frei nach dem Motto: Information wird optimal verwaltet (und gefunden), wenn sie kontextualisiert und semantisch verknüpft ist. Die Idee: ein einziger Know-how-Pool - aber verschiedene Sichtweisen darauf. übrigens, das gibt es schon: Es ist das Internet. Das Informationsmanagement darin darf nun professioneller werden: Vor allem PR-Agenturen sollten sich massiv mit dem neuen Medium Weblog beschäftigen, rät der Knallgrau-Geschäftsführer. »Die Unternehmen können mit der richtigen Informationsstrategie völlig neue öffentlichkeiten entstehen lassen.«

Alles bekannt. Unternehmen wie IBM oder auch Novell sehen eines der wesentlichen Attribute von Social Software - Collaboration - als Herzstück. Ein Lokalaugenschein bei der Unternehmenszentrale in Wien zeigt eines der durchdringendsten Intranetportale, die es weltweit gibt. Das interne Portal bei IBM lässt kaum Wünsche offen, was Tools für die Zusammenarbeit in Projektgruppen, zu Themen oder die Echtzeitkommunikation betrifft. Durch eine »Presence«-Funktion ist etwa jederzeit feststellbar ob ein Mitarbeiter am Arbeitsplatz sitzt - oder gerade nicht erreichbar ist. Eingebettet in einem simplen - aber intern abgegrenzten - Instant-Messenger ist dann auch sichtbar, welcher Kollege in welcher Weise gerade erreicht werden möchte. Selbst elends lange Meetings, die normalerweise die Erreichbarkeit am Telefon neutralisieren, gehören damit der Vergangenheit an. Selbst mitten in einem Telefongespräch poppen die kurzen Textnachrichten am Bildschirm auf. Fragen wie »Wer ist die Vertretung von Frau Bacher?« können damit schnell und einfachst beantwortet werden. Wenngleich solch komplexe Lösungen kaum in der Kundenlandschaft zu finden sind: IBM-Business-Software-Chef Josef Kröbmannsberger sieht den zwangsläufigen Trend zum »integrierten Arbeitsplatz«. Der Wechsel zu Instant-Messenger und Webcasts sei nur noch eine »Kulturfrage«. Interne Suchfunktionen werden in Zukunft die Informationspools der Portale weiter aufwerten. Ein Kunde, der bereits auf dem IBM-Portalsystem »Websphere« Instant-Messages verschickt, ist etwa die Telekom Austria.

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Die Chinesen kommen

Für Jin Wang, Marketingvorstand des Hightechunternehmens Huawei Technologies, ist der europäische Markt keine besondere Sache. »Ihr Europäer solltet keinen Unterschied machen, ob nun ein amerikanisches oder ein chinesisches Unternehmen als Mitbewerber auftritt«, plädiert der Manager für ein globales Selbstverständnis in der Begegnung mit neuen Marktteilnehmern. Es sind Konzerne wie Lenovo, der IBM die traditionelle Computersparte abgekauft hat, oder der Netzwerkausrüster Huawei, die für eine neue Welle am asiatischen Markt sorgen. Waren bislang vornehmlich Japan und die Tigerstaaten Südostasiens für rasantes Wirtschaftswachstum und Hochtechnologieprodukte berühmt-berüchtigt, ist nun China ein potenter Neuzugang. Die größte Volkswirtschaft der Welt ist auf dem besten Weg, sämtlichen bekannten Wirtschaftsräumen den Rang abzulaufen. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat mit seinen 1,3 Milliarden Bürgern nicht nur mehr Einwohner als die Europäische Union und Afrika zusammen - es hat sich auch vom Image des Billiglohnproduzenten emanzipiert. Was zählt sind nun Kapital, Investitionen im Ausland sowie Topkonzerne, die, geprüft vom riesigen Binnenmarkt, ihr Glück nun bei den alten Kolonialherren suchen. Wenngleich Glück etwas für Träumer ist: »Unser Land verfügt über mehr als hundert Universitäten, konzentriert Forschung und Entwicklung multinationaler Konzerne und ist anderen in manchen Technologiebereichen um Jahre voraus«, rechnet Wang vor.

Unterschätzte Wirtschaft. Unternehmen wie Huawei ist die westliche Marktwirtschaft alles andere als fremd. Oftmals bereits in den Achtzigerjahren gegründet, haben die vielerorts ausschließlich privat geführten Konzerne reichlich Markterfahrung in den einschlägigen Wirtschaftszonen sammeln können, die in genügend großer Entfernung von der Zentralregierung in Peking liegen.

Regionen wie die Provinz Shandong, die an der Ostküste Chinas liegt, sind so etwas wie der Wachstumsmotor des Riesenreichs. Deren größte Stadt, Qingdao, ist nicht nur für sein Bier bekannt, das als Relikt einer ehemals deutschen Kolonialstrategie geblieben ist. Sie ist auch Sitz zahlreicher Unternehmen, die nicht nur im eigenen Land sondern international keinen Stein auf dem anderen lassen. Eines dieser Unternehmen ist Haier, weltweit viertgrößter Hersteller von Haushaltsgeräten. Die absolute Marktführung hat das 12-Milliarden-Dollar-Unternehmen im Bereich Klimaanlagen. Kein anderer Konzern produziert und exportiert vergleichbare Zahlen in der Klimatechnik. Haier gibt sich zu Recht unbescheiden: Man setzt auf einen einheitlichen globalen Brand und darauf, die weltweite Nummer eins in Sachen »weißer Ware« zu werden. Wer denkt, das Unternehmen baue auf seine Heimat als Billiglohnland, irrt. über dreißig Fabriken besitzt der Konzern in Ländern wie den USA, Italien und im Mittleren Osten. »Wir wollen nahe am Kunden sein«, heißt es aus der Zentrale in Qingdao.Ein wesentlicher Fehler im Umgang mit der Wirtschaftsregion China sei, Orte und Regionen in einen Topf zu werfen, sagen Asienexperten. Die Städte an der Küste sollten nicht mit dem teils noch völlig unerschlossenen Hinterland verwechselt werden. In Peking werden völlig andere Suppen gekocht als in Metropolen wie Shanghai. Shenzhen etwa wurde innerhalb zwanzig Jahren als moderne Hightechstadt aus dem Boden gestampft. Wo früher Reisfelder waren, befindet sich heute eine mit Hongkong konkurrierende Großstadt. Außerhalb Hongkongs ist es die chinesische Stadt mit dem größten Pro-Kopf-Einkommen.

»China ist das Beschaffungs- und Produktionszentrum der Welt geworden«, weiß Stefan Höffinger, Vice-President und Asienexperte bei der Beratungsfirma A.T. Kearney. An Wirtschaftsgröße wurde vor kurzem die Europalokomotive Deutschland überholt, die Chinesen sind bereits in der Top-5-Liga der größten Wirtschaftsräume zu finden. Mittlerweile werden die Top drei angepeilt. Das Reich der Mitte ist heuer zu den fünf größten Autoproduzenten der Welt vorgestoßen. Das modernste VW-Produktionswerk für das Passat-Modell steht in Shanghai. Die Handyproduktion wiederum lebt vom eigenen Absatzmarkt. Von 1998 an wurde die landesweite Produktion bis 2004 von acht auf 160 Millionen Stück erhöht. Und China ist zu einem Zentrum für F&E-Aktivitäten geworden. Der Bereich Forschung und Entwicklung zog im Jahr 2000 noch 35 Entwicklungscenter internationaler Konzerne an. Zwei Jahre später waren es bereits hundert. Firmen wie Oracle, Motorola, Nokia, JVC, Microsoft oder Panasonic setzen auf einen Riesenpool an willigen Forschern. Stefan Höffinger, der vor einigen Jahren als Talentscout von Roland Berger in Ostasien unterwegs war, erinnert sich an den »Hunger nach Wissen, den die Studenten in China haben«. Nach einem Vortrag an der renommierten Fudan-Universität in Shanghai wäre er »von einer Traube begeisterter junger Leute« umgeben gewesen. Ein frappanter Unterschied zu dem gedämpften Interesse, das normalerweise bei Studenten in den EU-Staaten zu finden sei.

