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Zukunft - sehen, hören, fühlen

Geht es um die große Welt der Unterhaltungstechnologie, denkt man nicht vordergründig an T-Systems. Das weiß auch Geschäftsführer Rudolf Kemler. Gleichzeitig ist Kemler aber davon überzeugt, dass \"technologische Neuerungen im Bereich der Unterhaltungsmedien zu einem einzigartigen Erlebnis für den Endverbraucher führen werden“. Da will T-Systems natürlich mit an Bord sein und sich mit digitalen Lösungen für die Medienbranche und übertragungstechniken der neuesten Generation einbringen. Der T-Systems Kongress 2006 im Tech Gate Vienna sollte zeigen, dass T-Systems in der Unterhaltungswelt bereits mittendrin statt nur dabei ist. \"Zukunft - sehen, hören, fühlen“ lautete das Motto der Veranstaltung, der rund 200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Bereich beiwohnten. Im Vordergrund der Veranstaltung standen Technologien vom morgen und der Weg in die multimediale Neuzeit.

Der seriöse business-lastige Teil der Veranstaltung bestand aus drei Vorträgen zum Thema innovative Technologielösungen. Den Anfang machte Jörg Brüggen, der den Teilnehmern einen Einblick in die digitale Kinowelt ermöglichte. Am Beispiel eines der größten europäischen Kinocenters, der UCI Kinowelt Millennium City Wien, stellte er den von Digital Cinema unterstützten kompletten Prozess der Lieferkette inklusive Verteilung via Satellit vor. Thomas Wahl präsentierte Galileo, das europäische Satellitennavigationssystem, und beleuchtete Szenarien der Zukunft. Andreas Gall, Technischer Direktor des ORF, erörterte die Berichterstattung der Zukunft beispielhaft anhand des \"fliegenden Studios“. Das \"fliegende Studio“ ist ein Hubschrauber mit fünf Kameras an Bord, aus dem moderiert, geschnitten und übertragen werden kann. Daraus entstandene spektakuläre Bilder gab es etwa im Rahmen der Partnerschaft zwischen ORF und T-Systems vom German Sailing Grand Prix 2006 in Kiel oder dem jährlichen Hahnenkammrennen in Kitzbühel.
Der zweite Teil der Veranstaltung stand ganz im Zeichen des Humors und weniger im Zeichen des Business. Der Kabarettist Thomas Maurer - selbst ernannte Innovationsbremse - gab seiner ganz persönlichen Skepsis gegenüber den neuen Technologien in einem Exklusivprogramm zum Besten.
Den Abschluss bildete eine kurzweilige, aber inhaltlich wenig griffige Podiumsdiskussion unter dem Titel \"Sind wir ohne mobile Technologie heute noch lebensfähig?“. Prominente wie Windsurf-Olympiasieger Christoph Sieber und Thomas Maurer plauderten ohne wirklichen fachlichen Hintergrund über Segen und Fluch der modernen Kommunikation, flankiert von Rudolf Kemler und Andreas Gall, die der Diskussion die Aura eines Fachgesprächs verleihen wollten.

Seit mittlerweile sieben Jahren versucht der T-Systems-Kongress ein Forum für innovative Zukunftsthemen zu sein, eine Plattform für Vorträge und Diskussionen und ein Ort des Informaions- und Erfahrungsaustausches. Mit dem Verlauf des heurigen Events zeigte sich Kemler zufrieden. \"Wir wollten einen interessanten aber nicht typischen Branchentreff haben. Das ist uns, glaube ich, ganz gut gelungen.“

Digital Cinema - als die Bilder fliegen lernten:
Der Grundstein für die Digitalisierung ist gelegt. Der Anstoß dafür kommt wie so oft aus den USA und nennt sich \"Digital Cinema Initiative“, ein Zusammenschluss der sieben Major Studios in Hollywood zur Standardisierung der Digitaltechnik.
In der analogen Vergangenheit mussten die Filmspulen etliche Kilometer kreuz und quer um den Erdball zurücklegen. In der digitalen Zukunft gibt es eine Netzschnittstelle in Hollywood, wo die Daten eingespeist werden und an Gateways verschickt werden. Von dort geht es via Satellit an die digitalen Kinos. Als Bindeglied zwischen Verleiher und Kinobetreiber fungiert die Digital Cinema Factory, die auch die zur Filmausspielung notwendigen KDMs (\"Key Delivery Messages“) verteilt. Die Digital Cinema Factory stellt das Hirn der digitalen Wertschöpfungskette dar: Das angelieferte Material wird eingebucht, formatiert, einer Validitätsprüfung unterzogen und während des gesamten Versandvorganges überprüft.
Die großen Studios erhoffen sich neben verschleiß- und flimmerfreien Bildern vor allen eine deutliche Reduktion der Vertriebskosten. 85 Millionen Euro kostet die Distribution analoger Filme jährlich alleine in Deutschland. Die großen Hollywoodstudios erwarten sich hier Einsparungen von rund 80 Prozent.
Das größte mit digitaler Technologie ausgestattete Kinocenter Europas steht in Wien. Mit \"Fluch der Karibik II“ wurde im UCI Millennium City das digitale Zeitalter eingeläutet, es folgten \"Superman returns“, \"Cars“, \"Das Parfum“ und aktuell \"The Guardian“. Neben den Filmstudios entdecken auch andere Contenthändler die digitale Technik für sich. So feiert die ARD-Produktion \"Der Untergang der Pamir“ in der Millennium City eine digitale Vorpremiere.

Galileo - Weisheit aus dem All
Autos lenken, Laster orten, Rohre vermessen: Europas Galileo-Satelliten sollen ab 2010 das amerikanische Navigationssystem GPS verdrängen. Die Europäische Union rechnet mit einem jährlichen Marktpotenzial ab 2020 von bis zu 300 Milliarden Euro und 150.000 neuen Arbeitsplätzen. Damit ist Galileo das industrie- und arbeitsmarktpolitische Großprojekt der EU.
Galileo basiert auf 30 geostationären Satelliten und einem weltweiten Netz von Bodenstationen. Geliefert wird ein hochpräzises Zeitsignal, das die Ermittlung von Ortskoordinaten mit einer Abweichungstoleranz von maximal einem Meter ermöglicht. Ab 2007 soll eine erste Testumgebung in Berchtesgaden verfügbar sein, der Probebetrieb ist für 2008/2009 vorgesehen, ab 2010/2011 soll das System mit allen 30 Satelliten verfügbar sein.
Im Unterschied zu GPS ist Galileo nicht für militärische sondern für zivile Zwecke konzipiert. Zudem bietet Galileo eine Verfügbarkeits- und Genauigkeitsgarantie. Damit ergeben sich völlig neue Geschäftsmodelle für die öffentliche Hand, Geschäfts- und Privatkunden. Von der Verkehrssteuerung bis zur Sicherheitsüberwachung, von Location-based-Services in der Telekommunikation bis zum großen Bereich der Logistik.
Touristiker könnten ihren mit einem Marker zur punktgenauen Verfolgung ausgestatteten Kunden das ticketlose Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln anbieten - abgerechnet werden im Nachhinein nur die tatsächlich in Anspruch genommenen Fahrten. Versicherungsunternehmen könnten nutzungsabhängige Kfz-Versicherungen anbieten. Dabei würden die Kunden mit einer On-Board-Unit ausgestattet, die genau Zeugnis über gefahrene Kilometer und den Fahrstil ablegen könnte. Wer viel und risikoreich fährt würde demnach deutlich mehr zahlen als jemand, der wenig und risikoarm fährt.

