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Wert & Schöpfung

(+) plus: Herr Buchinger, Sie sind seit 11. Jänner Sozialminister, waren davor in der Landespolitik tätig. Wie glatt ist das Wiener Parkett?
Erwin Buchinger: Ich sehe eigentlich keinen großen Unterschied zur Arbeit in Ober­österreich und Salzburg. Prinzipiell gelten dieselben Spielregeln, wenngleich diese in Wien etwas schneller, härter und technisch feiner ausgelegt werden.

(+) plus: Man hatte in den letzten Wochen das Gefühl, dass die kontroversiellen Themen der Bundespolitik stets mit Ihrem Namen verknüpft sind: Mobilitätsprämie, Pflegedebatte, Mindestsicherung.
Buchinger: Dies ist Zufall. Bundesminis­ter Martin Bartenstein und ich stehen bei den Themen Pflegesicherung, Mindestsicherung oder bei der Debatte über ausländische Fachkräfte unter Zeitdruck. Wir diskutieren, haben aber bislang stets einen Kompromiss finden können. In den nächsten Monaten werden andere in der Regierung ihre Diskussionen führen.

(+) plus: Ein Thema, das etwas in den Diskussionen abgeht, ist die Wertschöpfungsabgabe, unter Alfred Dallinger auch als Maschinensteuer verschrien.
Buchinger: Das Thema Wertschöpfungsabgabe ist tatsächlich in Bearbeitung und hat auch im Vorfeld der Regierungsverhandlungen bereits eine Rolle gespielt. Es ist bisher zwar, von kleinen Ausnahmen abgesehen, öffentlich nicht thematisiert worden, diskutiert wurde aber bereits die Einbeziehung von Erlösen aus Vermietung und Verpachtung in die Beitragspflicht für die Sozialversicherung. Ich schließe nicht aus, dass im Laufe der Legislaturperiode in dieser Richtung auch Fortschritte erzielt werden - immer gekoppelt mit einer Gegenbewegung: Wenn auf der einen Seite die Wertschöpfungsabgabe verbreitert wird, hat man die Chance, auf der anderen Seite den Faktor Arbeit zu entlasten.

(+) plus: Wie ist der Stand der Debatte zum Thema Mindestsicherung?
Buchinger: Wir sind in der konkreten Diskussion mit den Ländern, wie die Mindestsicherung gestaltet werden könnte. Zudem evaluieren wir, welche Regeln dazu in Bezug auf Vermögensverwertung anzuwenden sind und wie die Integration des Arbeitsmarktes im Bereich der Mindestsicherung als One-Stop-Shop beim Arbeitsmarktservice funktionieren wird. Der große Charme der Mindestsicherung ist zwar die pauschalierte Leis­tung, aber auch die Verknüpfung dieser Leistung als Sprungbrett zurück in den Arbeitsmarkt. Die Betreuung der Mindestsicherungsbezieher wird dann logischerweise über das AMS erfolgen. Es hat das Know-how und wird auch die passenden Werkzeuge dazu bekommen.

(+) plus: Wie wollen Sie langfristig ­Pensionen sichern?
Buchinger: Hier hat die vergangene Bundesregierung mit der Einführung des Pensionskontos bereits einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die Idee des Pensionskontos ist ja die transparente Nachvollziehbarkeit für den Bürger, wie hoch seine zu erwartende Pension unter bestimmten Annahmen sein wird. Ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger sollte damit jederzeit von seiner Pensionsversicherung simpel Auskunft darüber bekommen können. Das war bislang nicht realisierbar.

(+) plus: Pensionsreformen leiden immer unter dem Umstand, dass eine geringe Zahl an Beschäftigten einer zunehmend größeren Zahl an Pensionisten gegenübersteht, die sie im Umlagesystem finanzieren müssen.
Buchinger: Das Umlageverfahren, das in österreich den Pensionsbereich trägt, ist eines der besten Systeme weltweit. Es ist wesentlich krisenfester, als es in der öffentlichen Wahrnehmung gesehen wird. Kapitaldeckungsverfahren unterliegen dagegen den laufenden Schwankungen am Kapitalmarkt. Ein solcher Finanzierungsweg ist nur dann angebracht, wenn überflüssiges Kapital angelegt wird. Wenn jemand aber im Alter zwingend davon leben muss, kann dies sehr unangenehm werden. Wir haben mit den Instituten IHS und WIFO durchgerechnet, dass bis zum Jahr 2050 der Anteil der Pensionszahlungen am Bruttoinlandsprodukt sogar leicht sinkt. Das Pensionssystem ist also nach den derzeitigen Parametern bis 2050 gesichert und finanzierbar, da die Zahl der Beschäftigten weiter steigen wird. Die heute Zwanzigjährigen können also mit Fug und Recht Vertrauen in unser Pensionssys­tem haben. Es gibt ja auch bereits jetzt einen beträchtlichen Anteil privater Vorsorge in österreich: die Erlebens- und Ablebensversicherungen. Ich selbst habe zwei Lebensversicherungen bereits vor Jahrzehnten abgeschlossen, die mit 55 und 65 Jahren ausbezahlt werden.

(+) plus: Sie planen offensichtlich ­langfristig?
Buchinger: Wissen Sie, mein privates Sicherungsbedürfnis wäre relativ gering, da ich im Zivilberuf Beamter bin und meine Beamtenpension wirklich ausreichend wäre. Ich habe aber einen behinderten Sohn und möchte für diesen, falls mir etwas passiert, vorgesorgt haben.

(+) plus: Bei der Pflegesicherung läuft die Ausnahmeregelung für die Legalisierung ausländischer Arbeitskräfte Ende Juni aus. Wie wird die künftige Finanzierung der Pflege zu Hause aussehen?
Buchinger: Wir arbeiten bereits in Arbeitsgruppen mit den Ländern sehr intensiv an dem Nachfolgemodell für eine häusliche 24-Stunden-Betreuung. Ein umfassend arbeitsrechtlich abgesichertes Modell wird bei Kos­ten von monatlich 1500 Euro bis 3000 Euro, die sich ja keiner leisten kann, gefördert werden müssen. Die genauen Finanzierungsschlüssel werden nun in den nächsten Monaten mit Bund, Ländern und Gemeinden verhandelt. Wenn wir gemeinsam das Problem der Finanzierung der häuslichen Betreuung lösen wollen, dann müssen alle etwas dazu beitragen. Ich bin überzeugt davon, dass ein moderner Sozialstaat auch jenen Personen, die abseits der Pflegeheime zu Hause betreut werden wollen, ein Angebot machen muss. Die Bedürfnisse der Menschen sind heute so unterschiedlich und individualisiert, dass man nicht mehr nur ein einziges Angebot allen überstülpen darf. Dies wurde in der Sozialdemokratie lange Zeit kritisch als Privilegienthema gesehen, ich denke darüber aber differenzierter. Warum sollte jemand, der sich sein Eigenheim oder kleines Häuschen hart selbst erarbeitet hat, dann gefördert in ein Seniorenpflegeheim gezwungen werden? Wir werden alle mit ihren Bedürfnissen und Interessen ernst nehmen - dies hat sich auch in der Sozialdemokratie weitgehend nun durchgesetzt. In der Bundesregierung kooperieren die Minister fachlich eng und stimmen ihre Initiativen miteinander ab. Im Bereich Arbeit sind dies Minister Bartenstein und ich, im Bereich Soziales stimme ich meine Initiativen mit Ministerin Andrea Kdolsky ab. Dass dies ganz gut funktioniert, hat man anhand der Fachkräftediskussion bereits sehen können. Mit April dürfen nun 800 dringend benötigte Facharbeiter aus den neuen EU-Staaten in österreich - akkordiert mit dem AMS - arbeiten.

(+) plus: Bei all der Gemeinsamkeit ­fehlen nur noch die gemeinsamen Marathonläufe mit Martin Bartenstein.
Buchinger: (lacht) Nein, da ist Kollege Bartenstein sicher um Hausecken besser. Ich selbst bin erst zweimal einen Halbmarathon zu einer Zeit von knapp über zwei Stunden gelaufen. Ich glaube, Minister Bartenstein läuft den Marathon deutlich unter vier Stunden - er ist also ein ganz anderes Kaliber.