Kaderkapitalismus. Die Großkonzerne Chinas sind nun aufgebrochen, um ihrerseits Marktanteile am Hightechmarkt zu gewinnen. Dass dies in der Branche nicht so gern gesehen ist, ist klar. So mancher Branchenplayer in Europa ortet eine drohende Gefahr der Verstrickung von Wirtschaft und nationalen Interessen der Chinesen. Da ist gar von einem »Kaderkapitalismus« die Rede: Wirtschaftlich erfolgreich sind meist Unternehmer mit guten Beziehungen zu den Mächtigen. Doch widerlegen Unternehmen wie Huawei diese These: Nachdem dem Konzern schon von der mächtigen France Telecom das Mandat erteilt wurde, halb Frankreich für eine Modernisierung des Festnetzes umzugraben, hat Huawei ebenfalls den Etat des milliardenschweren Netzwerkprogramms »21st-Century-Network« der British Telecom gewonnen. Prompt kündigte daraufhin der britische, im Bieterverfahren unterlegene Netzwerkausrüster Marconi eine umfangreiche Neuorganisation seiner Unternehmensstruktur an. Gerüchten zufolge steht nun eine übernahme durch Huawei ins Haus. Es gibt auch andere Märkte, in denen chinesische Unternehmen den Westlern das Fürchten lehren: Der Automobilhersteller Nanjing Automobile hat den im April in Bankrott gegangenen britischen Traditionskonzern Rover übernommen. Und die Mineralölgesellschaft China National Offshore Oil Corporation gab eben erst medienwirksam im Bieterwettstreit um den amerikanischen ölkonzern Unocal w.o. Grund für die Rückzugsentscheidung sei der »beispiellose politische Widerstand« in den Vereinigten Staaten gewesen, teilten die Chinesen mit.

Angriff auf Europa. Und es geht weiter im neuen Wettbewerb mit den Europäern. Der chinesische börsennotierte Telekomausrüster ZTE greift nun Branchengrößen wie Siemens, Ericsson, Alcatel oder Nokia auch in Deutschland an. ZTE werden gute Karten in der Ausschreibung für den deutschen Blaulichtfunk bescheinigt. »Wir sind jung und lernfähig. Wir werden unsere Marktanteile auf jeden Fall bekommen«, erklärt ZTE-Manager Haifeng Ling. Europäische Unternehmen wie Siemens hätten in China Zehntausende Mitarbeiter - da müsse es auch erlaubt sein, dass chinesische Unternehmen den Wettbewerb in Europa beleben.

Auch wenn man sich vordergründig nicht über den Preis definieren möchte, sind Produkte und Dienstleistungen made in China in der Regel markant günstiger als ihre Pendants aus Hochpreisregionen wie der EU. Huawei-Manager Wang übt sich in freundlicher Zurückhaltung, »wir nehmen niemandem Marktanteile weg, sondern arbeiten gemeinsam an der Vergrößerung des Kuchens«. Angst vor dem Fremden bringe keinem etwas, so Wang. Zudem seien die Europäer und Chinesen gar nicht so verschieden, beobachtet der Marketingexperte, der seit Jahren in Schweden lebt. »Tief im Inneren sind wir sehr ähnlich. Lediglich Ausdruck und Emotionen werden verschieden gezeigt.« Das chinesische Volk sei »sehr offen und technologieaffin«. Sobald aber ein Unternehmen aus dem Reich in Europa die Zelte aufschlägt, müsse es ohnehin wie eine hiesige Firma geführt werden. »Hier in Schweden ist Huawei ein schwedisches Unternehmen nach schwedischem Gesetz.« Arbeitspolitische Wunder, die normalerweise in Europa nicht möglich wären, werden damit ausgeschlossen. Dies möchte auch Huawei nicht: »Wir konzentrieren uns auf die lokalen Märkte in den einzelnen Staaten«, sagt Wang. Nicht die neue Konkurrenz würde die Preise bestimmen, sondern der Zugang zu neuen Technologien und Produkten. Auch in China wird mit Wasser gekocht: Die wirklich Großen haben internationale Wirtschaftsprüfer wie PriceWaterhouseCoopers und KPMG an Bord. Die Art, wie Business in China stattfindet, ist mittlerweile internationaler Natur.

Europäer: Nicht verstecken! Bei aller Flexibilität und Aufgeschlossenheit, die chinesische Unternehmen den Europäern voraus haben, ortet Stefan Höffinger für die Alte Welt auch Chancen im Kampf um Weltmarktanteile. »Der chinesische Arbeitsmarkt ist zwar sehr flexibel, die Loyalität zum jeweiligen Unternehmen hält sich aber in Grenzen.« Diese sei vielmehr in den Beziehungen zur eigenen Familie und den Clans ausgeprägt. Firmen, die sich mit dem Reich der Mitte beschäftigen, sollten aus diesem Grund ihre Hausaufgaben gewissenhaft erledigen. Zwar sei kurzfristig oft vieles möglich, so Höffinger. über einen längeren Zeitraum hingegen zähle aber Kontinuität und Stabilität - Attribute, die China erst beweisen muss. Zudem könne bei der Produktivität, die viele Chinesen an den Tag legen, noch einiges verbessert werden. Fazit: Im Vergleich mit dem europäischen Arbeitsmarkt sieht die Welt dann wieder ganz anders aus. Ob dieser Vorteil auch auf Unternehmungen in Europa selbst ummünzbar ist, bleibt fraglich. Hierorts kommt einer der Vorteile, die asiatische Konzerne gegenüber den Europäern haben, schwer zu tragen: Service. Der Dienstleistungsgedanke sei im Fernen Osten weitaus ausgeprägter vorhanden, hat Höffinger beobachtet. Schon aus diesem Grund sollte sich Europa auf eine stärker werdende Konkurrenz einstellen.

»Die Chinesen sind wirtschaftlich sehr begabt«, ist ein gängiges Vorurteil, das sich bewahrheitet hat. China dürfe man nicht unterschätzen, so der A.T. Kearney-Experte. Eines aber sollte man ebenfalls nicht vergessen: Allein der Wirtschaftsraum um Tokyo, der rund dreißig Prozent der japanischen Wirtschaft ausmacht, ist derzeit größer als der Gesamtmarkt Chinas und wird auch in den nächsten Jahren nicht so schnell die kapitalistische Vorherrschaft in der Region aufgeben. Dennoch: Zukünftig wird vom ostasiatischen »Powerhouse« Japan-China-Korea die Rede sein. Auch wenn die derzeit noch stark zerklüftete Wirtschaftsregion Indien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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Die Sprache des Raumes

Eigentlich war diese Geschichte ganz anders geplant: In einer Redaktionssitzung kam zur Sprache, dass Firmenaufstellungen immer mehr in Mode kommen. Journalisten sind naturgemäß notorische Skeptiker - »so ein Humbug«, dachten wir uns denn auch gleich. Das ist so schon seit Jahren nachzulesen: Da gibt es diese Familienaufstellungen, da geschehen Dinge, die haben wir als Kinder als »Tischerlrucken« kennen gelernt. Da kann also was nicht in Ordnung sein, wenn jetzt auch schon Firmen aufgestellt werden. Als Journalisten (als Skeptiker) erfüllen wir für unsere Leser die Aufgabe, genau nachzufragen (damit der Leser nachlesen kann) - das ist dann auch geschehen. Das ursprüngliche Bild wandelte sich jedoch bald:
Durchaus »ernstzunehmende« Leute, also solche, die nie und nimmer der esoterischen Ecke (mehr dazu später) zuzuordnen sind, beschäftigen sich ernsthaft mit dem »Aufstellen«.
Der nächste Schritt: Beim Carl-Auer Verlag nachfragen, was die für Literatur zu bieten haben. Und siehe da: Fritz Simon, Mitbegründer des Verlages und jedem Personalentwickler als systemische Lichtgestalt bekannt, befasst sich auch mit dem Thema. Simon ist überzeugter Konstruktivist, das heißt, er ist davon überzeugt, dass »Wissen« nicht in der Luft herumschwirrt, sondern nur in Körpern von biologischen Individuen generiert werden kann.

