Neben der Staatsgarantie von 900 Millionen Euro und rund 450 Millionen vonseiten der Privaten hat auch die Europäische Investment Bank (EIB) - zumindest indirekt - ihr Schärflein zur Bawag-Sanierung beigetragen. Im November 2005 - pikanterweise kurz vor der Refco Pleite - wurde eine »Global Loan« unter dem Titel »Financing for small and medium-scale Ventures« losgeeist.Anfang März wurde eine weitere Global Loan für »Energie, Gesundheit, Bildung, Infrastruktur und allgemeines Interesse« im Wert von hundert Millionen Euro vergeben, die sich freilich noch in der Prüfungsphase befindet. Unter dem schlichten Titel »Global Loan« segelt eine weitere Anleihe über zwanzig Millionen vom 17. März. Auffällig ist, dass die Bawag in den Jahren ab 1997 bis 2004 durchschnittlich lediglich knapp über zwanzig Millionen der hoch begehrten EIB-Anleihen jährlich lukrierte. Dass Bawag-Chef Ewald Nowotny, von 1999 bis 2003 Vizepräsident der EIB, kraft seines ehemaligen Amtes bei der Mittelverteilung bevorzugt wurde, schließt die die Konzernkommunikation kategorisch aus.EIB-Darlehen gelten in Bankenkreisen als »Jackpot«, wie ein Banker sagt. Besichert durch das Triple-A-Rating via Brüssel dienen diese als extrem zinsgünstige Refinanzierung für die lokalen Banken. Einfach einzustreifen sind die begehrten EIB-Loans freilich nicht. Es winkt, auch wegen Haftungsfragen, ein bürokratischer Hürdenlauf, den nur wenige heimische Banken bewältigen. In österreich gilt die BA-CA als Großmeister der EIB-Refinanzierung, selbst Größen wie Raiffeisen oder die Erste hinken bereits dahinter her. Wie die Bawag/PSK die EIB zuletzt von ihrem fragwürdigen finanziellen Standing überzeugen konnte, bleibt offen. Durch die objektiven Prüfungsverfahren der EIB und die Zweckgebundenheit der Mittel könne laut Pressestelle der Bawag von einer Bevorzugung des eigenen Institutes keine Rede sein.