(+) plus: Wir haben uns auch Ihr ­Weblog angesehen. Es ist bemerkenswert, dass Sie ­dafür auch noch Zeit finden.
Buchinger: Sie glauben wenigstens, dass ich das selbst schreibe - die meisten Menschen meinen, ich beschäftige einen Ghostwriter, der diese Texte für mich verfasst. Aber ich schreibe selber, meistens 15 bis zwanzig Minuten täglich, wenn ich zwischen 22 und 24 Uhr nach Hause komme. Für mich gibt es drei Gründe, mich damit zu beschäftigen: Zum einen möchte ich als moderner Politiker auch über ein modernes Medium verfügbar sein und meine Arbeit verfolgbar machen. Dann habe ich schon früher Tagebuch geführt, um meine einzelnen Lebensabschnitte zu dokumentieren.
Drittens ist das Niederschreiben der Erlebnisse eines Tages ein reinigender Prozess. Damit schließe ich den Tag wirklich ab und nehme keine Probleme in die Nachtruhe mit. Einschlafprobleme hatte ich deswegen schon lange nicht mehr, ich schlafe sehr, sehr gut.

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Cyber-Anarchie vs. Rechtsstaat

Von Michael Ghezzo

Ist alles was man als Web 2.0 bezeichnet rechtliches Brachland?
Rainer Knyrim: Leider glauben nach wie vor noch immer viele Anbieter und User im Internet, dass dort rechtliche Anarchie herrscht. Dies gilt umso mehr bei neuen Entwicklungen wie Web 2.0. Das Erstaunen ist dann groß, wenn sie beim illegalen Download, Abschreiben ganzer Textpassagen, Kopieren von Bildern, Stehlen ganzer Webauftritte oder Geschäftskonzepte, verbotenen Veröffentlichen von Daten oder beim Spammen erwischt werden. Heulen und Zähneknirschen folgt dann, wenn plötzlich ein Brief von einem Rechtsanwalt kommt, der nicht nur sofortige Unterlassung fordert, sondern auch Gewinnentgang oder Schadenersatz und mit einstweiliger Verfügung, Klage, Urteilsveröffentlichung etc. droht. Dann erkennen sie - leider zu spät - dass Rechtsverletzungen im Internet mittlerweile beinhart verfolgt werden. Die Deutlichkeit der Aufklärungsfilme der Urheberrechtsverwertungsgesellschaften gegen illegale Downloads zeigen zum Beispiel, dass diese nicht mehr als Kavaliersdelikte hingenommen werden.

Welchen Schutz haben Anwender im neuen Web? Welche Normen sind anwendbar? Welche Probleme gibt es?
Grundsätzlich sind alle Normen auch in Web 2.0 gültig. Der Anwender kann sich dort genauso auf Wettbewerbsrecht, das Urheberrechtsgesetz, Datenschutzgesetz, Telekommunikationsgesetz, E-Commerce-Gesetz usw. berufen wie in der Offline-Welt. Als Rechtsanwalt muss ich aber leider immer wieder feststellen, dass zwar die notwendigen Normen meist vorhanden sind, deren Durchsetzung aber nicht immer einfach ist. Richter müssen neue Technologien erst verstehen und neue Gesetze zur Online-Welt anwenden lernen. Behörden erhalten nicht genug Schulungen und Personal, um sich mit den neuen Problemen des Internet zu beschäftigten und dass die Sanktionierung so abstrakter Materien wie etwa des E-Commerce- oder des Datenschutzgesetzes teilweise durch Sachbearbeiter in Bezirksverwaltungsbehörden erfolgen muss, könnte überdacht werden. Problematisch ist aber vor allem die Globalität des Webs: Gegen Spammer, die heute aus den USA und morgen aus Russland spammen oder Domaingrabber, die österreichische Domains über Briefkastenfirmen auf so ausgefallenen Inselstaaten wie Tuvalu oder Vanuatu registrieren, ist nur mit großem Aufwand und höchst schwierig etwas zu erreichen.

Welche Rechtsfragen werden Ihrer Ansicht nach in Zukunft in diesem Zusammenhang Richter und Anwälte befassen?
Die Entwicklung des Web wird die Juristen immer wieder vor neue Anforderungen stellen. Ein Beispiel: Auf Second Life investieren derzeit hunderttausende Unternehmen und User Millionen realer Dollar für ein zweites Leben in einer vollkommen fiktiven Welt. Die Nutzungsbedingungen von Second Life bestimmen, dass deren Betreiber Linden Labs \"jederzeit jeglichen Inhalt von Second Life teilweise oder vollständig aus jeglichem Grund oder auch grundlos ohne Vorankündigung löschen kann\" und dafür auf keine erdenkliche Weise haftet. Wird ein Richter einen derartigen Haftungsausschluss gelten lassen? Ist Second Life einfach nur ein Computerspiel, das man nach belieben abdrehen kann? Oder doch eher eine neuartige Business-Plattform, deren Betreiber virtuelle Grundstücke verkauft, die er dann nicht nachher grundlos löschen darf?
Werden neue technische Entwicklungen unlösbare Rechtsprobleme bringen?
Juristen sind immer bemüht, neue technische Entwicklungen rechtlich zu erfassen. Neben dem oben geschilderten derzeitigen ernsten Problem der Rechtsverfolgung in einer völlig globalisierten Online-Welt könnte noch die Verschmelzung der realen mit der virtuellen Welt hinzukommen, die den \"old economy - Rechtsstaat\" vor ernsthafte Probleme stellt. Stellen Sie sich vor, Google kauft etwa Second Life und verknüpft es mit Google Earth und YouTube und schließt Kooperationen mit eBay und iTunes ab. Es könnte dadurch nicht nur zu einer totalen Vernetzung und Globalisierung kommen, sondern auch noch zu einer Vermischung von realer und virtueller Welt und es wären dann noch nie dagewesene Sachverhalte zu lösen, etwa: Ein Second Life - Avatar, der dort auf \"German Island\" lebt, in Google Earth aber in Burundi lokalisiert werden kann, behauptet in einem You Tube - Video, dass ein bestimmter ebay-User, dessen reales Haus er auf Google Earth in Kasachstan lokalisiert haben will, mit einem gehackten Avatar eines Minderjährigen auf ebay.fr einen virtuellen iPod durch Versteigerungsmanipulation billig ergaunert habe, mit dem er dann von einem Studenten aus Kolumbien über eine ftp-Plattform einer amerikanischen Universität illegal gekaufte Lieder von iTunes.com in der Bar eines virtuellen Nachtlokals namens \"Paris Hilton\", das im virtuellen Wien angesiedelt ist, abspielt. Könnte der bloßgestellte User auf Verleumdung klagen? Wo? Dürfte der Avatar zum Wahrheitsbereis die Herausgabe aller notwendigen Userdaten von Google verlangen? Könnte Paris Hilton auf Verletzung ihrer Namensrechte klagen? Wen? Wo? Wäre das Abspielen der Lieder in einer virtuellen Welt eine öffentliche Aufführung, für die Urheberrechtsabgaben zu zahlen sind? Wo muss das virtuelle Nachtlokal seine Eintrittsgelder versteuern? Usw. usw. Viele spannende Fragen, zu denen Juristen beweisen werden müssen, dass es keine unlösbaren Rechtsprobleme gibt.

Rainer Knyrim ist Referent auf dem CONEX Forum \"Web 2.0 goes Business“ auf dem Top-Manager führender Web 2.0 Unternehmen - wie JaJah, Wikipedia oder Drei über die aktuellen Trends sprechen.

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Allianz für IP und CRM

\"In Zeiten der zunehmenden Konvergenz von Sprache, Daten und IT birgt eine innovative und kostengünstige Unified Communications Lösung großes Potential. Wir haben uns daher für eine Partnerschaft mit Microsoft entschieden“, erklärt Kari Kapsch, Vorstandsvorsitzender Kapsch BusinessCom. \"Diese Zusammenarbeit bietet die Möglichkeit, ein System zu schaffen, das eine nahtlose, umfassende und integrierte Kommunikationsplattform für Unternehmen bildet. Damit können wir auch unseren Kunden aus dem KMU-Bereich eine Unified Communications Lösungen bieten, die alle Funktionalitäten rund um eine Echtzeit-Kommunikation in Unternehmen bietet.“Kapsch ist ein Microsoft Partner, der sämtliche für die Echtzeitkommunikation erforderlichen Kernkompetenzen für Telefonie, Netzwerk und IT einbringen kann. Kapsch ist seit letztem Jahr Microsoft Gold Partner mit derzeit über 90 Microsoft Certified Professionals.