Historisches
Nach dieser ausnahmsweise überlangen Einleitung zu den Fakten. »Aufstellungsarbeit« wurde in den Neunzigerjahren so richtig zum Boom. Da kommt man um einen Mann nicht herum: Bert Hellinger, geboren 1925, katholischer Priester, der 1970 dieses Amt zurücklegte, um sich der Psychoanalyse zuzuwenden. Er befasste sich mit Themen wie Gruppendynamik, Primärtherapie, Transaktionsanalyse und hypnotherapeutischen Verfahren. Um schließlich seine eigene »systemische Familienaufstellung nach Bert Hellinger« zu entwickeln. Zu Tausenden strömten Anhänger zu seinen Seminaren, ließen sich »aufstellen«, kehrten geläutert oder geheilt nach Hause zurück. Manche Klienten sind aber auch in tiefe Depressionen geraten und entwickelten suizidales Potenzial.

Das Aufstellen
Was war geschehen? Was hat Hellinger »angestellt«? Eigentlich nichts. Doch das Leben funktioniert oft so: Wir beginnen erst zu reflektieren, wenn wir ein ernsthaftes Problem haben. Dieses können wir im stillen Kämmerlein lösen, einen Coach, einen Berater oder eine andere Bezugsperson konsultieren. Bert Hellinger war im Rahmen seiner Ausbildung draufgekommen, dass es da noch was gibt: Wenn man Leute in einem Raum aufstellt, dann zeigen diese an bestimmten Stellen eines Raumes und in bestimmten Abständen und Blickwinkeln zu anderen Personen bestimmte Gefühlsregungen - oder »Wahrnehmungen« . Ein Teil der Bevölkerung findet die Tatsache, dass Stellvertreter oft unglaubliche Gefühlsregungen und unglaubliches Wissen über fremde Personen äußern, grandios, anderen ist das schlichtweg suspekt. Die einen rufen »Humbug«, andere vertreten die Meinung: »Irgendwas muss dran sein, es funktioniert zumindest.« So geschah es denn auch.

Esoterik
Ein Gutteil der Hellinger-Anhänger kam und kommt aus der Esoterikecke. Das hat seine Gründe: In Familienaufstellungen wurden unbekannte Halbgeschwister entdeckt, sexuelle Missbräuche ans Tageslicht gebracht (im Film »Das Fest« grandios geschildert). Das sind unerklärliche Dinge, wer sich Unerklärliches erklären will, muss glauben. Menschen aber, die sich die Welt »rational« erklären, konnten derartige Gefühlsregungen nicht mit Erkenntnissen in Einklang bringen. Kein Wunder also, dass es zu Polarisierungen kam.

Neutrale Player
Nach und nach aber betraten - wir nennen sie mal so - »neutrale Player« die Aufstellungsbühne. Wie der in München, Laibach und Graz lehrende Logiker Matthias Varga von Kibèd. Der ist ein brillanter Querdenker und erwähnt Aufstellungen in seinen Schriften ganz unverfänglich, ohne jegliche Interpretation in irgendwelche Richtung, als selbstverständliches Werkzeug seiner Arbeit (nicht zu vergessen seine kongeniale Partnerin Insa Sparrer).
Sparrer und Varga entwickelten eine ganze Reihe von speziellen Möglichkeiten, Problemstellungen - wobei das Wort »Problem« wertfrei zu verstehen ist - aufzustellen (Drehbuchaufstellungen, Teamaufstellungen, ja, man kann sogar »sich selbst« aufstellen). All diese Formen nennen die beiden »systemische Strukturaufstellung«.
Das klingt schon mal viel unverdächtiger als »Familienaufstellung«, da denkt man nicht gleich an »unbewältigte Vergangenheit« (das war ja tatsächlich die Hauptkundschaft von Bert Hellinger).

Reizfigur
Wobei wir schon wieder beim »Vater« der Familienaufstellungen angelangt waren. Dass er zur Reizfigur wurde, liegt wohl auch an seinem autoritären, normativen und direktiven Arbeitsstil. Die meisten seiner Nachfolger gehen den Weg, dass nach der Grundaufstellung, die der Klient vornimmt, alle Stellvertreter, nachdem sie ihr Befinden an der Stelle geschildert haben, an der sie sich befinden, ihre Position selber verändern können. Hellinger macht das selbst. Und er hat die Idee der »Ordnung der Liebe« entwickelt. Jede Störung diese Ordnung (etwa die Geburtenfolge bei Geschwistern) mache unweigerlich krank.
Bei Hellinger kann es auch passieren, dass ein Stellvertreter oder Klient, wenn er sich weigert, das zu tun, was der »Meister« anordnete, von diesem sehr unwirsch zurechtgewiesen wird (bis hin zur Drohung, er/sie habe »sowieso keine Chance«). Solche äußerungen kann man wirklich nicht als »systemisch« bezeichnen.

Missverständnisse
Das ist auch der Grund, warum das »Systemische« landläufig gern mit Hellinger verwechselt wird. Erzählt ein Mensch, er sei »systemischer Familientherapeut«, dann erhält er oft die Gegenfrage »aha, nach Hellinger?«. Auch die Beratungsbranche kämpft noch mit der Bezeichnung »systemisch« - weil niemand so genau beschreiben kann, was denn systemisch heißt. Brigitte Sachs-Schaffer, die ein Ausbildungszertifikat für Aufstellungen innehat und in Gießhübel bei Wien tätig ist, erklärt das Wort »systemisch« ziemlich anschaulich: »Das ist die Gesamtheit der Dynamiken, die ein System am Leben erhält.«
Trotz der Unklarheiten und Missverständnisse verbreitete sich die Aufstellungsarbeit immer mehr, weil eben viele Nichtesoteriker die Erfahrung gemacht hatten, dass in einer Aufstellung nützliche Dinge passieren. Zu den prominentesten Vertretern gehören neben Varga und Sparrer Gunthard Weber und Gunther Schmid.

Nach Hellinger
»Nach Hellinger« kann Verschiedenes heißen: zeitlich und ideologisch. Bleiben wir bei der zeitlichen Dimension. Viele Therapeuten und Berater, welche mittlerweile die Aufstellungsarbeit (erfolgreich) anwenden, waren tatsächlich durch Bert Hellinger mit der Arbeit »in Berührung« gekommen. Oder durch Sparrer und Varga, mittlerweile die schillerndsten Fixsterne am systemischen Firmament.
Varga und Sparrer haben kein Problem damit, dass sie bei Hellinger »gelernt« hatten. Ganz im Gegenteil: Sie betonen immer wieder die großen Verdienste Hellingers. Sie haben das Werkzeug allerdings weiterentwickelt und verfeinert. Die Aufstellung ist fixer Bestandteil der von den beiden entwickelte »Tetralemmaarbeit«.

Tun oder nicht tun
Kommen neue Werkzeuge in den Handel, hat man für gewöhnlich zwei Möglichkeiten: Man lässt die Finger davon, weil man nicht weiß, wie sie funktionieren, oder man verwendet sie, weil sie funktionieren. »Wie ein Computer funktioniert, wissen die wenigsten Menschen, trotzdem verwenden ihn die meisten.« Dieses Argument war auch für Martin Kohlhauser, einem Wirtschaftsjournalisten in Wien, ein überzeugendes. Trotzdem: Im privaten und beruflichen Umfeld wurde er immer darauf angesprochen, dass dies alles nur »Zauber und Magie« sein könnte. Das ärgerte ihn einigermaßen und brachte ihn schließlich dazu, »Beweise« zu sammeln, um wenigstens die Wirksamkeit wissenschaftlich zu belegen. Im Frühjahr dieses Jahres erschien im Carl-Auer Verlag seine Arbeit in Buchform: »Organisationsaufstellungen evaluiert - Studie zur Wirksamkeit von Systemaufstellungen«. Damit war zwar noch nichts erklärt, aber wenigstens mal dokumentiert, was alle, die das Werkzeug schon verwendeten, sowieso schon in Erfahrung gebracht hatten. Detail am Rande: Auch er sieht Hellingers Rolle so, dass er »viel von ihm gelernt« habe, die schiefgelaufene Diskussion freilich eine andere Geschichte sei.