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Auf der Suche nach dem Schwarzen Gold

Das Erdöl kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Vor rund 12.000 Jahren erstmals von den Bewohnern Mesopotamiens entdeckt wurde es in Verbindung mit Sand und Schilf zur Abdichtung von Schiffsplanken genutzt. Die Babylonier verwendeten Erdöl zur Beleuchtung und im Frühmittelalter sorgte Erdöl als \"griechisches Feuer“ für Angst und Schrecken.
Seinen globalen Siegeszug startete das \"schwarze Gold“ aber deutlich später, durch den Einsatz als Treibstoff und in der chemischen Industrie. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann am Kaukasus, in Europa und den USA etwa zeitgleich und weitgehend unabhängig voneinander das \"Erdölzeitalter“. Zu internationaler Berühmtheit brachte es der Amerikaner Edwin Drake, dem die erste ölbohrung im Jahr 1859 zugeschrieben wird. In einer Tiefe von 21 Meter stieß er in der Nähe von Titusville auf eine große öllagerstätte. über Nacht wurde aus dem verschlafenen Nest in Pennsylvania ein El Dorado für Glücksritter. Bohrtürme und Baracken wurden errichtet und der \"ölrausch“ nahm seinen Lauf. Seither wurden weltweit rund 900 Milliarden Barrel Erdöl gefördert. Ein Großteil der Reserven wurde in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckt. Seit den achtziger Jahren liegt die jährliche Förderung über der Kapazität der neu entdeckten Reserven. Wann das ölfördermaximum erreicht wird, ist unter Experten umstritten. Immer mehr Stimmen werden laut, dass der Peak Oil bereits überschritten ist, optimistischere Prognosen nennen den Zeitraum von 2010 bis 2020.
Tatsache ist, dass das Auffinden der noch vorhandenen, unentdeckten Erdöl- und Erdgasvorkommen immer schwieriger und aufwendiger wird. Die Zeiten als texanische Erdölbarone wahllos Löcher in die Erde bohrten und das öl sprudelte sind längst vorbei. Ohne den Einsatz modernster Technologien und neuester wissenschaftlicher Erkenntnis, schlummern die Energiereserven ungenutzt im Erdinneren vor sich hin. Die Suche nach Erdgas- und Erdöllagerstätten ist mit hohen Kosten und wirtschaftlichen Risiken verbunden. öl und Gas werden - noch - nicht knapp, aber die Förderung wird immer teurer. So lag etwa die Erfolgswahrscheinlichkeit für die in diesem Jahr von der OMV in Strasshof und Ebenthal durchgeführten Bohrungen bei lediglich zwölf Prozent. Alleine die Bohrungen in Ebenthal schlagen mit rund sieben Millionen Euro zu Buche. \"Wenn nichts gefunden wird, ist dieses Geld verpulvert“, sagt Reinhart Samhaber, Geschäftsführer der zuständigen OMV Exploration & Production GmbH. Kein Wunder, dass man bei der OMV über die aktuellen öl- und Gaspreise hoch erfreut ist.

Aufstöbern von Fallen
Um das Risiko erfolgloser Probebohrungen so gering als möglich zu halten, müssen die Gebiete, in denen gute Erfolgschancen für die Aufsuchung von Lagerstätten bestehen, eingegrenzt werden. Diese Eingrenzung ist Aufgabe der Geologen. Mit zwei- und dreidimensionaler Seismik wird das Erdinnere untersucht und auf versteckte Fallen, in denen sich öl und Gas befinden könnten, untersucht.
Bei der 2D-Seismik werden Schallquellen und Geophone in einer Linie angeordnet. Die Geophone registrieren die reflektierten Schallquellen und liefern so ein zweidimensionales vertikales Schnittbild der Erdschichten unterhalb dieser Linie. Zwischen diesen Punkten bleibt aber eine Vielzahl an weißen Flecken, teure Probebohrung sind oft die einzige Alternative.
Deutlich aussagekräftiger ist die 3D-Seismik. Dabei werden mehrere Linien von Schallquellen und Geophonen netzförmig angeordnet und ergeben so ein dreidimensionales Ultraschallbild. Jeder Streifen zeigt eine andere Schicht im Erdinneren, die Farbe liefert den Geologen Informationen über die Qualität der Schichten. \"Mit Hilfe der 3D-Seismik können wir etwa unterirdische, ehemalige Flussläufe erkennen. Das bedeutet Sand, was wiederum auf Reservoirs schließen lässt, die potenzielle Kandidaten für Fallen sind“, sagt Philipp Strauss, Geologe bei der OMV. Letzte Sicherheit darüber, was er tatsächlich gefunden hat, gibt es für den Geologen nicht. Erstellt wird eine Indizienkette, der eine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten folgt. Diese Wahrscheinlichkeiten gilt es, der Führungsriege schmackhaft zu machen. \"Ein Explorationist muss auch immer auch ein Optimist sein“, sagt Erwin Herndler von der OMV Exploration & Production GmbH. Schließlich ist eine Fundwahrscheinlichkeit von zwölf Prozent nicht allzu viel versprechend. In diesem Fall hat sich das Millionen-Risiko gelohnt. In Ebenthal sollen rund 1,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas lagern, in Strasshof sogar vier Milliarden Kubikmeter. Damit decken diese beiden neuen Erdgasfelder drei Viertel des jährlichen österreichischen Gasverbrauchs.

Moderne Technologien
Ist das Erdöl- oder Erdgaslager erst einmal entdeckt, wird gebohrt. Die Anlage in Ebenthal betreibt das internationale Bohrunternehmen KCA Deutag. Wo sich noch vor kurzem Fuchs und Hase gute Nacht sagten, steht jetzt ein knapp 60 Meter hoher Bohrturm.
Durch die Richtbohr- und Horizontalbohrtechnik können mit einer einzigen Bohrung mehrere weit voneinander entfernte Lagerstätten erfasst werden. So kann auch unter dicht besiedeltem Gebiet gefördert werden. Zudem erhöht die horizontale Erschließung der Lagerstätten die Förderrate um ein Vielfaches. Während im Normalfall bis zu zwei Drittel der in einem Feld vorhandenen Reserven im Boden bleiben, erreicht die OMV eigenen Angaben zufolge in österreichs wichtigsten Lagerstätten einen Entölungsgrad von 66 Prozent. Kein Wunder, dass Langanger damit auch gleich relativ unbescheiden die Technologieführerschaft bei On-Shore-Aktivitäten für sich in Anspruch nimmt.

Hohe Ziele
Derzeit werden in österreich pro Tag 39.000 Barrel öläquivalent gefördert. Bis 2010 sollen es 50.000 Barrel sein. Laut Langanger eine realistische Einschätzung: \"Auf Basis der heutigen Reserven ist die öl- und Gasförderung in österreich für einen Zeitraum von mindestens weiteren 20 Jahren möglich.“ Die Funde in Strasshof und Ebenthal erlauben einen optimistischen Blick in die Zukunft. \"Im Wiener Becken gibt es substanzielle Mengen von öl und Gas“, ist Langanger überzeugt, auch wenn es schwierig ist, an sie heranzukommen.

3D-Seismik
Die dreidimensionale Seismik folgt dem Prinzip der Ultraschalluntersuchung beim Menschen. Auf Spezialfahrzeuge montierte Vibratoren erzeugen Schwingungen, die sich im Boden ausbreiten und an Gesteinsschichten im Untergrund reflektiert werden. An der Erdoberfläche befinden sich in regelmäßigen Abständen hoch empfindliche Schwingungsaufnehmer, so genannte Geophone, die die reflektierten Schwingungen empfangen. Die vorgesehene Messstrecke wird mit vier Vibratoren, die in einem Abstand von rund vier Metern angeordnet sind, im Stop-and-Go-Prinzip abgefahren. Bei jedem Halt werden die Vibratoren abgesetzt, die Hinterachsen angehoben und sinusförmige Schwingungen an den Boden abgegeben.
Die Informationen aus den Geophonen werden in Messboxen digitalisiert und auf Magnetband aufgezeichnet. Am Computer wird der geologische Aufbau des Untergrunds rekonstruiert und auf eine mögliche Erdöl- und Erdgasführung hin interpretiert. Auswertung und Interpretation der Daten dauern in der Regel drei bis sechs Monate.
Die betroffenen Grundeigentümer sind nach dem Mineralrohstoffgesetz verpflichtet, die Untersuchungen auf ihrem Grund und Boden zu gestatten. Nach Abschluss der Messungen werden die Flurschäden erhoben, Grund und Boden rekultiviert oder der Eigentümer entschädigt.

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Die besten Sager im Juni

\"Damit wird einmal mehr klar, dass das freie Spiel der Marktkräfte in unserer Industrie funktioniert und regulatorische Eingriffe unnötig sind“,
erklärt ebendieser.