\"Die hohe Kompetenz im Dienstleistungsbereich und die österreichweite Präsenz macht Kapsch zu einem interessanten Partner für Microsoft. Durch die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen möchten wir unsere Kunden insbesondere bei der Einführung von Echtzeit-Kommunikationslösungen als auch im Bereich CRM unterstützen. Die Zusammenarbeit zwischen Microsoft österreich und Kapsch BusinessCom ermöglicht es Unternehmen erstmals ihre gesamte Telefonie und IT-Umgebung auf Basis des IP-Netzwerkes zusammenzuführen. Damit bieten sich Lösungen wie IP Call Management, Conferencing, E-Mail und Unified Messaging zur Steigerung der Produktivität für alle Mitarbeiter und Organisationseinheiten“, erklärt Microsoft-Geschäftsführer Herbert Schweiger, .

Die ersten Details der Kooperation. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen umfasst umfangreiche Maßnahmen in Bezug auf die Systemintegrations- und Technologieführerschaft der beiden Unternehmen, aber auch Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Microsoft und Kapsch arbeiten künftig gemeinsam an der Entwicklung von Softwarekomponenten zur raschen Integration der neuen Möglichkeiten mit bestehenden Telefonanlagen und Anwendungsprogrammen. Derzeit wird gerade ein gemeinsames Gesamtangebot für Planung, Entwicklung, Integration, Support, Betrieb und Finanzierung von Kommunikationsinfrastruktur-Lösungen erstellt. Gemeinsam werden die beiden Unternehmen in den kommenden Monaten Mitarbeitern und Entscheidungsträgern in Unternehmen präsentieren, wie neue Unified Communications Möglichkeiten die Zusammenarbeit erleichtern. Dazu sind u.a. gemeinsame Informationsveranstaltungen, Messen, Roadshows, Informationsbroschüren und Mailings vorgesehen.

Die strategische Kooperation von Microsoft österreich und Kapsch soll es Unternehmen ermöglichen, bestehende Telefonanlagen einfach und kostengünstig um Unified Communications Möglichkeiten zu ergänzen. Besonders interessant ist das neue Angebot für Unternehmen mit mehreren Standorten (Geschäftsstellen, Tochtergesellschaften im In- und Ausland etc.). Aber auch Betriebe mit mehr als 20 Prozent mobilen Mitarbeitern, freien Mitarbeitern oder Teleworkern/Homeworkern werden davon profitieren. Denn die neuen Echtzeit-Kommunikations-Lösungen erleichtern mobiles Arbeiten und binden verteilte Organisationen (Niederlassungen) besser ein. Gleichzeitig wird die vorhandene Infrastruktur optimal ausgenutzt, da die bestehenden Systeme besser eingesetzt und ausgelastet werden. Durch neue multimediale, mobile Möglichkeiten und durch innovative Collaboration- und Personalisierungsfunktionen bietet Real Time Communication zudem jedem einzelnen Mitarbeiter die Möglichkeit, vollkommen neue effizientere Formen der Arbeit für sich zu entdecken.

Kapsch und Microsoft wollen gemeinsam als Vorreiter in österreich das Bewusstsein für diese \"Collaboration“-Kultur in Unternehmen schaffen und Unternehmen fit machen für die Anforderungen einer mobilen Gesellschaft mit virtualisierten Unternehmensstrukturen.

Im Gegensatz zu traditionellen Anbietern in diesem Bereich verfolgt Microsoft einen reinen softwarebasierenden Lösungsansatz, der zum Ziel, hat die Echtzeit-Kommunikation als Teil der Unternehmensanwendungssoftware zu definieren. Dabei setzt diese Applikation wie auch alle anderen unternehmenskritischen Anwendungen auf einem zuverlässigen und performanten IP Datennetzwerk auf.Durch die Integration in bestehende, gewohnte Microsoft Office Anwendungen sind die neuen Kommunikationsfunktionen sehr rasch und einfach für alle Mitarbeiter am Arbeitsplatz verfügbar und auch entsprechend einfach zu bedienen.

Ausbau der Kapsch CRM Kompetenz. Im Rahmen der engeren Zusammenarbeit von Microsoft und Kapsch baut Kapsch BusinessCom zudem sein bestehendes CRM Angebot aus: Das Unternehmen strebt in den nächsten Monaten die höchste heimische CRM Kompetenz von allen Microsoft Partnern an. Kapsch BusinessCom bietet damit seinen Kunden eine End-to-End Lösung, die vom Core Bereich, über die Applikationsebene bis hin zu Business Prozess Lösungen (Netzwerke, Infrastruktur, Managend Services & Communications) reicht. Kapsch forciert zudem den mobilen Einsatz von Microsoft CRM bei heimischen Unternehmen. CRM von Microsoft ist durch simple Workflows und offene Schnittstellen zu vielen andren Applikationen (wie z.B. ERP-Sytemen) leicht zu implementieren. über Windows Mobile können Kunden auch auf alle CRM Daten per PDA zugreifen und Daten werden live synchronisiert.

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Leicht massiv

\"Leichtbau ist Massivbau“, erklärt Professor Karsten Tichelmann vom Institut für Trocken- und Leichtbau Darmstadt anlässlich der Präsentation einer Studie, die im Auftrag der Interessensgemeinschaft Bau Genial erstellt wurde. \"Wir wollen dem Leichtbau ein Profil geben und Vorurteile aus der Welt schaffen“, betont Peter Leditznig, Sprecher von Bau Genial und Geschäftführer für Marketing und Vertrieb bei Rigips Austria. Gut 20 Seiten umfasst die Kurzfassung der gut 200-seitigen Analyse an der neben Tichelmann auch die TU-Experten Wolfgang Winter, Adolf Merl und Margit Pfeiffer-Rudy mitgewirkt haben. \"Ziel ist es Unwissenheit aus der Welt zu schaffen“, meint Winter. Etwa die Hälfte der Analyse widmet sich den bauphysikalischen Eigenschaften von Leichtbauweisen. \"Das Leichtbauimage ist aus technischer Sicht nicht zutreffend, der Leichtbau verfügt über einen sehr guten Wärmeschutz, eine überdurchschnittliche Luftdichtheit und guten bis sehr guten Schallschutz“, betont er und begründet diese Ansage mehrfach.

Schlank und dicht

Die Wärmedämmung erfolge im Leichtbau in der Regel integrativ, die Dämmung ist Teil der tragenden Konstuktion, beim Massivbau hingegen wird zusätzlich gedämmt, was zwangsläufig zu größeren Bauteildicken führe, so Tichelmann. Beim Passivhausstandard ergeben sich für den Leichtbau um bis zu 45 Prozent schlankere Wände. Dies bringe nutzbaren Flächengewinn. Dazu komme, dass weniger Massenbewegungen geringeren Energieverbrauch nach sich ziehe. \"Energie ist durch leichtes Bauen ersetzbar“, bringt Tichelmann seine Sicht auf den Punkt. Was den sommerlichen Wärmeschutz betrifft sei es ein Irrglaube, dass Masse allein reiche. \"Die Untersuchungen zeigen, dass die Vermeidung sommerlicher überwärmung nur bedingt mit der Speicherfähigkeit der Bauteile gleichgesetzt werden kann“, so die Anlayse. Intelligent geschichtete Bauteile in Leichtbauweise würden belegen, dass vergleichbare Klimastabilitäten wie im Massivbau möglich sind. \"Neu entwicklete Produkte, wie die Latentwärmespeicherplatte entspricht mit einer Stärke von zwei Zentimetern der Speicherfähigkeit von 24 Zentimeter Beton“, betont der Experte. Der Einsatz dieser Latentwärmespeichermaterialien sei im hochwertigen Leichtbau bereits möglich. Derzeit seien mehrere vergleichbare Produkte in Entwicklung,wenn diese in großen Mengen genehmigt und produziert werden würden sie kostengünstiger. Auch die Argumentation, dass der Leichtbau ein Problem mit dem Schallschutz hätte lässt Tichelmann nicht gelten. \"Der Schallschutz hängt nicht mit der Dicke von Bauteilen zusammen, sagt er. Zuletzt habe man Konstruktionen getestet bei denen