Debattenkongress
Etwa zur selben Zeit, als Kohlhauser seine Datensammlung anging, also im Jahre 2003, organisierten Fritz Simon, Gunthard Weber und Gunther Schmid ein bemerkenswertes Seminar: Sie veranstalteten eine Reihe von Aufstellungen und debattierten mach jeder Aufstellung, was denn nun wohl vor sich gegangen sei (und ob wirklich jede Aufstellung auch eine Aufstellung sei). Nachzulesen ebenfalls in einem hervorragenden Buch: »Aufstellungen revisited - nach Hellinger?«. Das war aber nicht als wissenschaftliche Forschung konzipiert, sondern gibt vor allem Aufschluss darüber, warum das Thema in der öffentlichkeit derart kontroversiell diskutiert wurde - und noch immer wird.

Die Neugier
Die Neugier ist es, die viele Menschen immerzu fragen lässt, »warum die Dinge so sind, wie sie sind«. Peter Schlötter aus Karlsruhe ist so ein »Neugierologe«. Nach dem Abitur stand für ihn die Frage an, ob er »entweder mit Menschen oder mit Maschinen« arbeiten sollte. Nach dem Zivildienst im psychosozialen Bereich war ihm klar geworden: »Ich hatte nicht die nötige Härte für einen sozialen Beruf.« Also wurde Maschinenbau studiert.
1994, als er als Abteilungsleiter für Technik einen schnell wachsenden, mittelständischen Betrieb in der Fahrzeugtechnikbranche am Markt etabliert hatte, die »Sache getan war«, kam die Sinnfrage: »Vielleicht doch mit Menschen arbeiten, vor allem mit diesem Hintergrundwissen?« Die Zeit für einen Berufswechsel war gekommen.
Schlötter absolvierte eine psychotherapeutische Ausbildung und eröffnete 1998 eine eigene Praxis. Bei Gunthard Weber kam noch eine Ausbildung für systemische Aufstellungen hinzu, schon 1999 entwickelte Schlötter seine nunmehr berühmten »stummen Vertreter«. Im Jahre 2000 begann ein weiteres Studium am Institut für Familienunternehmen an der Universität Witten/Herdecke. Eines Tages unternahm Schlötter mit seinen ehemaligen Ingenieurskollegen eine Bootsfahrt auf der Loire. Denen erzählte er von seinen stummen Vertretern und welch tolle Ergebnisse Aufstellungsarbeit zeitigt. »Doch die glaubten mir kein Wort, also mussten Beweise her«, erzählt Schlötter. Ein erster Versuch, mit eben diesen skeptischen Exkollegen eine Art »Beweisführung« zu bewerkstelligen, scheiterte kläglich: Er endete in heillosen Diskussionen, weil sich jeder Exkollege das Phänomen anders erklärte.

Rettungsanker
Außerdem wurde Schlötter klar, dass eine wissenschaftliche Arbeit nur Sinn macht, wenn sie eine akademische Prüfung und Anerkennung erfährt. Dazu bedarf es eines »Doktorvaters«. Wer könnte aber Interesse daran haben, dass erforscht wird, wie »Wissen« in Aufstellungen generiert wird? Wo doch diese Forschungsarbeit nicht einmal einer eindeutigen Kategorie zugeordnet werden kann.
Zu diesem Zeitpunkt studierte Schlötter also in Witten, Fritz Simon war einer seiner Professoren. Dem schilderte er sein Vorhaben und stieß nicht nur auf offene Ohren, sondern sogar auf Unterstützung (was eigentlich wiederum nicht verwundert, Simon war zwar immer ein unerbittlicher Hellingerkritiker, dass Aufstellungen funktionieren, hat er jedoch niemals angezweifelt).

b>Kein Zufall
Das wichtigste Detail bei der Arbeit war die Klärung, ob denn die Gefühle, welche Stellvertreter in Aufstellungen fühlen und schildern, nun reiner Zufall sind - oder nicht. Die Vergangenheit hatte ja eine eindeutige Tendenz zu »kein Zufall« gezeigt, es fehlte aber eben der empirische Beweis dafür.
In der Tat stellte sich in über 3000 Einzelversuchen heraus, dass alle Versuchspersonen an allen Plätzen, an die sie gestellt wurden, »signifikant«(wie es wissenschaftlich heißt) die gleichen (zumindest ähnlichen) Empfindungen verspürten und äußerten. Auch bei der Versuchsreihe »Platz suchen« (wo die Stellvertreter nach der Grundaufstellung einen für sie angenehmeren Platz zu suchen hatten) ergab sich das gleiche Bild: Es ist alles andere als Zufall.

Stellungssprache?
Dann bleibt die Frage: »Was ist es dann?« Eine erste Annäherung gelang schon Matthias Varga von Kibèd und Insa Sparrer, die von den Begriffen »fremde Gefühle« und »fremdes Wissen« abgingen, weil das »suggeriert, dass Gefühle oder Wissen irgendwie transportiert werden könnten«, so Varga. Stattdessen führten sie den Begriff »repräsentierende Wahrnehmung« ein und brachten ins Spiel, dass man dies als eine Art »nonverbale Sprache« verstehen könnte.
Von dieser Annahme ging auch Peter Schlötter aus. Da die Zufallsfrage nun geklärt ist, steht die Frage an, welchen Namen man dieser Sprache geben soll. Die wissenschaftliche Version »Sprache von der Stellung im Raum« und ähnliche Formulierungen klingen etwas sperrig, mit unserer Version von der »Sprache des Raumes« kann Schlöter auf Anfrage »gut leben, das gefällt mir sehr gut«.

Offene Fragen
Es sind also bei weitem nicht alle offenen Fragen zum Aufstellungsthema geklärt. Das macht nix. Schlötter: »Wie immer in der Wissenschaft wirft eine Antwort eine Reihe von weiteren Fragen auf.«
»Doktorvater« Fritz Simon haben wir um einen kurzen Metakommentar gebeten - hier ist er: »Schlötter hat nachweisen können, dass das Erleben der Stellvertreter in einer Aufstellung von der Position im Raum in Relation zu den anderen Stellvertretern bestimmt wird und noch von den Merkmalen oder Fähigkeiten der Stellvertreter. Damit hat er gezeigt, dass es sich hier um ein objektivierbares Phänomen handelt und nicht um Massensuggestion oder ähnliches . Nun gilt es, sich wissenschaftlich mit der Frage zu beschäftigen, wie dies zu erklären ist.«

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Hacker vs. Cracker

Der nicht allgemein klar definierte Begriff Hacker bezeichnet aber eigentlich eine Person, die mit erheblichem Sachverstand mit Computern umgeht, üblicherweise einen Programmierer oder Netzwerkfachmann. Historisch waren Hacker allerdings nicht einfach nur Computerspezialisten, sondern Menschen, die einzig und allein am Ausreizen neuer Möglichkeiten der digitalen Technologie und ihrer Maschinen, häufig entgegen ihrem ursprünglichen Anwendungszweck, interessiert waren. In diesem Zusammenhang kursiert eine bildlich umschreibende Definition des Hackers, die auf besonderes Geschick und Fachkunde hindeutet: Builds furniture with an ax - jemand, der nur mit einer Axt als Werkzeug Möbel herstellen kann.

Heute wird der Begriff Hacker oft verwechselt mit jemandem, der Computer nur zu illegalen Zwecken einsetzt, zum Beispiel in fremde Rechner und Netzwerke eindringt, nur um dort Schaden anzurichten, Kopierschutzmechanismen umgeht, oder fremde Daten beschädigt. Diese werden unter den Hackern als Crasher und seit Anfang der 90er allgemein hin auch als Cracker charakterisieret.

Der Ursprung des Begriffs Cracker liegt in der englischen Umgangssprache und bezeichnet hier das Aufbrechen von etwas oder das (Zer-)Brechen der Wirkung eines Sicherheitssystems oder einer Sperrvorrichtung. Zu seinen Handlungen gehört das Lahmlegen von Computer- und Telefonnetzen genauso wie das kriminelle Eindringen in fremde Computersysteme, auch mit übernahme der Kontrolle über das fremde System, Belegen von fremden Speicherressourcen, Diebstahl von Rechenleistung für eigene Zwecke und Diebstahl, Manipulation oder Zerstörung von Daten, sowie das Terrorisieren seiner Mitmenschen durch absichtlich herbeigeführte Abstürze der Rechner, etc.