\"Sie werden gar nicht glauben, wie viele Produktbezeichnungen wir intern für unsere Projekte haben\",
solidarisiert sich SAP-Vorstand Shai Agassi mit so manchem Externen, der ob der Namenspolitik des Softwareherstellers gelegentlich verwirrt ist.

“Die Tatsache, dass wir heuer 20 Prozent mehr Besucher hatten, zeigt, dass die Mobil-Unterhaltungsindustrie weiter wächst und neue Geschäftsmodelle liefert\",
ist Patrick Parodi, Vorsitzender des Mobile Entertainment Forum, auf der gleichnamigen Branchenmesse in London zufrieden.

\"Total Control ist ein Spiel mit nur einer Taste, das heißt, der Benutzer braucht beim Spielen nur eine Taste auf seinem Handy zu betätigen\",
stellt Fabiano Alves, Produktmanager Meantime Mobile Creations ein für allemal klar. \"Wir möchten Ronaldinhos Fans mit diesem Spiel erreichen, nicht nur einfach Spielebenutzer\", erläutert er das Konzept für Fußballfans.

\"Uninspirierte Vision kann nur uninspirierte Technik zur Folge haben“,
meint Alois Ferscha, Institut für Pervasive Computing, Universität Linz. \"Der Mensch muss immer im Mittelpunkt bleiben.“

\"Es ist die Selbstverantwortung des Einzelnen in Beruf und Privatleben, die mobilen Devices auch mal wegzulegen\",
so T-Systems-Managerin Tina Reisenbichler.

\"Die Klagen über die rasante Technologieentwicklung stellen ein Raunzen auf hohem Niveau dar, denn jeder besitzt die Wahl, Notebook und Handy abends oder am Wochenende auszuschalten\",
appelliert auch Franz Kühmayer, Director Marketing & Business Operations Microsoft.

\"Alles, was das Leben schneller und einfacher macht, wird sich durchsetzen“,
lautete das einfache Credo von Drei-Chef Berthold Thoma.

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Im Test: Der Video-iPod 5G

Ein MP3-Player gehört heutzutage schon fast zur Standardausrüstung des modernen Menschen. Bei einer solchen Vielzahl von verschiedenen MP3-Playern hat jeder, der sich einen neuen MP3-Player kaufen will, die Qual der Wahl. Wieviel Speicherplatz braucht man? Ist ein USB-Stick-MP3-Player das Richtige für einen? Braucht man ein Display, das den ID3 Tag anzeigt? Oder vielleicht doch gleich ganze Videos, wie der iPod 5G?

Verarbeitung
Der iPod 5G macht, wie die meisten Produkte von Apple, auf den ersten Blick einen sehr edlen Eindruck. Die Rückseite ist wieder klassisch verspiegelt, welche allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke ist und leicht verschmiert. Leider zeichnen sich schon nach wenigen Wochen feine Kratzer auf der Vorderseite des iPods ab, die durch das Herein- und Herausschieben aus der Aufbewahrungshülle entstanden sind. Die Kratzer sieht man bei eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung des Displays nur wenig, trotzdem zeugen diese nicht von guter Qualität. Trotz der stolzen 30 bzw. 60 GB großen Festplatte ist der neue iPod nicht unhandlich. Mit Abmessungen von 10,3 x 1,1 x 6,2 Zentimetern ist er ungefähr gleichlang, aber etwas breiter als die meisten Handys. Mit dem Gewicht von 136 Gramm liegt er sehr gut in der Hand.

Bedienung
Man steuert den iPod über das so genannte Click-Wheel, das mit dem Touchpad eines Notebooks zu vergleichen ist. Mit einer leichten Berührung und einer Kreisbewegung kann man im Menü auf und ab gehen sowie die Lautstärke des laufenden Titels ändern.
In das Click-Wheel sind vier Tasten eingearbeitet, oben befindet sich die \"Menü“ Taste, mit dieser kommt man in das vorherige Menü zurück. Mit den Tasten \"Rechts\" und \"Links\" kann man den nächsten bzw. vorherigen Titel in der aktuellen Playlist wählen. Die untere Taste dient sowohl als \"Play\" und \"Pause\"-Taste, als auch zum An- und, bei längerem Drücken, Abschalten des Gerätes. Der Button in der Mitte dient als \"Enter\"-Taste, um in das gewählte Untermenü zu gelangen oder die Wiedergabe eines Titels in der Playlist zu bestätigen.
Die Bedienung des iPods mithilfe des Click-Wheels ist gewöhnungsbedürftig und erfordert einige übung, da es sehr sensibel reagiert. Nach einiger Zeit, wenn man \"den Dreh raus hat“, erscheint diese Möglichkeit, den iPod zu steuern, jedoch als sehr gut durchdacht, da er komplett mit einer Hand, selbst z.B. in der Jackentasche, gesteuert werden kann.

Funktionalität
Musiktitel können in den Formaten AAC, MP3, Apple Lossless, AIFF und WAV abgespielt werden. Die Soundqualität ist sehr gut, könnte aber mit geschlossenen Kopfhörern etwas lauter sein. Unter Einstellungen kann man einen aus 22 voreingestellten Equalizern wählen. Darunter gibt es z.B.: Rock, Pop, Sprache, Piano, Hip Hop, Jazz, Klassik, Dance und viele andere. Diese bringen mal mehr, meistens aber weniger Veränderung im Klangbild.

Im Menü selbst hat sich nicht viel verändert. So können auch wieder Notizen oder Kalendereinträge eingeblendet, aber nicht verändert werden. Unter \"Extras“ gelangt man zu der Uhr, wo verschiedene Zeitzonen und der Wecker eingestellt werden kann, und zu vier Spielen, darunter Solitaire und ein \"Music Quiz“, das aus den auf dem iPod befindlichen Musiktiteln ein Quiz erstellt.

Akkuleistung
Der integrierte Lithium-Ionen Akku, der nicht gewechselt werden kann, hält bei der Video Wiedergabe nur zwei Stunden, was nicht einmal für die Wiedergabe von manchen Filmen reicht. Bei der Musikwiedergabe hält der Akku ungefähr 14 Stunden. Der Akku kann mit dem Standard Zubehör nur über den USB Anschluss aufgeladen werden. Einen Adapter, um den iPod direkt an der Steckdose aufzuladen, muss der User bei Apple separat bestellen.

Fotos
Im Menü \"Fotos“ gelangt man neben den \"Dia-Show Einstellungen“ zum \"Fotoarchiv“. Hier sieht man zuerst eine übersicht aller Fotos, die sich auf dem iPod befinden, und kann direkt ein Bild auswählen oder die Diashow von Anfang an starten und komplett durchlaufen lassen. Die Diashow kann auch mit Musik hinterlegt werden. Die übergänge zwischen den Fotos können aus 11 verschiedenen Effekten ausgewählt werden, auch hier gibt es die Funktion der zufälligen übergänge. Die Dauer, wie lange ein Dia angezeigt wird, kann ebenfalls eingestellt werden. Einen Zoom oder die Möglichkeit, die Bilder zu bearbeiten, gibt es nicht.

Video
Die interessanteste Neuerung besteht darin, Videos abzuspielen. Auf dem leuchtstarken und scharfen 6,35 Zentimeter großen Display mit 320x240 Pixel sehen diese auch sehr gut aus. Die Farben des LC-Displays sind sehr brillant. Das angezeigte Bild ist gut und deutlich zu erkennen, selbst aus flachen Winkeln ist das Bild immer noch von guter Qualität.
Auf einem Fernseher erreichen die Filme aber nur mehr eine mit VHS vergleichbare Qualität. Als vollständiger DVD-Player-Ersatz ist der neueste iPod somit nicht geeignet.
Im Gegensatz zu Musik können Videos und DVDs, die auf der Festplatte gespeichert sind, nicht so ohne weiteres in iTunes importiert werden. Sie müssen zuerst mit Zusatzprogrammen ins richtige Format konvertiert werden, was sehr zeitaufwendig und mit Kosten verbunden ist.
Ein dicker Pluspunkt gibt es für das automatische Abspeichern der letzten Position innerhalb eines Videos. Per Knopfdruck kann man an der selben Stelle weiterschauen, an der man unterbrechen musste. Dies funktioniert auch wenn inzwischen Fotos oder Musik abgespielt wurden.