Brennbar und nachhaltig

Zum heiß umstrittenen Thema Brandschutz gibt Tichelmann zu bedenken, dass der Brandschutz von vielen Faktoren abhänge. \"Entscheidend für die Nutzer von Gebäudene sind der Rauchabzug und die Fluchtmöglichkeit und nicht was mit dem Gebäude in einer Stunde passiert“, sagt er. Umgekehrt sei es ein Nutzen, dass Holz brennt, da sich die Bauteile nach der Nutzung thermisch verwerten lassen. \"Wir bauen nicht für die Ewigkeit, sondern für die Zukunft“, meint dazu der TU-Professor Winter. Aus Wiener Altbauten würden pro Jahr etwa 40.000 Kubikmeter Holz herausgerissen. Etwa zwei Dritel davon würden in die Spanplattenindustrie gehen, der Rest wird in Italien zu hochwertigem Mobilar verarbeitet. \"Der Baum ist ein Photovoltaikspeicher, wenn wir ihn nicht nutzen geht Energie verloren“, plädiert Winter für mehr Holzbau. Sechs bis sieben Geschosse in Holz-Skelettbauweise seien technsich überhaupt kein Problem, so Winter. Er sieht auch für weitspannende Holzdecken noch großes Potential. \"Der Leichtbau wird in Zukunft viel von anderen Produktionsgattungen lernen, etwa dem Bau von Fahrzeugen und der Möbelbauindustrie“, glaubt Winter.

Nicht automatisch genial

Derzeit liege der Leichtbau von den Rohbaukosten in etwa gleichauf mit dem Massivbau. Die bewegten Massen jedoch differenzieren stark: \"400 m² Nutzfläche in Vollziegel wiegen 600 Tonnen, in Holz lediglich 160 bis 260 Tonnen“, rechnet Winter vor und resümiert: Die Massenströme an Baumaterialien können durch den Einsatz von Holzleichtbauweisen um bis zu 50 Prozent reduziert werden“. Die Weiterentwicklung der Bauweise an sich, so Winter weiter, habe dazu geführt, dass die technsiche Lebensdauer und die Gesamtnutzungsdauer von Häusern in Leichtbauweise dem entsprechen wie man sie von Massivbauten kennt.

Im Fall eines Erdbebens würden Gebäude mit weniger Masse im Inneren besser standhalten, so Tichelmann. Entscheidend für eine verstärkte Etablierung des Leichtbaus werden die Qualität der Bauten sein. Der Vorfertigung komme dabei eine wichtige Rolle zu. \"Leichtigkeit ist nicht automatisch genial, schwer ist nicht automatisch ungenial. Schlank zu bauen muss das Ziel sein, nicht nur leicht“, so Winter, der zuletzt auch für die Massivbauer Versöhnliches hinzufügt: \"Unsere Bautradition lebt von der Verbindung organischer und mineralischer Baustoffe“.

BauGenial

BauGenial ist das zarte Gegenstück zu BauMassiv. Die Gruppe hat sich 2005 konstituiert, ihre Mitglieder sind Heraklith, Knauf, Lafarge Gips, Rigips, Rockwool, Isover, Ursa und Xella. Die Mitglieder repräsentieren einen Umsatz von 430 Millionen Euro und beschäftigen 1.150 Mitarbeiter.Den Vorsitz hat derzeit Gottfried Lobmaier, Verkaufsleiter österreich, Xella Trockenbau-Systeme. Der Leichtbau ist hierzulande im Segment Fertighaus mit rund einem Drittel Marktanteil eine fixe Größe. Im mehrgeschossigen Wohnbau sieht die bisherige Bilanz mit aktuell rund zwei Prozent eher bescheiden aus. Nachdem die Kosten des Wohnbaus zunehmend in den Fokus rücken rechnen sich die Vertreter von BauGenial gute Chancen aus ihren Marktanteil zu steigern. Nicht zuletzt durch die Vorfertigung sollte eine Verkürzung der Bauzeit und eine schnellere Nutzung möglich sein was sich letztlich in der kürzeren Vorfinanzierungsdauer mit 3 bis 5 Prozent auswirken soll.

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Warten auf das dominante Device

Im Dezember 2004 wurde der größte alternative Telekomprovider UTA vom Diskonttelefonieanbieter Tele2 übernommen. Nach Personaleinsparungen und der erfolgreichen Zusammenführung der Produktlinien sieht sich nun Robert Hackl, Geschäftsführer seit Jänner 2007, im Jahr des Kundenservices und der Portfoliobreite und investiert wieder massiv in Entbündelung. Der alternative Mitbewerb als Gegenpol zum Incumbent Telekom Austria ist indes dramatisch ausgedünnt.

Report: Herr Hackl, wie geht es Ihnen nach den ersten Monaten der Tele2UTA-Geschäftsführung?
Robert Hackl: Den größten alternativen Provider zu führen und in österreich agieren zu können, ist eine sehr spannende Aufgabe. Wir sehen uns in einer wichtigen Rolle: österreich braucht diese Alternative zum Incumbent.

Welche Rolle spielen die Aktivitäten hierzulande für die schwedische Unternehmensgruppe? Welche Investitionen wird Tele2UTA in österreich noch tätigen und wie sehr ist Tele2UTA von Entscheidungen in Stockholm abhängig?
Wir haben eine sehr eigenständige Position innerhalb der Gruppe, haben alle Freiheiten und sind im Konzern eine wichtige Tochter, da Tele2UTA fast zehn Prozent des Gesamtumsatzes beiträgt. Derzeit investieren wir jährlich rund 15 Mio. Euro in die Telekommunikationsinfrastruktur und in die IT-Systeme. Heuer werden wir eine Steigerung der Abdeckung der Haushalte mit entbündelten Leitungen - also auf unserer eigenen Infrastruktur - von 55 auf 65 Prozent schaffen. Mit Ende 2006 zählten wir bereits 183 entbündelte Wählämter. Diese Zahl wird heuer um weitere 60 Standorte steigen. Natürlich stimmen wir unsere Investitionen mit der Unternehmensgruppe ab, doch können wir all unsere Produkt- und Servicelinien selbst einführen und verantworten.

In der Wahrnehmung bei den Kunden scheinen mit der Fusion zweier eher gegensätzlich aufgestellter Provider der Fokus und die zentrale Positionierung als B2B-Provider etwas verloren gegangen zu sein. Ist dies aus Ihrer Sicht ein Problem?
Der Tele2-Slogan »Warum mehr bezahlen« kann im Geschäftskundenbereich leicht falsch verstanden werden. In der Businesssparte überzeugen wir mit »Mehr Leistung für weniger Geld«. Dabei verfügt Tele2UTA über eine solch starke eigene Infrastruktur, dass wir unseren Geschäftskunden höchste Ausfallsicherheit bieten können. Wir können als B2B-Provider mit redundanten Netzverbindungen nicht nur eine Wege- und Technologieredundanz anbieten, sondern innerhalb unserer Infrastruktur sogar Providerredundanz simulieren. So haben wir zum Beispiel die Barmherzigen-Brüder-Spitäler in der Steiermark, wo Netzstabilität und Ausfallsicherheit höchste Priorität haben, mehrfach redundant angebunden. Sie sehen also: Tele2UTA bietet bei weitem mehr als nur Datenleitungen.

Ihr Vorgänger Norbert Wieser hat die Fusion Tele2 und UTA verantwortet, ist nun aber überraschend zurückgetreten. Was werden Sie anders als Wieser machen?
Es gibt viele gute Dinge, die das Unternehmen geleistet hat - vor allem ist nach dem Zusammenschluss die Kombination Tele2UTA ja bereits im zweiten Geschäftsjahr profitabel gewesen, während die UTA in den letzten Jahren nie durchgehend positiv bilanziert hatte. Diese erfolgreiche Strategie gilt es, nun fortzusetzen und mitunter an Innovationen anzupassen. Ich werde nichts ändern, was ohnehin sehr gut funktioniert. In Bereichen wie dem Marketing sehe ich aber noch großes Potenzial - ich bin ein Mann des Marketings und werde hier auch neue Akzente setzen. Einen weiteren Schwerpunkt werden wir im Geschäftskundenbereich mit einer Service- und Qualitätsoffensive setzen, die die Wertschöpfungsbreite und -tiefe erhöhen wird. Das letzte Jahr war noch klar vom Zusammenschluss der beiden Unternehmen und dem Ziel der Profitabilität geprägt. In einer Qualitätsoffensive im Kundenservice durchleuchten wir nun, wie wir mit unseren Kunden umgehen und wohin wir uns im Customer Service bewegen wollen.