Tätigkeiten eines Hackers
Grundsätzlich hat ein Hacker, der in fremde Computersysteme eindringt, aber eher rechtschaffene Absichten. Er glaubt an die Freiheit der Information oder sucht nach Informationen, mit denen er kriminelle Handlungen oder eine Verschwörung aufdecken kann. Viele Hacker agieren nur zum Spaß, manche im Auftrag ihres Landes, eines Geheimdienstes, als Wirtschaftsspione, oder nur um (im Auftrag des Betreibers) die Sicherheit eines Systems zu überprüfen. Wiederum andere wollen einer großen Masse von PC-Benutzern die Sicherheitslücken der Softwareunternehmen aufzeigen und somit klarstellen, das kein PC sicher ist, wie es in den Werbungen behauptet wird.
Oft bringt er sich dadurch in Konflikt mit der Gesellschaft , da dies zum Beispiel wirtschaftlichen Interessen, aber auch dem Datenschutz konträr gegenübersteht. Der Schutz der Privatsphäre ist allerdings auch dem Hacker wichtig.

Die Unterscheidung zwischen \"Hacker\" und \"Cracker\" hat sich im Englischen etwas mehr durchgesetzt. Oft unterscheidet man zwischen \"Black-\", \"White-\" und \"Grey-Hats\":
• Black-Hats handeln mit krimineller Energie, entweder um das Zielsystem zu beschädigen, oder um Daten zu stehlen.
• Ein White-Hat handelt, um seine Meinung von Informationsfreiheit zu verbreiten, und um zu beweisen, dass es keine 100%ige Sicherheit im Internet geben kann. Ein White-Hat ist meistens ein seriöser Programmierer, der sich in seinem Bereich sehr gut auskennt und somit die Schwachstellen kennt und weiß wie man sie vermeiden bzw. auch ausnutzen kann.
• Grey-Hats geben die Informationen an die öffentlichkeit weiter. Dadurch unterstützen sie die Black-Hats, die Lücke auszunutzen, lassen allerdings den Entwicklern auch die Chance, den Fehler zu beseitigen. Im Allgemeinen kann man, wenn man zwischen \"Gut\" und \"Böse\" unterscheidet, die Grey-Hats als neutral einstufen.

Berühmte Hacker
Von den Behörden und geschädigten Unternehmen aufgespürte und zur Rechenschaft und zum Schadenersatz herangezogene Cracker erlangen teilweise Berühmtheit. Aber nicht nur diese:

Technikfachleute
- Ken Thompson und Dennis Ritchie erfanden in den frühen 70er Jahren die heute am meisten verbreitete Programmiersprache C und entwickelten 1969 UNIX
- Richard Stallmann, unter anderem Gründer der Free Software Foundation (FSF)
- Eric S. Raymond, Autor und Programmierer von Open Source-Software
- Linus Torvalds, begann 1991 die Entwicklung des Linux-Kernels
- Tron, wies die Fälschbarkeit von GSM-Karten nach, und entwickelte ein verschlüsselungsfähiges und preiswertes ISDN Telefon

Kriminelle Cracker
- Robert Tappan Morris, schrieb 1988 den Morris-Wurm
- Kevin Mitnick, für Social Engineering bekannter Hacker, der erst nach mehreren Jahren Flucht vom FBI gefasst werden konnte
- Karl Koch, brach Ende der 80er Jahre zusammen mit Markus Hess in militärische US-Netzwerke ein, um Daten an den KGB zu verkaufen; anfangs aus ideellen Gründen und Neugier; später um dadurch seine Drogensucht zu finanzieren
- Kevin Poulsen manipulierte Telefonanlagen von Radiosendern, um bei Gewinnspielen Autos, Reisen und Geld zu gewinnen; wurde später vom FBI verhaftet
- John T. Draper alias Captain Crunch, war der erste Phreaker bzw. Telefonhacker. Er schaffte es kostenlos zu telefonieren und entdeckte weitere Methoden zur Manipulation von Telefonleitungen.

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Von der Idee zur Innovation

\"Alles, was erfunden werden kann, ist bereits erfunden.\" Diese durchaus kühne Randbemerkung notierte im Jahr 1899 der damalige Präsident des US-Patentamtes Charles H. Duell. Etwas voreilig, bedenkt man die Tatsache, dass auch 106 Jahre nach Duells Feststellung jährlich rund 700.000 Erfindungen zum Patent angemeldet werden und rund 4 Millionen Patente weltweit in Kraft sind. Die kreative Potenzial und der Erfindungsreichtum des menschlichen Geistes subsumieren heute unter dem Begriff der \"Innovation“. Die Innovationsfähigkeit eines Landes oder eines Unternehmens gilt als unabdingbare Vorraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. \"Innovation ist eine der wenigen Chancen für Hochpreisländer, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Roland Sommer, Experte für Innovationspolitik bei der Industriellenvereinigung. Eine Sichtweise, die in österreichs Unternehmenslandschaft auf breite Zustimmung trifft. Einen Firmenchef zu fragen, ob sein Unternehmen innovativ ist, ist in etwa so als würde man einen Geistlichen fragen, ob er gläubig ist. \"Natürlich“, wird die prompte Antwort lauten - über die Qualität sagt dieses Bekenntnis noch nicht viel aus, aber es gehört eben zum Berufsbild.
Der Begriff an sich ist bis heute merkwürdig schwammig geblieben. Auch ein Blick in die Werbung zeigt, Innovation ist ein Modewort unserer Zeit. Vom Klopapier, über Kaugummi bis zum DVD-Rekorder. Es reicht nicht mehr, neu oder anders zu sein, alles muss innovativ sein. Diese inflationäre Verwendung des Begriffes Innovation führt zu einer Verwässerung. Wirklich innovative Unternehmen von solchen zu unterscheiden, die sich lediglich mit dieser Bezeichnung schmücken, wird zunehmend schwieriger.

Das Problem der Begrifflichkeit
Idee, Erfindung, Innovation - drei Begriffe, die über viele Gemeinsamkeiten verfügen, jedoch nicht synonym verwendet werden können. \"Viele Erfindungen basieren auf der Analyse von bereits Vorhandenem, als Ausgangspunkt für Weiterentwicklungen. Also etwas neu, besser und moderner machen“, erklärt Friedrich Rödler, Präsident des österreichischen Patentamtes. Die Innovation gehe darüber hinaus und meint sämtliche Phasen einer Neuerung, von der Idee bis zu deren Umsetzung, so Rödler.
Einigkeit herrscht auch über die Unterscheidung von Idee und Innovation. \"Eine Idee ist ein Einfall, ein leitender Gedanke, eine Vorstellung, oft nur eine Ahnung, also ein geistiger Gehalt“, erklärt Hubert Köttritsch von SKF österreich. Aus dieser Idee, dem kreativen Gedanken heraus müsse eine Entwicklung stattfinden, um zu einer Innovation zu gelangen. ähnlich die Einschätzung von Josef Affenzeller, Koordinator nationale und internationale Forschung AVL List: \"Innovation ist der Prozess von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Markteinführung. Eine gute Idee zu haben, reicht heute nicht mehr aus.“
Interessant ist, dass \"im Zusammenhang mit dem Innovationsbegriff eine prinzipielle Annahme eines positiven Charakters suggeriert wird“, wie Christian Bartik vom Zentrum für Innovation und Technologie ausführt. Der Begriff Innovation werde positiv wahrgenommen, auch wenn es natürlich Innovationen gibt, die negative Auswirkungen nach sich ziehen. Damit ist Innovation zwar nicht gleichbedeutend, aber doch untrennbar mit Fortschritt verbunden.
Geht es um ein konkrete Definition des Begriffes Innovation, wird in der Regel auf den österreichischen ökonomen Joseph Alois Schumpeter verwiesen. Mit der deutschen übersetzung (1961) seines zuerst 1939 in den USA erschienen zweibändigen Werks \"Business Cycles“ fand der Begriff \"Innovation“ seinen Platz im deutschen Sprachgebrauch. Der ökonomischen Theorie des Kapitalismus folgend, beschreibt Schumpeter die wirtschaftliche Entwicklung als Prozess der \"schöpferischen Zerstörung“. Er spricht vom \"Prozess einer industriellen Mutation[,,,], der unaufhörlich die Wirtschaftsstruktur von innen heraus revolutioniert, unaufhörlich die alte Struktur zerstört und unaufhörlich eine neue schafft“. Demnach handelt es sich bei einer Innovation um eine radikale Neuerung. Eine Theorie, der sich auch Innovation Network Austria-Geschäftsführer Franz Filzmoser anschließt. Filzmoser gibt allerdings zu bedenken, dass eine Grenzziehung zwischen einer radikalen und einer vielleicht nicht ganz so radikalen Neuerung relativ schwierig ist.