Fazit
Der iPod der fünften Generation überzeugt durch seine aktuell sehr fortschrittliche Technik. Er erfüllt alle positiven Aspekte eines MP3 Players: gute Soundqualität, ID3-Tag Anzeige und, nach einer kurzen Gewöhnungsphase, eine einfache Bedienung. Die Videoeigenschaften sind nicht revolutionär, zumal der Akku nicht mithalten kann, stellen aber eine Schritt in die richtige Richtung dar.
Wer seinen alten iPod nur aufgrund von Video durch ein neues Modell ersetzen will, sollte damit noch etwas warten, bis ein entsprechendes Angebot an Filmen und Musikvideos verfügbar ist und die Akkuleistung verbessert wurde.

Plus/Minus:
+ hervorragende Sound- und Bildqualität
+ Speicherplatz
+ auch als externe Festplatte verwendbar
- sehr kratzerempfindliche Oberfläche
- nur per USB aufladbar - Netzteil kostet extra
- Akkudauer bei Videos

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Gute Tarife, böse Taktung

Bei unserem Nachbarn Deutschland, der per Selbstdiagnose verzweifelt von einer Welle der \"Aldisierung“ in den verschiedensten Produktbranchen geplagt ist, formulierte es ein Konzernboss kürzlich besonders drastisch. \"Die suchen mit einem Feuerzeug im Gastank, ob noch neue Kunden übrig sind“, schimpfte Rudolf Gröger, Chef des Mobilfunkers 02, über den Mitbewerber E-Plus. Schließlich hatte E-Plus mit der eigenen Billigmarke Simyo per Wertkartentarife begonnen, die hohen Mobilfunkpreise in Deutschland zu unterwandern. In österreich schaffte im April des Vorjahres Mobilfunker One mit der Tochter Yesss, sogar den bisherigen Preisbrecher tele.ring (zehn Cent in alle Netze) zu unterbieten. Man adressierte bewusst eine einfache Klientel - jene die lediglich telefonieren, SMSen und Sprachbox abhören wollen. Die gesamte Produktpalette bestand aus SIM-Karten und Ladebons, die fortan in Hofer-Filialen (Aldisierung in österreich) und einem Webshop zu finden waren. Auf Handsets, Kundenservice und differenziertere Dienstleistungen mussten die Kunden verzichten, deren Zahl laut Yesss-Geschäftsführer Josef Mayer mittlerweile auf 200.000 gewachsen ist. Die angebotenen neun Cent in alle Netze wurden jetzt abermals unterboten: Tele2UTA bildet mit einem Acht-Cent-Tarif, der in alle Netz gilt, ein neues Preistief.

Tele2UTA setzt zwar auf ein breiteres Vertriebsnetz als Yesss - Starterpakete des Diskontprodukts sind in Billa-Filialen, im Fachhandel bei Cosmos, Niedermeyer, MediaMarkt, Saturn und in Trafiken erhältlich - dennoch werden die gleichen Gedanken zu Ende geführt. Für Tele2UTA-Chef Norbert Wieser ist der Niedrigpreiskampf die logische Folge eines geänderten Kundenverständnisses im Handybereich. \"Die Kunden wollen nicht mehr stundenlang beraten werden, sie kennen sich ohnehin aus“, drängen für Wieser jegliche Dienstleistungen am Point-of-Sale weiter in den Hintergrund. Das Handy würde dagegen zunehmend zum Mitnahmeprodukt. Für die Kaufentscheidung fehlt dem Kunden von heute schlichtweg die Zeit. Ein weiterer Faktor begünstigt die neue Welle der Wertkartenkäufe: die Kunden haben meist mehrere unbenutzte, alte Mobiltelefone zu Hause. Diese GSM-Leichen, die in den Laden verfaulen, werden dann mittels PrePaidkarte einfach reaktiviert. Schon ist dann das neue Zweithandy bereit fürs günstige Telefonieren in die sonst teuren Fremdnetze. Wieser sieht den Prepaid-Markt damit in einer neuen Phase. \"Vor drei Jahren waren Wertkarten ein Produkt, das den Netzbetreibern kaum Gewinne gebracht hat. Nun ist der Trend abzusehen, dass die Kunden im reinen Sprachtelefoniebereich keine Bindungen mehr mit den Betreibern eingehen wollen.“ Dies sei eine relativ neue Ansicht, von der man profitiere.

Neue Taktung. Auch bei der Taktung geht Tele2UTA neue Wege. Es gilt 90/60: die ersten 90 Sekunden werden zur Gänze verrechnet, danach wird minutengenau abgerechnet. Dass nun ein Großteil der Kunden bei Kurzgesprächen, die Studien zufolge einen Großteil der Gespräche in österreich ausmachen, schlecht fährt, verneint Wieser. Handykunden würden einer eigenen Untersuchung zufolge mit einem einzigen Tarif vorbehaltlos telefonieren wollen. \"Mit dem neuen Taktungsmodell können sie dies einfach und billig, so lange sie wollen.“ Auch für Yesss-Geschäftsführer Josef Mayer ist das 90/60-Taktungsmodell der Konkurrenz Grund zur Freue, wie er meint: \"Wir sehen das sportlich und nehmen gern die Möglichkeit an, ebenfalls mehr Geld zu verdienen. Will ein Yesss-Kunde denselben Tarif wie Tele2, bieten wir diesen ebenfalls an.“

Die großen Netzbetreiber warnen indes vor einer solch einfachen Darstellung des Marktes. Zwar würden die Menschen tatsächlich gerne einfache Parameter in den Tarifen vergleichen, doch sei man bewusst nicht Billiganbieter. \"Unsere Kunden sind wirklich etwas wert“, entgegnet etwa Hutchison-Sprecherin Maritheres Paul. Zudem seien die eigenen Tarife ohnehin die besseren, so die Mobilfunker unisono. Während in der Branche über ein mögliches Diskontangebot der mobilkom gemunkelt wird, will man bei Hutchison nichts von einem Wertkartentrend wissen. Der Vertragsanteil bei den Handykunden steigt bei Hutchison bis dato ungebremst - ebenso wie auch bei mobilkom, T-Mobile und One. Diese Tatsache schließt für Wieser und Mayer nicht unbedingt ihren Geschäftserfolg aus. Man möchte Menschen ansprechen, \"die ein gesundes emotionales Verhältnis zu Mobiltelefonie haben“. Der österreichische Markt sei Technik- und Gadget-verliebt, so Mayer. Jene Zielgruppe, die nichts damit anfangen könne, sei nun bei Yesss willkommen.

Paul fühlt sich bei solchen Sprüchen auf den Plan gerufen. \"Es geht nicht nur um Sprachtelefonie“, so die Unternehmenssprecherin. Letztendlich seien stets auch weitere Dienste, wie etwa aus dem Daten- und UMTS-Bereich für einen Mobilfunkservice ausschlaggebend. Doch auch sie sieht ein, dass nun mal die Menschen \"gerne in Sprache vergleichen, weil sie ein Gefühl dafür haben“.

\"Wir wollen, dass die Kunden billig telefonieren\", bringt dagegen Tele2UTA-Chef Wieser jenen Punkt zur Sprache, den auch die anderen Anbieter für sich reklamieren. T-Mobile hat nun ebenfalls ein aggressives Wertkartenangebot vorgelegt: Telefonate in alle Netze zu neun Cent in der Minute. Die neue Strategie läuft unter dem Motto \"Markenangebot zum Diskonttarif“, sagt T-Mobile-Chef Georg Pölzl. Schließlich biete man dazu Kundenservice und Beratung. Voraussetzung ist lediglich, dass die Wertkarte mindestens einmal im Monat mit einem Guthaben von 20 Euro aufgeladen wird. Doch: Die Summe entspricht Pölzl zufolge ohnehin nur dem durchschnittlichen Telefonieverhalten der anvisierten Zielgruppe.