Customer Service - ein Bereich, der bei Tele2UTA noch ausbaufähig ist?
Man kann sich immer verbessern.

Die Akquisition von eTel durch Telekom Austria zeigt, wie die Marktkonsolidierung in österreich funktioniert: Der Incumbent schluckt die alternative Szene.
De facto wird damit eine heute schon marktbeherrschende Stellung weiter ausgebaut. Entwicklungen wie diese sind mittelfristig vor allem für die Kunden bedauerlich. Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hat in den letzten Jahren den Konsumenten mehrere 100 Mio. Euro eingespart. Letztendlich gilt es nun, die Kunden zu schützen. Denn das Voranschreiten der Remonopolisierung droht auch im kommenden Jahr: 2008 wird die TA den VDSL-Ausbau forcieren und damit die Investitionen der entbündelnden Provider gefährden und abwerten. In Deutschland führt man bereits Diskussionen zum »Cross Talk« Phänomen, das mit dem technischen Ausbau der Breitbandleitungen die Leitungsqualität der alternativen Provider gefährdet.
Symptomatisch für den sinkenden Wettbewerb ist auch die Mitgliederzahl des Verbandes Alternativer Telekomnetzbetreiber. Die Zahl der VAT-Mitglieder ist von einstmals 21 auf heute sieben Unternehmen gesunken. Da UPC/Inode nicht im VAT vertreten ist, gibt es auf Festnetzproviderseite eigentlich nur noch Colt und Tele2UTA.

Welche Strategien wollen Sie in den nächsten zwei, drei Jahren verfolgen. Welche Innovationen können die Kunden erwarten?
Zentrale Aufgabe wird es sein, unser Geschäftsmodell zu transformieren. Zwei Stoßrichtungen sind hier zentral: Zum einen wollen wir den Schritt vom Reseller zum Infrastrukturanbieter schaffen. Das heißt: weg vom Wiederverkauf von TA-Leitungen und Call Preselection, hin zu entbündelter, eigener Infrastruktur. Weiters werden wir in Zukunft nicht nur Netzanbieter sein, sondern auch ergänzende Services auf Basis unserer Infrastruktur anbieten. Application Service Providing in Bereichen wie E-Learning oder Hosted Exchange könnte dann auch mit Partnern unserem Portfolio eine neue Breite verschaffen. Zum Kunden hin werden wir so mit einer größeren Tiefe agieren können. Lediglich Leitungen zu verkaufen, macht nur begrenzt Spaß - hier geht es eigentlich um reinen Preiswettbewerb. Unsere Kunden wünschen aber mehr - sie wollen Managed Services. Auf dem Weg dorthin wird Tele2UTA auch weiter wachsen: So wollen wir die Zahl unserer bereits über 100.000 Breitbandkunden bis Ende des Jahres verdoppeln. Der Launch einer echten Flatrate in den Breitbandprodukten, der im März erfolgt ist, wird dies ermöglichen. Nun können unsere Breitbandkunden erstmals uneingeschränkt so viel surfen, wie sie wollen - ohne Fair-Use-Limits. Auch unseren Bestandskunden steht dieses Angebot offen. Wir haben genug Kapazitäten in unserem Netz.

Der Weg in Richtung konvergenter Netze scheint von den Providern unbestritten in den nächsten Jahren eingeschlagen zu werden. Wann wird es zu echten konvergenten Produkten aus Mobil- und Festnetz bei Tele2UTA kommen?
Im Privatkundenbereich halte ich die Konvergenzdebatte für überbewertet, da dort Produktstarts bislang keine Erfolge erzielen konnten. BTs Konzept »Blue Phone« hat nicht funktioniert und die Deutsche Telekom hat den Verkauf ihres Festnetzhandys »T-One« mangels Kundeninteresses wieder eingestellt. Und gerade in österreich wäre die herrschende geringe Preisdifferenz zwischen Fest- und Mobilnetzen ein Hindernis für solche Konvergenzprodukte. Der Kunde möchte bei solchen Produkten ja vor allem Preisrabatte sehen. Zudem gibt es in den Haushalten meist keinen klaren Entscheidungsträger, der die Telefoniestrategie allein verantwortet. Den klassischen Familienvorstand als Entscheider in Mobilfunk- und Festnetzfragen gibt es in Familien nicht - hier ist die Zugangsweise zu Geräten und Gesprächsmodellen mitunter sehr divergent. So betrachtet wären vor allem Singlehaushalte die beste Zielgruppe für Konvergenzprodukte.

Dennoch sehen Analysten und Telco­Strategen die Konvergenz von Festnetztelefonie, Mobilfunk und Internet als derzeit wohl wahrscheinlichste Entwicklung.
Der Schwenk zur Konvergenz in den Netzen wird dann vollzogen werden, wenn neben der Möglichkeit zur Kos­tenersparnis auch das dominante Device konvergent ist. Dies könnte beispielsweise der Laptop sein, der im Office der Zukunft die zentrale Schnittstelle für alle Kommunikationsformen sein wird. Im Businessbereich spielen konvergente Modelle aufgrund des Vorteils einheitlicher Rechnungen und Rufnummernpläne aber ohnehin aus unternehmenstaktischen Gründen jetzt schon eine große Rolle. KMU setzen auf Flatrates in der Abrechnung und Kostenkontrolle. Es gibt dort mit dem Geschäftsführer den notwendigen zentralen Entscheider und auch das Bedürfnis nach Kontrolle der Telekommunikationskosten, was mit einheitlichen, zentralen IKT-Lösungen natürlich besser möglich ist. Konvergenz heißt bei Tele2UTA: Privat- wie Businesskunden kaufen bei uns aus einer Hand.

Die Firma, die Person
Robert Hackl ist seit Jänner 2007 Geschäftsführer Tele2UTA. Der gebürtige Salzburger startete seine Laufbahn im Bankenbereich bei SBC Warburg in Zürich, ehe er 1996 zu McKinsey wechselte. Er leitete dort Beratungsprojekte im Telekombereich, ehe er 2006 als Leiter des Bereiches Marketing & Sales ins Management von Tele2UTA wechselte. Der hierzulande größte alternative Telekommunikationsprovider steuerte 2006 über 300 Mio. Euro Umsatz zum Ergebnis der schwedischen Mutter bei.
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Weniger Umwege, mehr Leute, schneller

Mit der Schnittstellenfschnähigkeit der Telefonieplattform OpenStage ist Siemens längst in der IT-Industrie angelangt. »Wir sind der Lieferant, der die IT-Integration am konsequentesten durchhält«, sagt Siemens Enterprise Communications Geschäftsführer Josef Jarosch.

Report: Herr Jarosch, wo steht Siemens Enterprise Communications nach den internationalen Umstrukturierungen nun in österreich?
Josef Jarosch: International gesehen hat Siemens Enterprise Communications im letzten Jahr entgegen manchen Medienberichten volumenmäßig keinen Verlust erlitten und hat sich in einer schwierigen Branche weiter behaupten können. Ein möglicher Verkauf ist nun auch endgültig vom Tisch. Wir wissen aber, dass sich der Markt weiter konsolidieren wird und sind offen für Partnerschaften, in denen wir aktiv partizipieren können. Dies ist klar ein Vorteil, den wir weiterhin haben. In österreich wurden ja ohnehin immer die Hausaufgaben erledigt. Die Kunden können nun aber sicher sein, dass unser Produktportfolio nicht nur state-of-the-art ist, sondern auch bestehen bleibt und weiterhin gepflegt wird. Trotz all der Wirren und Unsicherheiten in manchen Zeitungsberichten verläuft unsere Geschäftsentwicklung gut.