Markt und Erfolg
Grundvoraussetzung für eine Innovation ist also eine Idee, die etwas (radikal) Neues verspricht. Darauf folgt die Umsetzung. Was dann noch fehlt ist der Markt, denn um von einer Innovation sprechen zu können, bedarf es auch im Schumpeter´schen Sinne des Marktes. Eine Innovation ohne Markteinführung bleibt auf dem Status der Idee stecken. \"Es geht immer um die wirtschaftliche Nutzung. Innovation ist die Umsetzung einer Idee bis hin zur Marktreife“, meint auch Gerald Fliegel, Innovationsmanager bei Siemens österreich, und verweist auf das englische Sprichwort \"research turns money into knowledge, innovation turns knowledge into money“. Etwas differenzierter sieht man den Erfolgsfaktor bei AVL-List. \"Die Quote für wirtschaftlich erfolgreiche Innovationen muss in unserem Unternehmen bei 60 Prozent liegen“, erklärt Affenzeller die Firmenpolitik. \"Aber man muss immer bedenken, dass Innovationen auch zeitintensiv sind. In dieser Zeit kann sich der Markt natürlich ändern. In diesem Fall muss man prüfen, ob die Innovation vielleicht für andere Bereiche sinnvoll ist. Am Innovationscharakter ändert dies aber nichts.“

Faktor Risiko
Ein zentrales Merkmal der Innovation ist die enge Verknüpfung mit dem Risiko. Das Beschreiten neuer Wege ist immer auch ein Schritt ins Ungewisse. \"Die Bereitschaft, Neues anzunehmen, nicht mit dem zufrieden zu sein, was es gibt und der konstante Versuch, es besser machen zu wollen, ist eine Grundeinstellung, die man entweder hat, im Laufe des Lebens erwirbt, oder eben nicht hat“, sagt Filzmoser, gibt aber zu bedenken, dass \"es vor allem für kleine Unternehmen ein großes Risiko bedeutet, sich auf neuem Parkett zu bewegen.“ So hat eine Erhebung des Innovation Network Austria herausgefunden, dass von zehn anfänglich als \"potenziell Erfolg versprechend\" eingestuften Innovationen nach einem Beobachtungszeitraum von drei Jahren nur 1,8 Produkte zu einem nachhaltigen Markterfolg führen. Die Dunkelziffer von Unternehmen, die an Innovationen gescheitert sind, ist enorm hoch, schätzt Filzmoser. \"Vor allem bei jungen Unternehmen und neuen Produkten ist sehr schwierig, die Erfolgsaussichten zu bewerten“, so Filzmoser. \"Die Erfolgschancen sind auch stark vom Unternehmer abhängig. Auf dem Weg zur Markteinführung gibt es immer wieder Durchhänger. Vieles hängt davon ab, wie der mit Rückschlägen umgegangen wird. In diesem Zusammenhang spielen sowohl die finanziellen Ressourcen, das vorhandene Netzwerk als auch die soziale Umwelt eine entscheidende Rolle.“

Deckmäntelchen Innovation
Wie bereits weiter oben ausgeführt, ist das Bekenntnis zur Innovation Teil des Berufsbildes des Unternehmers. Was nicht heißen soll, dass jedes Unternehmen innovativ ist. Schwierig ist es, die Unternehmen heraus zu filtern, die tatsächlich innovativ sind.
Ein wichtiges Indiz für die Innovationskraft eines Unternehmens ist die Nachhaltigkeit und Wiederholbarkeit von Innovation. \"Es gibt in der Wirtschaft oft die klassischen One-Hit-Wonder, die Eintagsfliegen. Wichtig ist aber für ein Unternehmen, zu zeigen, dass man immer wieder Innovationen hervorbringen kann“, meint Fliegel.
Für Infineon bedeutet Innovationsführerschaft, gemeinsam mit dem Kunden den Weg von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Markt und der Massenmarktfähigkeit zu gehen und dabei auch das Risiko gegenüber dem Kunden zu tragen. \"Unser Erfolg hängt von der Akzeptanz im Markt ab. \"Bluffer“ positionieren eine Innovation in der öffentlichkeit, ohne jedoch das Marktrisiko zu tragen“, sagt Monika Kircher Kohl, Finanzvorstand Infineon Technologies Austria.
Für Harald Böhacker von der Palfinger-Gruppe \"zeichnen sich Innovative Unternehmen dadurch aus, dass sie in ihrer Branche den \"State of the art\" der Technologie vorgeben. Innovative Unternehmen kopieren nicht sondern werden kopiert“.Innovationen können nur in einem innovationsfreundlichen Klima entstehen. Innovative Unternehmen geben Ihren Mitarbeitern Raum zur kreativen Entfaltung. Sie bieten \"Raum zum Spinnen“, wie Böhacker salopp formuliert. ähnlich wird die Situation bei Alcatel eingeschätzt: \"Echte Innovationsführer verfügen über motivierte Mitarbeiter, die mittels ihrer Qualifikationen sowie unter Nutzung ihres betrieblichen und marktmäßigen Umfelds eine Reihe guter Ideen haben, eine Auswahl davon mit harter Arbeit umsetzen, und schließlich zumindest einige als echte Innovation zu messbarem Markterfolg vorantreiben“, meint auch Alfred Veider, Leiter Transport Solutions bei Alcatel Austria.

Das letzte Wort gebührt noch einmal dem \"Vater der Innovation“, Joseph Schumpeter. Er mahnt, Innovation nicht auf den gelegentlichen Ausstoß neuer Produkte zu verkürzen. Ein innovatives Unternehmen liege erst dann vor, wenn es als Ganzes, sowohl von außen - seitens der Kunden, Lieferanten und Konkurrenten - als auch von innen - seitens der Mitarbeiter und Führungskräfte - als \"zuverlässig schöpferisch“ wahrgenommen wird. Ein semantisches Paradoxon wie Stephan Friedrich von den Eichen, Berater bei Arthur D.Little, festgestellt hat, denn Zuverlässigkeit erfordert die Reproduktion des Gleichen, während \"schöpferisch“ genau vom Gegenteil lebt. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die wahre Innovation ein seltenes Gut.

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Die besten Sager im Juli

\"Früher hat es Tagen oder sogar Wochen gebraucht, bis endlich ein Spezialist im Haus war, um die Telefonanlage nachzurüsten\",
berichtet UTA-Marketingvorstand Alexandra Reich von den eigenen Anfängen als Unternehmerin.

\"Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Das gilt auch in der Kommunikation\",
sagt Hans-Peter Metzler, Eigentümer des Vorarlberger Chipentwicklers NewLogic.

\"Es ist völlig unverständlich, dass ein österreichischer Politiker sich dazu hergibt, politisches Kleingeld mit unfundierten und falschen Informationen zu verdienen. österreich könnte stolz darauf sein, im vorgesehenen zeitlichen Rahmen und mit einzigartiger Performance das geschafft zu haben, was in anderen Ländern bekanntlich noch auf sich warten lässt\",
wirft Erwin Toplak, Vorstand Kapsch TrafficCom SPö-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter vor, sich von der Mauttechnologiefirma Efkon, die bei der Ausschreibung des Mautsystems der Kapsch CarrierCom unterlegen war, \"instrumentalisieren\" zu lassen.

\"Versuche, Herrn Kräuter zu einem Informationsgespräch einzuladen, blieben bis heute unbeantwortet\",
wundert sich Toplak über Günther Kräuter.