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Einlösen der Prognosen

Aus Hannover, Daniel AJ Sokolov

Bereits im Vorfeld und auch während der Messe präsentierten die deutschen Mobilfunker neue Tarife und Produkte. Keine wirkliche überraschung aber ein großer Schritt war der Marktauftritt der HSDPA-Netze von T-Mobile Deutschland und T-Mobile Austria. Im Gegensatz zu österreich wird in Deutschland zusätzlich die GPRS-Weiterentwicklung EDGE eingeführt.

Ein eher unerwarteter \"Erstling“ war der Provider debitel mit der Ankündigung des ersten mobilen Fernsehens in Deutschland. Statt dem bei anderen Anbieter schon verfügbaren Streaming über UMTS wird ab Mai echter Rundfunk geboten. Nicht der übertragungsstandard DVB-H (Digital Video Broadcasting Handhelds) sondern DMB (Digital Multimedia Broadcasting) ist dabei die Technologie der Wahl. In acht Städten, natürlich allesamt Austragungsorte von WM-Spielen, beginnt \"Mobiles Fernsehen Deutschland“ (MFD) mit der Ausstrahlung von vier Fernsehkanälen. Debitel-Kunden dürfen die Kanäle für voraussichtlich etwa zehn Euro konsumieren, Kunden anderer Netzbetreiber sollen später folgen. Sogar ein DMB-taugliches Endgerät soll es im Mai geben. Das Samsung SGH-P900 dürfte etwa 600 Euro kosten.

Auch die Musik-Miete will debitel mobil machen, und zwar gemeinsam mit dem Klingeltonportal Jamba. Solange der Kunde Monat für Monat zahlt, darf er Musikdateien mit Digital-Restrictions-Management herunterladen. Der Datentraffic wird wohl extra zu bezahlen sein. Wird das Abo einmal beendet, verfallen alle Musikdateien. Kaufen oder gar kopieren ist nicht vorgesehen.A propos kaufen und kopieren - die im Kopiergeschäft übliche Miete von Kopiergeräten samt definierter Betriebs- und Serviceleistungen greift auch im Druckerbereich mehr und mehr Platz. Ja, der gesamte IT-Bereich orientiert sich verstärkt in Richtung Leasing. Siemens Financial Services hat den Trend erkannt und kooperiert etwa mit Fujitsu Siemens und SAP. Nicht nur, aber auch wegen Basel II werden immer mehr IT-Anschaffungen alternativ finanziert, vor allem durch Leasing. Die Fujitsu Siemens Vertriebspartner können nun innerhalb weniger Minuten online Leasingverträge für ihre Kunden im Bereich von 2500 bis 125.000 Euro organisieren. \"Vom Autohandel lernen heißt siegen lernen\", könnte insgeheim der Leitspruch lauten. Denn auch der regelmäßige Austausch gegen neuere Hard- und Software soll durch entsprechende Dauerverträge gesteigert werden.

Das Schlagwort des \"mobilen Arbeitsplatzes“ wird zwar schon seit Jahren bemüht, aber nach und nach doch mit Inhalt gefüllt. Zahllose Software- und Messaging-Lösungen gingen neben zur Schau gestellten Laptops mit eingebautem HSDPA-Modem oder Mobilfunk-Datentarifen mit fünf Gigabyte monatlichem Trafficvolumen medial unter. Avaya (in unseren Breiten früher als Tenovis bekannt), neben der Deutschen Telekom, Toshiba und Yahoo einer der vier offizieller technischer Partner des Weltfußballverbandes FIFA, setzt daher auch als reiner B2B-Anbieter auf das Thema Fußball. \"Das größte konvergente Netzwerk der Welt, nach den Regierungsnetzen\" verbindet 70 Locations, darunter nicht nur die WM-Stadien sondern etwa auch Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen. 15 bis 20 Terabyte sollen in nur 30 Tagen übertragen werden. 35.000 Nebenstellen wären möglich, doch selbst für das Mega-Ereignis braucht die FIFA nach aktueller Planung nur 4.500.

Nicht zuletzt dank der absurden Verbürokratisierung und Vertechnisierung der WM-Eintrittskarten war RFID ein prominentes CeBIT-Thema. Auch die deutsche Bundeskanzlerin hatte RFID in ihrer Eröffnungsrede mehrmals angesprochen. EU-Kommissarin Viviane Reding startete einen eigenen Konsultationsprozess, in dessen Rahmen Anwendungen, Verbraucherfragen, Interoperabilität und Normen sowie der Frequenzbedarf erörtert werden sollen. Nach diversen Workshops wird es im Herbst eine öffentliche Konsultation geben, an der sich jeder Bürger beteiligen kann. Diese neue Technologie sei wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit, so Reding. Sie werde in Europa jedoch nur zum Durchbruch kommen, wenn zuvor das Vertrauensproblem gelöst werde. Gleich am ersten Messetag lud sie daher auch Privacy-Experten zu einer Podiumsdiskussion.IBM will derweil durch eine technische Lösung das Vertrauensdefizit ausgleichen. Im Zürcher IBM-Labor erdachte Chips haben eine perforierte Antenne, die der Endverbraucher einfach abrubbeln kann, etwa mit einer Münze. Dabei bleiben die gespeicherten Daten erhalten, können aber nur noch aus maximal fünf Zentimetern Entfernung ausgelesen werden. Was technophile Anwendern als einleuchtende Vorgehensweise erscheinen mag, wird nicht unbedingt gegen die ängste technokritischer Nutzer wirken. Die EU-Kommission weiß, warum sie sich \"weltweit akzeptierte Interoperabilitätsnormen und Maßnahmen zur Gewährleistung des Datenschutzes und der Achtung ethischer Grundsätze bei der Nutzung dieser Technologie\" wünscht. Die Vernetzung der Daten und Anwender wird jedenfalls voranschreiten. Irgendwann stehen wir vielleicht überall im Centrum der BIT-Welt - und damit nirgendwo.

20 Jahre CeBIT
Das \"Centrum der Büro- und Informationstechnik\" feierte heuer unter dem Motto \"Join the Vision\" seinen 20. Geburtstag. 1986 erstmals als eigene Messe ausgerichtet, ist die CeBIT auf ein Vielfaches der damals größten Messehalle der Welt gewachsen. Aber auch dieses Wachstum hat ein Ende. Zwar stieg die Zahl der Aussteller leicht, doch konnte zuletzt immer weniger Fläche vermietet werden. Neben prominenten Absagen wie jenen von Sony oder E-Plus, und der stark reduzierten Präsenz von Cisco, war auch Halle 27 ein deutliches Zeichen: Dorthin sollte \"digital living - Das Event mit Erlebnischarakter\" sowohl neue Aussteller als auch Konsumentenmassen locken. Im Endeffekt wirkte die Halle sehr geräumig. Die wenigen Aussteller und der immer noch saftige Eintrittspreis von zehn Euro (gegenüber 38 Euro für die gesamte Messe beziehungsweise 17 Euro für Schüler und Studenten am Wochenende und am letzen Messetag) machten sie nicht zum Besuchermagneten.Die österreichische Wirtschaftskammer verzichtete diesmal überhaupt darauf, einen österreichischen Gemeinschaftsstand zu organisieren. Nur zwei Unternehmen sollen sich dafür interessiert haben. Insgesamt präsentierten sich nicht einmal 40 heimische Unternehmen auf der weltgrößten Computermesse.
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Software verändert Lieferketten

Aus Venedig, Daniel AJ Sokolov

Supply-Chain-Management ist die Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette, vom Hersteller über die Transporteure und Händler bis zum Endkunden. Immer mehr Branchen organisieren sich vertikal: Anstatt mehr oder weniger zufällig angebotene Ware zu kaufen und (hoffentlich) mit Gewinn zu verkaufen, beeinflussen vor allem Handelsketten die Produktion wesentlich. Sie bestellen exakt spezifizierte Produkte für bestimmte Zeitpunkte. Auf unklare Lieferzeiten und daraus resultierende leere oder überquellende Regale haben sie keine Lust.

Entsprechende Softwarelösungen ermöglichen eine komplette Umgestaltung der gesamten Organisation, hin zu mehr Effizienz und Flexibilität. Der Softwareanbieter TXT hat seine Programme und Dienstleistungen zum Beispiel in den Branchen Luftfahrt, Finanzen, Lebensmittelhandel oder KFZ erfolgreich vermarktet. Den größten Erfolg hat der Anbieter in der Textilbranche, die von langen Transportwegen und schnell wechselnden Kollektionen geprägt ist.