Konkret zum Portfolio: Was erwarten Sie sich von der neuen OpenStage-Produktfamilie?
Im Wesentlichen haben all unsere Technologien und Lösungen mit Sprachkommunikation zu tun, die zentralen Plattformen stehen aber in den IT-Räumen der Unternehmen und sind für den Enduser nicht sichtbar. Investitionen in Systeme dieser Art werden abhängig von der Branche und Größe der Firma im Schnitt alle sieben bis zehn Jahre getätigt. Die Länge dieser Zyklen wird sich auch nicht mit der allgemeinen Verbreitung von Softswitches ändern, niemand wird deswegen plötzlich alle drei Jahre die gesamte Telefonie erneuern. Wir gehen deshalb auch mit unserer neuen Produktgruppe bewusst in keine große Erwartungshaltung, innerhalb kürzester Zeit bestimmte Absatzhöhen erzielen zu müssen. Ich gehe aber davon aus, dass das Design und die intuitive Menüführung der neuen Geräte auffallen werden. So sind Eigenschaften wie etwa eine mit Bluetooth gestützte Updatemöglichkeit des Telefonverzeichnisses mit einem Handy ausgesprochen innovativ und praktisch. Die bessere Bedienbarkeit wird überhaupt die Nutzung der Features unterstützen. Wenn Sie sich dagegen zehn oder 15 Jahre alte Apparate ansehen, sind Funktionen wie Weiterleiten oder Umlegen stets mühsam für Ungeübte gewesen. In Summe sind es viele einzelne Schritte, die zu einer größeren Akzeptanz der neuen Geräte führen müssten. Doch ist Enterprise-Telefonie sicherlich kein so modisches Produktfeld wie der Handysektor, in dem halbjährlich neue Geräte auf den Markt gebracht werden. Mit unserem Portfolio versuchen wir zwar immer, Neues zu liefern, die OpenStage-Familie wird aber solide Basis unseres Geschäfts der nächsten Jahre sein. Wir können uns mit optisch ansprechenden und in Europa designten Geräten auch gut von der amerikanischen Konkurrenz abgrenzen.

Ist die SIP-Integration die einzig richtige Stoßrichtung der Industrie?
Ja - wir sind bereits mitten in der IT-Industrie gelandet. Siemens vertritt strikt den Ansatz offener Plattformen und Normen, da unsere Kunden kompatible Lösungen zu ihren Umgebungen benötigen. Ein IT-Verantwortlicher verlangt offene Schnittstellen, um auch in Zukunft Server, SAP-Systeme oder andere Einheiten von unterschiedlichen Herstellern kaufen zu können. Siemens orientiert sich bereits seit Jahren an diesen Standards und ist sicherlich jener Lieferant, der dies am konsequentesten durchsetzt und durchhält. Es mag schon sein, dass sich hie und da Gerätefamilien nicht über eine längere Zeitspanne kompatibel halten konnten - die neuen Geräte sind mit allen gängigen IT-Standards voll kompatibel und ermöglichen langfristig Variabilität und Flexibilität der IT in den Unternehmen. Bereits unser 8000er-HiPath-Switch bildet ein Umbrella-System über die Geräte anderer Hersteller und integriert diese.

Wir alle kennen den Trend, dass proprietäre Telefonie in der IT aufgehen wird, wissen aber auch, dass dies kein einfaches Thema ist. Die Komplexität hier ist von vielen unterschätzt worden. Es ist eine Sache, IT-Integration auf den Blaupausen zu leben - eine andere Sache ist es, in der Praxis änderungen in laufenden Systemen durchzuführen, die oft Auswirkungen auf die gesamte Prozessstruktur haben. Dies geht nur mit offenen Schnittstellen.

Wie könnte in der Praxis eine solche Umwandlung in den Prozessen ausse­hen?
Nehmen wir als Beispiel einen Logis­tik- oder Produktionsprozess, der über 20 bis 25 Stellen abgewickelt und per SAP begleitet wird. Heute muss sich der Nutzer bei einer Störung im Prozessablauf mühsam auf Fehlersuche begeben, Telefonnummern heraussuchen und ins Gerät tippen. Mit einer Sprachintegration im Ablauf wird es nun möglich sein, per Mausklick direkt Voicekontakt mit jeder einzelnen Stelle im System aufzunehmen. Selbst wenn die Ansprechperson dann nicht unmittelbar erreichbar wäre, können Sie dorthin immer noch eine E-Mail schicken. Solche Lösungen ermöglichen eine reale Beschleunigung in der Kommunikation: Man schafft es über weniger Umwege, mehr Leute schneller zu erreichen. Die Voiceintegration in Enterprise-Ressource-Planning-, aber auch Customer-Relationship-Management-Systemen wird viel Erleichterung bringen. Wir sind diesbezüglich auch in Kooperationen mit Herstellern wie SAP.Falls ein System beim Kunden hier offene Schnittstellen bietet, ist hier lediglich Integration nötig. Zig Mannjahre Entwicklungsarbeit sind nicht notwendig - die Systeme gibt es ja bereits. Freilich geht eine Sprachintegration in einem Unternehmen stets einher mit einer Veränderung der gesamten Prozesslandschaft. Aus diesem Grund steht es Außenstehenden auch nicht zu, ein Unternehmen von solch einer Investition zu überzeugen. Das Bedürfnis zu Veränderung muss auf Kundenseite generiert werden. Die Unternehmen haben aber mittlerweile das Know-how dazu und ich sehe fix Marktentwicklungen in dieser Richtung.

Voraussetzung für entsprechende Integrationslösungen ist aber stets eine Sprach-Datenkonvergenz in den Netzen.
Notwendig sind offene Schnittstellen und ein breites Partnerschaftsportfolio. Die wichtigsten Partnerschaften, die auch immer wieder erneuert werden, laufen derzeit mit SAP, Microsoft, IBM und Accenture. Dies soll heißen: Wir sind offen, es ist alles möglich. Der Markt ist in einem intensiven Wettbewerb, was ich aber auch als große Herausforderung sehe. Die Technologieentwicklung ist spannend, auf Kundenseite hat sich ebenfalls in den letzten Jahren vieles geändert: Es gibt nicht nur den Trend zur IT-Lastigkeit, sondern die Prozesse sind bereits IT-lastig. Die letzten alten TDM-Lösungen finden nun ihr Ende. Mehr und mehr Telefonanlagen werden bereits mit IP-Integrationsmöglichkeiten verkauft.

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»Hätte nicht genehmigt werden dürfen«

Die Wettbewerbsbehörden haben gegen den Wettbewerb entschieden«, kommentiert Berthold Thoma, Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), die Genehmigung der eTel-übernahme durch die Telekom Austria. »Das Kartellgesetz verbietet Zusammenschlüsse, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Da diese marktbeherrschende Stellung der TA bereits vor dem Deal nachweislich vorgelegen ist, ist es für uns unverständlich, wie die Genehmigung hat zustande kommen können.« Die TA habe überdies sogar selbst betont, ihre Position im Geschäftskunden- und Breitbandmarkt durch die übernahme von eTel nun weiter ausbauen zu können und zu wollen. »Wir sind schon auf die Argumente gespannt, die die Wettbewerbsbehörden davon überzeugt haben, dass durch diesen Deal trotzdem nicht die marktbeherrschende Stellung der TA verstärkt wird«, so der VAT-Präsident, der deshalb eine Veröffentlichung der Genehmigungsentscheidung forderte, um diese prüfen zu können.

Eine Auflage des Deals ist der Verkauf eines Glasfaserringes und die Rückgabe von WLL-Funklizenzen. Die Trennung werde für die TA nicht weiter schmerzhaft sein, da sie ohnehin bereits über beides verfügt, so Thoma. Nach den dem VAT vorliegenden Informationen sind die Auflagen »ungenügend und einseitig«, da sie sich nur auf die Infrastruktur beziehen und den Wettbewerb, die Kunden und den Markt nicht genügend beachten würden. Für die TA seien die Nachteile minimal, für den Wettbewerb und für die Konsumenten gravierend. eTel-Kunden hätten sich bewusst für einen alternativen Netzbetreiber entschieden. Jetzt finden sie sich plötzlich bei der TA wieder. »Zusätzlich ist die Weiterführung der Marke eTel irreführend, da dem Kunden vorgegaukelt würde, er wäre bei einem alternativen Betreiber, dabei ist er wieder beim Ex-Monopolisten gelandet«, so der VAT. Dazu komme noch, dass Kunden während der gesamten Kundenbindungsfrist an die TA gebunden bleiben und nach Beendigung des Vertrages die Kosten für den Umstieg auf Produkte eines alternativen Betreibers erneut zu zahlen haben. »Der Deal liegt also sicher nicht im Interesse des Kunden und ist schon gar nicht im Sinne des Wettbewerbs und der Liberalisierung.«

TA-Festnetzchef Rudolf Fischer zur Akquisition: »Wir werden die Marke eTel beibehalten, das bewährte Management unter der Leitung von Achim Kaspar wird eTel Austria weiterführen, und auch die Kunden werden von unserer führenden Position profitieren.«

Silver Server warnt. \"Ein Papier mit Auflagen, die de facto keine Auflagen sind,“ kommentiert wiederum Oskar Obereder, Geschäftsführer Silver Server, die von der Bundeswettbewerbsbehörde ausverhandelte Verpflichtungserklärung der Telekom Austria zum eTel-Kauf. Der darin festgehaltene Verpflichtungskatalog geht auch Obereder nicht weit genug und würde das angestrebte Ziel, negative Auswirkungen auf den Wettbewerb einzudämmen, bei weitem nicht erreichen.