\"Die immer wieder aufs Neue vorgebrachten Phrasen wurden Efkon bereits gerichtlich untersagt - sie sind falsch und haltlos und werden auch durch ewiges Wiederholen nicht besser\",
so Toplak abschließend.

\"100 Prozent unserer Betriebe melden bereits ihren Heurigenbetrieb online an. Ich sehe hier erstaunte Gesichter, wenn Sie das hören. Es ist wirklich so“,
beteuert der Amtsleiter der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf, Anton Deimel.

\"E-Governmnet wird von vielen Gemeiden immer noch als Kostenfalle betrachtet. Viele wissen noch immer nicht, was es bedeutet“,
ebendieser.

\"Wir hatten das Glück, einen Amtsleiter mit entsprechendem Know-how zu haben. Geld für E-Government ist Mangelware in den Gemeinden\",
weiß Franz Fellinger, Bürgermeister von Kremsmünster.

\"Ich bitte Sie den Spruch vom lebenslangen Lernen ernst zu nehmen“,
beschwört Staatssekretär Franz Morak die Gemeinden zu mehr Offenheit für E-Government-Anwendungen.

\"Die babylonische Sprachverwirrung war dagegen ein Lercherl“,
berichtet Morak von Ausschusssitzungen zum E-Government-Gesetz. \"Manche Abgeordneten haben glatt darauf bestanden, die Texte ausschließlich in Papierform zu erhalten.“

\"Hätten wir nur den österreichischen Markt, wäre der Mitarbeiterstand nicht zu halten gewesen\",
hat UPC-Chef Thomas Hintze die Zahl seiner rund 800 Mitarbeiter bewahren können. Das \"Know How-Center\" in Wien betreut die Länder Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Frankreich.

\"Dafür gibt es kein Business-Modell - ich kenne die Kosten\",
erteilt Hintze etwaigen Breitband-Ausbauplänen der Stadt Wien Absage.

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Phishing-Alarm I

Schlimm genug, dass Spammer die Mailbox zumüllen, andere auf dem PC herumschnüffeln wollen oder Computerschädlinge wie zum Beispiel Viren, Würmern oder Trojaner einem die Lust am Internet verderben. Seit einiger Zeit gibt es eine weitere Plage: Phishing. Das klingt nach fischen gehen - und genau so ist es auch. Das Wort setzt sich aus \"Password\" und \"fishing\" zusammen, zu Deutsch \"nach Passwörtern angeln\".
Beim Phishing versenden Internet-Betrüger, als seriöse Bank oder andere Firma getarnt, professionell aufgemachte E-Mails etwa an Bankkunden, worin diese zum Beispiel zu einem Sicherheitscheck aufgefordert werden. Die Mail erhält häufig einen Link zu einer gefälschten Internet-Seite, die der Orignial-Website des Geldinstituts zum Verwechseln ähnlich sieht. Dort werden die Kunden aufgefordert, ihre persönliche Geheimnummer (PIN) und die so genannte Transaktionsnummer (TAN) einzugeben. Bzw. zu aktualisieren. Entweder weil z. B. die Kreditkarte ablaufe, das Passwort erneuert werden müsse oder die Zugangsdaten verloren gegangen seien. Auf diese Weise spähen die \"Phisher\" Kundendaten aus - und können einem gutgläubigen Bankkunden schlimmstenfalls das Konto leer räumen.

Die Phishing-Betrüger nutzen dabei entweder Internetadressen, die sich nur geringfügig von denen der renommierten Firmen unterscheiden. Oder aber sie fälschen die Adressleiste des Browsers mit einem Java-Script. . Man glaubt also, man sei auf einer seriösen Seite, ist es aber nicht.

Täuschend echt
Der Inhalt der so genannten Phishing-Mails wirkt dabei täuschend echt. Wer einer solchen Seite seine EC-Geheimnummer, Passwörter oder andere Daten anvertraut, der beschert dem Angler fette Beute und kann sich selbst jede Menge ärger einhandeln.ärger haben auch die Unternehmen, in deren Namen die Betrüger auftreten. Denn sie erleiden oft einen Image-Schaden. Prominentes Beispiel hierfür ist eBay:
Da bekam ein Kunde aus den USA folgendes E-Mail: \"Wir haben einen Fehler in Ihren Kundendaten entdeckt\", hieß es da. Und weiter: Wenn die Daten nicht innerhalb von 48 Stunden aktualisiert werden, würde das Ebay-Konto gesperrt. Der Absender war Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und das Logo sah aus wie das Ebay-Logo. Täuschend echt auch die Seite, auf die der User gelockt wurde. Dort sollte er persönliche Daten, Kreditkartennummer, Informationen zum Bankkonto und dass Passwort für Online-Banking offenbaren. Hätte der Kunde diese Angaben gemacht, wären Betrügern Tür und Tor zu seinen Finanzen geöffnet worden.

Aus diesem Grund wurde deshalb in der Toolbar des Portals - einer Menüleiste unterhalb der Browser-Adressleiste - eine spezielle Sicherheitsfunktion integriert. Installiert man die Toolbar, leuchtet der Button \"Sicherheits-Check\" grün, wenn man sich tatsächlich bei eBay befindet. Andere Firmen arbeiten an ähnlichen Lösungen, um ihre Kunden zu schützen.
Doch Phishing zu bekämpfen ist schwer, da sich die gefälschten von den echten Seiten kaum unterscheiden und somit viele Nutzer sich täuschen lassen. In einigen Ländern haben sich viele Firmen bereits zur Anti-Pishing Working Groug zusammengetan. Auf ihrer Internetseite kann man Phishing-Mails melden und nachlesen, welche schon bekannt sind.

Methoden immer hinterlistiger
Crackern ist es offenbar gelungen mehreren Opfern einen so genannten Trojaner unterzuschieben. Ein Beispiel: Aufgrund der steigenden Anzahl von Websites, die den Versand virtueller Postkarten anbieten, wird Kriminellen die Möglichkeit eröffnet, relativ leicht an Zugangsdaten zu gelangen. Die Opfer werden ausgetrickst. Während der User glaubt, eine Grußkarte zu verschicken, lädt er einen Trojaner herunter.Dieses kleine Programm notiert unerkannt im Hintergrund jeden Tastendruck mit und versendet diese dann in das Internet. So werden Passwörter und PINs erschlichen und bevor man sich umschaut wurde bereits Geld vom Konto abgebucht.Deshalb wichtig: Kontrolliere Deine Bankauszüge regelmäßig. Sollten Dir unauthorisierte Abbuchungen auffallen, lege sofort Einspruch bei Deiner Bank ein. Oftmals kann mit Hilfe einer Rückbuchung schlimmeres übel verhindert werden.

Neue Pishing-Masche im Netz
Panda Software warnt vor einer neuen Pishing-Masche: In letzter Zeit seien vermehrt Webseiten bekannt geworden, die mit angeblichen Angeboten von billigen Flügen den Usern die Kreditkarteninformationen entlocken wollen. Der Betrug beginnt beim suchen im Internet nach günstigen Tickets z.B. über Google. Man gelangt auf eine Seite die Airlinetickets anbietet und wird aufgefordert ein paar persönliche Angaben zu machen wie z.B. Kreditkartennummer, Gültigkeitsdatum oder Kreditinstitut. Sobald alle Angaben gemacht wurden erscheint eine Fehlermeldung, dass die Transaktion fehlgeschlagen sei und wie man für das Ticket über eine Postzahlungsanweisung bezahlen könnte.Folgt der User den Aufforderungen kann er gleich zweimal zum Opfer werden. Erst indem er seine Kreditkarteninformationen freigibt und dann noch einmal über die Zusendung des Geldes per Zahlungsanweisung.
Bisher haben die bereits identifizierten Webseiten Flugtickets angeboten, es wäre aber genauso denkbar das andere \"Angebote\" auf die selbe Art und Weise unterbreitet werden, warnt Panda Software. Die bisher bekannten Webseiten wurden bereits aus dem Verkehr gezogen.
Diese Form des Onlinebetrugs unterscheidet sich in einem ganz entscheidenden Punkt von den bisher bekannten Formen. Der Betrüger kontaktiert nicht direkt den User und bietet ihm etwas zum Kauf an, sondern der User geht auf den Betrüger zu und fragt nach Leistungen. Das vermittelt natürlich irgendwie ein gewisses Sicherheitsgefühl, das die Opfer dazu bewegen könnte die Transaktionen unbedarfter durchzuführen.

