Trotzdem lebt die Hoffnung für Verbraucher: Erstens ist das Sparpotenzial gewaltig, zweitens könnte das Nachdenken über Unabhängigkeit mit neuer Technik eine neue Dynamik erhalten.Heilpflanzen sind bis April das Thema der aktuellen Ausstellung im Wien-Energie-Haus. Schon ab März setzt die Wien Energie Schritte, um die Fitness ihrer Bilanz nachhaltig zu gewähren: Sie erhöht die Preise für Strom und Gas. Letzteres wird deutlich teurer. Für einen Vierpersonenhaushalt in einer 120m2-Wohnung mit schlecht gedämmten Fenstern weist die Beraterin des Wien Energie-Hauses einen Jahresverbrauch von rund 20.000 kWh für Heizung, Warmwasser und Kochen aus, womit die Teuerung 14 oder 15 Euro pro Monat ausmacht.Manche Kunden finden das auf das Jahr gerechnet ungesund für ihr Budget und die Suche nach alternativen Anbietern wird forciert. Der Tarifrechner der Regulierungsbehörde E-Control wird verstärkt genutzt, was ORF-On an einem kalten Jännertag dazu verleitet, einen »Boom bei alternativen Gasanbietern« zu verkünden - was freilich ein ausgemachter Unsinn ist. Erstens sind die Wechselraten nach wie vor verschwindend gering. Zweitens sind die sogenannten alternativen Gasanbieter in der Regel seit Jahrzehnten am Markt etabliert und haben es im Zuge der Liberalisierung lediglich vollbracht, ihre ehemals eng abgesteckten Regionsgrenzen zu überwinden. Nach dem Zusammenschluss einiger potenter Landesenergieversorger zu den Konstrukten Energie Allianz und Econgas ist die Auswahl für Kunden somit zwar eingeschränkt, aber immerhin vorhanden - die Wechselbereitschaft schon weniger, wie die Statistik der E-Control eindrucksvoll belegt. Wenn es hoch hergeht, wechseln zwei Prozent der Endkunden ihren Versorger. Dabei tut die Regulierungsbehörde auf Kosten der Versorger wirklich viel, um die Kundenmobilität zu erhöhen. Rund 16.000 Strom- und Gasverbraucher ließen sich zuletzt durch eine mit ö3 initiierte SMS-Aktion ihre Tarife durchrechnen. Zwar bekamen die ersten Tausend aufgrund einer Panne eine Fehlinfo, an der prinzipiellen Wirksamkeit der Hitradio-Aktion zweifeln jedoch nicht einmal die Vertreter der Energie-Allianz. »Das wird sich bewusstseinsbildend auswirken«, glaubt man. ähnlich sieht man das bei der E-Control, wo gerade die Messeauftritte in Wien und Wels vorbereitet werden. »Früher waren die Leute skeptisch, jetzt bringen manche schon ihre Rechnungen mit und lassen sich beraten«, erklärt eine Sprecherin.