Obereder führt dies am Beispiel von Silver Server aus: eTel war bislang Telefonie-Gatewaybetreiber von Silver Server. Sämtliche Rufnummern von Silver Server-Kunden wurden daher über Jahre von der TA in Richtung eTel portiert. \"Will man weiterhin auf die Dienste eines alternativen Anbieters setzen, um von den Preisen des Wettbewerbs zu profitieren, muss Silver Server nun neuerlich gegen Entgelt eine Wegportierung bei der Telekom Austria durchführen. Hier wäre es angebracht gewesen, die Weiterportierung gratis zu ermöglichen\", sagt Obereder. eTel wäre darüber hinaus für heimische Internet-Service-Provider bislang ein wichtiger Lieferant von unbeschalteten Glasfasern gewesen. Eine Leistung, die trotz mehrmaliger Nachfrage von der TA nicht angeboten wird, so Obereder. Mit dem Aufkauf von eTel werde diese wichtige Infrastrukturquelle für ISPs demnächst ersatzlos versiegen.

Das Studium der Verpflichtungserklärung hat bei Silver Server auch den Eindruck entstehen lassen, hier werde die ex ante Befugnis der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, bei der manche Anregungen zu generellen Regulierungsauflagen in der Vergangenheit ungehört blieben, nun von der Bundeswettbewerbsbehörde angewandt. Allerdings anlassbezogen und ohne den betroffenen alternativen Anbietern Parteienstellung einzuräumen. Obereder dazu: \"Muss man jetzt immer darauf warten, ob die Telekom Austria den Markt leer kauft, um Regulierungsmaßnahmen mit Verpflichtungserklärungen umsetzen zu können? Dann haben wir zwar am Ende ein perfektes Regulierungsumfeld - aber ohne alternative Betreiber.“ Das bei dem eTel-Telekom Austria-Deal gezeigte Prozedere sei jedenfalls als Präzedenzfall für ein mögliches Liberalisierungsende zu werten.

Die Genehmigung des Deals zeige, dass in österreich ein marktbeherrschender Betreiber seine Mitbewerber sukzessive vom Markt kaufen darf. Im vorliegenden Fall hat sich die Telekom Austria eine ganze Providergeneration von Atnet, Eunet, etel, Tiscali, YCN etc. einverleibt. Es sei nun davon auszugehen, dass sich kein nachhaltiger Wettbewerb mehr einstellen wird. Obendrein stehe zu befürchten, dass weiterhin angeordnete Auflagenbescheide der Telekom-Control-Kommission von der Telekom Austria unterlaufen werden.

Das Resümee von Oskar Obereder: \"Wenn nicht schnellstens geeignete Maßnahmen ergriffen werden um den Wettbewerb im Breitbandbereich nachhaltig zu entwickeln, wird die Anbieter-Landschaft in österreich weiter reduziert. Was dies für Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort österreich und die Wirtschaftsentwicklung insgesamt haben wird, ist derzeit nicht abzuschätzen - auf jeden Fall keine positiven.“

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Sonnenbrand ade

Mit diesem High-Tech-Bikini kann nun selbst dem sonnenempfindlichsten Bleichgesicht nichts mehr passieren, da sich ein integriertes UV-Messgerät, das die Intensität des UV-Lichts misst, bei Bedarf mit einem Piepston meldet. Dieses Messgerät ist im Gürtel der Badehose integriert und natürlich wasserfest. Auch Chlor beziehungsweise das Waschen in der Maschine sollen dem High-Tech-Bikini nichts anhaben können. Der Bikini misst die UV-Intensität mit einer Genauigkeit von 0.01-Einheiten (Anzeige bis 19,9). Das helle Display soll laut Hersteller auch im Sonnenlicht gut lesbar sein und die inkludierte Batterie für eine Lebensdauer von einigen Jahren sorgen.

Vor allem in Australien und Südafrika, den Ländern mit der höchsten Hautkrebsrate der Welt, sieht die Firma hervorragende Absatzmöglichkeiten. Doch guter Schutz ist teuer: Der SmartSwim UV Meter Bikini soll ab August 2006 für den stolzen Preis von rund 190 Dollar auf den Markt kommen.

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Schwerwiegende Vorbehalte

Report: Im ersten Halbjahr 2007 stieg der Umsatz der Stein- und keramischen Industrie im Vergleich zu 2006 um mehr als 10 %. Blieb das 2. Halbjahr auch so gut?
Carl Hennrich: Leider nein. Wir haben im 2. Halbjahr einen sehr starken Rückfall erlitten. Nach der Erhebung der Statistik Austria liegen wir per Ende Oktober bei einem Plus von 1,81 Prozent. Unsere eigene Umsatzerhebung ergibt für 2007 ein vorläufiges Ergebnis von 2,6 Prozent. Diese Erhebung ist relativ repräsentativ weil von 260 Unternehmen bereits 170 ihre Zahlen eingereicht haben und manche Sparten bereits komplett erhoben sind. Im Vergleich dazu hatten wir 2006 ein Umsatzplus von gut 8 Prozent.

Das heißt die Industrie pendelt sich auf hohem Niveau ein?
Der Jahresumsatz 2007 wird in etwa knapp 3,6 Milliarden betragen.

Gibt es Segmente, die besonders auffällig sind?
Die Verteilung ist relativ gleichförmig. Ein Ausreißer nach unten könnte die Beton- und Fertigteilindustrie werden, die derzeit ein Minus von 2,9 Prozent ausweist. Die Zementindustrie weist dagegen ein Umsatzplus von 3,5 Prozent aus und legte mengenmäßig um 6 Prozent zu. Kies und Transportbeton wird mit einem Minus abschließen. Das Plus in der Zementindustrie kann man nicht automatisch auf die Transportbetonindustrie umlegen. Sehr große Mengen Zement gingen an Großbaustellen die mit mobilen Anlagen bedient werden.

Wie sieht es in der Sparte Putz und Mörtel aus?
Die hat sich sehr gut entwickelt und verzeichnet ein Plus von mehr als 6 Prozent. Der Hauptgrund dafür ist der Vollwärmeschutz. Die traditionellen Putze liegen deutlich darunter.

Wie entwickelt sich der Heimmarkt?
Schwächer als der Export. Das kann ich sagen ohne auf entsprechende Zahlen zu verweisen.

Gibt es dann überhaupt ein Wachstum im österreichischen Markt?
Das Wachstum ist im Tiefbau stärker als im Hochbau. Wir liegen im Wohnbau mit einer Fertigstellungszahl von etwa 43.000 Einheiten unter dem langjährigen Durchschnitt von 46.000. Erst kürzlich errichte uns eine Prognose des WIFO in der spätestens 2010 von einer jährlichen Produktion von 50.000 Wohneinheiten ausgegangen wird. Wir sehen das derzeit nicht, dazu bräuchte es wirkliche Großprojekte, die es außerhalb Wiens nur selten gibt. Dazu kommt, dass der Ein- und Zweifamilienhausbau eher rückläufig ist.

Kann man daraus schließen, dass das Bauen den Menschen langsam zu teuer wird?
Ein solides Einfamilienhaus kommt auf rund 300.000 Euro - was nicht wenig ist. Die Förderungsbestimmungen sind stark ökologisch ausgerichtet und zöger die Investitionsentscheidungen der Häuslbauer hinaus. Je stärker es in Richtung Niedrigenergie- oder Passivhaustechnologie geht, desto teuerer wird das Bauen. Dazu kommt, dass wir langsam auch an die Grenzen der Zersiedelung stoßen. Die Entwicklung der Grundstückspreise ist bekannt.

