By Klaus Lengauer on Mittwoch, 03. April 2019
Category: Finanz | Wirtschaft

BIM Tagebuch: Baustoffhandel unter Druck

Durch die Integration von Bauprodukten in einen BIM-Bauteilserver oder eine Merkmal- und Produktdatenbank können klassische Vertriebswege aufgebrochen werden. Produzent und Endkunden treten in direkten Kontakt.

Kunde: Ich hätte gerne ein für Feuchträume geprüftes Leichtbauwandsystem, welches einen Schallschutzwert von mindestens 62 dB und Brandwiderstandsklasse EI 60 gewährleistet.

Produzent: Ja, gerne. Soll es auch im Bereich Ökologie & Nachhaltigkeit punkten? Wir bieten Wandsysteme, mit denen Sie die Ökobilanz eines Projekts deutlich verbessern können. Schauen Sie, hier habe ich entsprechend Ihren Anforderungen Systemwände nach Ökopunkten gereiht aufgelistet. Sie können die Liste aber auch gerne nach einem anderen Kriterium oder dem Systemkomplettpreis sortieren.

Kunde: Kann ich die Wandaufbauten auch probieren, bevor ich mich entscheide?

Produzent: Kein Problem. Wählen Sie einfach den gewünschten Aufbau. Unser Bauteilserver übermittelt die Daten direkt an ihre Planungs-, Simulations- oder Kalkulationssoftware und Sie erhalten sofort valide Ergebnisse, welche Sie dann in Ruhe mit den restlichen Verantwortlichen abstimmen können. Bitte beachten Sie auch unsere passenden Aktionen und Rabattstufen, die Ihnen rechts vom gewählten System angezeigt werden!
 

So oder so ähnlich könnte ein beliebiges Verkaufsgespräch beim Baustoffhändler klingen, wenn es denn künftig noch stattfinden wird. Die Strukturen des Baustoff- und Bauprodukthandels könnten in naher Zukunft kräftig unter Druck kommen, wenn die Produzenten ihre Produkte mit einem BIM-Bauteilserver oder einer Merkmal- und Produktdatenbank direkt in die unterschiedlichen Fachplanungsprogramme, Abrechnungssysteme und Zertifizierungstools integrieren.

Der Endkunde benötigt dann nur noch das zu seinen Planungs- und Kalkulationswerkzeugen passende Software-Plugin. Wie in einem Onlineshop genügt ein Mausklick und er kann seine Auswahl sofort in seine Planung integrieren und erhält damit auch alle zur weiteren Bearbeitung benötigten BIM-Daten direkt in seinem System bereitgestellt.

Durch die Digitalisierung des Akquise- und Vertriebsprozesses kommunizieren Produzent und Endkunde direkt miteinander – die Zeit wird zeigen, wie die Partner mit ihren veränderten Rollen zurechtkommen.