\"Einer unserer Kunden wechselt alle vier Wochen sein Sortiment\", erzählt Holger Klappstein, General Manager von TXT e-solutions für Deutschland und österreich dem Report am Rande des TXT Summit in Venedig, \"Ein anderer bringt jedes Jahr 24 neue Kollektionen in seine Filialen. Der logistische Aufwand und der Stress im Ein- und Verkauf sind groß.\" Seine Kunden, darunter auch Ketten mit Filialen in österreich, möchten genau wissen, welche Ware sich gerade wo befindet. Nicht nur im eigenen Geschäft und Lager, sondern vor allem davor und dazwischen. Wo ist was, auf dem Weg von der (oft asiatischen) Fabrik nach Europa oder auf dem Weg zu welcher Filiale?

\"Wenn Sie eine Kollektion rausbringen, möchten Sie möglichst früh erfahren, wenn es bei einem Teil Lieferverzögerungen gibt. Fehlen zum Beispiel bei einem vierteiligen Set die Krawatten, können Sie vielleicht auf einen anderen Posten von Krawatten oder einen anderen Lieferanten umschwenken\", erklärt Klappstein, \"Diese Informationen zu bekommen, zu überwachen und aufzubereiten ist die Aufgabe unserer Lösungen.\" Auch für die Planung von Arbeitsabläufen und Mitarbeitereinsatz sind diese Informationen wichtig. \"Wenn jedes Paket geöffnet werden muss, um den Inhalt zu erkennen und diesen dann auf neue Pakete zu verteilen, kostet das viel Zeit und Geld. Unsere Kunden können bereits die Fabrik anweisen, welche Pakete wie zusammengestellt werden sollen.\" Zudem wird viel Zeit gewonnen, wenn bekannt ist, wann welche Waren eintreffen werden. \"Manche Sachen müssen zum Beispiel gebügelt werden. Dafür braucht man Personal. Wenn die Lieferung nicht genau vorhersagbar ist, verliert man wichtige Zeit in der Auslieferung - oder das Personal ist nicht verfügbar.\"

Die Supply-Chain-Management-Software \"TXTChain\" wird bei einem Serviceprovider gehostet, was dem Kunden Investition- und Wartungsaufwand spart. Abgerechnet wird je nach angeforderten Modulen und Zahl der Transaktionen.

Demand Management. Um die Effizienz im Vertrieb weiter zu steigern, kann das Pferd zusätzlich von der anderen Seite aufgezäumt werden. Ein glücklicher Kaufmann, der weiß, welche Waren in welchen Filialen wann in welcher Menge nachgefragt werden. \"In einer 1A-Lage in Hamburg oder München wird anders eingekauft, als in einer Filiale in Osnabrück oder Dortmund. Bei den Nebenlagen ist es wieder anders\", so Klappstein, \"Außerdem müssen Sie entsprechend der Flächen der Filialen Schwerpunkte bei der Angebotspalette setzen. Wenn es sich um drei oder vier Geschäfte handelt, kann das noch jemand überblicken. Aber bei hundert Outlets schafft das nur mehr der Computer.\"

Dafür hat TXT unter anderen die Module Forecasting, Demand Planning und Inventory Planning. In österreich setzt zum Beispiel Palmers die Software TXTDemand ein, die mit klassischen Lizenzen ja nach benötigten Modulen und Zahl der Nutzer angeboten wird.

Das Wissen allein nutzt aber wenig, also gibt es ein Modul für die Nachschubsteuerung (\"Replenishment\"). \"Es gibt plötzliche Trends\", sagt der TXT-Manager, \"Vielleicht wird zufällig Heidi Klum in einem gelben Hemd abgelichtet und gelbe Shirts werden der Renner. Wer darauf schnell reagiert, kann deutlich mehr absetzen.\" Flexibilität in Bezug auf Nachfrageschwankungen kann den Umsatz positiv beeinflussen. \"Wer bereits auf dem Transportweg befindliche Ware umdirigieren kann, hat die Nase vorn.\"

TXT will im Ausland wachsen
2005 konnte TXT den Umsatz um 12 Prozent auf 54,8 Millionen Euro steigern. 16,4 Millionen davon stammen von Kunden außerhalb Italiens, ein Plus von 73 Prozent. Das Nettoergebnis vor Steuern wuchs um 134 Prozent auf 2,6 Millionen Euro. Mehr als 60 Neukunden wurden in dem Jahr gewonnen. Vor allem auf Auslandsmärkte setzt TXT große Stücke und hofft auf weiterhin starkes Wachstum. Insgesamt sollen 2007 bereits 95 Millionen Euro umgesetzt werden.

Im Ausland noch kaum aktiv ist die Content-Management-Sparte TXT Polymedia, die etwa 20 Millionen Euro zum letztjährigen Umsatz beigetragen hat. Aus einer Teletext-Maschine heraus entstanden, ist das System heute in der Lage, multimediale Inhalte für eine Vielzahl von Medientechnologien zu erstellen und zu verwalten: Von SMS/MMS über Webseiten und druckfertige PDF bis hin zu Set-Top-Box-tauglichen Formaten für digitales TV. Da Polymedia in Java programmiert ist, läuft es auf allen gängigen Plattformen. Vor allem Fernsehanstalten, aber auch der Mobilfunkbetreiber Hutchison Italy und der italienische Verlag De Agostini setzen die Lösung ein. \"Wir haben dazu ein visuelles Programmierinterface. Damit kann Polymedia schnell und einfach an fast alle Bedürfnisse angepasst werden, ohne dass jemand eine Zeile Code schreiben muss\", schildert Giorgo Tornielli von TXT Polymedia. Genau wie die Kollegen von der Demand und Supply Chain Management Sparte will auch Tornelli mit neuen Kunden im Ausland deutlich zulegen.

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Ausgedruckt

Die Kunden im Office-Bereich haben sich rasch an den Komfort multifunktionaler Geräte gewöhnt: Drucken, Faxen, Scannen, Kopieren - alles wird heute aus einer Hand geboten. Mußten die Druckerhersteller vor ein paar Jahren noch die Vorzüge und Kostengünstigkeit neuer, konvergenter Lösungen argumentieren, so haben sich auch Farbdrucker mittlerweile durchgesetzt. Wenige Unternehmen leisten es sich heute noch, auf Farbe grundsätzlich zu verzichten. Doch wie gehen die Hersteller mit der Angst sparsamer Unternehmer vor den tendenziell höheren Kosten im Farbdruck um? Um zu verhindern, dass sich die Mitarbeiter unaufhaltsam Familienfotos in Farbe ausdrucken, gibt es passende Lösungen, die eine Individualisierung bei den Nutzerberechtigungen ermöglichen. So werden dabei Einzelpersonen oder ganzen Abteilungen Druckkontingente zugewiesen - und dabei bei Bedarf auch Farbdrucke überhaupt untersagt. Generell gilt: Neue Abrechnungsmodelle erlauben eine bedarfgerechte Nutzung der Druckerinfrastruktur. Abgerechnet wird dann nur noch pro ausgedruckter Seite. Einige Anbieter im schnellen überblick.

Lexmark. \"Der Drucker als Schachtel per se ist ein Me-too-Produkt geworden“, sagt Lexmark-Geschäftsführer Hermann Anderl. Heißt: Die Kunden erwarten von den Geräten, dass sie auch ohne Intervention funktionieren, Innovationen seinen heute eher im Dienstleistungsbereich zu finden. Lexmark hat im Lauf der Jahre mehr und mehr Innovationen in die Geräte gepackt - von Security-Printing angefangen über Fernwartungssysteme bos hin zu Direct-Printing per USB-Stick und Datenflusssysteme die mitunter auch in Archivierungsklösungen münden. Anderl setzt auf den \"Mehrnutzen“ für B2B-Kunden und ein Kernbedürfnis nach modularen Lösungen. Er beobachtet folgenden Trend: Daten werden zunehmend digitalisiert und am Multifunktionsgerät gleich mit Beschlagwortung abgelegt und archiviert. Consulting und Professional-Services werden von Lexmark direkt erbracht, die Installation beim Kunden besorgen Partner.

