Daniel AJ SokolovMX-ONE heißt der Nachfolger der traditionsreichen MD110-Nebenstellenanlage von Ericsson für große Unternehmen. Eigentlich ist MX-ONE keine simple Nebenstellenanlage, sondern eine "servergestützte, multimediale Kommunikationsplattform". Ericsson setzt damit voll auf offene IP-Standards wie ENUM und SIP. Die dreiteilige Lösung besteht aus dem "MX-ONE Telefonsystem" (mit Telefonieserver und Media Gateway), dem "MX-ONE Manager", das ein Paket von Management-Werkzeugen ist, und verschiedenen Applikationen für jeden einzelnen Benutzer. Zu den Funktionen gehören unter anderem Anwesenheitsmanagement, Messagingfunktionen und die Integration von Mobiltelefonen."Es ist nicht nur das Call-Handling als solches", sagte Jan Campbell, Präsident von Ericsson Zentraleuropa, am Freitag anlässlich der Markteinführung in österreich, "Es sind all die Applikationen rund herum, die es zu einem effizienten Kommunikationstool in großen Unternehmen machen." Insbesondere der Netwise Contact Manager (CMG) stellt eine große Zahl an Funktion zur Verfügung. Dazu gehören die IP-basierte Netwise-Vermittlungsstelle samt spezieller Software für blinde und sehschwache User, Anwesenheitsmanagement, Java-Applikationen fürs Handy, Besucher-Management und diverse Webservices. Ericsson hat Netwise vergangenes Jahr übernommen.Lösungs-Biotop. Versprochen wird auch nahtlose Integration mit Software anderer Anbieter, wie Microsoft, Novell und Lotus. Campbell und seine Kollegen präsentierten beispielhaft einige Funktionen. So beeinflussen im Outlook-Kalender gespeicherte Termine automatisch den Verfügbarkeitsstatus im Telefonsystem. Anrufe können per Mausklick am Computer ausgelöst werden, etwa auf Telefonnummern auf beliebigen Websites. Umgekehrt erscheint bei einem eintreffenden Anruf ein Pop-Up mit den lokal gespeicherten Kontaktinformationen des Anrufers.Funktionen wie übernahme oder Weiterleitung von Gesprächen können mittels Drag&Drop am Computer ausgelöst werden, das Eintippen abstrakter Codes am Telefonapparat entfällt. Das "Besucher-Management" ist eine Funktion, die gleichzeitig mit dem Ausdrucken eines Namensschildes für einen Besucher automatisch ein SMS an die im Unternehmen besuchte Person sendet. Besonders stolz sind die Schweden auf ihre Lösungen zur unmittelbaren Einbindung von Mobiltelefonen in die PBX. Dabei werden Anrufe nicht bloß auf ein Handy weitergeleitet. Vielmehr können alle wesentlichen Funktionen inklusive Verfügbarkeitsstatus vom Handy aus gesteuert werden.Schrittweise Umstellung auf IP. "Viele Unternehmen wollen nicht mit einem Big-Bang auf IP umsteigen, sondern schrittweise", erläuterte Peter Zehetner, Vizepräsident für das Ericsson-Marketing in Zentraleuropa. Entsprechend gibt es die MX-ONE in drei Ausführungen: Die Hybrid-Variante "Telephony Switch" für gemischte Netze (PSTN und IP), den "Telephony Server" (IP only) und schließlich auch nur die Linux-basierte Software ohne Hardware. Der "Telephony Server" passt in eine 19-Zoll-Einheit und soll gerade einmal 20 bis 40 Watt Strom ziehen.Die neuen MX-ONE-Produkt können dezentral und redundant installiert werden und unterstützen bis zu 50.000 Nebenstellen. Zielgruppe sind Unternehmen ab etwa 250 Nebenstellen. Der Preis setzt sich aus einer Basiskomponente und Zuschlägen für die Anzahl der Nebenstellen einerseits sowie gewünschten Funktionspaketen andererseits zusammen. Alle Funktionen der MD110 finden sich auch bei MX-ONE wieder. "Es gibt Kosteneinsparungen", meint Zehetner, "Aber die Produktivitätsgewinne sind wichtiger." Der Vertrieb in österreich erfolgt durch Kapsch BusinessCom.