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Die dämliche Decke

»Frauen sind ganz einfach zu dämlich, um Karriere zu machen« - nur gut, dass das eine Frau behauptet. Und jetzt ist der Bestseller auch als Taschenbuch zu haben, also sollte sich ihn auch jede unterbezahlte Frau leisten können. Im übrigen stimmt das mit der Unterbezahlung schon noch großteils, Barbara Bierach meint aber, dass daran die Frauen selber schuld sind.Dreiundfünfzig Prozent der Weltbevölkerung bestehen aus Frauen. Trotzdem stehen sie unter Artenschutz« - ziemlich provokant also, diese Barbara Bierach, Wirtschaftsjournalistin mit derzeitigem Wohnsitz New York, die es immerhin zur Ressortleitung der Wirtschaftswoche in Düsseldorf gebracht hat. Und sie weiß, wovon sie schreibt, hat sie doch Hunderte Managerinnen und Manager kennen gelernt.

Datenfrage
Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir zitieren hier bloß die Texte von Frau Bierach - ob der Verfasser mit allen Bierachschen Passagen einverstanden ist, sei dahingestellt.
Als erstes stellt sich also die Frage, wo Barbara Bierach die Weisheiten her hat, mit denen sie (sehr gekonnt) herumwirft: Die Quellenangaben sind am Ende des Buches sehr sorgfältig angegeben, Hunderte von Studien und andere Herkunftshinweise aufgelistet.

Pampers-Dreieck
Im Bermudadreieck sind vor einiger Zeit angeblich dauernd Schiffe und Flugzeuge verschwunden. Auf dem Weg vom Gymnasium über die Unis Richtung Chefetage verschwinden ganz offensichtlich viele Frauen - denn in den Gymnasien und an den Universitäten stimmt die Geschlechterverteilung noch.
Sehr viele davon verschwinden im »Pampers-Dreieck«, Bierach nennt es auch »Heldennotausgang Kinderkriegen«. Bierachs Diagnose: Das Kinderkriegen ist sozusagen eine willkommene Ausrede, weil viele Frauen sich den Stress des Karrieremachens gar nicht antun wollen.

Muttermythos
Daher wird am Mythos, Kinder würden unbedingt ihre Mutter brauchen, gar nicht erst gerüttelt. Der ist nämlich wissenschaftlich nicht haltbar. »Kinder brauchen zwar Liebe und Bezugspersonen, aber nicht unbedingt zehn Jahre lang die eigene Mutter.« Völlig unverständlich erscheint Bierach, dass es auch an den Universitäten Frauenmangel gibt: »Das wäre ein breites Betätigungsfeld, denn fünf Monate im Jahr sind diese Tempel geschlossen«, auch unterm Jahr herrscht nicht gerade unerträgliche Hektik. Ein ideales Umfeld, sich neben dem Job ausreichend um die Aufzucht des Nachwuchses zu kümmern.

Mythos Biologie
In der Debatte, wohin die vielen weiblichen Führungspersonalressourcen verschwinden - der Bildungsgrad von Frau ist nachweislich mindestens so hoch wie der von Mann -, wird gerne auch die Biologie in die Schlacht geworfen. Auch das mit den Genen hält nicht: »Außer, dass Männer nicht schwanger werden können (und stillen), dafür aber mehr Schnellkraft besitzen, sind die Gene von Mann und Frau identisch.« Nicht nur Mann und Frau. überhaupt: »Zwar gleicht kein Mensch dem anderen, aber blöderweise gerade die Gene sind zu 99,9 Prozent ident.« Also auch jene von Veronika F. und Albert E.
In der Tat ist jeder Mann des Kochens und Bügelns und Staubsaugens mächtig, wenn er nur will (Bierach: »Mit dem Trauschein lassen sie das heiße Eisen fallen.«). Und umgekehrt kann jede Frau genauso gut eine Excell-Datei lesen oder eine Tabellenkalkulation interpretieren.

Quotenquatsch
Was die Quoten in der Politik angeht, ist Bierachs »Theorie« ziemlich genial: »Wenn alle Frauen Frauen wählen würden, gäbs in den Parlamenten mindestens zur Hälfte Frauen.« Weil ja auch die Hälfte der Wahlberechtigten Frauen sind. Ergo: Wenn Frauen Männer wählen, dürfen sie sich nicht beschweren, wenn in den Parlamenten, Landtagen und Gemeinderäten vor allem Männer sitzen. Dass im Wirtschaftsleben Quoten sowieso sinnlos sind, zeigt die Praxis: Was nützt es, wenn für ein Direktorium zwei Männer und zwei Frauen vorgesehen sind, sich um die Posten aber bloß Männer reißen?

Strandit Coasts
Personalentwickler kommen zunehmend ins Stöhnen: Bei allen möglichen Personalentwicklungsmaßnahmen sind Frauen eher überrepräsentiert. Die langfristige Wirkung wiederum ist eher desaströs: Ein Gutteil der weiblichen Fortgebildeten verschwindet spätestens mit 35 in einer Vorstadtvilla. Zur Kinderaufzucht und um sich »für ihren schwer arbeitenden Mann zu schmücken«. Aus dieser Baby- und Körperpflegepause kehren nur mehr die wenigsten in das Berufsleben zurück, die meisten sowieso nur in Teilzeit. Wertvolle Ressourcen werden solcherart vergeudet.

Leseprobe
Immer wieder werden Umfragen gemacht (bei manchen ist der Sinn zwar nicht klar erkennbar), sie werfen aber oft kein gutes Licht auf Frau. Nach ihren Interessen gefragt - zitiert Bierach eine solche »Datenerhebung« -, geben Frauen im Schnitt diese Reihenfolge an: Kochen, Körperpflege, gesunde Ernährung, Gastlichkeit zu Hause, Urlaub, Wohnen und Haarpflege. Erst an achter Stelle kommen Bücher, »was also schon ein bisserl auf Fortkommenwollen und Karrieremachen schließen lässt«. Männer nennen zwar auch CDs und Urlaub, im gleichen Atemzug aber Versicherungen (!) und berufliches Fortkommen. Die liebsten Fernsehsender von Frau wiederum sind Super RTL und RTL.

Berufswahl
Immer noch erlernt ein Drittel der Frauen einen der fünf häufigsten Frauenberufe: Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau, Arzthelferin, Friseurin und Zahnarzthelferin. »Warum wird Frau Krankenschwester und Mann Oberarzt?«, fragt sich Bierach. Selbst in der nach wie vor zukunftsträchtigen IT- und KT-Sparte sind Frauen unterrepräsentiert. In Deutschland waren es zuletzt nur 14 weibliche Prozent.
Wenn sich Frauen auf Ingenieursberufe einlassen, dann eben auch schon wieder auf die falschen: Innenarchitektur, Architektur und umweltschutzbezogene Fächer.

Fliegende Hausfrauen
Die Spitze des Eisbergs der falschen Berufswahl ist laut Bierach der Job der Flugbegleiterin, in österreich auch »Stewardess« und bei unseren Nachbarn »fliegende Hausfrau« genannt.
Bierach: »Dieser Job ist eigentlich rein gar nichts für Frauen: Weltweiter Einsatz, unterbezahlt, familienunfreundlich. Es ist mir unverständlich, dass fremdsprachenkundliche Abiturentinnen nicht gleich Pilotinnen werden wollen.« Also Instrumentenflug statt bei jedem Start erklären zu müssen, dass »die Ausgänge mit dem Wort Exit beschriftet sind«.
Die Lufthansa zum Beispiel verwehrt keiner Frau den Zutritt zu einer Pilotenausbildung - der weibliche Anteil stangiert dennoch bei fünf Prozent. Fazit: »Das mit der gläsernen Decke ist völliger Quatsch, statt um Quoten sollten wir einfach um Macht kämpfen.«

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