Develop. Die Konica-Minolta-Tochter Develop hat sich auf Multifunktionsgeräte im A3-Farb-Bereich spezialisiert und liefert mit Partnern wie Dorfmeister oder I.Q. Bürotechnik den Unternehmen abgerundete Dienstleistungen - bis hin zur Netzwerkadministration und Desktopservices. \"Dadurch werden durchgehende Lösungen wie Dokumenten-Management-Systeme (DMS) und Archivierung möglich“, sagt Develop-Managerin Gabriele Brunner. Während im städtischen Raum - allen voran Wien - der Großteil der Bürogeräte im Besitz des Dienstleisters oder Herstellers bleiben, \"wird im ländlichen Raum eher gekauft“. Unermüdlich ist Brunner auch unterwegs, um den Kunden die Vorzüge von Multifunktionsgeräten deutlich zu machen.Während der Tintenstrahlbereich einen Höhenrekord nach dem anderen bei den Druckkosten hinlegt, würden viele Unternehmen nun auf Laserdrucker setzen. \"Doch auch die Laserdrucker sind nicht ganz so billig, wie es oft scheint.“ Während im Laserbereich der Seitenpreis eines Farbdruckes bis zu 70 Cent veranschlagen kann, würden Multifunktionsgeräte Farbseiten zu sieben, acht Cent drucken. Besonders bei hohen Druckvolumina würde sich der höhere Anschaffungspreis eines Multifunktionsgerätes oft bereits nach zwei Jahren amortisieren.

HP. Christine Donner, Direktorin für den Bereich Imaging & Printing bei HP, setzt auf die Sinnvolligkeit der Geräteinstallationen in den Unternehmen. \"Die Firmen schauen weiter auf ihre Druckkosten“, weiß sie und versucht stets sich vor Ort beim Kunden ein Bild von der tatsächlich benötigten Infrastruktur zu machen. Dabei könne es durchaus sein, so Donner, dass auch einzelne Arbeitsplätze weiterhin ihren eigenen Drucker am Tisch stehen haben. Per \"Balanced Deployment“ versuchen sich die HP-Experten an ökonomisch sinnvollen Lösungen für die Unternehmen. Die Sentimentalität vieler Nutzerm, einen eigenen Arbeitsplatzdrucker haben zu wollen, lässt sich meist zerstreuen, berichtet Donner. überhaupt, die Kunden sind mündiger geworden: \"Vor zwei, drei Jahren hatten die Unternehmen keine Ahnung, wie hoch Ihre Druckkosten waren.“ Heute ist dies anders - die Kunden beschäftigen sich zunehmend auch mit Dokument-Management-Systemen.

Konica Minolta. Johannes Bischof, Geschäftsführer Konica Minolta Business Solutions, sieht sein Unternehmen als \"Marktführer in Farbe“. Jedes dritte multifunktionale Gerät, das verkauft werde, sei bereits ein Farbgerät. Im Bereich Printing Solutions liegt der Farbanteil bei etwa 50 Prozent. Wie positioniert man sich auf einem Markt, in dem die Produkte ersetzbar werden? \"Die Situation erscheint mir nicht so neu, da wir uns schon immer in einem Markt mit austauschbaren Produkten bewegt haben. Das war auch bei Kameras nicht anders. Unsere Positionierung stützt sich im wesentlichen auf die Marke, auf Qualität, Funktionalität und Service.“ Zweifellos spiele der Service eine zunehmende Rolle, man habe sich deshalb vom reinen Hardwareanbieter zum Systemhaus entwickelt. Nun will man ganzheitliche und maßgeschneiderte Lösungen bieten - einschliesslich Softwarekomponenten. \"So können wir die Workflows und Leistungen bei den Unternehmen verbessern“, sagt Bischof.

OKI. Karl Hawlik, Geschäftsführer OKI Printing Solutions, bearbeitet Großkunden über Systemhäuser sowie den KMU-Markt über den Fachhandel. Man ist reiner B2B-Anbieter und setzt auf Geräte mit spezieller LED-Drucktechnologie - auch im Farbbereich. \"Der Trend geht ganz klar gegen Stand-alone-Kopiergeräte“, ortet Hawlik nun neue Möglichkeiten im \"Inhouse Color Printing“. Hierbei ersetzen Drucker mit großer Medienvielfalt den Gang in den Copyshop. Spezialdrucke wie etwa für Visitenkarten oder Folder können die Unternehmenskunden dann selbst in die Hand nehmen. \"Viele sind überrascht, was mit unseren Geräten möglich ist“, erzählt Hawlik von so manchem Kunden, der seine Kataloge nun selbst in Kleinauflage druckt. Auch er sieht die Migratione der seitenbasierten Abrechungn der Kopierwelt nun in den Druckerbereich kommen.

Canon. \"Je größer Unternehmen sind, desto mehr wollen sie nicht nur Geräte kostentransparent beziehen, sondern auch mit Dienstleistungen versorgt werden“, ortet Canon-Chef Peter Baldauf. Die Unternehmen wollen sich immer weniger mit der Administration der druckenden Infrastruktur umherschlagen, sondern zentralisieren, automatisieren und an Partner auslagern. Weiters sieht auch Baldauf die Funktionen Faxen, Drucken und Kopieren zunehmend in einem, einzigen Gerät integriert: \"dies sind nicht mehr getrennte Prozesse, sondern der Weg zum integrierten Dokumentenmanagement.“ Trotzdem: Netzwerke und Printer werden auch künftig zwei verschiedenen Paar Schuhe bleiben. In Sachen Installation, Consulting und Betriebe macht dennoch Canon bei Großkunden \"alles selbst“. Lediglich bei Archivierungserfodernissen eines DMS würde man auf Partner zurückgreifen. Baldauf propagiert Gesamtlösungen, die den Gerätewildwuchs in den Unternehmen eindämmen. Durch geeignete Controlling- und Monitoring-Software werden dann die Konsolidierung des Druckbereichs ermöglicht.

Epson. Mit der Einrichtung eines neuen \"Epson Branch Office Austria“ will Norbert Fasching durch verstärkte Präsenz \"besser als je zuvor die regionalen Eigenheiten des Marktes berücksichtigen.“ Im Consumer-Umfeld sei der Hersteller \"schon lange ganz vorne mit dabei“, jetzt wird auch die Position im Business-Segment ausgebaut. \"Unsere Partner dürfen sich schon jetzt auf ein interessantes Geschäft mit innovativen Produkten, einer aktiven Kommunikation, und nicht zu letzt mit äußerst attraktiven Margen freuen“, stellt Fasching in Aussicht. Auch bei Epson geht es nicht mehr nur darum, Schachteln zu verschieben: Man versteht sich als Anbieter von Lösungen, die individuell auf die Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt sind. Demnächst werde es auch ein neues Abrechnungsmodell geben, bei dem der Kunde pro ausgedruckter Seite bezahlen kann. \"Zusätzlich können Nutzer von Epson Druckern durch die Epson JobTracker Software Druckostentransparenz schaffen.“

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\"Eine Nische in der Nische“