Geht die Schere zwischen Reich und Arm auch im Wohnbau auf und bricht die Mitte weg?
Es ist klar, dass der Ein- und Zweifamilienhausbau zurückgehen muss. Das Bevölkerungswachstum beruht im wesentlichen auf Zuwanderung. Die Menschen, die zu uns kommen, können sich das Einfamilienhaus in der Regel schlichtweg nicht leisten.

Wie sieht die Zukunft im mehrgeschossigen Wohnbau aus?
Es gibt ja den Entwurf einer Artikel 15 a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, über die Qualitätsstandards zur Errichtung und Sanierung von Gebäuden. Wir haben schwerwiegende Vorbehalte gegen diesen Entwurf. Darin sind die Mindestanforderungen für die Förderung ab 2015 für die Raumwärme mit einem Zielwert von 10 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr enthalten. Verpflichtend ist ab 2012 im mehrgeschossigen Wohnbau 20 kwh, das wird da oder dort erreichbar sein. Im Ein- und Zweifamilienhausbau sind 30 kwh pro m² und Jahr vorgesehen. Dort wird es vermutlich gröbere Probleme geben, außer man dämmt überdimensional. Besonders problematisch ist, dass die bautechnischen Vorschriften, die Anforderungen der Förderbestimmungen um maximal 25 Prozent überschreiten dürfen. Das bedeutet, dass man im mehrgeschossigen Wohnbau ab 2012 nur mehr dann eine Baubewilligung erteilt wird, wenn der Nachweis erbracht wird, dass der Energieverbrauch nicht höher ist als 25 Kilowattstunden pro m² und Jahr ist. Das wird die Kosten enorm erhöhen, vor allem im freifinanzierten Wohnbau.

Das heißt auch das private Bauen wird teurer?
Auch das, denn dann gibt es für den Häuslbauer keine Alternative mehr billiger und ohne Förderung zu bauen. Das ist eine Bestimmung, die uns überhaupt nicht passt.

Sonst ist der Entwurf aus ihrer Sicht okay?
Was fehlt ist eine Angabe über den Mehrbedarf. Wir werden dringend verlangen, dass in der 15a-Vereinbarung auf den notwendigen Neubaubedarf eingegangen wird. Das Finanzierungsvolumen im Finanzausgleichsgesetz sollte ergänzt werden durch ein Mengenziel. Es soll eine jährlich zu fördernde Anzahl an Wohnungen definiert werden.

Geht es dabei darum klar zu machen, dass bei hohen Qualitäten bestimmte Mengen mit den vorhandenen Mitteln nicht erzielbar sind?
Wir wollen das Umweltministerium und die Länder zu einer klaren Kalkulation veranlassen. Das heißt, es soll definiert werden wie viele Wohnungen mit den vorhandenen Geldern gebaut werden können. Dann wird klar was an freifinanzierten Wohnbau notwendig wird um den Bedarf zu decken. Zusätzlich fordern wir im Zuge der Steuerreform eine Milliarde für den Wohnbau. Die Forschungsgesellschaft Wohnen, Bauen und Planen hat in einer Studie ganz klar dargelegt, dass die Sanierungs- und Neubauziele der Regierung nur dann erreichbar sind, wenn steuerliche Maßnahmen im Ausmaß von 460 Millionen pro Jahr gesetzt werden.

Ist es aus der Sicht des Klimaschutzes nicht ein Trauerspiel, dass es bislang keine Regierung geschafft hat ein attraktives Modell für die Sanierung zu kreieren? Wäre das nicht ein Fall für den Klimafonds?
Um die Sanierungsrate auf zumindest 3 Prozent zu heben müsste der Klimafonds eingreifen und höher dotiert sein. Die geförderte Sanierung stagniert auf einem Niveau von rund 550 Millionen Euro. Rund 20 Prozent davon entfallen auf die thermische Sanierung. Ich wehre mich aber strikt dagegen, dass die thermische Sanierung ausschließlich mit Mitteln der Wohnbauförderung angekurbelt werden soll. Wenn sich die Republik Klimaziele setzt, soll sie auch Mittel dafür zur Verfügung stellen.

Profitiert ihr Industriezweig vom Klimafonds?
Wir sind sehr froh, dass es ihn gibt. Wir haben ein Forschungsprojekt zum Thema Nachhaltigkeit von Gebäuden eingereicht und der Klimafonds trägt davon mit rund 780.000 Euro einen Großteil.

Worum geht es dabei?
Zum Beispiel um die Lebensdauer von Bauteilen und Bauprodukten. Je höher die Lebensdauer, desto weniger oft fällt zur Herstellung CO2 an. Ab er auch um Themen wie den Transportrucksack von Baustoffen.

Themenwechsel. Der Fachverband befürchtet, dass die EU-Vorgaben zum Klimaschutz mittelfristig das Ende der Kalk-, Zement- und Ziegelindustrie in österreich bedeuten. Handelt es sich bei massiven Baustoffen nicht um lokale Güter bei denen die Kosten der CO2-Zertifikate an die Kunden weitergegeben werden?
Das Funktioniert nur eingeschränkt. Die Zementindustrie war im Vorjahr in der Lage Kostenerhöhungen weiterzugeben. Der Zementmarkt boomt in ganz Europa. In der Ziegelindustrie haben wir in den letzten zwei Jahren gesehen, dass Ziegeltransporte über wesentlich größere Distanzen als früher möglich sind. Der Export in Richtung Ost- und Südosteuropa wurde nennenswert erhöht. Wenn die Ziegelindustrie ab 2013 Zertifikate um 30 oder 35 Euro ersteigern muss, dann befürchte ich schlimmes für die Ziegelindustrie. Dann sind jene Länder, die vom Klimapaket begünstigt sind, etwa die Slowakei, Tschechien und Ungarn in der Lage westentlich günstiger zu produzieren. Dann werden nicht mehr wir exportieren, sondern mit einem deftigen Ziegelimport konfrontiert sein.

Sind das nicht wieder österreichische Unternehmen, die dann importieren?
Es sind jene Firmen, die in der Vergangenheit in Südosteuropa investiert haben und dann dort billiger produzieren können.

Das EU-Klimapeket gilt ja auch in den neuen EU-Mitgliedsländern, damit haben alle dieselben Bedingungen, oder nicht?
Nein, diese Länder sind bei der Zahl der Zertifikate begünstigt. Im Entwurf der revidierten Emissionshandelsrichtlinie gibt es die Bestimmung, dass die reichen Länder einen zehnprozentigen Solidaritätszuschlag für die armen Länder zu leisten haben.

Sie fordern beim Emmissionshandel eine Ausnahme für Kleinanlagen bis 50.000 Tonnen. Die EU hingegen will auch Gips und Mineralwolle ins Regime bringen. Wäre es ein Schaden für die Hersteller von Massivbaustoffen, wenn auch jene Produkte belastet würden, die im Leichtbau zum Einsatz kommen?
Wir vertreten auch die Gipsindustrie und die Produzenten von Steinwolle. Grundsätzlich gilt, dass man jedem Unternehmen nur gratulieren kann, dass sich den Emmisssionshandel erspart. Für beide Industrien ist noch keine Entschedidung gefallen. Unsere Position dazu ist klar: nicht Hineingehen, das gilt besonders im Hinblick auf die kleineren Gipserzeuger.

Wie stehen sie zum Match der beiden Fraktionen Leicht- und Massivbau? Wäre ihnen etwas mehr Harmonie lieber?
Natürlich, wir vertreten beide Gruppen und auch Firmen, die in beiden Gruppen vertreten sind. Erst Anfang Dezember hat man sich darauf verständigt, dass man in den gemeinsamen Fragen, wie etwa Wohnbaupolitik und Marketing für das Bauen gemeinsam arbeitet. So lange es mich hier gibt, werde ich mich bemühen, die beiden Gruppen im Zaum zu halten. Beiden Gruppen ist nur zu raten, die Vorzüge ihrer Produkte in den Vordergrund zu stellen und nicht gegen andere Baustoffe loszuziehen. Ich versuche insgesamt ausgleichend zu wirken.

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