Als der schwäbische Reichsritter Götz von Berlichingen 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg seine rechte Hand verlor, wurde er zu einem der bekanntesten Handprothesenträger der Geschichte. Ein für seine Zeit erstaunliches High-Tech-Gerät, die so genannte eiserne Hand war eine Prothese, die sich durch ein Zahnradgetriebe bewegen ließ. Trotz dieses Meilensteins gestalteten sich die technologischen Fortschritte in der Prothetik aber weiterhin eher schleppend, der berüchtigte und keinesfalls rein fiktive Piratenhaken hatte längst noch nicht ausgedient.
Dies änderte sich erst zu Beginn des 20. Jahrhundert. Der erste Weltkrieg mit knapp 20 Millionen Verwundeten schaffte einen enormen Bedarf an Prothesen. Im Jahr 1916 gelang dem deutschen Chirurgen Ferdinand Sauerbrauch mit einer nach ihm benannten Prothese ein großer Wurf: Beim Sauerbruch-Arm wurde im verbliebenen Armstumpf ein Kanal gelegt, durch den ein Elfenbeinstift geschoben wurde. Dieser Stift konnte Muskelkontraktionen an die Prothese weitergeleitet und die Hand schloss sich zu einem Griff.
Qualitativ war das ein Fortschritt, das Problem war die Quantität. Der Sauerbruch-Arm war teuer und nur einer äußerst betuchten Klientel zugänglich. Das Problem waren aber die unzähligen gemeinen Frontsoldaten, die im Krieg Arme oder Beine verloren hatten. Das Angebot konnte mit der Nachfrage nicht mithalten. Die moderne Prothetik steckte immer noch in den Kinderschuhen, mit den traditionell handwerklichen Methoden war der Bedarf nicht zu decken. Eingebettet in dieses historische Umfeld hatte der deutsche Orthopädiemeister Otto Bock die Idee, Prothesenpassteile in Serienproduktion zu fertigen und direkt an die Orthopädiemechaniker vor Ort zu liefern.
Bald nach der Gründung zog das junge Unternehmen nach Königsee in Thüringen, der Heimat von Otto Bock. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurden Privatvermögen und Fabrik enteignet. Das Unternehmen konnte aber im niedersächsischen Duderstadt überleben, wo Bocks Schwiegersohn Max Näder seit 1946 eine neue Fertigungsstätte aufgebaut hatte.

Im Laufe der Zeit
Seit den Anfangsjahren von Otto Bock hat sich einiges verändert. Das lange Zeit vorherrschende Pappelholz wurde durch Kunststoff und neuerdings auch Carbon ersetzt. Die ästhetik spielt eine immer wichtigere Rolle und die Funktionalität und Alltagstauglichkeit wurden in den Vordergrund gestellt. In großen Maßen unverändert ist die Produktionsweise. Auch heute noch werden in erster Linie Prothesenbauteile gefertigt. Individuell auf den Patienten zugeschnitten wird die Prothese vom Orthopädietechniker.

Standort Wien
Mit seinen zahlreichen internationalen Niederlassungen, darunter etwa die Otto Bock USA in Minneapolis, ist Otto Bock heute einer der wenigen echten Global Player in der Orthopädietechnik. Seit 1969 gibt es auch eine Niederlassung in österreich. Was als reine Vertriebsgesellschaft begonnen hat, wurde 1972 um einen Produktionsstandort zur industriellen Herstellung orthopädischer Artikel erweitert. Heute arbeiten am Wiener Standort 290 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 53,5 Millionen Euro erwirtschaften. Der Schwerpunkt in Wien: Forschung und Entwicklung. \"Ein Viertel der Mitarbeiter und 20 Prozent des Umsatzes werden in Wien in Forschung und Entwicklung gesteckt“, erklärt Gerald Haslinger, Unternehmenssprecher Otto Bock Healthcare Products GmbH. Konzernintern genießt die Wiener Niederlassung hohes Ansehen, liegt doch hier die Marktführerschaft für mechatronische Elemente. Etwa das myelektrische Handsystem \"SensorHand Speed“, das ein schnelles und sicheres Zugreifen ermöglicht und dank Griffstabilisierungssystem verhindert, dass Gegenstände aus der Hand rutschen oder fallen gelassen werden. Oder der DynamicArm, ein elektronisch gesteuertes und elektromotorisch angetriebenes Ellbogen-Gelenk. Auch der C-Leg, ein mikroprozessorgesteuertes Kniegelenk, hat seinen Ursprung in Wien. Eine Leistung, die 1999 mit dem österreichischen Innovationspreis honoriert wurde. \"Es ist kein Zufall, dass Otto Bock den Forschungsschwerpunkt nach Wien verlagert hat“, sagt Haslinger. \"Hier findet das Unternehmen ein sehr gut ausgebildetes Personal vor und eine gute Vernetzung mit universitären Instituten.“ Der hohe Stellenwert Wiens innerhalb des Konzerns zeigt sich auch daran, dass Wien das Headquarter für Westeuropa ist - und nicht wie man vielleicht meinen möchte für Osteuropa.

Nischenproblematik
\"Die Anzahl der produzierten Prothesen geht bei Otto Bock in die tausende, nicht aber zigtausende“, sagt Haslinger, der die Medizintechnik als kleine Nische im Gesundheitswesen betrachtet. Dass die Prothetik lediglich eine weitere Nische in dieser Nische ist, lässt sich mit Zahlenmaterial belegen. In österreich gibt es jährlich rund 1000 große Amputationen. \"Für die adäquate Versorgung dieses relativ kleinen Personenkreises braucht es ein Commitment aus Politik, Kostenträger und Mediziner“, ist Haslinger überzeugt. Es sei wichtig für diese kleine Gruppe von Personen, die nicht gut versorgt ist und die über keine nennenswerte Lobby verfügt, einzutreten. Noch in diesem Jahr soll ein Vorschlag an die Politik herangetragen werden, wie man die Versorgung dieser Menschen garantieren könnte. Die Hoffnung, dass der Vorschlag angenommen werden könnte, lebt zwar bei Otto Bock, allzu groß ist sie aber nicht. Schließlich werde überall im Gesundheitswesen eingespart, und damit auch im Bereich der Prothetik. \"Man kann aber das eine mit dem anderen nicht vergleichen“, so Haslinger. \"In der Prothetik geht es nur um eine ´Handvoll Personen´. Wenn hier bei der Versorgung eingespart wird, bleibt nichts mehr übrig.“ In der Pharmazie könne man auf Generika setzen, das sei aber in der Prothetik nicht möglich.
Dass in der Prothetik wie auch in der Medizintechnik allgemein der Rechenstift nicht immer oberstes Gebot ist, bestätigt auch Haslinger. \"In der Forschung gibt es einige Themen, die isoliert betrachtet unwirtschaftlich sind, weil sie nur einer ganz kleinen Zielgruppe dienen.“ Dennoch wolle Otto Bock auch diesen Bereich nicht vernachlässigen. Zum einen gebe es da eine gewisse moralische Verpflichtung und zum anderen könnten die Erkenntnisse aus diesen Bereichen auch anderweitig eingesetzt werden. Diese Vorgehensweise entspricht einer der zentralen überlegung in der Prothetik, bereits bestehende Technologien für die Prothetik nutzbar zu machen.

In- und Outsourcing
Während bei vielen anderen Unternehmen Outsourcing im Zentrum des Interesses steht, geht man bei Otto Bock den umgekehrten Weg - zumindest was kritische Bauteile und technologische Verfahren anbelangt. Schon jetzt werden die meisten Komponenten im Haus produziert, schließlich ist es schwierig, für so geringe Mengen Lieferanten zu finden. Aber auch weniger problematische Bereiche wie das Design sollen schon demnächst wieder \"ingesourct“ werden. Einzig die Grundlagenforschung wird auch in Zukunft nicht ausschließlich intern erledigt. Hier gibt es und wird es weiterhin sehr enge Kooperationen mit Universitäten geben.
Auch wenn der Forschungsaufwand in einem hoch spezialisierten Bereich wie der Prothetik enorm ist, kennt man bei Otto Bock keine Angst vor Plagiaten. Nicht einmal Plagiats-Primus China kann Haslinger beunruhigen \"Unser Vorteil ist es, dass wir etwa auf dem Gebiet der Handprothetik weltweit absolut führend sind“, sagt Haslinger stolz. \"Ein potenzieller Konkurrent wird es sich daher genau überlegen, ob es für ihn Sinn macht, in diesen Bereich einzusteigen und viel Geld zu investieren.“

Ausblick
Die Zukunft der Handprothetik liegt laut Gerald Haslinger eindeutig in der intuitiven Steuerung. Mit der heutigen Technologie sind für die Bewegung zwei Elektroden verantwortlich. Durch die Kontraktion der an den Sensoren angeschlossenen Muskeln werden Bewegungen durchgeführt. Derzeit wird bei Otto Bock an einer Steuerung geforscht, die neben der intuitiven Steuerung auch mehrere Befehlen ausführen und mehr Freiheitsgrade beherrschen soll. Mit einer praktischen Umsetzung vor 2015 ist allerdings nicht zu rechnen.
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